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	<title>Thomas Schirrmacher &#187; Schirrmacher</title>
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	<description>Ein Blog zu Theologie, Ethik &#38; Religionssoziologie</description>
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		<title>Gefallene Soldaten als Märtyrer in Gottes Sache? Erschreckendes in Edinburgh</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 20:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon als Teenager und auch bei späteren Besuchen des Scottish National War Museum am höchsten Punkt von Edinburgh Castle (siehe Foto) fand ich die Verquickung von Kriegerverehrung und christlichem Glauben oder zumindest Gottesglauben schockierend. Doch diesmal hatte ich erstmals Gelegenheit zu einem offiziellen Besuch mit genauem Studium der Inschriften und Fotos, dazu mein inzwischen erworbenes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Stein-auf-dem-Rasen-vor-dem-Museum.jpg" ><img class="alignright size-medium wp-image-1588" title="Stein auf dem Rasen vor dem Museum" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Stein-auf-dem-Rasen-vor-dem-Museum-225x300.jpg" alt="" width="158" height="210" /></a>Schon als Teenager und auch bei späteren Besuchen des Scottish National War Museum am höchsten Punkt von Edinburgh Castle (siehe Foto) fand ich die Verquickung von Kriegerverehrung und christlichem Glauben oder zumindest Gottesglauben schockierend. Doch diesmal hatte ich erstmals Gelegenheit zu einem offiziellen Besuch mit genauem Studium der Inschriften und Fotos, dazu mein inzwischen erworbenes religionssoziologisches Wissen mit der Vergleichsmöglichkeit entsprechender Heldenverehrung in anderen Ländern, Kulturen und Religionen.</p>
<p>Nun weiß ich auch, dass der Glaube, dass Soldaten für Gott gestorben sind und als Märtyrer einer guten Sache von Gott belohnt werden und zu ihm eingehen, keine typisch schottische oder britische Angelegenheit ist, sondern weltweit und ähnlich in allen Religionen zu finden ist und einst in allen europäischen Ländern an der Tagesordnung war. In Deutschland zeugen die Inschriften zahlloser, inzwischen bisweilen überwucherter und selten prominent gepflegter Gedenkstätten und -steine für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges davon.</p>
<p>Doch am höchsten Punkt des Edinburgher Schlosshügels findet sich dies Phänomen höchst lebendig. Es löst heute für die betroffenen Landsleute religiöse Gefühle aus und etliche der Gedenkstätten und Inschriften sind jüngeren Datums. Die gigantische Anlage wurde 1927 eröffnet (siehe Foto), bezieht sich aber überwiegend auf den 2. Weltkrieg und die letzte Gedenkstätte (besser Kapelle) wurde 2003 hinzugefügt.</p>
<p>Damit mich keiner falsch versteht: Der Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland war weitgehend eine gerechte Sache und ich danke als Deutscher allen Ländern, deren Bürger dafür gestorben sind, dass Deutschland von der Nazidiktatur befreit wurde und ich heute in einem Deutschland der Freiheit leben kann. Aber die Überhöhung eines gerechten Krieges zu einer Art Religionskrieg im Namen Gottes und die Behauptung, Gefallene würden automatisch zu Gott kommen – übrigens ganz gleich, wes Glaubens sie tatsächlich gewesen sind –, kann die christliche Ethik nur ablehnen.</p>
<p>Nun aber zu einigen Details:</p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Engel-im-Scottish-National-War-Museum.jpg" ><img class="alignleft  size-medium wp-image-1586" title="Engel im Scottish  National War Museum" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Engel-im-Scottish-National-War-Museum-120x300.jpg" alt="" width="96" height="240" /></a>Die große Inschrift im Westflügel „Whether their fame centuries long should ring, They cared not overmuch, But they cared greatly to serve God and the King.“ (Henry Newbolt) oder die keltische Inschrift in der Ostkapelle für die schottischen Corps (übersetzt): „My country, my honour, my God“ (darunter ein keltisches Kreuz), mag man noch unter harmlos abtun und „Gott und König“ als Floskel verstehen. Auch die Schreine, Engel und religiösen Symbole mag man unter einer eher allgemeinen und diffusen Religiosität verbuchen; Fachleute würden wohl von einer „Zivilreligion“ sprechen.</p>
<p>Doch in der großen Kapelle um den sogenannten ‚Schrein‘ finden sich Engel, die die Wappen tragen. Die sehr große umlaufende Schrift in der gesamten Kapelle zitiert aus den sog. Apokryphen: „The souls of the righteous are in the hand of God. There shall no evil happen to them. The are in peace.“ („Die Seelen der Gerechten sind in der Hand Gottes. Ihnen wird nichts Böses geschehen. Sie sind in Frieden.“ aus Weisheit 3,1+3) (siehe Foto)</p>
<p>Darunter werden die unbekannten gefallenen Soldaten mit einer Anspielung auf das neutestamentliche Buch des Lebens (Offb 20,12 u. ö.) geehrt: „Others also there are who perished unknown; their sacrifice is not forgotten, and their names, though lost to us, are written in the Books of God.“ („Es sind noch andere da, die unbekannt starben; ihr Opfer ist nicht vergessen, und ihre Namen, auch wenn sie für uns verloren sind, stehen im Buch Gottes.“) (Siehe Foto) Vier betende und kniende Engel (siehe Foto) und der von der Decke herabhängende Erzengel Michael (s. Offb 12,7-8) ergänzen die religiös-christliche Ausrichtung.</p>
<p>Sehr unmittelbar wird Gott instrumentalisiert, wenn Gott für die Royal Air Force in der Hall of Honour in der ersten Person sagt: „I bare you on eagles’ wings and brought you unto myself“, entnommen aus 2Mose 19,4 (siehe Foto).</p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Sieg-des-Schwertkreuzes-im-Scottish-National-War-Museum.jpg" ><img class="alignright size-medium wp-image-1587" title="Sieg des  Schwertkreuzes im Scottish National War Museum" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Sieg-des-Schwertkreuzes-im-Scottish-National-War-Museum-208x300.jpg" alt="" width="149" height="216" /></a>Nun noch der offizielle Kommentar des 2004 erschienenen Führers zu einer Statue in der Ostkapelle: „A statue in bronze, partly overlaid with gold and silver, with a background of carved and painted stone showing the rising sun, the land and the sea (Earth, Air, Fire and Water). The symbolic figure represents the Soul rising purified from the Flames of Sacrifice, the left hand grasps the broken blade – the end of war – and the right hand raises the hilt – now the Cross Triumphant – while the eyes seem to gaze beyond the range of mortal vision and to find there ‚A new Heaven and a new Earth‘ (Revelation, xxi 1)“ Scottish National War Memorial: Official Guide. Norwich: Jarrold Publ., 2004. S. 26). („Eine Statue aus Bronze, teilweise mit Gold und Silber überzogen, mit einem Hintergrund aus geschliffenem und bemaltem Stein zeigt die aufgehende Sonne, das Land und das Meer (Erde, Luft, Feuer und Wasser). Die symbolische Figur repräsentiert die Seele, die gereinigt aus dem Opferfeuer emporsteigt, die Linke hält ein gebrochenes Schwert – das Ende des Krieges – die Rechte reckt den Schwertgriff nach oben – jetzt das triumphierende Kreuz – während das Auge über den Rand der sterblichen Vision hinwegzuschauen scheint und dort ‚einen neuen Himmel und eine neue Erde‘ (Offenbarung 21, 1) zu finden scheint.“) (siehe Foto).</p>
