Thomas Schirrmacher
ArchivReligionsfreiheit

WEA will an der Sicherheit aller Länder durch Religionsfreiheit mitarbeiten

Rede des stellvertretenden Generalsekretärs auf dem UN-Summit „Religion, Peace and Security“

  • Schirrmacher während seiner Rede (großer Blickwinkel) © Bonner Querschnitte / Martin Warnecke

(Bonn, 22.12.2016) Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat zugesagt, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um mitzuhelfen, friedliche Gesellschaften durch Eintreten für Religionsfreiheit und Friedensinitiativen zwischen den Religionsgemeinschaften aufzubauen.

Anlass für die Erklärung des stellvertretenden Generalsekretärs der WEA, Thomas Schirrmacher, war seine Rede vor dem „Global Summit on Religion, Peace and Security“ im UN-Menschenrechtsrat im Palais des Nations, Genf, den die „United Nations Office on Genocide Prevention and the Responsibility to Protect“, die „International Association for the Defense of Religious Liberty“ (IASRL, „Association internationale pour la défense de la liberté religieuse“) und die Europäische Union gemeinsam veranstalteten, zusammen mit mehreren Sponsoren, darunter auch das Internationale Institut für Religionsfreiheit, dessen Direktor Schirrmacher ist.

Dazu diskutierten Spitzenvertreter der UN, Fachleute, führende Vertreter großer und kleiner Religionen sowie mehrere hochrangige politische Beauftragte für Religionsfreiheit, so der Beauftragte („Special Envoy“) der EU und der Beauftragte („Senior Advisor“) der OSZE, Kishan Manocha.

Im Gespräch mit dem stellvertretenden UN-Generalsekretär für Genozidprävention, Adama Dieng, dankte Schirrmacher namens der WEA der „United Nations Office on Genocide Prevention and the Responsibility to Protect“ für ihre hervorragende Arbeit. Ohne ihr Wirken gäbe es sicher noch mehr oder schlimmere Genozide. Liviu Olteanu, Generalsekretär der IADRL, der das Summit hauptsächlich initiiert und organisiert hatte, schloss sich diesem Lob an.

Die WEA war mit mehreren Mitarbeitern vertreten, da sich auf dem Summit zwei Abteilungen der WEA überschnitten. Der Bereich der Religionsfreiheit untersteht Thomas Schirrmacher, der Bereich des Public Engagement, zu dem das UN-Team der WEA gehört, und die Peacebuilding-Abteilung der stellvertretenden Generalsekretärin Christine MacMillan.

Schirrmacher hatte zuvor an einer kleinen Expertengruppe teilgenommen, die im Warschauer Sitz der Menschenrechtsabteilung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an einem Papier über die Bedeutung der Religionsfreiheit für die Sicherheit der Mitgliedsländer arbeitete.


Downloads und Links:

Jahrbuch Religionsfreiheit 2016 und Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016 vorab als kostenloser Download

Dezember 19, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

jahrbuch_cv_2016_umschlagGemeinnützige Organisationen können ab sofort Exemplare zum Weitergeben an Entscheidungsträger bestellen

(Bonn, 25.11.2016) Das Jahrbuch für Religionsfreiheit 2016 enthält Beiträge von Angela Merkel, Volker Kauder, Annette Schawan und Heiner Bielefeldt und Beiträge von Aleviten, Jesiden und Bahai. Das Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016 geht auf die Frage religiöser Minderheiten in  ein und behandelt besonders China, Irak, Iran, Indonesien und Türkei.Das Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016 und das Jahrbuch Religionsfreiheit 2016 werden jährlich von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit und den Religionsfreiheitsarbeitskreisen der drei deutschsprachigen Allianzen, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und der Österreichischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher, Max Klingberg und Ron Kubsch herausgegeben.

jahrbuch_rf_2016_umschlagDie beiden als Wendebuch zusammengebundenen Jahrbücher erscheinen am 08.12.2016 im Buchhandel (zusammen 12,00 €). Gemeinnützige Organisationen können ab sofort beim Internationalen Institut für Religionsfreiheit (Martin.Warnecke.TS@iirf.eu, Fax 0228/9650389) kostenlose Exemplare zum gezielten Weitergeben an Entscheidungsträger ausschließlich in 10er-Paketen bestellen. Die Exemplare an alle Bundestagsabgeordneten werden vom Beauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz, Uwe Heimowski, Mitte Dezember 2016 übergeben.

