Thomas Schirrmacher
Archiv

Der Einfluss des jüdischen Fundamentalismus auf die Gesetzgebung in Israel

Eine Bedrohung der Religionsfreiheit in der einzigen Demokratie des Nahen Ostens

Die nationalreligiösen Parteien in Israel erhalten derzeit zusammengenommen etwa 15% der Wählerstimmen. Doch als kleine Koalitionspartner haben sie erstaunlichen Einfluss gewonnen. Per Gesetz müssen immer mehr Israelis so leben, wie es sich die Minderheit der orthodoxen Juden vorstellt, obwohl diese teilweise die Existenz eines Staates Israels eigentlich ablehnen und sich deswegen etwa vom Militärdienst befreien lassen. Das alles ist um so erstaunlicher, als die meisten Juden in Israel die folgenden Gesetze nicht teilen, da sie noch liberaler als das Reformjudentum sind oder ihrer Religion nur nominell, das heißt aus abstammungsmäßigen Gründen angehören. Hier einige der Gesetze, die durchgesetzt wurden:

Sabbatgesetz: Die Sabbatruhe wird immer strikter auch außerhalb der orthodoxen Viertel staatlich durchgesetzt. Die Fluglinie El-Al darf am Sabbat weder aus- noch einfliegen. Ein Regierungsinstitut entwickelt Roboter, die am Sabbat Arbeiten aller Art verrichten können, die für die Menschen Sünde wären.

Kaschrutgesetz: Hotels und Restaurants müssen ‚Koscher-Wächter’ bezahlen, die sicherstellen, das nirgends Nahrunsgmittel angeboten werden, die den rabbinischen Vorschriften der ‚koscheren’ Zubereitung widersprechen oder wie Schweinefleisch ganz verboten sind. Diese ‚Kapläne’ finden sich in vielen Bereichen der Gesellschaft, etwa auch in der Armee.

Ehegesetz: Jüdische Ehen dürfen nur von Rabbinern geschlossen werden, andere religiöse Ehen nur von den jeweiligen Religionsvertretern, eine standesamtliche Heirat gibt es nicht. Das ist tragisch für religionsverschiedene Paare, von denen immer einer – zumindest zum Schein – die Religion wechseln muss.

Rückkehrgesetz: Wer einwandern und israelischer Staatsbürger werden darf, wird nach streng orthodoxen Regeln entschieden. So werden oft Reformjuden und erst recht messianische Juden (Judenchristen) als nichtjüdisch abgelehnt. Reformjüdische Rabbiner dürfen in Israel keine religiösen Handlungen ausüben, obwohl die Reformjuden international den größe Flügel der jüdischen Religion darstellen.

Medizin: Autopsien und Transplantationen sind gesetzlich fast unmöglich.

Archäologie: Grabungen sind dort verboten, wo orthodoxe Behörden jüdische Gräber vermuten. Davon sind wichtige Grabungsvorhaben in Jerusalem, Cäsarea und Tiberias betroffen.

Diese seit Mitte der 1980er Jahre zunehmende Übernahme orthodox-jüdischer Gesetze in die staatliche Gesetzgebung Israels wird vor allem von ‚Agudat Israel’ und der daraus entstandenen ‚Schass’ vorangetrieben, in denen die Vorsteher der Talmudschulen (Jeshibot) und der chassidischen Gemeinden den Ton angeben.

Bundeswehr im Elsass stationiert!

Die Meldung kurz vor Weihnachten 2010 ging in der Masse unter. Erstmals wurde eine Einheit der Bundeswehr im Elsass stationiert. Die 600 Soldaten des Jägerbataillons 291 teilen sich eine Kaserne mit der 2. französischen Panzerbrigade.

Was für einen weiten Weg haben Deutschland und Frankreich seit dem 1. und 2. Weltkrieg zurück gelegt! Wie gut, wenn Politiker und Gesellschaften Frieden und Gemeinsamkeit, nicht Krieg und Vormacht wollen. Christen sollten Gott danken, dass er ihr Gebet um friedliebende Regierende erhört hat und dafür beten, dass in Mitteleuropa nie wieder Krieg ausbricht.

