Aktuelle ProMundis Blogbeiträge
Finanzamt bestätigt Gemeinnützigkeit von Hilfe Weltweit e. V.
13. März 2010 von Schirrmacher · Schreiben Sie einen Kommentar
Der Journalist Stefan Loipfinger hat auf seiner privaten Webseite CharityWatch meine Person als Vorsitzender des Vereins Hilfe Weltweit e. V. (Köln) übel angegriffen und mir „zweifelhaftes Verhalten“ und Verstoß gegen die Moral vorgeworfen. Er beschwert sich, wir hätten ihm keine Unterlagen zugesandt. Warum auch? Er hat keinerlei offizielle Funktion und keinerlei Ausbildung und Expertise, Jahresabschlüsse oder Hilfswerke zu bewerten.
Außerdem macht er uns die Kooperation mit unserer Fundraising-Agentur zum Vorwurf, sowie die Bebilderung unserer Mailings.
Um dem Vorwurf der bedrängenden Bilder zu begegnen, stellen wir ab sofort unsere Mailings ins Internet, siehe www.hilfe-weltweit.org. Hier kann sich jeder selbst überzeugen, dass der Vorwurf nicht berechtigt ist.
Unser Fundraising-Partner, die SAZ Dialog AG Europe mit Sitz in St. Gallen (Schweiz), ist eine europaweit tätige, alteingesessene Firma, die für viele große und bekannte gemeinnützige Organisationen arbeitet.
Ansonsten stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Finanzen eines gemeinnützigen Werkes vom Finanzamt zu Genüge überprüft werden, das das Finanzamt bei Betriebsprüfungen wirklich alle Unterlagen vorliegen hat. Dazu kommt unsere renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Jahresabschluss erstellt und natürlich auch an Recht und Gesetz gebunden ist und kein Interesse daran hat, windigen Organisationen zu helfen. Ein Finanzamt spricht im Regelfall für 18 Monate im voraus die vorläufige Gemeinnützigkeit („unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“) aus und überprüft dann jeweils für 3 Jahre rückwärts die Bücher, um daraufhin entweder die endgültige Gemeinnützigkeit auszusprechen („ohne den Vorbehalt der Nachprüfung“) oder aber diese zu versagen.
Das Finanzamt Köln-Süd hat uns 2009 für die ersten drei Vereins-Jahre gründlich geprüft und uns für die Gründungsphase 2005–2007 abschließend die Gemeinnützigkeit bescheinigt, das heißt endgültige Freistellungsbescheide erteilt, siehe hier. Der Freistellungsbescheid für 2008 findet sich hier.
Die Behauptung von Loipfinger, wir seien erst seit 2008 gemeinnützig, ist also nicht wahr, wir sind es seit Gründung. Auch was Loipfinger sonst unter „vermutlich“ und „könnte“ vermerkt, entspricht nicht den Tatsachen – wohl gemerkt, Unterlagen hat er ja nie gesehen.
Leopold von Ranke über meinen Großvater Friedrich Wilhelm Schirrmacher
22. Februar 2010 von Schirrmacher · Schreiben Sie einen Kommentar
Mein Urgroßvater Friedrich Wilhelm Schirrmacher (1824–1904) gehörte zum engeren Schülerkreis Leopold von Rankes (1795–1886), promovierte bei Ranke [s. Wolfgang Weber. Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Peter Lang: Frankfurt, 1984(1), 1987(2). S. 515 und Gunter Berg. Leopold von Ranke als akademischer Lehrer. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht., 1968. S. 237] und wurde von diesem bis zu seiner Rostocker Professur 1866 gefördert [in Friedrich Wilhelm Schirrmacher an Vize-Kanzler der Universität Rostock. Liegnitz, den 27.5.1866. 4 S., in meinem Besitz, dankt er für seine berufung und inesbesondere S. 3 für die Förderung durch Ranke] – wobei in Rostock schon beide Vorgänger ab 1857 Rankeschüler gewesen waren – und galt dort als einer der produktivsten Anwender der Methode des Historismus Rankes, indem er viele Quellenbände edierte und daneben umfangreiche Biografien und eine Universalgeschichte (bes. Spaniens) verfasste.
