Thomas Schirrmacher
Aktuelle ProMundis Blogbeiträge

Ergänzungen zu meinem Buch „Fundamentalismus“ (2010)

9. Februar 2015 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

Mein Buch „Fundamentalismus“ (2010) war ursprünglich 70% länger, musste dann aber zugunsten des Charakters der Reihe kurz+bündig (Werbung: „In zwei Stunden wissen Sie Bescheid“) gekürzt werden. In einem IIRF-Bulletin habe ich alle herausgenommenen Abschnitte zusammengestellt – mit jeweiliger Angabe, wo im Buch sie herausgenommen wurden: Aus dem Manuskript meines Buches „Fundamentalismus“

Es handelt sich vor allem um weitere konkrete Beispiele für Fundamentalismus weltweit. Die Datei kann auch gewinnbringend ergänzend zum Buch gelesen werden, ohne mühsam die Stellen des Buches aufzuschlagen.

Die englische Übersetzung ‚Fundamentalism’ (2012) entspricht der ursprünglichen Langfassung, enthält also auch alle Abschnitte des IIRF-Bulletins an der jeweiligen Stelle im Buch.

„Die Türkei ist eine einzige große Enttäuschung“

28. Januar 2015 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

Ist Erdogan immer Islamist geblieben oder wieder zum Islamismus zurückgekehrt?

Auch eine Lehre über die Blauäugigkeit von Politikern und Kirchenführern

Boris Kalnoky hat in einem Leitartikel der Tageszeitung DIE WELT AM SONNTAG die Türkei als „eine einzige große Enttäuschung“ bezeichnet („Die Türkei ist eine einzige große Enttäuschung“, gedruckt 28.9.2014, S. 11).

Kalnoky schreibt zunächst rückblickend:

„Erdogans Popularität als demokratischer Reformer war in den Jahren 2004 bis 2007 enorm. Er hätte die Türkei erfolgreich nach Westen führen können. Aber er wollte nicht. Heute ist die Türkei ein zutiefst antiwestliches Land. Die langsame, unbeirrte Islamisierungspolitik der AKP, die neuen Entfaltungsräume für Koranschulen, die islamische Militanz regierungsnaher Organisationen, all das schuf einen fruchtbaren Boden für islamischen Extremismus in der Türkei selbst.“

Immer noch rückblickend beschreibt er die Reaktion des Westens darauf:

„Selten wurden ein Land und seine Regierung – jene von Recep Tayyip Erdogan – so von Politikern und Medien in den Himmel gelobt: eine moderne Partei, an der Spitze ein echter Demokrat (Erdogan), ein Reformer. Hier war, so hieß es bei NGOs, Grünen, SPD, und in weiten Teilen der CDU, und im Westen von Amerika bis Holland, eine weltoffene Kraft am Werk, die das Zeug hatte, die ganze muslimische Welt zu transformieren. Um sie westlicher zu machen, demokratisch, frei, liberal, mit Religion als harmlosem Dekor. Obama sprach von einem ‚Modell für die USA‘. Die EU schenkte der Türkei die Beitrittskandidatur.“

Und wie sieht es gegenwärtig aus? Kalnoky schreibt:

„Heute sieht alles anders aus. Als Erdogan gerade vor der UN-Vollversammlung in New York sprach, gähnte ihm ein weitgehend leerer Saal entgegen. Niemanden interessiert mehr, was er zu sagen hat, es sei denn, um darin Gefahrensignale zu erkennen. Wird Erdogan wieder die demokratische Opposition daheim ‚Atheisten und Terroristen‘ nennen, den Westen ‚ehrlos‘ und ‚rassistisch‘? Und wird er wieder behaupten, es gäbe keinen radikalen Islam, sondern nur ‚den Islam‘?“

„Die tödliche Gefahr jedoch, gegen die die Türkei ein Mittel werden sollte, ist heute größer denn je. Weil die Türkei sie nicht bekämpft, sondern gestärkt hat. Verbal, geistig und im Tun. Außer dem massenmordenden IS gibt es heute niemanden, der so medienwirksam den Westen zum Feindbild erhebt wie Erdogan.“

„Seit dem Abgang des Iraners Ahmadinedschads ist er der einzige muslimische Herrscher, der gegen die ‚ungerechte Weltordnung‘ des Westens zu Felde zieht und Israel als ‚Massenmörder‘ geißelt, ‚schlimmer als Hitler‘. Seine Worte peitschen jene Muslime auf, für die er, wie man einst hoffte, ein Politiker der Mäßigung sein sollte. Natürlich wirkten und wirken seine Worte auch radikalisierend auf Europas Türken und Muslime.“

Es ist noch nicht lange her, da wünschten und träumten Amerikaner und Europäer, die Türkei würde wie sie und würde die gesamte islamische Welt hinter sich herziehen. Diese Illusion ist selbst den Blauäugigsten zerbrochen. Insgesamt hofft und wünscht man sich heute, dass sie Türkei sich nicht direkt zum Feind des Westens verwandelt. Man spricht weiter mit der Türkei, entsendet NATO-Sodalten an die syrische Grenze, während die Türkei die Nutzung der NATO-Flughäfen verweigert. Und natürlich: Ein paar Brüsseler Bürokraten verhandeln weiter und wollen weitere Beitrittskapitel eröffnen, als würde davon eine reformerische Magie verströmen.