Vorab werden ab sofort die beiden Jahrbücher öffentlich zum Download zur Verfügung gestellt, vor allem für Journalisten.

Die PDFs der Jahrbücher dürfen von gemeinnützigen Organisationen auch auf der eigenen Webseite zum Download eingestellt werden, sofern damit keine Gewinnabsicht verbunden ist.

 

Bibliografische Angaben:

  • Th. Schirrmacher, R. Kubsch, M. Klingberg (Hg.). Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2016. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 27. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2016. ISBN 978-3-86269-124-1. Pb. 384 S.
  • Th. Schirrmacher, M. Klingberg (Hg.). Jahrbuch Religionsfreiheit 2016. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 28. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2016. ISBN 978-3-86269-125-8. Pb. 276 S.
  • Beide Bücher sind ab dem 08.12.2016 gemeinsam als Wendebuch mit insgesamt 654 S. zum Preis von 12 EUR über den örtlichen Buchhandel erhältlich.

 

Downloads:

Johnson und Schirrmacher zu Besuch bei Botschafterin Schawan

Dezember 16, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

  • Sitzend von links: Johnson, Schawan, Schirrmacher

(Bonn, 16.12.2016) Anlässlich mehrerer Sitzungen des Global Christian Forum und der Secretaries for Christian World Communions in Rom haben der Botschafter der Weltweiten Evangelischen Allianz beim Vatikan, Prof. Dr. Thomas K. Johnson (Prag/Rom), und der stellvertretende Generalsekretär der WEA, Thomas Schirrmacher (Bonn), der Deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schawan, ihre Aufwartung gemacht.

Schawan informierte sich über den Stand der ökumenischen Beziehungen weltweit und legte ihrerseits Themen vor, die ihrer Erfahrung seit Amtsantritt nach dringend der Aufarbeitung bedürften.

Die Gesprächspartner kamen zu der gemeinsamen Einschätzung, dass derzeit die ökumenischen Beziehungen weltweit große Fortschritte in dogmatischen Fragen machen, diese aber im gleichen Maße durch das Auseinanderdriften in ethischen Fragen zunichtegemacht würden, nur dass die Trennlinien in ethischen Fragen oft nicht zwischen Kirchen, sondern innerhalb der Kirchen verlaufen.

Botschafterin Schawan ist im soeben erscheinenden Jahrbuch für Religionsfreiheit, das unter anderem von Thomas Schirrmacher herausgegeben wird, mit einem Beitrag vertreten.

CDU veröffentlicht Fragenkatalog zu den Themen Religionsfreiheit und Verfolgung von Christen

Dezember 4, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

cdu-website(Bonn, 06.06.2016) Der Arbeitskreis Verfolgte Christen der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands hat einen Fragenkatalog zum Thema Religionsfreiheit und Verfolgte Christen erarbeitet und auf der Webseite der CDU veröffentlicht.

Der Fragenkatalog soll in Kürze auch als gedruckte Broschüre und als PDF erscheinen.

Volkmar Klein und Thomas Schirrmacher besuchen den neuen Sonderberichterstatter für religiöse Minderheiten im Nahen Osten und Südostasien im State Department in Washington

Dezember 1, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

Schirrmacher, Klein und Knox Thames im State Department

Schirrmacher, Klein und Knox Thames im State Department

(Bonn, 18.05.2016) Anlässlich ihrer Teilnahme am National Prayer Breakfast 2016 in Washington haben zwei Mitglieder des Beirates des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD), der Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein und der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF), Thomas Schirrmacher, den neuen „Special Advisor for Religious Minorities in the Near East and South / Central Asia“ im US-Außenministerium in Washington, Knox Thames, besucht und sich von ihm über seine letzte Reise in den Nahen Osten informieren lassen. Außerdem stellten Klein und Schirrmacher den ZOCD vor, da es Bestrebungen gibt, etwas Ähnliches für den gesamten Nahen und Mittleren Osten aufzubauen.

