Thomas Schirrmacher
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IGFM-Präsident trifft Exil-Regierung von Abchasien

21. Januar 2017 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

  • Empfang durch die Exilregierung Abchasiens, vorne rechts der Präsident, der Präsident des Parlamentes und der Präsident des Obersten Gerichtshofes

(Bonn, 26.09.2016) Der Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (GFM/ISHR), Thomas Schirrmacher, hat im Rahmen eines Besuches bei der Sektion Georgien der IGFM den Präsidenten der Exil-Regierung von Abchasien, Vakhtang Kolbaia, gemeinsam mit dem Präsidenten des Exil-Parlamentes und einzelner Minister, besucht. Im Kabinettssaal ließ sich Schirrmacher ausführlich über die Menschenrechtslage in Abchasien und die Lage der Flüchtlinge aus Abchasien informieren. Anschließend gab die abchasische Exil-Regierung ein diplomatisches Dinner zu Ehren der Gäste.

Begleitet wurde Schirrmacher vom Präsidenten der Sektion Georgien, Avtandil Davitaia, und vom Leiter des deutschen Professorenforums, das gemeinsam mit dem Kulturinstitut der Georgisch-Orthodoxen Kirche den georgisch-deutschen Dialog mit Symposium mit christlichen Wissenschaftlern aus beiden Ländern unterhält.

Schirrmacher äußerte sein Unverständnis, dass das Handeln Russlands in der Ukraine die Weltmedien beschäftige und EU und USA zu Sanktionsmaßnahmen bewogen habe, während die de facto-Besetzung Abchasiens die Weltöffentlichkeit seit 24 Jahren nicht interessiere, obwohl es hier sogar klare Vorgaben des UN-Sicherheitsrates gebe.

Ebenso halten die Palästinenserflüchtlinge die Welt seit Jahrzehnten in Atem, die etwa 200.000 Flüchtlinge aus Abchasien, die seit 1993 in Georgien leben und in ihre Heimat zurückkehren möchten, hätten dagegen keine Stimme – außer in der Exil-Regierung. Unter den 1993 in Abchasien verbliebenen Georgiern kam es zu ethnischen Säuberungen, die im Massaker von Sochumi gipfelten, als die Einwohner des Ortes zunächst gefoltert, vergewaltigt und angezündet und am Ende etwa 7.000 Menschen grausam umgebracht wurden, darunter der Regierungschef des Landes. Die OSZE hat die ethnischen Säuberungen gegen Georgier in Abchasien offiziell anerkannt und verurteilt. Bislang wurde noch kein Teilnehmer an den Massakern vor Gericht gestellt.

Abchasien sieht sich – von Russland finanziert und gedeckt – als selbstständigen Staat, völkerrechtlich gilt es als Teil von Georgien. Abchasien verfügt seit 1993 über eigenständige, von Georgien unabhängige staatliche Strukturen. Georgien übt keinerlei Kontrolle mehr über das Gebiet aus. Neben Russland haben Nicaragua, Venezuela und Nauru Abchasien als Staat anerkannt, die dafür hohe Finanzhilfen erhielten. Georgien und alle anderen Staaten der Welt betrachten Abchasien als illegal besetztes georgisches Gebiet und sehen die Regierung der in Georgien amtierenden Autonomen Republik Abchasien als rechtmäßige Regierung in der Region an. Diese hat ihren derzeitigen Sitz in der georgischen Hauptstadt Tiflis und keinen tatsächlichen Einfluss auf die Region.

IGFM gratuliert Georgien zur erfolgreichen Bekämpfung der Korruption

18. Januar 2017 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

  • Mit dem Ministerpräsidenten

(Bonn, 28.09.2016) Der Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Thomas Schirrmacher, hat im Rahmen eines Besuches bei der Sektion Georgien der ISHR/IGFM der georgischen Regierung für die erfolgreiche Eindämmung der Korruption gratuliert.

Schirrmacher, Autor eines Buches gegen Korruption, gratulierte dem Ministerpräsidenten, Giorgi Kvirikashvili, und dem Europaminister von Georgien, David Bakradze, zu ihrem erfolgreichen Programm gegen Korruption auf allen Ebenen, im Alltag bis in die hohe Politik und Wirtschaft. Georgien stand 2004 noch auf dem schlechten Platz 131 auf dem Korruptionsindex von Transparency International, 2014 stand es auf Platz 50, der beste Wert der Nachfolgestaaten der Sowjetunion mit Ausnahme des Baltikums.

Die Alltagskorruption sei dabei fast völlig verschwunden, was zeige, dass auch die Bevölkerung den Wunsch habe, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Georgien, das von der EU mit Rücksicht auf Russland noch nicht einmal als EU-Beitrittskandidat zugelassen sei, sei damit ein Vorbild nicht nur für EU-Beitrittskandidaten, sondern habe auf dem Korruptionsindex sieben EU-Mitgliedsstaaten wie Italien oder Rumänien überholt.

Die Bekämpfung von Korruption sei eine notwendige Voraussetzung für die Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen, andererseits würden sich Menschenrechtsverletzer nur allzu leicht einfach freikaufen, wenn gegen sie ermittelt werden soll.