Der größte Teil der Bürger Europas hat die Türkei innerlich längst abgeschrieben, der größte Teil der Politiker insgeheim vermutlich auch.

Denn immer eindeutiger positioniert sich Erdogan. Sei es mit der Beendigung des Kopftuchverbots an Schulen in der Türkei, mit dem er symbolisch endgültig dem Programm eines säkularen Staats á la Atatürk den Abschied gibt, sei es durch die zunehmenden Alkoholverbote, sei es durch die laute Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe, sei es dadurch, dass er sich weigert, das neueste Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte umzusetzen, dass Eltern ihre Kinder vom sunnitischen Zwangs-Religionsunterricht abmelden dürfen, sei es mit seinen immer deutlicheren Träumen, ein großtürkisches Reich als islamische Führungsmacht wiedererstehen zu lassen … Mit einem Rechtsstaat hat die Türkei auch nichts mehr zu tun, spätestens seitdem Ertogan die tatsächliche Macht in Händen hält, obwohl er laut türkischer Verfassung nicht viel mehr Rechte hat, als der deutsche Bundespräsident.

Hat Erdogan die EU nur benutzt, um die Macht des Militärs zu brechen und andere ihm nützliche Entwicklungen in der Türkei zu ermöglichen, oder hat er tatsächlich einmal ernsthaft daran gedacht, Teil der größten westlichen Staatengemeinschaft zu werden? Wir werden es nie erfahren.

Noch einmal Kalnoky:

„Zwar gab es hier und da Bedenken: Hatten die AKP-Führer, allen voran Erdogan, nicht als wortgewaltige, europafeindliche und Amerika hassende Radikal-Muslime ihre politische Karriere gestartet?“

Viel spricht dafür, dass Erdogan im Herzen immer das geblieben ist, was er als Bürgermeister von Istanbul einst war und dass er den Islamismus eben nur mit einer langfristigen Strategie viel geschickter implementiert, als etwa der ungeschickte ägyptische Kurzzeitpräsident Mursi, der die Umsetzung des Islamismus in fünf Minuten übers Knie brechen wollte und darin an der Armee scheiterte, die Erdogan erst einmal schachmatt setzte, bevor er durchstartete.

Jedenfalls ist Erdogans System inzwischen so korrupt wie alle islamistischen Systeme. Es stellt absurde Forderung, wie Osmanisch in der Schule, obwohl Erdogan es selbst nicht spricht. Es hat absurde Ziele, wie die Wiederherstellung des Osmanischen Reiches – bedrohlich für alle Nachbarstaaten! Es zwingt religiöse Gebote allen Bürgern der Türkei auf. Der Rechtsstaat macht Platz für Korruption, Richterschaft und Polizei sind am Gängelband eines Machtherrschers.

Erdogan war als Jugendlicher Mitglied der militanten türkisch-islamistischen Untergrundorganisation Akincilar Dernegi. Seit 1970 hatte er Führungsrollen in allen islamistischen Parteien, die einander aufgrund von Verboten bis zur Gründung der AKP 2001 ablösten. Als Oberbürgermeister von Istanbul (1994–1998) vertrat er offensiv eine islamistische Politik. Es gab nach Geschlechtern getrennt Schulbusse oder ein Alkoholverbot in städtischen Einrichtungen. 1994 beschrieb er die EU als Vereinigung von Christen, in der die Türkei nichts zu suchen habe. Man könne nicht zugleich Muslim und laizistisch gesinnt sein. 1998 wurde er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er in einer Rede zustimmend folgendes Gedicht zitierte:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Hätte man das nicht alles wissen können? Bei aller Bereitschaft anzuerkennen, dass Menschen sich ändern können: Hätte man nicht wenigstens ein bisschen im Hinterkopf behalten sollen, dass Erdogan als Islamist startete und die ersten Anzeichen von islamistischem Zungenschlag vor Jahren nicht auf diesem Hintergrund verstehen können und müssen? Und hätte man das nicht bei einem nichtmuslimischen Politiker immer und fortlaufend offen diskutiert?