Das Gespräch war im Dezember in Rom bei einem Treffen zwischen drei Vertretern des IIRF und dem Ambassador-at-Large for International Religious Freedom, David N. Saperstein, vorbereitet worden.

Besuch bei Frank Wolf (2014)

Besuch bei Frank Wolf (2014)

Daneben traf sich Schirrmacher in Washington mit zahlreichen Forschern und Experten rund um das Thema Religionsfreiheit, so mit Nina Shea, Direktorin des Center for Religious Freedom des Hudson Instituts, Olivia Enos und Sarah Torre, die im Think Tank der Republikaner „The Heritage Foundation“ für Religionsfreiheit in den USA und im Nahen Osten zuständig sind, mit Timothy Shah und Thomas Farr, den Direktoren des Religious Freedom Project des Berkeley Center for Religion, Peace, and World Affairs der Georgetown University, außerdem mit dem republikanischen Politiker John McCain und der ukrainischen Politikerin Julija Tymoschenko.

Im Jahr 2014 hatten Volkmar Klein und Thomas Schirrmacher den republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses Frank Wolf besucht, der der am längsten amtierende Abgeordnete des Repräsentantenhauses (1980-2015) war. Er hat als Republikaner zusammen mit Kollegen von der demokratischen Partei alle wesentlichen Gesetze der USA zur Religionsfreiheit auf den Weg gebracht hat.

mit John McCain

mit John McCain

In einer Stellungnahme kritisierte Schirrmacher anschließend Präsident Barak Obama. In keiner Stadt der Erde gäbe es so viele Experten rund um das Thema Religionsfreiheit, wie in Washington, und mehrere Gesetze statteten Washington mit hochrangingen Institutionen rund um das Thema aus, wie die dem Parlament zugeordnete US Commission for International Religious Freedom (USCIRF), den Botschafter für Religionsfreiheit und eine eigene Abteilung im Außenministerium, die jährlich einen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit in allen Ländern der Erde erstelle. Aber Obama sorge durch sein Desinteresse am Thema und an diesen Institutionen dafür, das deren Wirken ins Leere laufe. Auch das neue Amt von Knox Thames sei durch ein Gesetz der beiden Kammern des US-Parlamentes gegen den Willen Obamas geschaffen worden. Obama verhindere auch bewusst, dass die USA ebenso wie das EU-Parlament den Genozid an Christen, Jesiden und anderen im Nahen Osten beim Namen nennen. Obama sei zwar der Meinung, dass an den Jesiden ein Genozid geschehe, nicht aber an den Christen.

mit Julija Tymoschenko

mit Julija Tymoschenko

Da auch die neue Regierung in Kanada als Erstes das Amt des Botschafters für Religionsfreiheit abgeschafft habe, falle Nordamerika inzwischen weit hinter seine Möglichkeiten zurück.

 

Links und Downloads:

 

Päpstliche Universität: Schirrmacher ruft alle Kirchen zur Einigkeit in Gebet, Forschung und Einsatz angesichts der explosionsartig zunehmenden Diskriminierung und Verfolgung von Christen

November 25, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

Das Internationale Institut für Religionsfreiheit wird vom US-Botschafter für Internationale Religionsfreiheit gewürdigt

Gastvorlesung von Thomas Schirrmacher in der Aula der Päpstlichen Universität Urbanina, sitzend Dr. Paul Bhatti, Pakistan

Gastvorlesung von Thomas Schirrmacher in der Aula der Päpstlichen Universität Urbanina, sitzend Dr. Paul Bhatti, Pakistan