<p>Man, man, als wäre nichts geschehen, wird das Schwert zum siegenden Kreuz und erstreitet die Armee den neuen Himmel und die neue Erde. Und gefallene Soldaten dürfen damit rechnen, dass sie für ihr Opfer von Gott belohnt werden?! Haben wir denn nichts aus der Geschichte gelernt?</p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Das-Kriegsmuseum-auf-dem-Scheitel-von-Edinburgh-Castle.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1579" title="Das Kriegsmuseum auf dem Scheitel von Edinburgh Castle" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Das-Kriegsmuseum-auf-dem-Scheitel-von-Edinburgh-Castle.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Gefallene-werden-im-Buch-des-Lebens-eingetragen.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1580" title="Gefallene werden im Buch des Lebens eingetragen" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Gefallene-werden-im-Buch-des-Lebens-eingetragen.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Gott-sagt-er-trägt-Gefallene-auf-Flügeln.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1581" title="Gott sagt er trägt Gefallene auf Flügeln" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Gott-sagt-er-trägt-Gefallene-auf-Flügeln.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Grosse-Umschrift-Gott-schützt-Gefallene-vor-allem-Übel.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1582" title="Grosse Umschrift Gott schützt Gefallene vor allem Übel" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Grosse-Umschrift-Gott-schützt-Gefallene-vor-allem-Übel.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
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		<title>Cornelsen muss anti-evangelikale Passagen streichen: Hier meine Stellungnahme</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 20:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So meldete es der Börsenverein des deutschen Buchhandels:
Cornelsen muss anti-evangelikale Passagen streichen
Das bayerische Kultusministerium duldet keine anti-evangelikalen Passagen in einem Schulbuch und verwehrt dem Cornelsen-Verlag die Zulassung des neuen Englischbuchs „Context 21“, „wenn es weiter Aussagen enthält, die Evangelikale in den USA in ein sehr schlechtes Licht rücken“. Das hat die Behörde auf Anfrage der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So meldete es der Börsenverein des deutschen Buchhandels:</p>
<blockquote><p><strong>Cornelsen muss anti-evangelikale Passagen streichen</strong><br />
Das bayerische Kultusministerium duldet keine anti-evangelikalen Passagen in einem Schulbuch und verwehrt dem Cornelsen-Verlag die Zulassung des neuen Englischbuchs „Context 21“, „wenn es weiter Aussagen enthält, die Evangelikale in den USA in ein sehr schlechtes Licht rücken“. Das hat die Behörde auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitgeteilt.<br />
In dem Kapitel „Fundamentalismus in Amerika“ behaupte die Journalistin Susan Jacoby, dass „ein unbestreitbarer, starker Zusammenhang zwischen religiösem Fundamentalismus und einer fehlenden Bildung“ bestehe. Kreationismus habe „die öffentliche Bildung in vielen Regionen des Landes nachhaltig beeinflusst“. Er sei ein wichtiger Grund dafür, dass amerikanische Gymnasiasten weniger über die Wissenschaft wissen, als Gleichaltrige in Europa und Asien. Diese Darstellung stimme „teilweise nicht mit den in Artikel 131 der Bayerischen Verfassung formulierten Obersten Bildungszielen überein“, so das Kultusministerium.</p>
<p>Bereits im März hatten sich zwei Lehrer über das Buch beschwert. Ein führender Mitarbeiter der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher, warf Jacoby vor, „hochkomplexe Zusammenhänge in einem stark religiösen Land wie den USA auf einfache Stereotypen zu reduzieren“. Danach hatte der Verlag angekündigt, den Text zu überarbeiten. Dies geschah allerdings nach Ansicht der Kritiker nur sehr unzureichend. Sie beschwerten sich erfolgreich beim Ministerium. Der Cornelsen-Verlag wollte sich nach Angaben der Evangelischen Nachrichtenagentur bislang nicht zu dem Vorgang äußern. (<a href="http://www.boersenblatt.net/388049/" title="Zur Quelle ..." target="_blank" class="liexternal">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Auf vielseitige Bitte gebe ich <strong>hier meine Stellungnahme vom 4.3.2010</strong> zu den antievangelikalen Passagen in einem Englischbuch des Cornelsen Verlages wieder, die das Bayrische Kultusministerium abgelehnt und der Verlag daraufhin zurückgezogen hat:</p>
<blockquote><p>Susan Jacoby reduziert hochkomplexe Zusammenhänge in einem stark religiösen Land wie den USA auf ganz einfache Stereotypen, mit denen sie wunderbar bestimmte Gruppen diskriminieren kann. So führt sie zum Beispiel den Kreationismus und Intelligent Design rein auf die Evangelikalen zurück. Unter Evangelikalen – so Gallupumfragen in den USA – glauben 70% nicht an Evolution, unter Katholiken 30%, das heißt über 20 Millionen. Das zeigt, dass die wirklichen Verläufe wesentlich komplizierter sind, denn es gibt Zigmillionen von Evangelikalen, die die theistische Evolution vertreten und Zigmillionen von Nichtevangelikalen, die die Evolution ablehnen. Aber wenn man einer Gruppe die Schuld an allen Miseren geben will, ist für solche Differenzierungen natürlich kein Platz.</p>
<p>Angeblich sollen amerikanische Gymnasiasten wegen des verbreiteten Kreationismus weniger über Wissenschaft wissen, als Gymnasiasten in Europa und Asien. Das ist schlicht Unsinn und wird von keinem Erziehungswissenschaftler so vertreten. Die Gründe dafür sind vielschichtig und haben nur bedingt mit Religion zu tun. Und gerade die vielen Gymnasiasten an christlichen (evangelikalen) Privatschulen ebenso wie in der Homeschoolbewegung in den USA liegen in ihrem Kenntnisstand wissenschaftlicher Zusammenhänge weit vor ihren amerikanischen Altersgenossen. Man vergesse bitte nicht: An kreationistischen Schulen wird Evolution und Schöpfung unterrichtet, die Evolutionstheorie kann danach in der Regel besser referiert werden.</p>
<p>Weil angeblich in der USA in der Unterschicht der Glaube an die Bibel verbreiter ist als unter Hochschulabsolventen, sei die Verbindung zwischen Fundamentalismus und fehlender Bildung bewiesen. Auch das ist Unsinn. In aller Welt gehören die Gebildeten nun einmal zu den unreligiösesten Menschen. Die Evangelikalen in den USA gehören überwiegend zur gebildeten Mittelschicht, nicht zur Unterschicht. Wer die USA kennt, weiß, dass große religiös motivierte – auch evangelikale – Universitäten in den USA ganz vorne mitmischen.</p>
<p>Im übrigen bedient die Darstellung von Jacoby in einem Schulbuch viele irrige Klischees über die USA. Die ach so gebildeten Europäer sind den religiösen Amerikanern haushoch überlegen. Der Schüler, der die USA dann tatsächlich besucht, wird dort eine ganz andere Welt vorfinden.</p></blockquote>
<p>Und hier die dazugehörige idea-Meldung vom 7.3.2010 und anschließend die Meldung aus PRO vom 28.6.2010 zum weiteren Verlauf, danach weitere Links zur Debatte:</p>
<h3>Kritik an Darstellung Evangelikaler: Schulbuch wird überarbeitet</h3>
<p>Berlin/Bonn (idea) – Weil zwei Lehrer die einseitige Darstellung Evangelikaler in einem geplanten Englischbuch kritisieren, will der Cornelsen-Verlag (Berlin) die umstrittene Passage überarbeiten. In dem noch nicht erschienenen Band „Context 21“ werden evangelikale Christen in den USA in ein negatives Licht gerückt.</p>
<p>Im Kapitel „Fundamentalismus in Amerika“ behauptet die Atheistin und Journalistin Susan Jacoby, dass „ein unbestreitbarer, starker Zusammenhang zwischen religiösem Fundamentalismus und einer fehlenden Bildung“ bestehe. Kreationismus habe „die öffentliche Bildung in vielen Regionen des Landes nachhaltig beeinflusst und ist ein wichtiger Grund dafür, dass amerikanische Gymnasiasten weniger über die Wissenschaft wissen, als Gleichaltrige in Europa und Asien“. Der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), sagte auf idea-Anfrage, Jacoby reduziere hochkomplexe Zusammenhänge in einem stark religiösen Land wie den USA auf einfache Stereotypen. So führe sie zum Beispiel Kreationismus und Intelligent Design rein auf die Evangelikalen zurück. Laut Umfragen würden aber in den USA nicht nur 70 Prozent der Evangelikalen, sondern auch 30 Prozent der Katholiken die Evolutionstheorie ablehnen. „Das zeigt, dass die wirklichen Verläufe wesentlich komplizierter sind, denn es gibt Zig-Millionen von Evangelikalen, die die theistische Evolution vertreten, und Zig-Millionen von Nichtevangelikalen, die die Evolution ablehnen“, so Schirrmacher. „Aber wenn man einer Gruppe die Schuld an allen Miseren geben will, ist für solche Differenzierungen natürlich kein Platz.“ Die Aussage, dass amerikanische Gymnasiasten wegen des verbreiteten Kreationismus weniger über Wissenschaft wissen als Gymnasiasten in Europa und Asien, sei zudem „schlicht Unsinn“. Die Evangelikalen in den USA gehörten überwiegend zur gebildeten Mittelschicht, nicht zur Unterschicht. Wer die USA kenne, wisse, dass große religiös motivierte – auch evangelikale – Universitäten ganz vorne mitmischten.</p>
