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Die Kriminalisierung der Evangelikalen
April 18, 2009 by admin · 1 Kommentar
Meine lange Stellungnahme zum Buch:
- Oda Lambrecht, Christian Baars, Mission Gottesreich: Fundamentalistische Christen in Deutschland, Ch. Links Verlag: Berlin, 2009
ist nun endlich unter www.die-evangelikalen.de erschienen. Eine Kurzfassung des Kommentars hat das Christliche Medienmagazin PRO in seiner Ausgabe 2/2009 veröffentlicht, die gerade in den Versand geht. Die Langfassung kann man als pdf-Datei beim Martin Bucer Seminar oder am Originalplatz herunter geladen werden.
Gern darf die PDF-Datei über e-mail-Verteiler versandt oder an anderer Stelle eingestellt werden.
Hier ein Auszug:
Die Logik des Ganzen: Kontrollieren, Beschränken, Verhindern oder: wie man seine evangelikalen Gegner schachmatt setzt. Damit sind wir bei einem zentralen Dauerbrenner des Buches: Kontrollieren, Beschränken, Verhindern. Die Autoren sprechen nie direkt von Verbieten. Aber worauf anderes läuft es hinaus, wenn sie verhindern wollen, dass je wieder ein freikirchlicher Gottesdienst im staatlichen Fernsehen übertragen wird? Öffentliche Auftritte der Evangelikalen sollten verhindert werden, wenn immer der Staat eine Mögichkeit dazu hat – etwa als Vermieter. Politiker sollten nicht bei evangelikalen Veranstaltungen auftreten. Ihre Privatschulen sollten noch stärker kontrolliert werden – obwohl immer wieder die Stellungnahmen der Kultusministerien und Schulämter zitiert werden, die Schulen hielten sich an die gesetzlichen Vorgaben und Deutschland die strengste Privatschulkontrolle eines freien Landes kennt. Steuergelder für evangelikale Institutionen sollten gestrichen werden, die Gemeinnützigkeit ihrer Organisationen in Frage gestellt werden. Die Evangelikalen sollten keine Bücher an Bundestagsabgeordnete verteilen und religiöse Sendungen im Privatfernsehen sollten besser nicht stattfinden … Die These der Autoren, dass Evangelikale mutwillig Gesetze brechen würden, wird von dafür zuständigen Behörden nicht geteilt. Könnte das nicht daran liegen, dass sie die Gesetze eben nicht brechen? Jedenfalls ist die Marschrichtung der Autoren eindeutig: Gesetze und Überwachung müssen verschärft werden. Die Autoren treten ganz eindeutig für eine Kriminalisierung des Evangelikalseins ein. Sieht so die demokratische Toleranz aus, die die Autoren von Evangelikalen einfordern?
Eine Stellungnahme der Deutschen Evangelischen Allianz können Sie hier herunter laden: mission-gottesreich.pdf.
taz und brightsblog schrumpfen mich zum Funktionär und brüskieren mit Zollitsch und Huber alle Christen in Deutschland
April 7, 2009 by admin · Schreiben Sie einen Kommentar
Die taz macht der Bundeszentrale für politische Bildung schwerwiegende Vorwürfe, weil diese in ‚Aus Politik und Zeitgeschichte‘, der Beilage der Bundestagszeitung ‚Das Parlament‘, einen Artikel von mir abgedruckt hat (Wolf Schmidt. „Wiedergutmachung für Hardliner“. taz.de 2.4.2009). Natürlich schrumpfe ich zum Evangelikalenfunktionär, dass es sich um einen seriösen, wissenschaftlichen Beitrag mit Verweis auf internationale Literatur handelt, wird gar nicht erst erwähnt.
Die Kritik der taz belegt meine Warnung, dass es in dem Buch „Mission Gottesreich“ und anderen anti-evangelikalen Veröffentlichungen von Journalisten eigentlich nicht gegen die Evangelikalen, sondern gegen die Christen überhaupt geht. Denn der Bundeszentrale wird das ganze Heft „Christen in der Demokratie“ vorgeworfen und kritisch auch vermerkt, dass sonst „normalerweise … Historiker, Politikwissenschaftler oder Journalisten“ schreiben, diesmal aber neben mir Robert Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz, und Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD, das ganze unter der Überschrift „Wiedergutmachung für Hardliner“. Also wirft es „ein ungünstiges Licht“ auf die Bundeszentrale, dass kirchliche Spitzenvertreter dort schreiben. Verschwiegen wird natürlich, dass praktisch alle Autoren ehemalige oder gegenwärtige Professoren und ausgewiesene Fachleute sind und dass auch früher schon nicht nur die genannten Berufsgruppen als Autoren zur Verfügung standen, sondern beispielsweise auch muslimische Autoren. Und warum sollten in einer Fachpublikation „Journalisten“ gefragt sein, Theologieprofessoren aber nicht?
Noch deutlicher werden weitere Reaktionen auf das Heft „Christen in der Demokratie“. Im brightsblog.wordpress.com stellt sich ‚nickpol‘ „Übelkeit“ ein, inbesondere wegen der Beiträge von Zollitsch, Huber und des katholischen Sozialethikers Prof. Bernhard Sutor. Von Bischof Huber wird ein Satz zitiert und dann gesagt: „Der Rest ist evangelikales Geschwafel“. Also da gilt Huber schon als evangelikal, weil er überhaupt irgendwelche Standpunkte vertritt, und gehört in staatlichen Publikationen verboten. Ich kann deswegen nur allen Christen empfehlen, gegen solche Angriffe zusammen zu stehen und sich nicht nach dem Motto derer aufspalten zu lassen, die den Schutzheiligen gegen Feuer anriefen: “Heiliger Sankt Florian, bewahr’ mein Haus, zünd’ andere an”.
