Thomas Schirrmacher
Archivkatholische Kirche

Papst Franziskus

März 13, 2013 by thomas · 1 Kommentar 

Mit der Entscheidung für einen Nichteuropäer hat die Katholische Kirche unmissverständlich akzeptiert und deutlich gemacht, dass der Schwerpunkt der Weltchristenheit in den Globalen Süden gewandert ist. Waren ein Papst aus Polen und Deutschland immerhin ein Schritt weg von Italien, so geht es nun von Europa dorthin, wo die Masse der Christen lebt.

Erstaunlich ist, dass ein Bischof der Armen gewählt wurde, der als Jesuit eher ein Geheimtip des liberalen Flügels gewesen sein soll und mit seinem Papstnamen sein Armustgelübde zum Programm macht. Ich habe ihn auf der Synode als sehr bescheidenen, demütigen und freundlichen Mann kennengelernt, der öffentliche Verkehrsmittel benutzt und in seiner Heimat weder Chauffeur, noch Palast hatte. Das sind schlechte Zeiten für alle in der Kurie, die unsaubere Finanzgeschäfte duldeten.

Es wird damit zu rechnen sein, dass sich der neue Papst – beispielsweise zusammen mit Kardinal Turkson aus Ghana an der Spitze des Päpstlichen Rates ‘Justitia et Pax’ – viel stärker in soziale Fragen einmischen wird. Die Wahl eines recht alten Mannes, der nur wenig jünger als Kardinal Ratzinger bei seiner Wahl zum Papst ist, macht ihn vermutlich wieder zu einem Mann des Übergangs. Allerdings ist er wesentlich gesünder, als Benedikt XVI. bei seiner Wahl.

Es wurde wohl bewusst ein Papst gewählt, der nie im Vatikan gelebt hat. Das macht ihm die Lösung der anstehenden Probleme der Kurie sowohl leichter, als auch schwerer. Man darf gespannt sein, wen er zum Kardinalstaatssekretär ernennt.

Für die Evangelikalen wird ein Papst aus dem Globalen Süden mehr Verständnis haben, kommen sie doch selbst überwiegend dort her. Andererseits ist das Verhältnis der Evangelikalen und der Katholischen Kirche in Südamerika mancherorts gespannt. Der neue Papst ist hier aber in Argentienien nie als einer in Erscheinung getreten, der über die notwendige theologische Diskussion hinaus Evangelikale bekämpft oder etwa als Sektierer bezeichnete. Das macht Hoffnung auf eine Fortsetzung eines fairen theologischen Gesprächs über Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Gemeinsame Länder für die Gebetssonntage der EKD und der Evangelischen Allianz

Februar 27, 2012 by Schirrmacher · Schreiben Sie einen Kommentar 

In einer Pressemeldung der EKD heißt es : „Wie in den vergangenen Jahren, so empfiehlt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch 2012 allen evangelischen Kirchengemeinden, am zweiten Sonntag der Passionszeit (Reminiszere, in diesem Jahr am 4. März) für bedrängte und verfolgte Christen in der Welt zu beten. Ein Materialheft, das jetzt in Hannover veröffentlicht wurde, stellt den Gemeinden Informationen über die Lage von christlichen Minderheiten und liturgische Bausteine zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Fürbitte liegt in diesem Jahr auf den Ländern des Maghreb – Tunesien, Marokko und Algerien.“ (Fortsetzung hier). Das ausgezeichnete Materialheft (hier) wurde übrigens in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Missionswerk in Hamburg, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und anderer Partner erstellt.

Bemerkenswert ist die ökumenische Dimension, die die Sonntage für bedrängte und verfolgte Christen angenommen hat. So haben sich die EKD und die Deutsche Evangelische Allianz (Materialheft hier) auf dieselben Länder für November 2011 und März 2012 geeinigt, nämlich den Maghreb.

Zudem verweist das Materialheft der EKD auf S. 14 an erster Stelle für weiterführende Informationen auf die entsprechende der Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (hier) und auf die der Deutschen Evangelischen Allianz (hier).

Entsprechend hatte es schon die Deutsche Evangelische Allianz gehandhabt und auf das Material der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz verwiesen. Ich gebe einmal die entsprechende Passage aus meinem Vorwort wieder (im Materialheft S. 2-3):

Ein Wort zur Kooperation

Dieses Jahr wurde der Schwerpunkt Maghreb gemeinsam mit den entsprechenden Initiativen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz ausgewählt, um deutlich zu machen, dass wir zwar unterschiedliche liturgische Termine, aber ein gemeinsames Anliegen haben.

Die Evangelische Allianz folgt seit vielen Jahren einem internationalen Termin der Weltweiten Evangelischen Allianz, der in über 100 Ländern gilt. In der Evangelischen Allianz geht es uns darum, dass möglichst ein ganzer Gottesdienst oder gar die Gemeindeveranstaltungen einer ganzen Woche den verfolgten Christen gewidmet wird.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat inzwischen das Thema erfreulicherweise ebenfalls in den liturgischen Kalender für den Sonntag Reminiszere in der Passionszeit (2012: 4. März) aufgenommen und erstellt dafür ein kleines Heft mit Fürbitten und liturgischen Anregungen. Hier geht es darum, im liturgischen Teil des Gottesdienstes für die bedrängten und verfolgten Christen einzutreten.

Die Deutsche Bischofskonferenz der Katholischen Kirche empfiehlt für den Stephanustag am 26. Dezember ein Fürbitteformular und veröffentlicht jährlich ein Heft, das sich einem betroffenen Land widmet.

Unser Material kann natürlich von landeskirchlichen Gemeinden auch am Sonntag Reminiszere verwendet werden.“ (Es folgen die Links zu den anderen Initiativen.)

Thomas Schirrmacher