(Bonn, 17.05.2016) Im Rahmen einer internationalen Konsultation aus Anlass des 50. Jahrestages von Dignitatis Humanae, der Erklärung zur Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanischen Konzils, hielt der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF) der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) eine Gastvorlesung an der Päpstlichen Universität Urbanina. Die Konsultation wurde vom „Center for Civil and Human Rights“ an der Universität von Notre Dame, dem „Religious Freedom Project“ des „Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs“ der Georgetown University in Washington und der Kommunität Sant’Egidio in Rom ausgerichtet. Schirrmacher wurde von zwei Kollegen des IIRF begleitet, dem Ko-Direktor des IIRF, Prof. Dr. Christof Sauer, Kapstadt, und Prof. Dr. Thomas K. Johnson, dem Religionsfreiheits-Botschafter beim Vatikan der WEA.

(von links nach rechts) Thomas Schirrmacher, Thomas K. Johnson, Botschafter der WEA beim Vatikan, der Kardinal von Nigeria, Ken Hackett, Botschafter der USA beim Heiligen Stuhl – in dessen Residenz

(von links nach rechts) Thomas Schirrmacher, Thomas K. Johnson, Botschafter der WEA beim Vatikan, der Kardinal von Nigeria, Ken Hackett, Botschafter der USA beim Heiligen Stuhl – in dessen Residenz

Schirrmacher, der auch Moderator für zwischenkirchliche und interreligiöse Beziehungen der WEA ist, rief angesichts der explosionsartig zunehmenden Diskriminierung und Verfolgung von Christen alle Kirchen zur Einigkeit in Gebet, Forschung und Einsatz für Betroffene auf. Er verwies dazu auf die erfolgreiche internationale Konsultation aller Konfessionen in Tirana im November 2015, die bewies, dass eine solche Einigkeit und Kooperation möglich und sinnvoll sei.

An der Konferenz nahmen zahlreiche Patriarchen und Bischöfe orientalischer Kirchen teil, außerdem führende Erforscher der Religionsfreiheit und ihrer Verletzung, insbesondere aus den USA, darunter das Forscherteam des „Religious Freedom Project“, außerdem die Leiter vieler NGO’s aus dem Bereich von Forschung und Verteidigung der Religionsfreiheit.

Während eines Empfangs in der US-Botschaft beim Heiligen Stuhl sprachen Johnson und Schirrmacher mit dem amerikanischen Botschafter Ken F. Hackett, mehreren anderen Botschaftern beim Heiligen Stuhl und dem US-Botschafter für Internationale Religionsfreiheit, David N. Saperstein. Bei dieser Gelegenheit dankte Saperstein dem IIRF dafür, das Thema Religionsfreiheit in der akademischen Welt hochzuhalten, insbesondere auch durch das International Journal for Religious Freedom. Er lud Wissenschaftler des IIRF in sein Büro im Außenministerium der USA ein.

Ökumenischer Gottesdienst, Schirrmacher am Pult, links dahinter Dr. Paul Bhatti, Pakistan

Ökumenischer Gottesdienst, Schirrmacher am Pult, links dahinter Dr. Paul Bhatti, Pakistan

Botschafter Ken F. Hackett wurde am 14.06.2013 von Präsident Barack Obama nominiert und am 01.08.2013 vom US-Senat bestätigt. Vorher war er von 1993 bis 2012 Präsident des „Catholic Relief Services“.

Botschafter David N. Saperstein ist der „Ambassador-at-Large for International Religious Freedom“. Er wurde am 12.12.2014 vom Senat bestätigt und leistete am 06.01.2015 seinen Amtseid. Gemäß Gesetz ist der Botschafter der Hauptberater des Präsidenten und des Außenministers der USA und dient als Hauptdiplomat in Sachen Religionsfreiheit weltweit. Er leitet außerdem das „Office of International Religious Freedom in the Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor“im Außenministerium. Saperstein ist jüdischer Rabbi und Anwalt. Er war 40 Jahre Direktor des “Religious Action Center of Reform Judaism (RAC)”, dem größten jüdischen Programm für soziale Gerechtigkeit in den USA.