Kurios erscheint heute, dass die DDR-Geschichtsschreibung meinen Urgroßvater zum Sozialisten umdeutete, obwohl er doch gerade die sozialgeschichtliche Methode ablehnte.
Hier ein Beispiel: Konrad Canis u. a. „1789–1917“. S. 85-153 in: Gerhard Heitz u. a. (Hg.). Ge schichte der Universität Ro stock 1419–1969. Bd. 1. Rostock 1969, S. 139-140, besser dagegen Helga Schultz, Gerhard Heitz, Karl-Friedrich Olechnowitz. „Die Entwicklung geschichtswissenschaftlicher Studien an der Universität Rostock seit Ende des 18. Jahrhun derts“. Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, Gesellschafts wissenschaftliche Reihe 20 (1970) 5: 355–375, S. 364–365.
Die Korrespondenz zwischen Ranke und Schirrmacher ist nicht erhalten [so auch Klüssendorf, s. unten]. Also verbleiben einige wenige Hinweise auf das, was Ranke über meinen Urgroßvater sagte:
Für Greifswald habe ich mein Fürwort bereits an Schirrmacher verpfändet, der eine Berücksichtigung in hohem Grade verdient. Doch ich weiß nicht, ob man meinen Rat begehren wird, oder ob ich auch nur Gelegenheit finden werde, einen solchen auszusprechen.
Ranke an Heinrich von Sybel vom 14.3.1864: Leopold von Ranke. Neue Briefe. Hoffmann und Campe: Hamburg, 1949. S. 432
Dann verdient Schirrmacher Anerkennung, da er den großen Stoff, den die Gesellschaft im Auge hatte, wirklich umfaßt hat. Der Gegensatz gegen Höfler hat gemacht, daß das apologetische Moment dann und wann etwas zu stark hervortritt; ich habe Stellen gefunden, in denen ich die Texte anders auslegen möchte, als er; aber im allgemeinen ist es doch sehr wohl studiert. Eine Anerkennung von Ihrer Seite wird ihn anfeuern und vielleicht selbst in den Stand setzen, die allgemeine Darstellung der Zustände und Tendenzen der Epoche zu unternehmen, von der ich viel erwarte.
Ranke 22.3.1865 an Georg Waitz, zitiert nach Leopold von Ranke. Zur eigenen Lebensgeschichte. hg. von Alfred Dove. Sämmtliche Werke Bd. 53/54. Duncker & Humblot: Leipzig 1890. S. 437 (S. 541 nur Erwähnung Schirrmachers)
Bei einem Gespräch, das wir neulich mit Herrn Professor Ranke zu führen die Ehre hatten, lobte dieser Meister der Geschichtsschreibung das Schirrmachersche Werk und erklärte, daß der zweite Band im Vergleich mit dem ersten auch für einen guten Fortschritt zeuge.
Cf. „Zur Deutschen Geschichte: Kaiser Friedrich der Zweite …“. Beilage Nr. 16 der Neuen Preußischen (Kreuz-) Zeitung (Berlin) vom 19.1.1862, S. 1 (Titelblatt)
Vergleich dazu auch:
Dem Verfasser selbst aber möchten wir gönnen, daß sein eigener Wunsch bald erfüllt würde, die ungestörte Fortsetzung der mit so rühmlichem Erfolg betriebenen historischen Studien und den zur weitern Forschung anregenden Reiz persönlicher Nähe von empfänglichen Zuhörern gestatten, zu denen auch Niebrechts Ausdruck gesagt werden kann: ‚Ihr seid meine Schwingen‘. Da Ranke und Giesebrecht von Gymnasiallehrern gleichfalls zu einer erfolgreichen Thätigkeit als Professoren an der Universität emporstiegen, so hoffen wir, daß Hr. Schirrmacher bei dem Erscheinen des dritten Bandes der Erfüllung seiner Wünsche bereits näher gerückt sei, wenn möglich, sie schon erreicht haben werde.
Ebd.
