Thomas Schirrmacher
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Luther als mittelalterliche Schnitzfigur?

Da schlag doch mal einer lang: Martin Luther ganz rechts im Bild als geschnitzter Apostel auf einer mittelalterlichen Kanzel neben den Kirchenvätern Aurelius Augustinus und Gregor dem Großen!? Waren da prophetische Holzschnitzer am Werk? Und was Luther dazu wohl denken würde? Auf einer Stufe mit Augustinus? Oder gar mit den vier Evangelisten und Paulus? Und dann neben dem Begründer des Anspruchs des mittelalterlichen Papsttums?

Tja, was man auf Reisen so alles findet! Eine etwas mühsame Recherche ergab des Rätsels Lösung: Die inschriftlich für 1466 belegte wunderschöne Kanzel des Naumburger Doms hat nur noch drei originale Relieffelder mit Darstellungen 1. des 12jährigen Jesus im Tempel, 2. von Gregor und 3. von Augustinus, doch die meisten Schnitzfiguren als Säulen daneben fehlen schon lange. In den 1930er Jahren wurde die Kanzel in der Halleschen Denkmalpflege-Werkstatt restauriert und ergänzt, und siehe da, die lutherischen Schnitzer oder ihre Auftraggeber schmuggelten Martin Luther in eine Reihe mit Aposteln und Kirchenvätern.

Finanzamt bestätigt Gemeinnützigkeit von Hilfe Weltweit e. V.

März 13, 2010 by Schirrmacher · 3 Kommentare 

Der Journalist Stefan Loipfinger hat auf seiner privaten Webseite CharityWatch meine Person als Vorsitzender des Vereins Hilfe Weltweit e. V. (Köln) übel angegriffen und mir „zweifelhaftes Verhalten“ und Verstoß gegen die Moral vorgeworfen. Er beschwert sich, wir hätten ihm keine Unterlagen zugesandt. Warum auch? Er hat keinerlei offizielle Funktion und keinerlei Ausbildung und Expertise, Jahresabschlüsse oder Hilfswerke zu bewerten.
Außerdem macht er uns die Kooperation mit unserer Fundraising-Agentur zum Vorwurf, sowie die Bebilderung unserer Mailings.

Um dem Vorwurf der bedrängenden Bilder zu begegnen, stellen wir ab sofort unsere Mailings ins Internet, siehe www.hilfe-weltweit.org. Hier kann sich jeder selbst überzeugen, dass der Vorwurf nicht berechtigt ist.

Unser Fundraising-Partner, die SAZ Dialog AG Europe mit Sitz in St. Gallen (Schweiz), ist eine europaweit tätige, alteingesessene Firma, die für viele große und bekannte gemeinnützige Organisationen arbeitet.

Ansonsten stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Finanzen eines gemeinnützigen Werkes vom Finanzamt zu Genüge überprüft werden, das das Finanzamt bei Betriebsprüfungen wirklich alle Unterlagen vorliegen hat. Dazu kommt unsere renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Jahresabschluss erstellt und natürlich auch an Recht und Gesetz gebunden ist und kein Interesse daran hat, windigen Organisationen zu helfen. Ein Finanzamt spricht im Regelfall für 18 Monate im voraus die vorläufige Gemeinnützigkeit („unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“) aus und überprüft dann jeweils für 3 Jahre rückwärts die Bücher, um daraufhin entweder die endgültige Gemeinnützigkeit auszusprechen („ohne den Vorbehalt der Nachprüfung“) oder aber diese zu versagen.

Das Finanzamt Köln-Süd hat uns 2009 für die ersten drei Vereins-Jahre gründlich geprüft und uns für die Gründungsphase 2005–2007 abschließend die Gemeinnützigkeit bescheinigt, das heißt endgültige Freistellungsbescheide erteilt, siehe hier. Der Freistellungsbescheid für 2008 findet sich hier.

Die Behauptung von Loipfinger, wir seien erst seit 2008 gemeinnützig, ist also nicht wahr, wir sind es seit Gründung. Auch was Loipfinger sonst unter „vermutlich“ und „könnte“ vermerkt, entspricht nicht den Tatsachen – wohl gemerkt, Unterlagen hat er ja nie gesehen.

Thomas Schirrmacher