„Unter Cäsars Schwert“ („Under Caesar’s Sword“) ist ein dreijähriges globales Forschungsprogramm mehrerer Universitäten, wie christliche Kirchen reagieren, wenn sie verfolgt warden. Der „Templeton Religion Trust“ hat dafür 1,1 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, die vom „Center for Civil and Human Rights and the Religious Freedom Project“ am Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs der Georgetown University in Washington verwaltet warden.

(von links nach rechts) Prof. Bielefeldt, Prof. Sauer, Patriarch Ignatius Joseph III. Younan (Patriarch der Syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut), Prof. Schirrmacher

(von links nach rechts) Prof. Bielefeldt, Prof. Sauer, Patriarch Ignatius Joseph III. Younan (Patriarch der Syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut), Prof. Schirrmacher

Gastvorlesung von Thomas Schirrmacher in der Aula der Päpstlichen Universität Urbanina

Gastvorlesung von Thomas Schirrmacher in der Aula der Päpstlichen Universität Urbanina

Menschenrechte sind fest verankert in der DNA des christlichen Glaubens

November 5, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2015 und ist bisher nicht in meinem Blog erschienen.

Eine Reportage des International Communications Team des Global Christian Forum

Prof Dr Thomas Schirrmacher, World Evangelical Alliance, delivers a keynote address on DPM from a human rights perspective. Global Christian Forum consultation Discrimination, Persecution, Martyrdom: Following Christ Together, Tirana, Albania, 1-5 November 2015. Credit: Global Christian Forum/Eero Antturi.

Thomas Schirrmacher (© Anturri)

(Bonn, 27.11.2015) Für Christen ist die Verteidigung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie der Menschenrechte nicht nur eine zweitrangige Angelegenheit. Sie kommt vielmehr aus dem Herzen des christlichen Glaubens mit Schöpfung, Sündenfall und Erlösung.

Die Menschenrechte müssen als Kernkonzept des christlichen Glaubens eine angemessene Stellung bekommen und dürfen nicht nur als politisches und vernünftiges Konzept angesehen werden. Das war der zentrale Gedanke der Rede von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher vor Repräsentanten aller großer christlichen Traditionen auf der Konsultation „Diskriminierung, Verfolgung, Martyrium“ in Tirana, Albanien.

Thomas Schirrmacher (© IIRF)

Thomas Schirrmacher (© IIRF)

Schirrmacher betonte vor den 140 Delegierten aller Konfessionen sehr stark, dass Menschenrechte in der Schöpfung des Menschen durch Gott wurzeln und nicht nur in ihrer Erlösung. Deshalb haben alle Menschen dieselben Rechte als Geschöpfe, nicht nur Christen als Glaubende. Menschen mit ganz unterschiedlichem Glauben sollten dazu gebracht werden, die Menschenrechte zu verteidigen.

Schirrmacher, der auch Botschafter für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz ist, machte deutlich, dass nicht nur Christen Rechte hätten und nicht nur Christen die Menschenrechte verteidigen würden. Weil die letzte Begründung für Menschenrechte in Gottes Werk als Schöpfer liegt, haben alle Menschen die gleiche Menschenwürde, die Basis für Menschenrechte, und können etwas darüber wissen.

Thomas Schirrmacher (© IIRF)

Thomas Schirrmacher (© IIRF)

Als Beispiel nannte er seine Arbeit als Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, für die auch Muslime arbeiten, nicht zuletzt der Generalsekretär der Organisation. Sie verteidigen wirklich eifrig die Menschenrechte, obwohl das Konzept so tief in der christlichen Weltsicht verankert ist und nicht notwendigerweise so klar in deren Weltsicht verwurzelt ist. Im Zweifel ist es viel besser, Menschenrechte in der Praxis einfach zu verteidigen – ob mit oder ohne angemessene Begründung –, als lediglich ein paar gute Ausführungen über die Quelle der Menschenrechte zu haben und nichts zu tun.