Er [Wilhelm Maurenbrecher] gehörte zu dem jüngeren Kreise der Schüler und Jünger, die, wie Arnold, Dove und Dümmler, Oelsner, von Noorden und Pauli, Arnold Schäfer, Schirrmacher und Steindorff, Warrenbach, Weizsäcker, Winkelmann und Winter in Ranke ihren Lehrer und Meister verehrten.
Leopold von Ranke. Neue Briefe. Hoffmann und Campe: Hamburg, 1949. S. 423, Anm. 423, Anmerkung der Herausgeber
I im Sommer-Semester 1845 …
4. Die Geschichte der neuesten Zeit ” ” ” Ranke, sehr fleißig
Mir im Original vorliegende „Auflistung der Vorlesungen von Friedrich Wilhelm Schirrmacher in Berlin 1845/46“ (alles in deutscher Schrift außer den hier kursiv wiedergegebenen Namen, die im Original in lateinischer Schrift geschrieben wurden).
Weitere Zitate zum Verhältnis von Schirrmacher und Ranke:
Darauf studierte er in Berlin vornehmlich Geschichte. Ranke trat ihm dort von Anfang an näher, und S. gehörte immer zu seinen auserwählten Schülern und Freunden. Außer Ranke hörte er die Historiker Siegfried Hirsch, Adolf Schmidt, Gneist und Gelzer, sowie die Philosophen Trendelenburg und Werder. … Mit S. ist einer der letzten Schüler und Freunde Rankes dahingegangen, der auch vollständig an der Geschichtsauffassung seines verehrten Meisters festhielt.
A. Vorberg. „Schirrmacher, Friedrich Wilhelm“. S. 76–78 in: Anton Bettelheim (Hg.). Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Bd. 9 (zu 1904). Georg Reimer: Berlin, 1906
Wie andere namhafte Historiker seiner Zeit, darunter sein Lehrer, der 1865 geadelte Leopold v. Ranke, wurde Schirrmacher aus dem höheren Schuldienst auf einen Lehrstuhl berufen: an die Universität Rostock. Dort hatten zu der Zeit schon zwei Ranke-Schüler nacheinander die Professur innegehabt. Die innere Verbindung zu Ranke und seiner Schule stand in Schirrmachers jungen Jahren hinter der zu seinem Mentor Theodor Hirsch und dem 1860 verstorbenen Siegfried Hirsch zurück. Ranke hatte sich 1864 für Schirrmacher eingesetzt, als eine Professur in Greifswald zur Besetzung anstand. Die Verehrung, die Schirrmacher Leopold v. Ranke als dem damals prominentesten Historiker entgegenbrachte, und wohl auch der Kontakt zu anderen Vertretern von dessen Schule, etwa Friedrich Wilhelm v. Giesebrecht (1814–1889), wurden mit fortschreitenden Jahren zusehends stärker. Im Nachlaß von Ranke sind freilich keine Korrespondenzen mit Schirrmacher erhalten. …
Der Buchbestand, der in einem normalen Hörsaal, nicht in einem gesonderten Seminarraum, aufgestellt war (für Schirrmacher in seiner Spätphase bezeichnend: unter einer Büste v. Rankes, vielleicht der, die ihm seine Schüler zum 80. Geburtstag schenkten) …
Niklot Klüßendorf. „Schirrmacher, Friedrich Wilhelm“. S. 232–237 in: Sabine Pettke (Hg.). Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 2. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Mecklenburg, Reihe A. Schmidt Römhild: Rostock, 1999
Mit Friedrich Schirrmacher ist einer der letzten Freunde und Schüler Leopold von Rankes dahingegangen. Als Student in Berlin hatte er zu jenem engeren Kreise gehört, den Ranke um sich versammelt hatte, und sicher war er eins der treuesten Glieder dieses Kreises. ‚Wir waren wie eine Familie‘, sagte er noch letzthin, ‚aufs engste miteinander verbunden.‘ Sein Auge leuchtete, wenn man zu ihm von Ranke sprach, und freudige, lebenswarme Erinnerungen an jene Zeit belebten, besonders bei festlichen Anlässen, den Vortrag in seinem historischen Seminar. Gern wandte er dann den Blick auf die treffliche Büste seines Lehrers, die treue Schüler ihm zur Freude und dem schmucklosen Raum zur Zierde gestiftet hatten. …