Quelle: http://derstandard.at/1291454831863/Bundeswehr-im-Elsass

Muslimische Judenhasser

Richard Herzinger hat in einem Kommentar ‘Europa lässt sich von den Judenhassern täuschen’ in der Tageszeitung ‚Die Welt’ darauf hingewiesen, dass man in Europa zu Recht sehr nervös auf antisemistische Worte und Taten reagiert, aber merkwürdigerweise den wachsenden Antisemitismus unter Muslimen vornehm verschweigt. Christen sind aufgerufen, nicht nur in eigener Sache Gewalt gegen Andersglaubende anzuprangern, sondern auch, wenn Anhänger einer Religion Anhänger einer anderen Religion bedrohen. Deswegen gebe ich den ausgezeichneten Kommentar von Herzinger hier auszugsweise wieder (mit Genehmigung vom 22.2.2011):

Die Berichte aus den Niederlanden, wo sich Juden, die – etwa weil sie eine Kippa tragen –, als solche zu erkennen sind, in der Metropole Amsterdam kaum noch auf die Straße trauen und jüdische Gottesdienste zum Teil nicht mehr in der Synagoge, sondern in unauffälligeren Privathäusern abgehalten werden, um Angriffen arabisch- und türkischstämmiger Jugendlicher zu entgehen, haben es auf keine Titelseite einer deutschen Zeitung und nicht unter die Topmeldungen der TV-Nachrichten geschafft. …

Judenhass wird aus den islamischen Herkunftsländern importiert
Im schwedischen Malmö etwa hatten die alltäglichen Drangsalierungen bereits im vergangenen Frühjahr solche Ausmaße angenommen, dass der Großteil der jüdischen Einwohner entweder aus der Stadt geflüchtet oder ernsthaft zu Wegzug und Auswanderung entschlossen war. Ähnliches ist aus Dänemark und Norwegen bekannt, wo eine aufsehenerregende Fernsehreportage von einer ‘notorischen Anprangerung von Juden’ vor allem an den Schulen zu berichtete, die ‘von Witzen bis hin zu offenen Todesdrohungen reichen’. Derartige Angriffe werden überwiegend von jugendlichen Migranten aus muslimischen Ländern ausgeführt, die ihren Judenhass aus ihren Herkunftsländern importieren. Angeheizt wird er durch die laufende eliminatorische Hasspropaganda gegen Israel, dessen vermeintliche Untaten sie ohne Umschweife mit ‘den Juden’ identifiziert. …

Derartige Angriffe werden überwiegend von jugendlichen Migranten aus muslimischen Ländern ausgeführt, die ihren Judenhass aus ihren Herkunftsländern importieren. Angeheizt wird er durch die laufende eliminatorische Hasspropaganda gegen Israel, dessen vermeintliche Untaten sie ohne Umschweife mit ‘den Juden’ identifiziert. …

An den jüdischen Bürgern europäischer Länder reagieren junge Muslime ihre Gewaltphantasien gegen den verhassten ‘Zionismus’ ab, die von arabischer, türkischer und iranischer Propaganda oder Satellitensender oder durch islamistische Propagandisten vor Ort verstärkt werden. Der ‘traditionelle’ rechtsextreme Antisemitismus, der als Bodensatz in ganz Europa präsent, durch seine unmittelbare Nähe zum Nationalsozialismus jedoch gesellschaftlich verpönt ist, hat damit einen unverhofften Zuwachs erfahren. …

Umso mehr bestürzt die Gleichgültigkeit, mit der diese Übergriffe hingenommen, als Ausdruck ‘sozialer Konflikte’ hinwegerklärt oder sogar mit einem gewissen Verständnis bedacht werden. Malmös sozialdemokratischer Bürgermeister jedenfalls glaubte, den schwedischen jüdischen Gemeinden den Rat geben zu müssen, sie sollten sich doch von der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern distanzieren – das könnte die Wut der antisemitischen Gewalttäter abschwächen. …

Die Dämonisierung Israels zum Alleinschuldigen am Nahostkonflikt ist seit vielen Jahren gerade dort bis zu den höchsten Ebenen der Politik gang und gäbe. Doch selbst noch, als bekannt wurde, dass Lehrer in norwegischen Schulen aus Angst vor den Aggressionen muslimischer Schüler bereits darauf verzichten, im Unterricht den Holocaust anzusprechen, bestritt Norwegens Bildungsministerin kategorisch jeden Zusammenhang zwischen ‘Israelkritik’ und Antisemitismus. Dabei müsste inzwischen jedem verantwortlichen europäischen Politiker aufgefallen sein, dass die rituelle Anprangerung Israels zum Einfallstor für die Gewöhnung an einen auf Vernichtung abzielenden Judenhass geworden ist. Schon einmal, im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts, verdichtete sich im Antisemitismus wie in einem Brennglas all jene antimodernen, antidemokratischen und antiemanzipatorischen Ressentiments, die Europa schließlich in die Selbstzerstörung trieben. …