<p>Verlag räumt falsche Darstellung ein</p>
<p>Der Cornelsen-Verlag teilte auf idea-Anfrage mit, dass er derartige Hinweise sehr ernst nehme. „Wie jeder andere Text des Buches spiegelt der angesprochene Text die Sichtweise seines Verfassers, aber nicht notwendigerweise die Sicht der Redaktion wider“, hieß es. „Wir werden aber Aufgabenstellungen so überarbeiten oder ergänzen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Text stärker in den Fokus gerückt wird. Gleichzeitig müssen wir einräumen, dass die Definition von ,Intelligent Design‘ tatsächlich so verknappt ist, dass sie falsch ist. Wir werden sie überarbeiten.“ Ob der geplante Erscheinungstermin im Mai zu halten sein wird, sei unklar.</p>
<p>Kein Einzelfall</p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, dass der Cornelsen-Verlag in die Kritik gerät. Ende vergangenen Jahres hatte die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern sich kritisch zu einem Deutschbuch geäußert, in der die „Sage vom Doktor Faust“ behandelt wird. Zu den Aufgabenstellungen für die Fünftklässler gehörte unter anderem, eine Beschwörungsformel für den Teufel zu verfassen und zu überlegen, welche Verlockungen heute einen Teufelspakt rechtfertigen könnten. In einem anderen Englischbuch, das im vergangenen Jahr erschienen ist, wurden Evangelikale diskreditiert. So hieß es in einem Text: „Wir können über diese Menschen lachen, aber wir sollten sie nicht abweisen. Dass ihr Glaube schwachsinnig ist, bedeutet nicht, dass sie eine Randerscheinung sind.“</p>
<h3>Ministerium verbietet anti-evangelikales Schulbuch</h3>
<p>In einem Schulbuch für die Oberstufe dürfen evangelikale Christen nicht pauschal als weniger gebildet bezeichnet werden. Das entschied das bayerische Kultusministerium nach Protesten gegen das Buch „Context 21“ aus dem Schulbuchverlag Cornelsen.</p>
<p>Ein Englisch-Buch des Schulbuchverlages Cornelsen verstößt gegen die bayerische Verfassung, weil es keine Achtung vor religiösen Gefühlen anderer zeige, urteilte das bayerische Kultusministerium</p>
<p>Das Englisch-Lehrbuch „Context 21“ enthält ein Kapitel zum Thema „Fundamentalismus in Amerika“. Darin steht ein Text der amerikanischen Schriftstellerin Susan Jacoby, in dem sie behauptet, dass „ein unbestreitbarer, starker Zusammenhang zwischen religiösem Fundamentalismus und einer fehlenden Bildung“ bestehe. Der Glaube an die göttliche Schöpfung unserer Welt habe „die öffentliche Bildung in vielen Regionen des Landes nachhaltig (negativ) beeinflusst“, heißt es da. Dies sei ein Grund dafür, dass das Wissen amerikanischer Gymnasiasten geringer sei als das von gleichaltrigen Schülern in Europa und Asien.</p>
<p>Im März hatten sich zwei Lehrer über das Buch beschwert. Auch der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher, warf Jacoby vor, in ihrem Text „hochkomplexe Zusammenhänge in einem stark religiösen Land wie den USA auf einfache Stereotypen zu reduzieren“. Danach hatte der Verlag angekündigt, den Text zu überarbeiten. Dies geschah allerdings nach Ansicht der Kritiker nur sehr unzureichend.</p>
<p>Wie die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“ berichtet, entschied nun das Kultusministerium von Bayern, dass das Schulbuch des Berliner Cornelsen-Verlages nicht zugelassen werden könne, wenn es die umstrittenen, anti-evangelikalen Aussagen enthalte. Die Politiker erklärten, die Passage stimme  nicht mit Artikel 131 der Bayerischen Verfassung überein. Darin heißt es unter „Ziele der Bildung“: „Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen (&#8230;)“.</p>
<p>Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen begrüßte laut „idea“ diese Entscheidung. Das angesprochene Kapitel stelle die Evangelikalen sehr einseitig dar, so Vorstandsmitglied Gerhard Ellermann. Der Cornelsen-Verlag wollte sich bislang nicht zu dem Vorgang äußern.</p>
<p>Nicht das erste anti-evangelikale Cornelsen-Buch</p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, dass der Cornelsen-Verlag Texte in Schulbüchern abdruckt, die evangelikale Christen scharf angreifen. Das Englischbuch „Crossover“ (Band 2, 1. Auflage, ISBN 978-3-06-020483-0) aus dem Jahr 2009 hat ebenfalls „fundamentalistische Christen“ zum Thema gemacht und davor gewarnt, diese seien einem religiösen „Wahn“ verfallen, der auf der Bibel gründe. Es enthält einen Artikel der britischen Tageszeitung „The Guardian“, der überschrieben ist mit „Ihr Glaube ist übergeschnappt, aber sie sind das Herz der Macht“. Diese Christen wollten einen Krieg im Nahen Osten herbeiführen, weil dann der Messias wieder käme. Das Buch forderte die Schüler auf: „Wir können über diese Menschen lachen, aber wir sollten sie nicht abweisen. Dass ihr Glaube schwachsinnig ist, bedeutet nicht, dass sie eine Randerscheinung sind.“</p>
<p>Laut „idea“ brachte der Cornelsen-Verlag außerdem im vergangenen Jahr ein Deutschbuch heraus, in dem die Sage von Doktor Faust behandelt wird. Der Verein „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis“ (KSBB) in Bayern habe das Buch kritisiert, weil darin die Aufgabe gestellt worden sei, eine Beschwörungsformel für den Teufel zu verfassen und zu überlegen, welche Verlockungen heute einen Teufelspakt rechtfertigen könnten.</p>
<p>Im Sommer 2008 brachte der „Verlag an der Ruhr“ aus Mülheim, der zur Cornelsen-Holding gehört, ein Buch für Schüler der Klassen 7 bis 13 zum Thema „christlicher Fundamentalismus“ heraus. Der damals 25-jährige Verfasser Stephan Sigg schreibt darin, es gebe kaum einen Unterschied zwischen muslimischen und christlichen Fundamentalisten. Während die Welt aus irgendwelchen Gründen jedoch den radikalen Islam zum „Sündenbock“ erkoren habe, gelte: „Christliche Fundamentalisten verbreiten nach wie vor ihren Glauben mit Gewalt.“ Auch in Deutschland versuchten diese christlichen Fundamentalisten ihre Herrschaft auszubreiten. Sie seien antimodern und fortschrittsfeindlich. „Ihre Aktionen können für eine Gesellschaft gefährlich werden“, heißt es in dem Schulbuch.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.pro-medienmagazin.de/?id=paedagogik&amp;news%5Baction%5D=detail&amp;news%5Bid%5D=3044" target="_blank" class="liexternal">pro-medienmagazin.de</a></p>
<p>Weitere Beiträge <a href="http://www.pro-medienmagazin.de/buecher.html?&amp;news[action]=detail&amp;news[id]=267" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.</p>
<p>Atheistische Kritik an der Entscheidung des Landes Bayern („Zensur in der Schule: Bayern lässt anti-evangelikale Passagen in Schulbüchern streichen“) findet sich <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/06/zensur-in-der-schule-bayern-lasst-antievangelikale-passagen-in-schulbuchern-streichen.php" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.</p>
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		<title>Hilft Gender Mainstream bei der Stadtplanung?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 16:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit längerem liegt ein Buch auf meinem Lesestapel, dass ich von der Stadt Bonn erhielt und für dass ich mich besonders interessierte, da es sehr breit auf die Neugestaltung eines großen Verkehrsplatzes in der Nähe unserer Wohnung eingeht: Gleichstellungsstelle Stadtplanungsamt. Geschlechterperspektiven in der Stadtentwicklung. Bonn: Bundesstadt Bonn, 2007.