So ist er auch in seiner Wissenschaft zeitlebens der Rankeschen Geschichtsauffassung unwandelbar treu geblieben. ‚Zu sagen, wie es wirklich gewesen ist‘, darin sah er mit Ranke die Aufgabe des Historikers in Wort und Schrift, häufig hörte man ihn bei geschichtlichen Erörterungen sagen: ‚Man muß die Dinge nehmen, wie sie sind, das ist es!‘ und dann folgte gewöhnlich in kurzen, fast aphoristischen Sätzen eine so markante Darstellung der Sachlage, eine so charakteristische Schilderung der Persönlichkeiten, daß der Hörer die Wirklichkeit der Vorzeit greifbar vor Augen hatte. Die moderne Auffassung, die aus dem sozialen Milieu die Geschichte sich entwickeln läßt, lehnte er mit Entschiedenheit ab und hob die Bedeutung der Persönlichkeit für die historische Entwicklung der Weltbegebenheiten mit allem Nachdruck hervor, wie er denn auch in seiner literarischen Tätigkeit sich mit Vorliebe und Geschick der Darstellung großer Persönlichkeiten gewidmet hat.
Ernst Schäfer. „Friedrich Schirrmacher“. Historische Vierteljahrsschrift 8 (1904) 3: 454–457
Und hier noch zur Ergänzung zu Rankes Methode: „Ranke ist einer der Gründerväter der modernen Geschichtswissenschaft. Nach den preußischen Reformen (um 1810) und der Gründung der ersten Berliner Universität unter Wilhelm von Humboldt hatte sich das Wissenschaftskonzept des Historismus durchgesetzt. Der Historismus unterschied sich durch einen systematischen und quellenkritischen Ansatz von der bisherigen vornehmlich philosophischen Geschichtsbetrachtung. Aufgrund dieses Ansatzes lieferte Ranke eine Methodik, die die alte erzählende Geschichte mit den neuen wissenschaftlichen Grundlagen (mit einer zunehmenden Professionalisierung durch das Geschichtsstudium) verbindet. Der Historiker hat demzufolge die Aufgabe, aufzuzeigen, „wie es eigentlich gewesen“ ist. Ranke geht es um möglichst große Objektivität bei der Wiedergabe der Geschichte. Dieser Wesenszug seiner Geschichtsschreibung führt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der deutschen Geschichtswissenschaft zur Ausprägung sog. ‚Neorankeaner‘.“ (aus Wikipedia 20.1.2010 http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_von_Ranke)
Das Glaubensbekenntnis meines Ururgroßvaters
17. Februar 2010 von Schirrmacher · 2 Kommentare
Meine Vorfahren waren reformierte Hugenotten, die aus Salzburg nach Preußen kamen und sich schließlich in Danzig und Königsberg niederließen. Mein Ururgroßvater Carl Friedrich Schirrmacher (1790–1827), Erster Oberlehrer (Direktor) der Petrischule in Danzig, hinterließ folgendes handschriftliche Glaubensbekenntnis, das auch das meine ist:
Mein Glaubensbekenntnis
Die evangelische Kirche protestirt von Anfang an und muß fortwährend protestiren; aber einmal von einer positiven Grundlage aus, nämlich dem unbedingten Glauben an die freie Gnade Gottes in Christo wie sie nämlich in den Schriften des Paulus, Petrus und Johannes als absolute Form für alle Zeiten geoffenbart ist, und zweitens sie protestiert auf rein religiösem Gebiet nur gegen dasjenige, was deren Glaubensgrund in irgend einer Weise alteriert.