Es gibt viele solcher Beispiele, dass man den Islamismus selbst dann nicht wahrhaben will, wenn er sich förmlich aufdrängt. Die King-Fahd-Akademie in Bonn-Bad Godesberg wurde von Politikern und Kirchenführern als Ort der Völker- und Religionsverständigung gefeiert, als wäre das jemals irgendwo das Ziel Saudi Arabiens gewesen. Heute finden sich in der Innenstadt von Bad Godesberg ebenso viele arabische Geschäftsschilder und Werbung wie deutsche und Bonn ist ein Mekka der Islamisten geworden. Gemessen an der Bevölkerung gibt es in keiner deutschen Großstadt mehr Islamisten.

Wohl gemerkt: Es geht nicht um Schadenfreude, nicht um „Wir haben es ja immer gewußt“. Eine rechtsstaatliche Türkei, die die Menschenrechte fördert, wäre tatsächlich nicht nur äußerst wünschenswert, sondern hätte wohl enorme Auswirkungen in der islamischen Welt.

Aber gleich, ob der Traum je eine Chance hatte oder Erdogan nur ein geschickter Taktiker mit langem Atem war: Fakt ist: der Traum ist ausgeträumt und unter Präsident Erdogan versucht die Türkei, sich als Wortführer aller Muslime, auch der gewalttätigen, zu positionieren – in direkter Konkurrenz etwa zum Iran oder Saudi Arabien: Die Türkei ist nicht mehr ein Teil der Lösung für die Gewalt im Nahen und Mittleren Osten, sie ist Teil des Problems geworden. Realpolitik muss das nüchtern in die Kalkulation einbeziehen.

IIRF veröffentlicht die Videos der Unterzeichnung von „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“, Genf, 28. Juni 2011

20. Januar 2015 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

Die Veröffentlichung umfasst die komplette öffentliche Übergabe des Dokuments und etliche Interviews mit Schlüsselpersonen in seinem YouTube Kanal.

BQ337Am 28. Juni 2011 veröffentlichten der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog (PCID), der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) – womit sie gemeinsam den größten Teil der Christenheit repräsentierten – in Genf das erste Mal in der Geschichte ein gemeinsames Dokument: „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Es diskutiert die Ethik der Mission, indem es u.a. feststellt, dass christlicher Mission nie die Menschenrechte anderer verletzen dürfe. Dieses historische Dokument ist das Ergebnis einer fünfjährigen Zusammenarbeit zwischen der WEA, dem ÖRK und dem Vatikan. Das Dokument wurde inzwischen von derselben Gruppe von Kirchen in vielen Ländern der Welt übernommen.

Die Serie der YouTube-Videos umfasst:

 

Links:

  • Bonner Querschnitte Nr 172 (18/2011): Heute schreiben wir Geschichte: Empfehlungen für einen Verhaltenskodex für das „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ veröffentlicht

Der Spiegel muss der Kirche den Spiegel vorhalten

18. Januar 2015 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

„Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht?“

Jan Fleischauer hat zu Recht darauf hingewiesen, wie merkwürdig es ist, dass Margot Käßmann in ihrer Verteidigung des radikalen Pazifismus die Frage des Bösen in der Welt ausblendet. Er schreibt:

„Das eigentlich Erstaunliche ist, dass nicht einmal eine deutschlandweit bekannte Theologin noch eine Vorstellung vom Bösen zu haben scheint. Bei einer Vertreterin der Kirche sollte man eigentlich ein Verständnis für die Natur des Teuflischen erwarten können – das Denken in metaphysischen Kategorien war zwei Jahrtausende lang das Privileg dieser Institution. Aber das Einzige, was davon übrig geblieben ist, ist die Verteufelung von allem, was schießt.“ (Quelle)

Nun muss also der Spiegel der Kirche den Spiegel vorhalten, wohin sie kommt, wenn sie sich nicht an der Bibel orientiert.

Jesus fragte Nikodemus einst: „Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht?“ Die liberale Theologie führt dazu, dass man die in ihr Sozialisierten oft fragen muss: „Du bist der Kirche LehrerIn und weißt das nicht?“

Wenn die Kirche nicht über die Realität des Bösen und der Sünde spricht, hat sie keinen Grund, über Vergebung und Versöhnung zu sprechen. Dann kann sie auch nicht mehr Geldgier oder Rassismus „Sünde“ nennen. Sie verweigert der Welt das eigentlich Besondere an ihr und ist dann schlicht und einfach überflüssig.

Eine Luther-Botschafterin, die nicht weiß, dass das gerade Luthers großer Beitrag war, uns den „In-sich-verkrümmten Menschen“ vor Augen zu führen und zu insistieren, dass Christen keine besseren Menschen, sondern begnadete Sünder sind, die von Gottes Vergebung und Bewahrung leben, ist bemerkenswert.