Der Grund, warum Menschenrechte und Menschenwürde so unter Beschuss geraten, liegt schlicht in der Sünde begründet, wie sie schon im dritten Kapitel des ersten Mosebuches so eindrücklich beschrieben wird. Kain tötete Abel – das ist im Grunde die Geschichte der Menschheit seit Anbeginn. Nur wegen der Sünde ist es überhaupt nötig, die Menschenrechte zu verteidigen.

Godfrey Yogarajah (© IIRF)

Godfrey Yogarajah (© IIRF)

Wegen der großen Bedeutung von Sünde und Sündenfall im christlichen Glauben erinnerte Schirrmacher daran, dass Christen den Staat brauchen. Der Staat muss nach Römer 13 Gesetze erlassen und das Böse beschränken – das Böse von Christen ebenso wie die Sünden anderer Menschen. Und der Grad an Frömmigkeit oder Glauben eines einzelnen Christen entbindet diesen nicht von der Notwendigkeit der Verantwortlichkeit.

Selbst der Papst hat Menschen gebeten, für ihn zu beten, weil auch er so leicht etwas Falsches tun kann, was vielen Menschen echte Schwierigkeiten bereiten würde. „Wenn schon der Papst so offen diese Not anerkennt, um wie viel mehr sollte das für den Rest von uns gelten!“, so Schirrmacher.

Weil wir alle unter den Folgen der Sünde stehen, brauchen wir alle den Staat, um unsere Rechte vor den Angriffen anderer zu schützen.

Aus diesen Gründen sollten Christen die Verteidigung der Menschenrechte nicht als zweitrangige Angelegenheit betrachten. Vielmehr ist die Verteidigung der Rechte unseres Nächsten tief verankert in den Grundlagen des christlichen Glaubens, die alle Christen glauben sollten.


Downloads und Links:

Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung 2015 und Jahrbuch Religionsfreiheit 2015 stehen kostenlos zum Download bereit

Oktober 27, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2015 und ist bisher nicht in meinem Blog erschienen.

(Bonn, 26.10.2015) Schon vor dem Erscheinungstermin am 03.11.2015 stehen das Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2015 und das Jahrbuch Religionsfreiheit 2015 ab sofort kostenlos zum Download und zum freien Einstellen und Bereitstellen auf anderen Webseiten bereit.

jahrbuch_cf_2015_umschlagDie gedruckte Fassung wird am 03.11.2015 erscheinen. Beide Jahrbücher sind in einen Band gebunden, jedes Jahrbuch beginnt auf einer anderen Seite des Umschlags. Vorbestellungen nimmt der Buchhandel entgegen. Verlagsauslieferung ist das ICMedienhaus in Holzgerlingen bei Stuttgart. Beteiligten Organisationen wurden die beiden als Wendebuch zusammengebundenen Jahrbücher mit 50% Rabatt ab 10 Exemplaren als Wiederverkäufer angeboten.

Die Jahrbücher werden von der Deutschen Evangelischen Allianz jedes Jahr auch allen Bundestagsabgeordneten zur Verfügung gestellt. Ähnliches gilt in der Schweiz und in Österreich. Weitere Exemplare zur Weitergabe an Politiker und Kirchenleiter können angefordert werden.
Die Jahrbücher werden jährlich von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit und den Religionsfreiheitsarbeitskreisen der drei deutschsprachigen Allianzen, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und der Österreichischen Evangelischen Allianz von Thomas Schirrmacher, Max Klingberg und Ron Kubsch herausgegeben.

 

jahrbuch_rv_2015_umschlagBibliografische Angaben:

  • Th. Schirrmacher, R. Kubsch, M. Klingberg (Hg.). Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung 2015. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 25. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2015. ISBN 978-3-86269-111-1. Pb. 316 S.
  • Th. Schirrmacher, M. Klingberg (Hg.). Jahrbuch Religionsfreiheit 2015. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 26. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2015. ISBN 978-3-86269-112-8. Pb. 268 S.
  • Beide Bücher sind gemeinsam als Wendebuch mit insgesamt 584 S. zum Preis von 10 EUR über den örtlichen Buchhandel erhältlich.