Carl Friedrich Schirrmacher
geboren den 14. Septb 1790
in Königsberg in Preussen
[Handschriftliche Eintragung von Carl Friedrich Schirrmacher auf der ersten Seite des Vorsatzblattes eines Exemplares Das Vater Unser: Ein Erbauungsbuch für jeden Christen. Mit einer Abhandlung über den Inhalt und Gebrauch des Vater Unsers, von dem Vicepräsidenten und Oberhofprediger Christoph Friedrich von Ammon D. Ch. G. Kayser’schen Buchhandlung F. Beyer: Leipzig, 1839 (in meinem Besitz)]
Sein Sohn und mein Urgoßvater, Friedrich Wilhelm Schirrmacher (1824–1904) hinterließ im Danziger reformierten Gesangbuch folgende Zeilen, die ich mir auch zu eigen machen möchte:
Eins nur wünsch ich mir hienieden,
Jesu, Deinen Geist und Frieden,
Und von den Ruhm an meinem Grabe,
daß ich Dich geliebet habe.
Friedrich Wilhelm Schirrmacher
[Handschriftliche Eintragung in einem Gesangbuch (Kirchen Gesang-Buch Der Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Dantzig. Thom. Joh. Schreiber: Dantzig, 1745) in meinem Besitz. Die erste Eintragung in das Gesangbuch stammt vom 14.9.1777 von A. V. E. (vermutlich kein Vorfahre der Familie Schirrmacher). Am 14.9.1854 widmete „Carl Friedrich Schirrmacher” das Buch seinem Sohn Friedrich Wilhelm, der undatiert die zitierte Widmung schrieb. Das Buch gelangte wohl über dessen Sohn Leo Schirrmacher zu dessen Sohn Klaus Leo Schirrmacher, der es am 16.3.1968 zum Geburtstag „meinem lieben Bruder Bernd Schirrmacher“ vermachte. Dieser – mein Vater – vermachte mir das Buch mit Widmung von „Weihnachten 1989“. (Vgl. zu diesem Gesangbuch Franz Kessler. Danzinger Gesangbücher 1586–1793. Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung 15. Institut Nordostdeutsches Kulturwerk: Lüneburg, 1998. S. 65–70 unser Gesangbuch; sowie S. 3–7 zur Reformation und S. 6–7 zu den Reformierten in Danzig.)]
Ich habe zwei Bücher meines Großvaters neu herausgegeben und beide mit einer gleichlautenden Biografie eingeleitet, die in ähnlicher Form auch im Biografisch-Bibliografischen Kirchenlexikon erschienen ist:
„Über den Verfasser“. S. 5–28 in: Friedrich Wilhelm Schirrmacher. Briefe und Akten zum Marburger Religionsgespräch (1529) und zum Augsburger Reichstag (1530). Geschichte – Kirchengeschichte – Reformation 21. Bonn: VKW, 2003
„Friedrich Wilhelm Schirrmacher“. S. 5–23 in: Friedrich Wilhelm Schirrmacher. Die Entstehung des Kurfürstenkollegiums. Geschichte – Kirchengeschichte – Reformation 22. Bonn: VKW, 2003
„Friedrich Wilhelm Schirrmacher (1825–1904)“. S. 142–151 in: Thomas Schirrmacher, Klaus Schirrmacher, Ingrid von Torklus (Hg.). Baumeister bleibt der Herr: Festgabe zum 80. Geburtstag von Prof. Bernd Schirrmacher. VKW: Bonn, 2001
„Schirrmacher, Friedrich Wilhelm“. 1226–1235 in: Friedrich Wilhelm Bautz, Traugott Bautz (Hg.). Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Bautz: Herzberg ab Bd. I, 1975, hier Bd. XIX, 2001
- www.bbkl.de
- S. auch in der Wikipedia: www.wikipedia.org
Retractationes – ich widerrufe
15. Februar 2010 von Schirrmacher · 2 Kommentare
Der Kirchenvater Aurelius Augustinus schrieb um 427 n. Chr. ob der schieren Fülle seiner Bücher ein eigenes Buch ‚Retractationes‘ (dt. ‚Rückbesinnungen‘), in dem er rückblickend erläutert, was er früher falsch gesehen und geschrieben hatte. Dies erweist Augustinus nicht nur als sich entwickelnden und lernfähigen Denker, sondern auch als demütigen Christ, der seine Irrtümer und Fehler eingestehen kann.