Als ich endlich anfing zu lesen, war ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit längerem liegt ein Buch auf meinem Lesestapel, dass ich von der Stadt Bonn erhielt und für dass ich mich besonders interessierte, da es sehr breit auf die Neugestaltung eines großen Verkehrsplatzes in der Nähe unserer Wohnung eingeht: <em>Gleichstellungsstelle Stadtplanungsamt. Geschlechterperspektiven in der Stadtentwicklung. </em>Bonn: Bundesstadt Bonn, 2007.</p>
<p>Als ich endlich anfing zu lesen, war ich nur neugierig. Die fehlende Gleichberechtigung früherer Zeiten hatte mancherlei Folgen, warum nicht auch im Städtebau. Was aber in dem Heft (und ähnlicher Literatur) als Beispiele angeführt wird, grenzt – man entschuldige die Ausdruckweise – ans Lächerliche.</p>
<p>So heißt es in der Einführung: „Es geht um die Nutzungsqualitäten von Wohnung, unter anderem im Hinblick auf die Ermöglichung von Betreuungsarbeit. Es geht um die Frage nach integrierten, funktionalen Quartieren und Stadtvierteln, in denen Daseinsvorsorge ebenso möglich ist wie wohnortnahe Erwerbsarbeit. Es geht um Verfügungsmacht und Verfügungsmöglichkeiten über öffentliche Räume, um Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten in Quartieren und in der Stadt. Schließlich geht es um den Abbau von Asymmetrien der Mobilitätschancen, um Bewegungsfreiheit, um die Möglichkeit gleichberechtigter Teilnahme am öffentlichen Leben und qualifizierter Erwerbsarbeit.“ (5–6) Ist das mehr als eine Aneinanderreihung von Worthülsen?</p>
<p>Das ganze Heft erweckt den Eindruck, als wäre der gesamte öffentliche Raum bis heute von Männern so konzipiert worden, dass Frauen das Leben möglichst schwer fällt. Und dabei sind es natürlich ‚die Männer‘, als hätte außer ein paar Politikern und vielleicht noch Unternehmer mit Standortentscheidungsmacht irgendein Mann die Macht, die Struktur seiner Umwelt zu bestimmen. Werde ich da als Einzelner nicht wegen meines Geschlechts vom Opfer zum Täter umdefiniert?</p>
<h3>Ist Protzarchitektur rein männlich?</h3>
<p>Eine enorm ausdifferenzierte und komplizierte Welt wird dabei in fertige Schablonen gepresst, etwa wenn es heißt: „Irene Wiese von Ofen, ehemalige Stadtbaurätin von Essen, hat bereits 1995 mit Blick auf unterschiedliche Planungsansprüche und daraus resultierende Ergebnisse Folgendes formuliert: ‚Ein Städtebau der großen Geste und eine Architektur harter Kontraste und ausgeklügelter Repräsentanz (corporate Identity, Achsen u.ä.) dürfte damit eher als ,männlich‘ zu bezeichnen sein, die der harmloseren Form, der additiven Elemente und der praktischen Gebrauchsfähigkeit eher als ,weiblich‘.‘ Letztere sind, so von Ofen, ‚Lebensquartiere für uns alle gemeinsam‘.“ (6) Hier wird eine jahrtausendealte Architekturgeschichte monokausal erklärt: praktische und nette Gebäude sind weiblich, alle anderen männlich.</p>
<p>Ich fühle mich als einer, der die Protzarchitektur der Gegenwart nicht leiden kann, beleidigt, dass man billig all das nur den Männern zuschreibt. Und ich kann auch nicht erkennen, was unter einer langjährigen Oberbürgermeisterin in Bonn so grundlegend anders geworden ist.</p>
<p>Es gibt Merkels in dieser Welt, die in wohltuender Weise weibliche Führungselemente in eine Welt der Hirsche bringen, die ihre Geweihe vergleichen, aber gibt es nicht auch die Thatchers, die eisernen Ladys? Das gilt für weibliche Architekten/innen genauso! Schon mal das BMW-Haus in Leipzig von Zaha Mohammad Hadid gesehen oder die Bauten von Lina Bo Bardi in Brasilien?</p>
<p>Sodann ist die Frage: Warum klingt das ganze so nach moralischer Wertung? Warum werden im Falle der Männer eher negative klingende Begriffe verwendet, im Falle der Frauen positiv klingende?</p>
<p>Und wenn schon die Feststellung so pauschal stimmen würde: Warum geht es dann nicht darum, einen gerechten Mix aus zweierlei Sichtweisen und Wünschen zu planen, sondern offensichtlich darum, jetzt endlich einmal ausschließlich ‚weiblich‘ zu planen und zu bauen?</p>
<p>Wirklich empirische Belege finden sich für all das nicht. Weil es viel „Unklarheit“ gibt, ja es bei Gender Mainstream oft darum gehe, einen Pudding an die Wand zu nageln (7), schreibt Brigitte A. (7–19) [wobei ich die Nachnamen bewusst abkürze, weil es mir nicht um bestimmte Personen geht]: „Hinzu kommt, dass die Bezüge zwischen Geschlechtergerechtigkeit und Städtebau erst einmal hergestellt werden müssen.“ (7) Das riecht mir mehr nach Verschwörungstheorie und Geldbeschaffung, als nach etwas, was exakte Forschung hervorbringt und was dann konkret unsere Alltagsumwelt lebenswerter macht.</p>
<h3>Frauen wünschen Nähe, Männer Weite? Die Romantik lässt grüßen!</h3>
<p>In Dessau wird ein Plangebiet „um ein weiteres Wohngebiet erweitert, um kürzere Wege zu ermöglichen (Erhaltung bzw. Sicherung der Nahversorgung).“ (11) Ist der Umstand, dass der Weg zur nächsten Post immer weiter ist, wirklich ein Gender-Problem? Ist der Umstand wirklich dem fehlenden Einfluss von Frauen geschuldet?</p>
<p>Also, die Männer sind schuld, dass das bisher nicht so war? Und jetzt endlich kommen Baumaßnahmen in Dessau, die alles besser machen? Werden hier nicht selbstverständliche Baumaßnahmen mit einem gewaltigen Brimborium behängt, als sei erst Gender Mainstream darauf gekommen?</p>
<p>Und wieso war dann die Nahversorgung mit Tante-Emma-Laden früher, als es Gender Mainstream noch nicht gab, ja leider noch nicht einmal die Gleichberechtigung, trotzdem so viel besser?</p>
<p>Und wieso wird dann berichtet, dass eine NRW-Studie in allen Städten und Gemeinden, wie Nahversorgung nach dem Wunsch der Bevölkerung aussehen sollte, kein eindeutiges Ergebnis brachte (40)? Offensichtlich lassen sich die Millionen von Einwohnern nicht einfach zwei Kategorien – Mann und Frau – zuordnen, sondern einer enorm großen Vielfalt von Wünschen und Idealvorstellungen.</p>
<p>Und wieso kaufen dann bei HUMA (dem Supergroßmarkt außerhalb von Bonn) so viele Frauen (und Männer) mit Auto ein, während die Lebensmittelläden in der Stadt eingehen, weil zu wenig Frauen (und Männer) dort einkaufen?</p>
<p>„Der ruhende Verkehr wurde unter Gesichtspunkten des Gender Mainstream neu gestaltet.“ (12) Welche Gesichtspunkte? Die der Gleichberechtigung? Die der Frauen? Und welche sind das dann? Empirisch erforschte und erfragte? Oder einfach ideologisch behauptete?</p>
<p>Da heißt es dann plump: „Männer fahren Auto, Frauen nutzen den ÖPNV oder gehen zu Fuß.“ (16) Und ich? Ich habe gar kein Auto!</p>