Nicht ‘Islamophobie’ ist der Antisemitismus von heute:
Jetzt, da die Judenfeindschaft nur ein wenig die Färbung, nicht aber ihre mörderische Substanz verändert hat, erweist sich das vermeintlich rundumgeläuterte Europa dagegen erschreckend wenig abwehrbereit. Stattdessen ergehen sich erlauchte akademische Geister in Vergleichen zwischen Antisemitismus und ‘Islamophobie’ und suggerieren, bei Letzterem handele es sich um den Antisemitismus von heute. Gewiss gibt es in Europa, außer berechtigter Furcht vor radikalislamischer Aggression, auch bedenkliche, fremdenfeindlich und rassistisch geprägte Affekte gegen Muslime, wie es sie gegen Sinti und Roma oder Schwarzafrikaner gibt. Der Antisemitismus aber reicht weit über diese Art von Aversion gegen ‘das Andere’ hinaus. Er ist eine projektive Verschwörungstheorie über geheime Drahtzieher, die für alles Unglück dieser Welt verantwortlich gemacht werden – und er lässt nicht dadurch nach, dass auf dem gesamten Planeten gerade einmal 14 Millionen Juden übrig geblieben sind. Denn als Antithese zum Aufbruch in die weltliche Moderne, der einst von Europa ausging, nagt er weiter am Kern europäischer aufklärerischer Identität. Nicht ‘Islamophobie’ ist der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts, sondern – der Antisemitismus.

Lesen Sie den ganzen Beitrag unter: www.welt.de

Bibel TV aktuell zur Lage in der arabischen Welt: Müssen Christen mit mehr Verfolgung rechnen?

Hamburg (ots) – Der Fernsehsender Bibel TV berichtet in einer aktuellen Sondersendung über die Lage in Nordafrika. Seit Jahresbeginn ist es in mehreren arabischen Ländern zu Demonstrationen und Umstürzen gekommen. Am Freitag, 11. März, um 22 Uhr (Erstausstrahlung) geht der christliche TV-Sender besonders der Frage nach, was die Veränderungen für die Christen in den jeweiligen Ländern bedeuten: Müssen sie damit rechnen, künftig noch stärker benachteiligt zu werden? Oder ist ein besseres Miteinander zwischen Muslimen und Christen möglich?

Ein hochaktuelles Thema, denn erst in der Nacht zum Mittwoch kam es wieder zu Ausschreitungen. In Kairo starben sechs koptische Christen und fünf Muslime. Zu den Angriffen kam es, als Kopten mit einem Sitzstreik gegen die Zerstörung einer Kirche protestierten. Muslime hatten die Kirche am 5. März in Brand gesteckt. Dem vorausgegangen war ein Streit um die Liebesbeziehung zwischen einem koptischen Christen und einer Muslimin; bei dem Streit seien die Väter der beiden getötet worden, heißt es.

In der Sondersendung kommen Vertreter internationaler Organisationen zu Wort: Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Tobias Schultz, Missionsleiter von Operation Mobilisation Deutschland, sowie Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland.

OM-Missionsleiter Tobias Schultz berichtet im Interview, die Menschen in Ägypten seien euphorisch und glücklich. Ihre Unterdrückung habe letztlich “zu einer Explosion geführt”, jetzt herrsche ein großes “Gefühl der Freiheit”. Open Doors-Leiter Markus Rode appelliert, für den Schutz der Christen zu beten. Er sagt, auf keinen Fall dürfe die Muslimbruderschaft den reinen Islam umsetzen. Vielmehr müssten westliche Regierungen darauf achten, dass Religionsfreiheit in der ägyptischen Verfassung verankert werde. Rode wörtlich: “Da können unsere Regierungen sehr viel Einfluss ausüben.” Prof. Dr. Thomas Schirrmacher vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit betont: “Es muss Werbung für den Gedanken der Menschenrechte gemacht werden”. Er sagt, Frieden im Land lasse sich durch Religionsfreiheit viel leichter aufrecht erhalten.