Ich möchte mich im kleinen Umfang diesem Vorbild anschließen.
Ethik
Ethik. 8 Bde. 4. korr. Aufl. VTR: Nürnberg & RVB: Hamburg, 2009(4)
Gegenüber der 3. Auflage wurden vor allem die Lektionen 40 „Mann und Frau“ in Band 4, 47 „Homosexualität“ in Band 4, 48 „Erziehung und Vorbild“ in Band 5, 62 „Zur Todesstrafe“ in Band 6 bewusst geändert (wobei die grundsätzliche Seitennummerierung der Bände dadurch nicht geändert wurde). Ich bitte, sich bei Diskussionen nur noch auf die Neufassungen zu beziehen.
Bibeltreu oder der Bibel treu?
„Bibeltreu oder der Bibel treu? Glaubwürdigkeit und Irrtumslosigkeit der Schrift“. S. 45–58 in: Christian Herrmann (Hg.). Wahrheit und Erfahrung – Themenbuch zur Systematischen Theologie. Band 1. Wuppertal: R. Brockhaus, 2004 und die etwas ausführlichere Fassung in Bibeltreue in der Offensive: Die drei Chicagoerklärungen zur biblischen Unfehlbarkeit, Hermeneutik und Anwendung. Biblia et symbiotica 2. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2004(2) wurde in ebd. 2009(3) um einige kritische Hinweise erweitert.
Chicago-Erklärung
Bibeltreue in der Offensive: Die drei Chicagoerklärungen zur biblischen Unfehlbarkeit, Hermeneutik und Anwendung. Biblia et symbiotica 2. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 1993(1); 2004(2): Meine Einleitung mit dem Aufruf zur Übernahme der Bekenntnisse durch Organisationen wurde in der 3. Auflage 2009(3) gestrichen und durch einen neuen Text ersetzt, der unter anderem thematisiert, was man 30 Jahre später besser machen könnte und inwieweit die Chicagoerklärung amerikanische Einflüsse widerspiegelt.
Rudolf Antholzer
Rudolf Antholzer. Plädoyer für eine biblische Seelsorge. Schwengeler: Berneck (CH), 1986. Gemeinde Konkret Magazin 3/1986: Buch Konkret S. 9
Roland Antholzer, Thomas Schirrmacher. Psychotherapie – der fatale Irrtum. Schwengeler: Berneck (CH), 1993(1) bis 1997(3), dann unter dem Titel Was hilft wirklich? Biblische Seelsorge contra Psychotherapie. Schwengeler Verlag: Berneck (CH), 2001(4)
Zu meinem Teil „Abschaffung der Psychotherapie“. S. 10–94, der vor allem kritisch über Sigmund Freud berichtet, stehe ich nach wie vor. Es handelt sich um die Artikel „Die Abschaffung der Psychotherapie (1)“. Factum 10/1992: 14–18; (2) Factum 11+12/1992: 18–32; (3) Factum 1/1993: 28–32; 4 Factum 2/1993: 16-21. Diese hat der Verlag einfach zusammen mit einem Text von Roland Antholzer gedruckt, der eine völlig andere Position als ich vertritt, wie gerade an meinen Thesen am Ende deutlich wird, wo ich sage, dass eine schlechte Psychotherapie nur durch eine bessere und christlichere überwunden werden kann. Auch die weiteren Auflagen wurden nicht von mir autorisiert.