Den Artikel „Demokratie und christliche Ethik“ finde Sie hier: www.bpb.de.
Marxismus ist immer noch Opium für das Volk
April 5, 2009 by admin · Schreiben Sie einen Kommentar
Mein Kommentar in der „Welt“ zur „Ankunft der Luxus-Leninistin“
Wer hätte gedacht, dass ich 20 Jahre nach Abfassung meines Buches „Marxismus – Opium für das Volk“ als Abgesang auf die DDR (die Texte selbst erschienen früher und kursierten in der DDR, die ich jährlich zu Pastorenschulungen besuchte) von einer großen Tageszeitung gebeten werde, Leben und Werk einer waschechten Vertreterin der reinen marxistischen Lehre zu kommentieren, die in Kürze im Bundestag unser Land mitregieren wird. Mit meinen Büchern „Säkulare Religionen“ und „Hitlers Kriegsreligion“ und vielen Artikeln hielt ich meine Beschäftigung mit den Formen säkularer Religionen und speziell des Marxismus zum Glück über die Jahre warm, wohl wissend, dass der Marxismus als Ideologie 1989 nicht unterging, sondern nur nicht mehr als Zwangs- und Staatsreligion so verbreitet ist.
Hier mein Kommentar:
Ein seltener roter Glaube
Thomas Schirrmacher, Religionssoziologe und Theologe: „Am liebsten würde ich um Frau Wagenknecht einen Glaskasten bauen und sie ins Museum stellen. So ein tiefroter Glaube ist heutzutage eine Rarität, daher finde ich ihre innerweltliche Religiosität geradezu charmant. Ihre Predigt bietet sämtliche Funktionen einer Religion: Sie stiftet der Geschichte einen Sinn – vom anfänglichen Sündenfall (der Entwicklung des Besitzdenkens) bis zum innerweltlichen Paradies am Ende der Zeit (also in der klassenlosen Gesellschaft). Sie verheißt eine ganz andere, ungleich schönere Zukunft, in der die Menschheit erlöst sein wird vom Fluch des Besitzdenkens. Und diese Verheißung motiviert, gibt Halt und tröstet angesichts einer Welt voller Leid.“
Der Artikel zu Sahara Wagenknecht und alle anderen Kommentare finden sich hier (Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung): main.pdf.
15. Band von ‘kurz und bündig’ erschienen
April 4, 2009 by admin · Schreiben Sie einen Kommentar
Wer hätte gedacht, dass diese von mir herausgegebene Reihe einmal so in Fahrt kommt und mich zu so vielen Themen reizt, zu denen ich immer schon mal etwas schreiben wollte, aber es nie tat, wie jetzt mit „Rassismus“. So jedenfalls heißt es in der Werbung: „Ob Sie einfach wissenshungrig oder dringend auf der Suche nach Informationen sind: Die beim Hänssler Verlag erschienene Buchreihe kurz & bündig hilft weiter. In jedem Band finden Sie nach dem Schema Information – Diskussion – Praxis zusammengestelltes Wissen über ein aktuelles Thema. Die Autoren der Reihe greifen auch kontroverse Diskussionen auf, geben praktische Tipps und nennen Adressen von Fachorganisationen oder weiterführende Literatur.“
Wer alle Bände einmal schön auf einen Blick sehen will, klicke bitte hier. Bestellen kann man sie wie immer bei GENiaLeBuecher.de.
Ethik in 4. Auflage
April 1, 2009 by Schirrmacher · Schreiben Sie einen Kommentar
Kein Aprilscherz: Soeben ist meine derzeit 8 bändige Ethik in 4. Auflage erschienen, äußerlich auf dem Rücken an dem Balken „2009” (und vorne an dem Schriftzug „4. Auflage 2009“) von der bisherigen Ausgabe zu unterscheiden. In der neuen Einleitung heißt es:
Auch wenn ich an einer grundsätzlichen Neuausgabe meiner Ethik arbeite, die neue Themen und Literatur und auch einige veränderte exegetische oder theologische Einsichten enthalten wird, dafür auch manches Bisherige auslassen wird, erschien es mir doch gut, aufgrund aktueller Entwicklungen eine Zwischenauflage mit Korrekturen in vier Lektionen zu veröffentlichen. Die vier Lektionen sind so bearbeitet, dass sie grundsätzlich die gleiche Länge haben und sich die Seitenzahlen der unbearbeiteten Lektionen nicht verschieben, so dass die 3. und 4. Auflage im Unterrihct problemlos nebeneinander verwendet werden können. Gleiche und ähnliche Abschnitte verschieben sich innerhalb der bearbeiteten Lektionen höchstens um bis zu drei Seiten. Das ist im neuen Kursbuch und neuen Register bereits berücksichtigt. Es handelt sich um folgende Lektionen: 40 „Mann und Frau“ in Band 4; 47 „Homosexualität“ in Band 4; 48 „Erziehung und Vorbild“ in Band 5; 62 „Zur Todesstrafe“ in Band 6.
Für Besitzer der 3. Auflage lohnt sich der Kauf der 4. Auflage nicht.


Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher (geb. 1960) ist Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, die weltweit etwa 300 Mio. evangelische Christen vertritt und Direktor von deren 2006 gegründeten Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (Bonn, Kapstadt, Colombo).