<p>Auch bei Brigitte R. (72–90) ist immer wieder von der nur von Frauen erwünschten „Nähe“ (z. B. 83) die Rede und „kurze Wege“ sind „geschlechtergerechte Planung“ (85).</p>
<p>Die Romantik entwickelte eine lange Liste von typischen Zuordnungen männlicher und weiblicher Eigenschaften. Allen voran stehen da „Weite“, Öffentlichkeit und „außen“ für den Mann und „Nähe“, Haus und Familie und „innen“ für die Frau (s. etwa Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. <em>Frau – Männin – Menschin: Zwischen Feminismus und Gender</em>. Kevelaer: Butzon &amp; Bercker, 2009. 35). Es ist schon kurios, dass solche mythischen Festschreibungen in der Genderforschung fröhliche Urstände feiern. Ob der Umstand, dass Frauen in vielen älteren Kulturen einen geringeren Bewegungsradius haben als Männer nur kulturell bedingt oder wirklich angeboren ist, ist aber in Wirklichkeit höchst umstritten (s. Doris Bischof-Köhler. Von Natur aus anders: Die Psychologie des Geschlechtsunterschiede. Stuttgart: W. Kohlhammer, 20063. 154).</p>
<h3>Der Bertha-von Suttner-Platz – einfach gut erneuert oder gendergerecht?</h3>
<p>Von besonderem Interesse war für mich aber nun zu erfahren, welche Rolle Gender Mainstream für den großen Verkehrsplatz ‚Bertha-von-Suttner-Platz‘ spielte (80–81), der 80 m von meinem Haus weg liegt und auf dem und über den sich Teile unseres Familienlebens durch Einkauf, Schnellimbiss und U-Bahn, Straßenbahn und Bus abspielen. Aus meiner Sicht war es eine ganz normale Modernisierung mit dem üblichen langen Vorlauf im Stadtparlament, in ÖPNV-Unternehmen, in den Medien und bei der Finanzierung.</p>
<p>Richtig heißt es im Heft, der Platz lade jetzt zum Verweilen ein (na, vielleicht etwas übertrieben), nachdem man ihn früher nur betrat, um ihn so schnell wie möglich wieder zu verlassen (richtig!), dass die Haltestellen des Verkehrsknotenpunktes nun heller, freundlicher, bequemer und behindertengerechter seien (alles sehr richtig, aber bei einer Platzerneuerung nach 20 Jahren ist das ja auch ohne teure Genderstudien zu erwarten), dass „viele Angsträume“ „verschwunden“ sind (was sind das denn? Und war die Autorin auch mal um 1 Uhr Nachts auf dem neuen Platz?) Der Gehweg ist breiter usw.</p>
<p>Nur, was das alles mit Gender Mainstream zu tun haben soll, wird nicht gesagt. War der unwirtliche Platz vorher männlich und nach Männerwünschen gestaltet? Und wieso halten sich dann jetzt so viele Männer dort auf? Denn irgendein Beleg, dass Männer den Platz früher liebten und heute nicht mehr, fehlt natürlich.</p>
<p>Fakt ist: Der Platz war früher für Männer und Frauen schrecklich und ist heute wesentlich freundlicher gestaltet – zum Hinsetzen und Verweilen lädt er immer noch nicht ein und kann der 50m entfernten Fußgängerzone mit der gemütlichen Außengastronomie immer noch keine Konkurrenz machen, die sich in freundlichen Straßen finden, die in früheren Generationen ja auch wesentlich Männer gestaltet haben!</p>
<h3>Was beweisen zwei Badezimmer?</h3>
<p>Brigitte R. überbietet alles mit ihrem „Plädoyer für die Überwindung der steingewordenen Geschlechterhierarchie“ (86).</p>
<p>„Bad oder Bäder? Durchaus, auch Sanitärräume können Hierarchien manifestieren. Ein einziges vorhandenes Bad, das zudem klein und eng ist und nur über eine Waschgelegenheit verfügt, erfordert die Verteilung der Nutzungsrechte. Im traditionalistischen Idealfall ist der ‚Familienernährer‘ zuerst dran, da er das Haus oder die Wohnung zuerst verlassen muss. Geht man realistischerweise davon aus, dass Frauen wie Männer einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder zumindest eine anstreben (in Bonn beispielsweise liegt der Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei 49,3%!), gehören Grundrisse für Wohnungen und Häuser, die nicht zwei Bäder oder ein größeres Bad mit zwei Waschgelegenheiten vorsehen, in die Mottenkiste.“ (89–90)</p>
<p>Beruhen solche Aussagen wirklich auf Erforschung der heutigen Realität? Wird hier wirklich Wissenschaft betrieben? Oder werden hier möglicherweise früher einmal vorhandene Realitäten (auch dafür erscheinen sie mir noch reichlich typisiert und verallgemeinert) in den Köpfen fortgeschrieben, um die mit ihnen begründete Ideologie (oder gar nur ihre Finanzierungsquelle) nicht zu verlieren?</p>
<p>Wie reich muss die Autorin sein, dass sie alle Wohnungen ohne zwei Bäder oder zwei Waschgelegenheiten für Familien abschaffen will? Und früher hatten also die armen Familien kleine Badezimmer nicht, weil sie arm waren, sondern weil so die Männer Herren im Haus bleiben wollten?</p>
<p>Ich bezweifele jedenfalls, dass die Gelder, die für solche Beiträge ausgegeben werden, zu irgendeiner sinnvollen Veränderung in irgendwelchen Partnerschaftsbeziehungen führen. Im übrigen: Wenn alles, was einem zur geschlechterhierarchischen Nutzung des Familienbades einfällt, ist, dass man zwei Badezimmer einbaut, beweist man nur, dass man nicht in der modernen Welt der ökologischen Bauweise angekommen ist. Ich gönne jedem, der es sich leisten kann, ein zweites Bad. Aber als ideologisches Muss? Da spare ich mir doch lieber einen Teil meines Geldes für den Einsatz in ärmeren Ländern der Erde, wo viele von sauberen Wasser und nur einem Badezimmer für die Großfamilie träumen.</p>
<p>Das fällt mir am meisten an der Genderforschung auf: Man muss nicht erst wie andere mühsam empirische Beweise erbringen (also etwa bei Kleinkindern erforschen, ob Jungen und Mädchen sich in Sachen Nähe und Ferne unterschiedlich verhalten oder ob sich unterschiedliche Wünsche zur Gestaltung eines Verkehrsplatzes wirklich auf Männer und Frauen verteilen lassen). Solange es nur politisch korrekt klingt, darf man Dinge behaupten, die nicht nur schwer nachweisbar sind, sondern die auch schnell der eigenen Sache entgegenstehen, etwa wenn Genderstudien am Ende keine Gleichberechtigung herbeiführen.</p>
<p>Prof. Klaus S. (50–64) gibt dagegen manch gute Anregung. Ungleiches müsse auch ungleich behandelt werden (58). Gender Mainstream sei Politik für Frauen <em>und</em> Männer (52), so dass alle gehört werden müssten. Ist er aber nicht als einziger Mann unter den Autoren verdächtig, nur in eigener Sache zu sprechen?</p>
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		<title>Deutschland, einer der ärmsten Staaten der Erde – Geburtenzahl sinkt dramatisch</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 12:44:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über das einzige Land der Erde, dass seit 30 Jahren eine Geburtenrate unter 1,4 hat, obwohl 2,08 nötig wären.