Scham- und Schuldkultur
„Kolumne: Scham- und Schuldkultur“. Professorenforum-Journal 3 (2002) 3: 22–23; „Scham- und Schuldkultur“. Querschnitte 14 (2001) 7 (Juli): 1–3 und ähnliche Beiträge und Vorträge: jetzt wesentlich ausgewogener, mit der Sprachregelung ‚schamorientierte‘ und ‚schuldorientierte Kultur‘, statt Scham- und Schuldkultur, in: „Die christliche Botschaft angesichts von schuld- und schamorientierten Gewissen“. S. 237–300 in: Thomas Schirrmacher, Klaus W. Müller (Hg.). Scham- und Schuldorientierung in der Diskussion: Kulturanthropologische, missiologische und theologische Einsichten. VKW: Bonn & VTR: Nürnberg, 2006; als eigenes Buch: Scham- oder Schuldgefühl? Die christliche Botschaft angesichts von schuld- und schamorientierten Gewissen und Kulturen. VKW: Bonn, 2005. zugleich idea-Dokumentation 8/2005
Reconstructionist View of Law
„The Reconstructionist View of Law“. Chalcedon Report Nr. 367 (Febr 1996): 16–18: Wegen des unglücklichen Titels siehe meine Stellungnahmen zu Christian Reconstruction in der Einleitung von: Anfang und Ende von ‚Christian Reconstruction‘ (1959–1995): Geschichte, Theologie und Aufsplitterung einer reformierten Bewegung. VKW: Bonn, 2001 (u. a. Abdruck von „Unsere Stellung zu Christian Reconstruction“. Querschnitte 1/1997: 1–2)
Zahl der Märtyrer
1998 bis 2000 habe ich in verschiedenen Veröffentlichungen die Zahl von 159.000, 163.000 und 165.000 christlichen Märtyrern pro Jahr zitiert. So wurde ich auch auf der Titelseite der BILD-Zeitung in der Hauptschlagzeile und S. 2 am 30.1.1999 zitiert. In „Zur Zahl der Märtyrer“, „Aktueller Nachtrag Oktober 2001“. S. 63–65 in: Christenverfolgung geht uns alle an: Auf dem Weg zu einer Theologie des Martyriums. Idea-Dokumentation 15/99. Idea: Wetzlar, 2001 (2. erweiterte Aufl.) (und der englischen Übersetzung ‚The Persecution of Christians Concerns Us All‘, 2001, 2. Aufl. 2009) und in „Zur Zahl der Märtyrer“. S. 144–146 in: Max Klingberg, Thomas Schirrmacher (Hg.). Märtyrer 2002: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute. Idea-Dokumentation 7/2002. VKW: Bonn, 2002, sowie verschiedentlich an anderen Stellen habe ich aufgrund erster eigener Studien die von mir aus den USA zitierte Zahl von 159.000 bis 165.000 im Jahr 2001 öffentlich angezweifelt und seitdem nicht wieder verwendet. Ich halte die Zahl heute für noch unsinniger. Sie dürfte um zumindest das Zehnfache zu hoch sein.
Atlantis vor Helgoland?
In meinem Aufsatz „Lag Atlantis vor Helgoland“. Factum 5/1989: 201–207, überarbeitet abgedruckt S. 159–186 in: Zur Kritik der marxistischen Sagen- und Märchenforschung und andere volkskundliche Beiträge. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 1991(1). 2002(2) habe ich die Helgoland-Atlantisthese von Jürgen Spanuth zwar kritisiert (wenn auch nicht deutlich genug) und auf die von Spanuth verschwiegene NS-Vorgeschichte, vor allem auf Heinrich Pudor, zurückgeführt, was gut dazu paßt, dass Spanuth auch in rechtsradikalen Verlagen publiziert hat. Erst zwei neuere Forschungsarbeiten von 1990 und 2001/3 haben aber das verzweigte Netz von Vorläufern aufgezeigt, die die Germanen mittels der Atlantistheorien als Genies der Vorzeit im Norden sahen oder schon direkt Helgoland einbezogen. Letztlich geht der gesamte Vorstellungskomplex auf die Theosophie zurück: Arn Strohmeyer. Roter Fels und Brauner Mythos: Eine deutsche Reise nach Atlantis. Frankfurt: Fischer, 1990
Franz Wegener. Das Atlantidische Weltbild: Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis. Politische Religion des Nationalsozialismus 1. Gladbeck: Kulturförderverein Ruhrgebiet, 2001(1); 2003(2)
Bibelkritik und Sünde
Bibelkritik und Sünde. Sonderdruck: Schriften des Bibelbundes (aus Bibel und Gemeinde 91 (1991) 2: 121–127). Verlag des Bibelbundes: Waldbronn, 1992 (das nur als die verbreitetste Version), ein Artikel, der an verschiedenen Stellen abgedruckt wurde. Seine Schärfe wurde bereits in meiner ‚Ethik‘ abgeschwächt, grundsätzlich heute dazu „Bibeltreu oder der Bibel treu“ (Fassung 2009), siehe oben.
