Die taz macht der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) schwerwiegende Vorwürfe, weil diese in ‚Aus Politik und Zeitgeschichte‘, der Beilage der Bundestagszeitung ‚Das Parlament‘, einen Artikel von mir abgedruckt hat (Wolf Schmidt. „Wiedergutmachung für Hardliner“. taz.de 2.4.2009). Natürlich schrumpfe ich zum Evangelikalenfunktionär, dass es sich um einen seriösen, wissenschaftlichen Beitrag mit Verweis auf internationale Literatur handelt, wird gar nicht erst erwähnt.

Die Kritik der taz belegt meine Warnung, dass es in dem Buch „Mission Gottesreich“ und anderen anti-evangelikalen Veröffentlichungen von Journalisten eigentlich nicht gegen die Evangelikalen, sondern gegen die Christen überhaupt geht. Denn der Bundeszentrale wird das ganze Heft „Christen in der Demokratie“ vorgeworfen und kritisch auch vermerkt, dass sonst „normalerweise … Historiker, Politikwissenschaftler oder Journalisten“ schreiben, diesmal aber neben mir Robert Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz, und Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD, das ganze unter der Überschrift „Wiedergutmachung für Hardliner“. Also wirft es „ein ungünstiges Licht“ auf die Bundeszentrale, dass kirchliche Spitzenvertreter dort schreiben. Verschwiegen wird natürlich, dass praktisch alle Autoren ehemalige oder gegenwärtige Professoren und ausgewiesene Fachleute sind und dass auch früher schon nicht nur die genannten Berufsgruppen als Autoren zur Verfügung standen, sondern beispielsweise auch muslimische Autoren. Und warum sollten in einer Fachpublikation „Journalisten“ gefragt sein, Theologieprofessoren aber nicht?

Noch deutlicher werden weitere Reaktionen auf das Heft „Christen in der Demokratie“. Im brightsblog.wordpress.com stellt sich ‚nickpol‘ „Übelkeit“ ein, inbesondere wegen der Beiträge von Zollitsch, Huber und des katholischen Sozialethikers Prof. Bernhard Sutor. Von Bischof Huber wird ein Satz zitiert und dann gesagt: „Der Rest ist evangelikales Geschwafel“. Also da gilt Huber schon als evangelikal, weil er überhaupt irgendwelche Standpunkte vertritt, und gehört in staatlichen Publikationen verboten. Ich kann deswegen nur allen Christen empfehlen, gegen solche Angriffe zusammen zu stehen und sich nicht nach dem Motto derer aufspalten zu lassen, die den Schutzheiligen gegen Feuer anriefen: „Heiliger Sankt Florian, bewahr‘ mein Haus, zünd‘ andere an“.

Den Artikel „Demokratie und christliche Ethik“ finde Sie hier: www.bpb.de.

 

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