Henryk M. Broder schreibt treffend dazu:

„Der Preis des Glücks liegt in der Entkoppelung von der Realität. Wie Truman Burbank, gespielt von Jim Carrey in der ‚Truman Show‘, haben wir uns in einer virtuellen Welt gemütlich eingerichtet, aus der das Böse verbannt wurde. Niemand ist böse. Niemand meint es böse, nicht einmal die Taliban oder die Kopfjäger des Islamischen Staates. Auch die Täter sind, genau genommen, Opfer historischer oder gesellschaftlicher Verhältnisse; wenn es nicht die Kolonialzeit ist, die nachwirkt, dann eine schwierige Kindheit voller Entbehrungen. Es gibt keinen Konflikt, den man nicht friedlich, auf dem Verhandlungswege, lösen könnte. Am Hindukusch ebenso wie in Neukölln.“ (Quelle)

Wessen Daten?

15. Januar 2015 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

Leserbrief zum Weltverfolgungsindex

Leserbrief zum Artikel „Wo der Hass auf Christen besonders groß ist“ von Mathias Kamann, DIE WELT 7.1.2015

Abgedruckt in DIE WELT 8.1.2015, S. 2 und gekürzt 9.1.2015, S. 2

[kursiv] = im Druck gekürzt, bzw. in zweiter Fassung einen Tag später

[Herzlichen Dank für ihre wirklich gute Zusammenfassung des Weltverfolgungsindex und den darüber hinaus gehenden strategischen Überlegungen.] Da das Internationales Institut für Religionsfreiheit [vertreten durch unser Kapstädter Büro] jährlich eine unabhängige Überprüfung des Weltverfolgungsindex durch internationale Experten vornimmt – wobei wir [– gewissermaßen wie Wirtschaftsprüfer –] vor allem stichprobenartig [die komplette Datenbasis von drei von uns ausgewählten Ländern durch-] vorgehen, würde ich gerne ihre Kritik an gewissen Aspekten kommentieren:

Erstens: Natürlich können Sie den veröffentlichten Teilen des Berichts nicht die Gewährsleute und die Fragebögen für jedes Land entnehmen. Aber die wissenschaftliche Methodologie ist veröffentlicht und das Angebot steht und wird genutzt, dass Wissenschaftler Einsicht in die Datenbasis und die Originalauskünfte nehmen – wir tun das regelmäßig. Das ist ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zur Situation vor 5 Jahren.

Zweitens: Die Zahl von 100 Millionen verfolgten Christen ist kein Bestandteil des Originalberichtes und wird durch die Fragebögen und Experten nicht erhoben oder erfasst. Es ist eine grobe Schätzung, was man sicher deutlicher sagen sollte.

Drittens: Der Vergleich mit dem ökumenischen Bericht der DBK und EKD hinkt etwas, da dafür keinerlei eigene Daten erfasst wurden, sondern die Angaben des amerikanischen PEW-Think Tank übernommen wurden, die wiederum überwiegend amerikanische Regierungsberichte zusammenfassen. Hier wird Christenverfolgung nicht eigens thematisiert, sondern nur gesagt, dass keine Religion in mehr Ländern bedrängt wird als das Christentum, gefolgt vom Islam, kein Wunder, sind es ja auch die Religionen, die es in den weitaus meisten Ländern gibt.

Viertens: Es ist richtig, dass es schade ist, dass wir keine entsprechenden Daten zu anderen Religionen haben. Das ist aber eine Frage der Finanzen: Da derzeit niemand weltweit solche Forschung finanziert, können das nur private Spendenorganisationen leisten, und die kommen zu dem Thema derzeit fast ausschließlich aus dem christlichen Bereich. Wir fordern schon lange eine konzertierte Aktion zur globalen Datenerhebung, die weder auf eine Religion abzielt, noch regional stark gefärbt ist (wie die amerikanischen Berichte), aber die Wissenschaft behandelt das Thema immer noch sehr stiefmütterlich. Das einzige Land, das ich kenne, in denen alle Religionen einschließlich des Islam gemeinsam derartige Daten erfassen, ist Indonesien. Allerdings ist Open Doors zu danken, die dafür nötige Vorarbeit durch ihre Art der Erfassung geleistet zu haben, die leicht auf andere Religionen zu übertragen ist.

Fünftens: Schließlich stellen Sie die Frage, ob es sich in Mexiko (und anderen Situationen) wirklich um Christenverfolgung handelt, und bringen dabei eine korrekte Definition ein. Bei einem derart umfangreichen Datenwerk werden solche Einzelfragen immer möglich bleiben. Insgesamt aber zeigt unsere Überprüfung, dass die Definition von Christenverfolgung für alle Länder gleich angewendet wird, und das ist das Wichtigste für ein solches Ranking.

Thomas Schirrmacher, Bonn, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

Thomas Schirrmacher