 

Downloads und Links:

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher in Rutesheim: „Religionsfreiheit gehört zur DNA Deutschlands“

Oktober 14, 2016 by · Schreiben Sie einen Kommentar 

bq402_3Vortrag zu „Christenverfolgung heute – eine Herausforderung für Politik und Kirchen“

(Bonn, 05.03.2016) Am 26. Februar 2016 fand im mit etwa 150 Gästen übervoll besetzten Bürgersaal in Rutesheim ein Vortragsabend zum Thema Christenverfolgung statt. Eingeladen hatten in Zusammenarbeit mit Sabine Kurtz MdL der EAK–Kreisverband Böblingen und der CDU-Stadtverband Rutesheim unter Vorsitz von Reinhart Boehm.

Die Zuhörer lauschten dem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher von der ersten Minute an wie gebannt: Als herausragender Kenner der Materie behandelte er das Thema „Christenverfolgung“ nicht isoliert, sondern betrachtete es in einem universalen Rahmen. Religionsfreiheit, Menschenrechte und die globale Situation der Religionen spielten genauso eine Rolle wie die weltweite Ökumene oder – ganz aktuell – die Flüchtlingsfrage.

bq402_1Einen großen Teil des Vortrags widmete er dem Thema „Religionsfreiheit“, dargestellt an der gesellschaftlichen und politischen Situation in Ländern, in denen entweder das Christentum oder der Islam die vorherrschende Religion bilden. Während in christlich geprägten Ländern der Neuzeit aufgrund ihrer historischen Entwicklung Religionsfreiheit selbstverständlich geworden sei, herrsche in den meisten islamisch geprägten Ländern keine Toleranz und eine von der Scharia dominierte Rechtsauffassung. Beide Entwicklungen dauerten noch an und beeinflussten bis heute weite Teile der Welt.

Das religiöse Selbstverständnis einer Gesellschaft habe tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung seiner Staatsform. Zur Demokratie gehöre unweigerlich die Religionsfreiheit. Just daran scheiterten bislang die demokratischen Bewegungen in islamischen Ländern. Denn Religionsfreiheit widerspräche bisher den am meisten verbreiteten Formen des Islam.

bq402_2Die Folgen: Während christliche und andere religiöse oder weltanschauliche Minderheiten in muslimischen Ländern oft diskriminiert oder verfolgt würden, genössen muslimische Minderheiten in Ländern mit christlicher Mehrheit in der Regel Freiheitsrechte. Muslimische Minderheiten, die in ihren muslimischen Herkunftsländern unterdrückt würden, wie beispielweise Aleviten oder die Ahmadiyyas, begrüßten und befürworteten in der Regel die Religionsfreiheit in christlich geprägten Ländern sehr. Islamistische Extremisten hingegen hätten sich zum Ziel gesetzt, die Religionsfreiheit zu „überwinden“ und missbrauchten diese häufig, um ihre Ideologie zu verbreiten. Der weltweite Islam sei also keineswegs homogen. „Differenziertes Urteilen und Handeln sind hier vonnöten“, betonte Schirrmacher.

„In der Praxis heißt das: Islamisten muss durch die Staatsgewalt die ‚rote Karte‘ gezeigt werden. Hilfs- und Schutzbedürftige aber haben Anspruch auf Unterstützung“, so Schirrmacher.

„Für muslimische Flüchtlinge hierzulande gilt dies genauso wie für verfolgte Christen in anderen Ländern. Denn: Der Einsatz für Religionsfreiheit und der Kampf gegen Christenverfolgung gehören zusammen. Beides macht das christliche Ethos aus und ist auch Leitlinie der CDU.“

Daher sieht Schirrmacher Deutschland hinsichtlich der Behandlung von Flüchtlingen in der Pflicht:

„Wir sind der Menschenwürde und der Humanität verpflichtet – das gehört zu unserer DNA – daran führt kein Weg vorbei“, so sein Credo.