Deutschland einer der ärmsten Staaten? War Deutschland nicht bis 2008 Exportweltmeister, 2009 knapp hinter China Vizeexportweltmeister? Findet sich in Deutschland nicht ein soziales Netz, das wohl nur noch von den skandinavischen Ländern übertroffen wird? Da soll Deutschland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Über das einzige Land der Erde, dass seit 30 Jahren eine Geburtenrate unter 1,4 hat, obwohl 2,08 nötig wären.</em></p>
<p>Deutschland einer der ärmsten Staaten? War Deutschland nicht bis 2008 Exportweltmeister, 2009 knapp hinter China Vizeexportweltmeister? Findet sich in Deutschland nicht ein soziales Netz, das wohl nur noch von den skandinavischen Ländern übertroffen wird? Da soll Deutschland arm sein?</p>
<p>Der Heidelberger Finanz- und Steuerrechtler und ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht Paul Kirchhof schrieb 2006 in ‚Das Gesetz der Hydra‘ (München: Droemer) über „Das Drama der sterbenden Gesellschaft“ (S. 173): „Deutschland ist einer der ärmsten Staaten dieser Erde“ (S. 173, siehe S. 173–175) und machte darauf aufmerksam, dass einer der reichsten Länder der Erde eines der „kinderärmsten“ sei und Kinderarmut langfristig in echte Armut führen werde.</p>
<p>Während das Nachbarland Frankreich eine Geburtenrate von 2,02 aufzuweisen hat, liegt Deutschland für 2009 bei 1,35, einem der niedrigsten Werte weltweit – und dass schließt ja bereits die kinderreichen Familien von Migranten mit deutschem Pass ein. (Die Geburtenrate ist hier Zahl der Geburten pro Frau. Um die Bevölkerungszahl in Deutschland stabil zu halten, wäre eine Geburtenrate von 2,08 nötig. Es gibt auch eine Geburtenrate als Lebendgeburten pro 1000 Einwohner, die Ergebnisse für einen Ländervergleich sind dieselben.)</p>
<p>Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat schon lange vorgerechnet, dass schon lange jede Kindergeneration kleiner ist, als die jeweils vorangegangene – gleich welche man miteinander vergleicht, und nennt deswegen „Deutschland – eines der kinderärmsten Länder“ (<a href="http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/regionale-dynamik/deutschland.html" target="_blank" class="liexternal">Sabine Sütterlin. „Deutschland – eines der kinderärmsten Länder“</a>).</p>
<p>Der 56. FDP-Bundesparteitag fasste das am 7.5.2005 so zusammen: „Demografische Veränderungen haben einen langen Vorlauf. Seit Jahren gehen in Deutschland die Kinderzahlen zurück. Seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ist jede Kindergeneration um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Dieser Rückgang ist aus zwei Gründen bisher kaum wahrgenommen worden: Die Lebenserwartung ist in den letzten 30 Jahren um ca. acht Lebensjahre angestiegen, und in Deutschland leben mittlerweile zwölf Millionen Aussiedler, Ausländer und eingebürgerte Migranten und Migrantinnen.“ (<a href="http://56.parteitag.fdp.de/webcom/show_article.php/_c-45/_nr-19/_p-1/i.html" target="_blank" class="liexternal">parteitag.ftp.de</a>)</p>
<p>Selbst der Spiegel schreibt zu den allerneuesten Zahlen für 2009: „Geburtenzahl in Deutschland sinkt dramatisch“ (<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,695184,00.html" class="liexternal">spiegel.de</a>).</p>
<p>Das Statistische Bundesamt gibt in „Mikrozensus 2008 – Neue Daten zur Kinderlosigkeit in Deutschland“ an, dass 2008 21% der 40–44jährigen Frauen kinderlos waren – in höherem Alter danach erhöht sich die Rate der Mütter kaum noch. Die zehn Jahre älteren Jahrgänge (1944–1948) waren zu 16% kinderlos, die zwanzig Jahre älteren zu 12%. Für 2008 lag der Anteil der Kinderlosen unter den 40–44jährigen Frauen unter Akademikerinnen noch höher, als der Durchschnitt, nämlich bei 28% (<a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pk/2009/Kinderlosigkeit/Kinderlosigkeit__Ueb,templateId=renderPrint.psml" target="_blank" class="liexternal">destatis.de</a>).</p>
<p>Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes („Geburten in Deutschland“, 2007) lag die Geburtenrate mit 2,5 Anfang der 1960er Jahre am höchsten, Tiefpunkt war mit weniger als 1,3 die Mitte der 1980er Jahre. Bis 1990 stieg die Geburtenrate auf 1,5, seit 1998 sinkt sie wieder bis auf 1,3 im Jahr 2006. In diesem Jahr hatten sich auch die Geburtenrate in den alten und den neuen Bundesländern einander angeglichen.</p>
<p>Frauen mit Migrationshintergrund (ohne Eingebürgerte) hatten Anfang der 1990er Jahre eine Geburtenrate von 2,0, aber auch hier ist die Rate bereits auf 1,6 gesunken.</p>
<p>Deutschland, so das Statistische Bundesamt, hat zwar nicht die niedrigste Geburtenrate der Welt, da Italien, Griechenland und sieben osteuropäische Länder ein bisschen niedriger liegen, aber <strong>Deutschland verfügt doch über eine besorgniserregende Besonderheit, weil es als einziges Land der Erde bereits seit fast 30 Jahren eine Geburtenrate unter 1,4 hat</strong>.</p>
<p>Übrigens gilt eine geringere Kinderlosigkeit bei Frauen mit Migrationshintergrund nur, wenn sie selbst, nicht schon ihre Eltern zugewandert sind. Bei den in Deutschland geborenen Frauen mit Migrationshintergrund hat sich die Zahl der kinderlosen Frauen praktisch der der Frauen ohne Migrationshintergrund angepasst!</p>
<p>Damit mich keiner falsch versteht: Jeder Rassismus ist mir fern und dem ‚deutschen‘ Boden dürfte es ziemlich egal sein, welche Menschen auf ihm leben. Und wenn ein Teil der ‚Deutschen‘ eben nicht mehr für eine Zukunft mit Kindern leben will, dann werden eben andere Menschen den Platz ausfüllen.</p>
<p>Aber ich gebe Kirchhof recht: „Wir stehen vor der Frage, ob wir eine im Erwerbsleben stehende oder eine im Kind vitale Gesellschaft sein wollen“ (S. 194). Ersteres funktioniert nur einige Jahre lang, nie aber über längere Zeit. Deswegen gilt: „Familienpolitik ist die beste Wirtschaftspolitik“ (S. 194) und „Familienpolitik ist deswegen kein Gegensatz zur Wirtschaftspolitik, sondern deren Grundlage“ (S. 195).</p>
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		<title>Tokyo 2010</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 20:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mission & Ökumene]]></category>
		<category><![CDATA[Tokyo]]></category>

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		<description><![CDATA[2000 Missionsleiter – überwiegend die Leiter größerer protestantsicher Missionsgesellschaften – aus 140 Ländern trafen sich für vier Tage zu einer Weltmissionskonferenz „Tokyo 2010 – Global Mission Consultation“ in Japan zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum der ersten Weltmissionskonferenz in Edinburgh 1910. Zugleich war die Konferenz eine direkte Fortsetzung der internationalen Konferenz 1980, die ich noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Feierliche-Eröffnung.jpg" ><img class="alignright size-medium wp-image-1563" title="Feierliche Eröffnung" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Feierliche-Eröffnung-199x300.jpg" alt="" width="161" height="243" /></a>2000 Missionsleiter – überwiegend die Leiter größerer protestantsicher Missionsgesellschaften – aus 140 Ländern trafen sich für vier Tage zu einer Weltmissionskonferenz „Tokyo 2010 – Global Mission Consultation“ in Japan zur Erinnerung an das 100jährige Jubiläum der ersten Weltmissionskonferenz in Edinburgh 1910. Zugleich war die Konferenz eine direkte Fortsetzung der internationalen Konferenz 1980, die ich noch als Student – unter Anleitung des Initiators Prof. Dr. Ralph Winter – mitorganisiert hatte. Winter hatte auch diese Konferenz initiert, aber selbst nicht mehr miterlebt [s. <a href="http://http://www.thomasschirrmacher.info/blog/ralph-winter-1924-2009-–-ruhe-in-frieden/" target="_blank" class="liexternal">hier</a>].</p>
<p>Die Teilnehmer spiegelten erstmals deutlich die Tatsache wieder, dass die Missionsgesellschaften aus dem Globalen Süden den traditionellen Senderländern des Westen den Rang abgelaufen haben. Missionare aus den westlichen Ländern waren in der Minderheit, das Programm wurde von Asiaten, Afrikanern und Lateinamerikanern bestimmt. Im folgenden meine Worte zur Eröffnung am 13.5.2010.</p>
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.tokyo2010.org" target="_blank" class="liexternal">www.tokyo2010.org</a></li>
<li><a href="http://www.christianpost.com/article/20100513/tokyo-missions-conference-draws-2000-leaders/" target="_blank" class="liexternal">www.christianpost.com/article/20100513/tokyo-missions-conference-draws-2000-leaders/</a></li>
<li><a href="http://www.christianpost.com/article/20100516/mission-leaders-repent-for-national-sins-seek-reconciliation/" target="_blank" class="liexternal">www.christianpost.com/article/20100516/mission-leaders-repent-for-national-sins-seek-reconciliation/</a></li>
</ul>
<h3>To the delegates of Tokyo 2010 – Global Mission Consultation</h3>
<p>Dear sisters and brothers in Christ,</p>
<p>It is a privilege to be together with you. I see you all as a living picture of what the Holy Spirit has been doing in the last 100 years since 1910! In spite of world wars, colonialism, poverty and financial crises, and in spite of secular megapowers like communism or Hitler’s racism, the church of Jesus Christ and world mission have become global as never before. Not, that we do not have a task left, but never before has the approaching fulfillment of the task of world mission been so visible.</p>
