Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxen Kirchen, der Ökumenische Patriarch Bartholomäus informierte die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) über die Ergebnisse des Orthodoxen Konzils in Kreta. Anlass war ein Besuch des Vorsitzenden der Theologischen Kommission und Moderators für zwischenkirchliche Beziehungen der Weltweiten Evangelischen am Amtssitz des Patriarchen.

Thomas Schirrmacher und der Ökumenische Patriarch Bartholomäus Bartholomäus

Ein besondere Ehre war ein Essen mit den anwesenden Mitgliedern der Heiligen Synode, allen Erzbischöfen des Ökumenischen Patriarchats von fast allen Kontinenten.

Zugleich vereinbarte das Ökumenische Patriarchat hochrangige theologische Gespräche mit der Weltweiten Evangelischen Allianz. Die Teilnehmer von beiden Seiten sollen bis Herbst feststehen.

Daneben besuchte Schirrmacher mit seinem Team den Generalsekretär des Armenischen Patriarchats, Pater Drtad Uzunyan, den Metropoliten und Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Istanbul und Ankara, Filüksinos Yusuf Çetin, und den Mufti von Istanbul, Prof. Dr. Rahmi Yaran.

Die 250 Millionen orthodoxen Christen weltweit gehören 14 selbstständigen („autokephalen“) Kirchen an, die unabhängig und gleichberechtigt sind. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel trägt seinen Namen, weil er allein für die ganze Welt (Ökumene) den Ehrenvorrang hat und nur er ein Konzil einberufen kann, aber er ist kein Papst und hat keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber den Anderen. Tatsächlich wird sein Wirken von Istanbul aus von den türkischen Behörden stark eingeschränkt.

In Deutschland leben schätzungsweise zwei Millionen orthodoxe Christen verschiedener Kirchen. Mit der 2010 gegründeten Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, zu der zehn Bischöfe aus sieben Kirchen gehören, ist die Einheit oder wenigstens Gemeinsamkeit der orthodoxen Kirchen weiter fortgeschritten als auf internationaler Ebene. Vorsitzender ist der in Bonn ansässige Metropolit Augoustinos, der griechisch-orthodoxe Exarch für Europa.

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