Auch Sabine Kurtz verwies in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der Religionsfreiheit und der christlich-jüdischen Tradition für Deutschland. „Religion ist nicht Privatsache“, betonte sie in Abgrenzung zur Auffassung der Grünen und anderer Kräfte, die Religion aus dem öffentlichen Leben verdrängen und das Zusammenspiel von Staat und Kirchen trennen wollen. Auch halte sie es für bedeutsam, die eigene christliche Religion bewusst zu pflegen:

„Wer sich seiner eigenen Religion gewiss ist, kann in einen selbstbewussten Dialog mit anderen Religionen treten.“

Von Marc Krüger

Quelle: www.stadtanzeiger-im-netz.de (Übernahme mit freundlicher Genehmigung)

Das Internationale Institut für Religionsfreiheit überprüft den Weltverfolgungsindex

Oktober 10, 2016 by · 1 Kommentar 

(Bonn, 23.02.2016) Zum dritten Mal ist der Weltverfolgungsindex von Open Doors durch ein Team von acht Wissenschaftlern des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit (IIRF) geprüft und mit einem positiven Prüfungsvermerk versehen worden. Das IIRF wählte dabei fünf Länder und verfolgte jeweils den gesamten Arbeitsablauf, von den Experten, die Fragebögen ausfüllten, über den Bearbeitungsprozess durch die Forschungsabteilung von Open Doors, bis zur abschließenden Punkteerrechnung. Drei Wissenschaftler prüften den gesamten Verlauf im Blick auf alle fünf Länder, während weitere fünf Wissenschaftler jeweils ein Land noch gründlicher prüften, für das sie selbst Experten sind. Wo erforderlich, zogen die fünf Wissenschaftler weitere Kollegen zu spezifischen Fragen hinzu.

Als eines der Ergebnisse unterbreitete das IIRF eine Liste von Vorschlägen, um den Umgang mit voneinander abweichenden Antworten in den ausgefüllten Fragebögen zu ein- und demselben Land zu verbessern. Zum ersten Mal schlug das IIRF keine Verbesserungen des Fragebogens an sich vor.

„Der Fragebogen ist immer wieder verbessert worden, sodass weiteren mögliche Änderungen keine Priorität haben. Der Schwerpunkt muss nun vielmehr darauf liegen, die Qualität der Antworten in den Fragebögen zu gewährleisten und mit Abweichungen in den geäußerten Meinungen umzugehen.“

Der Prüfungsvermerk hat folgenden Wortlaut:

„Die Ergebnisse des Open Doors Weltverfolgungsindex 2016 werden durch die Open Doors Forschungsabteilung zum Weltverfolgungsindex im Rahmen der derzeitig bei der Auswertung der Informationen erreichten Genauigkeit zutreffend dargelegt. Die Zahlenangaben werden durch differenziert erläuternde Länderprofile ergänzt. Die Prüfer loben die Einführung neuer Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch die Analysten der Open Doors Forschungsabteilung. Dies betrifft sowohl die Einheitlichkeit in der Anwendung der Fragebögen und der Methodologie durch gemeinschaftliche Überprüfung von mehrdeutigen Fragen und Problemstellungen als auch die stichprobenhafte, paarweise, gegenseitige Überprüfung von Ergebnissen zu einzelnen Ländern durch die jeweils zuständigen Verfolgungsanalysten.“

Der stellvertretende Direktor des IIRF, Prof. Dr. Christof Sauer, der Koordinator des Prüfungsteams, bemerkte:

„Ich bin beeindruckt von der kollegialen Zusammenarbeit mit den Verfolgungsanalysten der Forschungsabteilung von Open Doors International. Ich stelle eine bemerkenswerte Offenheit fest für kritische Rückmeldungen und anhaltende Bemühungen, den Weltverfolgungsindex zu verbessern.“


Downloads:

Nächste Seite »

Thomas Schirrmacher