<p>You all probably have read the written greeting by Dr Sang-Bok David Kim, the Chairman of the International Council of the World Evangelical Alliance. I bring you personal greetings from Geoff Tunnicliffe, the International Director of WEA, as well as greetings from our Mission Commission (of course several of its members are here anyway), its Religious Liberty Commission and its International Institute for Religious Freedom (as persecution is a pressing reality in world mission today), and its Theological Commission, which I am privileged to chair. As the WEA, we know that a large part of our constituency of approximately 420 million is the fruit of your efforts, the missionaries and mission societies that have dedicated their lives to spreading the good news everywhere.</p>
<p>At 20 years of age, I head the privilege of being involved together with the late Dr Ralph Winter in the planing and organisation of the conference in Edinburgh 1980. This gave my life a new direction. Planting a vibrant church in every people, language, and culture became a central focus. I studied missiology, world religions and cultural anthropology just as my mentor Winter had done. But all this wonderful knowledge about the many cultures in the world only makes sense, if world mission and reaching the peoples that have no church becomes the very heart of theology itself. Theology, that lives for itself, as does much of academic theology in the country where I come from, theology, that does not see itself as an ongoing argument for God’s mission in the world, no longer is a <em>theo</em>-logy, a teaching centered on God, but has become a medium just for the exchanged of human arguments.</p>
<p>I am thrilled that Tokyo 2010 will be the real follow up of Edinburgh 1910: a meeting of mission agencies! And I am thrilled that Tokyo 2010 will overcome the biggest problem that Edinburgh 1910 had – the lack of non-Western involvement. This time, the Global South will lead the way and we definitely need this in the West (at least in Europe).</p>
<p>The more the World Council of Churches is overcoming the idea, invented 50 years ago, of a moratorium of missions, and the more it stresses that mission is an integral part of the  nature of the church, the more it can get back to its roots and claim to be a heir of Edinburgh 1910. And of course Lausanne III or Cape Town 2010 sees itself in the footsteps of Edinburgh 1910 too, and Tokyo 2010 shares the spiritual DNA with the Lausanne Movement and the World Evangelical Alliance.</p>
<p>But I think Tokyo 2010 is the real heir of Edinburgh 1910. Why? First of all for a very simple reason. Edinburgh 1910 was a meeting of those doing mission, of the mission societies and groups helping them, like student volunteer movements and prayer networks. The idea was not just bridging between the churches, but bridging for a clear purpose, namely the mission of the church, and this can only done by the practitioners.</p>
<p>The second reason is: Edinburgh 1910 was about reaching the whole world, but it did not represent the whole world. In Edinburgh 1910 even those parts of the non-Western church, that had vital churches already, were missing and not represented, not to mention other “mission fields”. At Tokyo 2010 it is no longer necessery for Western mission societies to invite representatives from churches in the Global South. Nowadays there are many, many mission agencies from the Global South, and when mission societies are meeting, as they do in Tokyo 2010, the Global South will dominate by numbers. And even the largest older mission agencies today owe their large size to their many members from the Global South. A timely example of this development is WEC International, founded by C T Studd in the heydays of colonialism, which is currently moving its international headquarter from Bulstrode near London to Singapore.</p>
<p>As a European I want to add the last step: Mission agencies from the Global South should bring the gospel back to the secularized countries in the West and help to revive dying churches: “Come over and help us!” Thus the dynamics started by the movement that led to Edinburgh 1910 finally would come full circle!</p>
<p>I pray that we all will be filled by the Spirit. According to Jesus’ words he alone can and will “convict the world of its sin, and of God’s righteousness, and of the coming judgment“. But he has chosen to use us as his messengers. So we can become witnesses to others, yet even more have the privilege to witness his mighty acts before our eyes.</p>
<p>Thomas Schirrmacher</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Zusammen-mit-dem-int.-Organisationskomittee-auf-der-Bühne.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1564" title="Zusammen mit dem int. Organisationskomittee auf der Bühne" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Zusammen-mit-dem-int.-Organisationskomittee-auf-der-Bühne.jpg" alt="" width="500" height="325" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0030.jpg" ><img class="aligncenter size-large wp-image-1561" title="0030" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0030-1024x768.jpg" alt="" width="500" height="325" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0030.jpg" class="liinternal"></a><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0012.jpg" ><img class="aligncenter size-large wp-image-1560" title="0012" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0012-1024x768.jpg" alt="" width="500" height="325" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/0030.jpg" class="liinternal"></a><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Auf-der-Bühne-ich-ganz-rechts.jpg" ><img class="aligncenter size-full wp-image-1562" title="Auf der Bühne, ich ganz rechts" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/07/Auf-der-Bühne-ich-ganz-rechts.jpg" alt="" width="500" height="325" /></a></p>
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		<title>Das Kreuz als Tür zum Leben</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 13:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Naumburger Dom bildet das Kreuz des sogenannten Naumburger Meisters eine eindrucksvolle Tür: Der gekreuzigte Christus ist die Tür zum Leben.
Der Westlettner gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Frühgotik, der offensichtlich zusammen mit dem Westchor (und seinen unübertroffenen 12 Stifterfiguren aus Stein, allen voran „Ekkehard und Uta“) ziemlich genau Mitte des 13. Jahrhunderts von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/05/DSCF0036.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1540 alignleft" title="Naumburger Dom" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/05/DSCF0036-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Im Naumburger Dom bildet das Kreuz des sogenannten Naumburger Meisters eine eindrucksvolle Tür: Der gekreuzigte Christus ist die Tür zum Leben.</p>
<p>Der Westlettner gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Frühgotik, der offensichtlich zusammen mit dem Westchor (und seinen unübertroffenen 12 Stifterfiguren aus Stein, allen voran „Ekkehard und Uta“) ziemlich genau Mitte des 13. Jahrhunderts von einem unbekannten Genie aus einer Hand entworfen und durchgeführt wurde, den man deswegen den Naumburger Meister nennt (http://de.wikipedia.org/wiki/Naumburger_Meister).</p>
<p>„Die Kreuzigungsgruppe steht unmittelbar am Eingang zum Chor. Links und rechts des senkrechten Kreuzbalkens befinden sich die beiden Durchgänge in das Chorinnere. Beim Betreten des Westchores geht man demnach unter den ausgebreiteten Armen Christi hindurch, vorbei an den seitlichen Figuren der Maria und Johannes des Täufers. An der Brüstung der Lettnerbühne sind Reliefs mit Darstellungen des Passionsgeschehens angebracht. In dem Giebel in der Mitte befindet sich in einem Vierpass ein Stuckrelief mit der Darstellung Christi als Weltenrichter, umgeben von den arma Christi.</p>
<p>Die Reliefs zeigen die Passion auf dramatisch bewegte, eindringliche und dabei wirklichkeitsnahe Weise. Auch auf eine wirklichkeitsnahe Tiefenwirkung hat der Naumburger Meister geachtet.</p>
<p>Im Einzelnen sind dargestellt (von Süd nach Nord): das letzte Abendmahl, der Verrat des Judas, die Gefangennahme Christi, die Verleugnung Christi durch Petrus (nicht als Relief, sondern als Figurengruppe: Petrus und die Magd, sowie zwei Kriegsknechte, links und rechts der Giebelabläufe), Christus vor Pilatus, die Geißelung und die Kreuztragung. Die beiden letztgenannten Reliefs sind Kopien, da die Originale bei dem Dombrand im Jahre 1532 schwer beschädigt wurden.“ (gekürzt aus Wikpedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Naumburger_Meister)</p>
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		<title>Selbstliebe?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 13:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3Mose 19,18; Mt 22,35–40; Mk 12,28–34; Lk 10,25–28; Gal 5,13–14; Jak 2,8–12; Röm 13,8–10; Mt 19,19; Mt 5,43).