Biblische Komplementarität ist Trumpf

15. Januar 2017 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

82 evangelikale Theologen aus ganz Europa trafen sich in der Lutherstadt Wittenberg

Blick ins Plenum der FEET-Tagung 2016

(Bonn, 04.10.2016)

„Viele biblische Themen und Fragen haben zwei Seiten, die gleichermaßen wichtig sind – ich benutze hier gerne den Begriff ‚Komplementarität‘ –, und manche theologische Diskussion in Geschichte oder Gegenwart ergibt sich nur daraus, dass die Diskussionspartner eine in der Bibel offenbarte Seite betonen und eine andere vernachlässigen und die Gegenpartei das umgekehrte tut.“

Thomas Schirrmacher während der FEET-Tagung 2016

Diese Auffassung vertrat der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Europäischen Evangelischen Allianz (und der der Weltweiten Evangelischen Allianz), Thomas Schirrmacher, in einem Plenarvortrag in der Leucorea der Universität Halle-Wittenberg. Die Leucorea ist ein Forschungsinstitut im ursprünglichen Gebäude der Universität Wittenberg.

82 evangelikale Theologen aus ganz Europa debattierten in der Lutherstadt Wittenberg fünf Tage lang über Fragen der Reformation unter dem Thema: „The Reformation – its Theology and its Legacy“. Im kommenden Jahr jährt sich zum 500. Mal der Thesenanschlag von Martin Luther (1483–1546) an der Schlosskirche in Wittenberg, der als Beginn der Reformation gilt. Veranstalter war der europäische Theologendachverband FEET (Fellowship of European Evangelical Theologians). FEET-Generalsekretär ist der baptistische Pastor Klaus Bensel (Siegen). FEET-Vorsitzender ist der Franzose Prof. Pierre Berthoud (Aix-en-Provence). Die Tagung wurde von der Europäischen Evangelischen Allianz und ihrer Theologischen Kommission und vom europäischen Zweig der World Reformed Fellowship unterstützt.

Als Beispiele für biblische Komplementaritäten zitierte Schirrmacher den Oxforder Professor Allister McGrath über Augustinus:

„Laut Augustinus muß man, wenn dem Reichtum und der Komplexität der biblischen Aussagen zu diesem Thema Gerechtigkeit widerfahren soll, zugleich an der absoluten Souveränität Gottes und an der wirklich menschlichen Freiheit und Verantwortlichkeit festhalten. Die Problematik durch eine Bestreitung der Souveränität Gottes oder der menschlichen Freiheit zu vereinfachen liefe auf eine ernsthafte Infragestellung des christlichen Verständnisses der Art und Weise hinaus, in der Gott den Menschen rechtfertigt.“ (Alister E. McGrath. Der Weg der christlichen Theologie. C. H. Beck: München, 1997. S. 436.)

Als weiteres Beispiel nannte Schirrmacher wörtlich:

„Die Geistesgaben sind also ein schönes Beispiel für die Missio Dei und die Komplementarität der Mission, die Gott selbst durchführt und in die er doch die Menschen voll hineinnimmt. Gott selbst bestimmt durch die Gaben, wer in Gemeinde und Mission welche Fähigkeiten und Aufgaben hat. Und doch wird der einzelne Christ und die Kirche als Ganzes dadurch nicht entmündigt, sondern der Geist befähigt Christen, ihre Besonderheiten und Individualität erst recht einzubringen.“

Neben dem Plenarvortrag leitete Schirrmacher auch einen Workshop über das Verhältnis der Reformatoren zum Islam und was wir daraus für heute lernen beziehungsweise nicht lernen können.

WEA will an der Sicherheit aller Länder durch Religionsfreiheit mitarbeiten

12. Januar 2017 von · Schreiben Sie einen Kommentar 

Rede des stellvertretenden Generalsekretärs auf dem UN-Summit „Religion, Peace and Security“

  • Schirrmacher während seiner Rede (großer Blickwinkel) © Bonner Querschnitte / Martin Warnecke

(Bonn, 22.12.2016) Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat zugesagt, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um mitzuhelfen, friedliche Gesellschaften durch Eintreten für Religionsfreiheit und Friedensinitiativen zwischen den Religionsgemeinschaften aufzubauen.

Anlass für die Erklärung des stellvertretenden Generalsekretärs der WEA, Thomas Schirrmacher, war seine Rede vor dem „Global Summit on Religion, Peace and Security“ im UN-Menschenrechtsrat im Palais des Nations, Genf, den die „United Nations Office on Genocide Prevention and the Responsibility to Protect“, die „International Association for the Defense of Religious Liberty“ (IASRL, „Association internationale pour la défense de la liberté religieuse“) und die Europäische Union gemeinsam veranstalteten, zusammen mit mehreren Sponsoren, darunter auch das Internationale Institut für Religionsfreiheit, dessen Direktor Schirrmacher ist.

Dazu diskutierten Spitzenvertreter der UN, Fachleute, führende Vertreter großer und kleiner Religionen sowie mehrere hochrangige politische Beauftragte für Religionsfreiheit, so der Beauftragte („Special Envoy“) der EU und der Beauftragte („Senior Advisor“) der OSZE, Kishan Manocha.