Bibel TV setzt in seinem Programm bereits seit Längerem verstärkt auf Aktualität. Henning Röhl, Geschäftsführer des christlichen Senders und ehemaliger Chefredakteur der ARD-Sendungen “Tagesschau” und “Tagesthemen”, unterstreicht: “Die Bibel TV-Nachrichtenredaktion beobachtet ständig, was in der Welt passiert. Bei wichtigen Ereignissen ändern wir unser Programm kurzfristig und nehmen ‘Bibel TV aktuell’ ins Programm.” Nachrichten sind für den Sender längst zu einem festen Standbein geworden, so Röhl. Neben “Bibel TV aktuell” produziert die Redaktion auch die wöchentliche Nachrichtensendung “ideaFernsehen”, die ebenfalls auf Bibel TV zu sehen ist. Auch darin geht es immer wieder um das Miteinander zwischen Muslimen und Christen.

Die Sendetermine für “Bibel TV aktuell zur Lage in der arabischen Welt”:
Freitag, 11. März, 22:00 Uhr; Samstag, 12. März, 19:00 Uhr; Sonntag, 13. März, 16:30 Uhr; Montag, 14. März, 11:30 Uhr; Dienstag, 15. März, 16:30 Uhr.

Informationen und Abrufmöglichkeiten im Internet:
In der Bibel TV Mediathek ist die Sendung ab sofort abrufbar: www.bibeltv.de

Quelle: http://www.presseportal.de/pm/55188/2005130/bibel_tv

Religiöser Terror darf nicht das letzte Wort haben!

Schon wieder verliere ich einen Freund, der gegen die Verfolgung religiöser Minderheiten angekämpft hat, durch eben diese Verfolgung! Ich hätte ihn Ende März getroffen, so muss ich auf die Ewigkeit bei Gott warten. Unsere englische Meldung als Weltweite Evangelische Allianz findet sich in meinem Blog hier. In tiefer Trauer stimme ich dem Auslandsbischof der EKD zu:

„Religiöser Terror darf nicht das letzte Wort haben!“
EKD-Auslandsbischof verurteilt Mord an christlichem Minister in Pakistan scharf

Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, hat den Mord an dem pakistanischen Minister für religiöse Minderheiten am heutigen Mittwoch aufs Schärfste verurteilt. „Shahbaz Bhatti war ein Hoffnungsträger für die religiösen Minderheiten und ist mutig für die Menschenrechte in Pakistan eingetreten. Es ist eine sehr schmerzliche Folge seiner festen Haltung und seines konsequenten Handelns, dass er dafür mit seinem Leben bezahlen musste.“ Dieser schreckliche Anschlag, so befürchtet Schindehütte, solle weiter Unfrieden zwischen den Religionen schüren und den Druck von islamischen Fundamentalisten auf die Regierung erhöhen. „Es kann nicht sein, dass durch solche brutalen Gewalttaten ungehindert Angst und Schrecken verbreitet werden. Der religiöse Terror darf nicht das letzte Wort haben!“ so Schindehütte weiter. Konkret forderte der Auslandsbischof die pakistanische Regierung auf, sich von solchen Attentaten nicht einschüchtern zu lassen und die Minderheiten im eigenen Land besser zu schützen. Aber auch die EU und die Bundesregierung sollten sich gegenüber Pakistan noch entschiedener und mit politischen Konsequenzen für die Menschenrechte und insbesondere für die Religionsfreiheit einsetzen.

Der einzige christliche Minister in der Regierung von Premier Yousuf Raza Gilani hatte sich mit seinem Einsatz gegen das so genannte Blasphemie-Gesetz viele Feinde gemacht. Mit diesem Gesetz können für Menschen, die den Islam kritisieren oder aus dem Islam konvertieren, schwere Strafen bis zur Todesstrafe verhängt werden. Er trat für eine Reform ein und kämpfte für eine Rehabilitation von Asia Bibi. Die christliche Frau wurde zum Tode verurteilt, weil sie in einem privaten Streit den Propheten Mohammed kritisiert haben soll. Schon vor einigen Wochen war der Gouverneur der Provinz Punjab ebenfalls wegen seines Eintretens für religiöse Minderheiten ermordet worden.

Gemeinsam mit zahlreichen ökumenischen Partnern und den pakistanischen Kirchen fordert die Evangelische Kirche in Deutschland schon lange eine Aufhebung dieses Gesetzes, das Angehörige von nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften systematisch diskriminiert. Sie bittet die internationale Staatengemeinschaft, insbesondere die UNO mit ihrem Menschenrechtsrat, auf die uneingeschränkte Wahrung der Menschenrechte in Pakistan hinzuwirken.

Hannover, den 02. März 2011, Pressestelle der EKD, Reinhard Mawick

Hier die Originalmeldung als PDF.

Thomas Schirrmacher