Khasaren
„Die osteuropäischen Juden – Nachfahren der mittelalterlichen Khasaren?“ MBS Texte 23 (Ergänzungen zur Ethik). Bonn: Martin Bucer Seminar, 2004, auch unter www.bucer.eu
Ich bereite gerade eine völlig überarbeitete Fassung vor, wo ich aufgrund neuerer historischer und genetischer Befunde die These von Arthur Koestler endgültig ablehne.
Ägyptische Chronologie
Den folgenden Beitrag hätte ich nicht schreiben sollen, weil ich weder Alttestamentler noch Ägyptologe bin, auch wenn mir die Beschäftigung mit dem Thema große Einblicke verschafft und mir viel Spaß gemacht hat. Mir ist zum Glück niemand darin gefolgt … : „Das Verhältnis der ägyptischen zur israelitischen Chronologie“. Factum 5/1992: 40–46; Factum 6/1992: 33–41; „Auf dem Weg zu einer biblischen Chronologie der Kulturgeschichte: Das Verhältnis der ägyptischen zur israelitischen Chronologie“. Bibel und Gemeinde 91 (1991) 4: 390–427, auch als Sonderdruck: Schriften des Bibelbundes. Verlag Bibel und Gemeinde: Waldbronn, 1986; wiederabgedruckt in: Thomas Schirrmacher. Galilei-Legenden … VKW: Bonn, 1995 (Neuauflage ohne den Beitrag ist in Vorbereitung).
Billy Graham
„Ökumene durch Massenevangelisation: Billy Graham im Rampenlicht“. Bibel und Gemeinde 84 (1984) 4: 431–439, auch als Sonderdruck: Schriften des Bibelbundes. Verlag Bibel und Gemeinde: Waldbronn, 1985:
Au weia, wenn ich das heute lese, kann ich nur den Kopf über mich schütteln … Dieser Beitrag beruht zum einen auf einer falschen Sicht des Verhältnisses von Evangelisation und sozialer Verantwortung, zum anderen überwiegend auf Angaben aus Zeitungsberichten über Billy Graham. Heute weiß ich aus eigener leidiger Erfahrung, dass Zeitungs-berichte wenig wert sind, solange eine Person die dortigen Aussagen nicht tatsächlich bestätigt. Ich habe den Beitrag kurze Zeit darauf öffentlich widerrufen. Trotzdem wird er widerrechtlich und trotz Abmahnung immer wieder einmal nachgedruckt.
Ähnlich haarsträubend, wenn auch besser recherchiert, war meine Kritik an der Lausanner Bewegung, bei der ich schon lange selbst mitarbeite: „Mission und soziales Engagement“. Fundamentum 3/1982: 47–55
‚Internetpornografie’ auf Russisch erschienen
8. Februar 2010 von Schirrmacher · Schreiben Sie einen Kommentar
Mein Buch ‚Internetpornografie’ ist in Russland auf Russisch erschienen:
Tomas Schirrmacher. Prawda o pornografii. übersetzt von I. W. Proswirjakowoj, Lektorat W. S. Rjagusowa. Copyright: Ewangelskij aljans. Moskau: Wjatka, 2009. 224 S.
Man kann es in russischen Internetbuchhandlungen bestellen, zum Beispiel:
http://www.books.ru/shop/
http://www.my-shop.ru/shop/books/510051.html
http://www.ozon.ru/context/detail/id/4835068/
Ich bin mit einem Verlag in Deutschland im Gespräch, das Buch auch hier in Westeuopa zu verlegen und zugänglich zu machen.
Das Cover findet sich hier.
Die Rückseite befindet sich hier.
Das Impressum findet sich hier.


Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher (geb. 1960) ist Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, die weltweit etwa 300 Mio. evangelische Christen vertritt und Direktor von deren 2006 gegründeten Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (Bonn, Kapstadt, Colombo).