Im Gespräch mit dem stellvertretenden UN-Generalsekretär für Genozidprävention, Adama Dieng, dankte Schirrmacher namens der WEA der „United Nations Office on Genocide Prevention and the Responsibility to Protect“ für ihre hervorragende Arbeit. Ohne ihr Wirken gäbe es sicher noch mehr oder schlimmere Genozide. Liviu Olteanu, Generalsekretär der IADRL, der das Summit hauptsächlich initiiert und organisiert hatte, schloss sich diesem Lob an.

Die WEA war mit mehreren Mitarbeitern vertreten, da sich auf dem Summit zwei Abteilungen der WEA überschnitten. Der Bereich der Religionsfreiheit untersteht Thomas Schirrmacher, der Bereich des Public Engagement, zu dem das UN-Team der WEA gehört, und die Peacebuilding-Abteilung der stellvertretenden Generalsekretärin Christine MacMillan.

Schirrmacher hatte zuvor an einer kleinen Expertengruppe teilgenommen, die im Warschauer Sitz der Menschenrechtsabteilung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an einem Papier über die Bedeutung der Religionsfreiheit für die Sicherheit der Mitgliedsländer arbeitete.


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Weltweiten Evangelische Allianz stellt den weltweiten Konfessionen in Rom ihre neue Leitungsstruktur vor

Rolf Hille für sein ökumenisches Wirken gewürdigt

(Bonn, 20.12.2016) Im Rahmen des jährlichen Treffen der Conference of Secretaries of Christian World Communions (CSCWC) hat die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) den Spitzen der weltweiten Konfessionen ihre neue Leitungsstruktur vorgestellt.

Die Generalsekretäre bei Papst Franziskus, in der Mitte: Der Papst begrüßt Thomas Schirrmacher © L’Osservatore Romano (Foto 00011_12102016)

In dem Schreiben des Generalsekretärs der WEA, Bischof Efraim Tendero (Manila), das Thomas Schirrmacher im Rahmen seines Berichtes vortrug, beschrieb er die neue Struktur der WEA, nach der die Exekutive nun aus acht Personen besteht, nämlich dem Generalsekretär, vier Stellvertretern und drei „Chief Officers“. Letztere sind jeweils für Struktur und Organisation, für Öffentlichkeitsarbeit und für Finanzen zuständig. Die stellver­tretenden Generalsekretäre sind nicht mehr wie bisher Generalisten wie der Generalsekretär, sondern Fachleute in dem Bereich, den sie verantworten, nämlich in folgenden vier Bereichen: 1. Theologie, Theologische Ausbildung, Ökumene, Dialog und Religionsfreiheit, 2. Mission und Bildung, 3. Soziales und öffentliches Engagement, 4. Kontakt zu den 124 nationalen Allianzen.

Ehrung von Hille: v. l. Thomas Schirrmacher, Diop Ganoune, Generalsekretär der CSCWC und der Adventisten, Martin Junge, Präsident der CSCWC und Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Kurt Kardinal Koch, der Abgesandte des Ökumenischen Patriarchen, Rolf Hille © Bonner Querschnitte / Martin Warnecke

Die WEA wurde bei dem Jahrestreffen, zu dem auch ein Treffen mit Papst Franziskus gehörte, von Thomas Schirrmacher als stellvertretendem Generalsekretär, der auch für die Beziehungen zu anderen Kirchen zuständig ist, und von Thomas K. Johnson, Botschafter der WEA beim Vatikan, vertreten. Daneben waren Rolf Hille, langjähriger Ökumenischer Direktor der WEA, und Martin Warnecke, der Persönliche Referent von Thomas Schirrmacher, bei dem dreitätigen Treffen anwesend.

Bei einem Dinner, zu dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen eingeladen hatte, ehrten der Generalsekretär des CSCWC, Ganoune Diop (Senegal), und der Vorsitzende der CSCWC, Martin Junge (Chile), ausscheidende langjährige Teilnehmer des jährlichen Treffens, darunter auch den deutschen Theologen Rolf Hille. Hille erhielt eine Plakette („Certificate of Recognition“) mit einer Würdigung, dass er viele Jahre dazu beigetragen hat, dass Christen vertrauensvoll zusammen arbeiten.

Originaltext der Würdigung für Rolf Hille:

The Conference of Secretaries of the Christian World Communions
Recognizes with deep appreciation the lasting contributions of Prof. Dr. Rolf Hille
Who participated in the work of the Conference for many years
Bringing the voice insights and gifts of the World Evangelical Alliance
Expressing his faith and values
Sharing convictions while maintaining friendly relations and
Building bridges between himself and other traditions,
Displaying a Christ-like demeanor and attitude.
A persevering spirit in his work of cementing enduring ties within the body of Christ
has been noted with gratitude.
His life work is in itself a fulfillment of the prayer of our Lord Jesus Christ.

 

  • Die Generalsekretäre bei Papst Franziskus, in der Mitte: Der Papst begrüßt Thomas Schirrmacher © L’Osservatore Romano (Foto 00011_12102016)


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