Einige verstehen diesen Satz – meist mit Hilfe psychologischer Überlegungen – als generelle Aufforderung, dass man sich zunächst selbst lieben müsse, bevor man andere lieben könne. Andere sehen jede Selbstliebe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3Mose 19,18; Mt 22,35–40; Mk 12,28–34; Lk 10,25–28; Gal 5,13–14; Jak 2,8–12; Röm 13,8–10; Mt 19,19; Mt 5,43).</p>
<p>Einige verstehen diesen Satz – meist mit Hilfe psychologischer Überlegungen – als generelle Aufforderung, dass man sich zunächst selbst lieben müsse, bevor man andere lieben könne. Andere sehen jede Selbstliebe als das Ende der von Jesus geforderten Selbstverleugnung (Mt 16,24; Mk 8,34; Lk 9,23) an und verstehen das „wie dich selbst“ als Zugeständnis an den leider immer vorhandenen Egoismus. Wer hat recht?</p>
<p>Durch die Verbindung der Liebe mit den Geboten Gottes (Röm 13,8–10) klärt sich die Frage. Nimmt man nämlich die Gebote Gottes hinzu, sieht man, dass beide Seiten gleichermaßen Recht wie Unrecht haben. Wenn Gott uns geboten hat, uns um uns selbst zu kümmern und uns selbst Freude zu schaffen, kann an diesen Stellen keine prinzipielle Selbstverleugnung gefordert sein. Wenn Gott uns aufträgt, unseren Lebensunterhalt zu verdienen oder uns am Essen zu erfreuen, kann ein solcher Einsatz für uns selbst nicht falsch sein. Wo Gott uns aber aufträgt, die Interessen anderer über unsere eigenen zu stellen, können psychologische Theorien Gottes Willen nicht aufheben. Die Bibel spielt den Einzelnen und die Gesellschaft und die eigenen Interessen und die Interessen der Allgemeinheit nicht gegeneinander aus. Sie ist weder individualistisch noch sozialistisch. Sie wahrt die Privatsphäre des Einzelnen ebenso, wie sie keinen von der sozialen Verantwortung ausnimmt.</p>
<p>Die berühmte Goldene Regel Jesu in Mt 7,12 verbindet die Selbstliebe und das Leben für andere untrennbar miteinander: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.“</p>
<p>Die Bibel kann selbst das höchste Ziel des Menschen, nämlich ewiges Leben zu erlangen und in ewiger Gemeinschaft mit Gott zu leben, in doppelter Weise begründen. Einerseits wird damit Gott an die erste Stelle gesetzt und der Mensch ordnet sich demütig Gottes Willen unter: Der Mensch wird Gott ewig als seinen Herrn und Erlöser preisen. Andererseits ist dies aber zugleich das Beste, was ein Mensch für sich selbst tun kann. Deswegen begründet die Bibel ein Leben nach dem Willen Gottes ohne Hemmungen mit dem Nutzen, den der Mensch davon in Ewigkeit haben wird (Mt 6,19–20; Joh 4,36; Lk 6,23; Gal 6,9; 1Tim 6,18–19; Kol 3,23–24; 1Kor 3,14; vgl. Jak 5,3). Häufig ist dabei vom zwar unverdienten, aber dennoch klar zugesagten „Lohn“ die Rede.</p>
<p>Die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott ist die höchste Vollendung der Liebe zu Gott, der Liebe zu anderen und der wahren Liebe des eigenen Lebens, also dem Wunsch, das Beste aus dem eigenen Leben zu machen. Wilhelm Lütgert hat das treffend formuliert: „Wenn durch die Liebe zu Gott aus dem Selbsterhaltungstrieb die Selbstsucht ausgeschieden wird, so wird er zu Selbstliebe. &#8230; Selbstsucht ist nicht Selbstliebe. Der selbstsüchtige Mensch liebt überhaupt nicht, auch nicht sich selbst.“ (Wilhelm Lütgert. <em>Ethik der Liebe</em>. C. Bertelsmann: Gütersloh, 1938. S. 17)</p>
<p>Die berufliche Arbeit ist in der Bibel ein gutes Beispiel für die doppelte Ausrichtung der Liebe. Arbeit ist nämlich immer zugleich Arbeit für den Arbeitenden und Arbeit für andere. Auch der Ertrag der Arbeit dient sowohl dem eigenen Lebensunterhalt als auch anderen (z. B. der Familie, den Armen, der Kirche und dem Staat). So geht der Ertrag der Arbeit nicht einfach nur an den Arbeitenden. Paulus schreibt etwa: „Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz sein sollen, noch ihre Hoffnung auf die Ungewissheit des Reichtums setzen sollen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht, um es zu genießen, und dass sie Gutes tun, reich an guten Werken, freigebig und behilflich sein sollen, um sich selbst eine gute Grundlage für die Zukunft zu sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen“ (1Tim 6,17–19). Reichtum soll hier also sowohl dem eigenen Genuss, als auch anderen dienen, wobei letzteres im Himmel auch dem Geber selbst wieder zugute kommt. John Stott nennt dies „Das biblische Prinzip der Gegenseitigkeit“ (John Stott. <em>Christsein in den Brennpunkten unserer Zeit &#8230;</em> 3. Francke: Marburg, 1988. S. 38–42).</p>
<p>Wir haben an dieser Stelle wie so oft zwei Seiten zu berücksichtigen. Einerseits geschieht Arbeit zur eigenen Versorgung, andererseits dient Arbeit anderen, sei es, weil die Arbeit direkt für sie geschieht (zum Beispiel die Arbeit des Busfahrers), sei es, dass ihnen das Ergebnis der Arbeit etwas nützt (z. B. der gebaute Kinderwagen), sei es, dass der Arbeitende anderen etwas von seinem Lohn weitergibt (z. B. Lebensunterhalt für seine Familie). Diese beiden Seiten dürfen nie gegeneinander ausgespielt werden.</p>
<p>So schreibt ein säkularer Wirtschaftswissenschaftler, der die biblischen Zusammenhänge besser verstanden zu haben scheint als mancher Christ: „Der Glaube, dass das Glück der anderen am Ende auch einem selbst nützt, findet nur schwer den Weg zum menschlichen Herzen. Jedoch ist dies die Goldene Regel der Wirtschaft, der Schlüssel zu Frieden und Wohlstand und eine Voraussetzung für den Fortschritt.“ (George Gilder. <em>Reichtum und Armut</em>. dtv: München, 1983. S. 19)</p>
<p>Viele Probleme entstehen dort, wo man Dinge gegeneinanderstellt, die Gott in seinem Gesetz aufeinander bezieht. Dies gilt auch für Individualismus und Kollektivismus. Der Individualismus sieht das Individuum, den einzelnen Menschen, als den wichtigsten Maßstab an und glaubt, dass sich alles an den Bedürfnissen und Wünschen des Einzelnen auszurichten habe. Dies ist etwa die Botschaft des politischen Liberalismus. Der Kollektivismus dagegen sieht die Gemeinschaft (der Kirche, des Staates usw.) als den wichtigsten Maßstab an und glaubt, dass sich alle privaten Bedürfnisse dem Wohl der Gemeinschaft unterzuordnen haben. Ganz deutlich wird dies etwa im Kommunismus oder in der nationalsozialistischen Parole: „Du bist nichts, dein Volk ist alles“.</p>
<p>In der Bibel wird diese Gegenüberstellung dadurch überwunden, dass weder der Einzelne noch die Gesellschaft der Maßstab und das Ziel des menschlichen Lebens sind, sondern der dreieinige Gott und seine Verherrlichung.</p>
<p>Gott selbst ist es, der in seinem Wort der Einzelpersönlichkeit ebenso große Bedeutung beimisst wie der Gemeinschaft, allerdings nicht nur einer Gemeinschaft, sondern der Gemeinschaft in verschiedenen von Gott gestifteten Bünden, etwa im Zusammenleben und Zusammenarbeiten in Familie, Kirche, Arbeit und Staat. Der Schutz des Einzelnen wie der Schutz der Gemeinschaft werden beide gleichermaßen bedacht und durch die Gebote Got–tes geregelt. Nur aus den Geboten Gottes können wir erfahren, in welchem Fall welcher Bereich Vorfahrt hat.</p>
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		<title>Ist Selbstverleugnung christlich?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 12:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Jesus zur Selbstverleugnung aufruft und dabei auffordert, das Kreuz auf sich zu nehmen, meint er keine psychologische Größe – etwa Selbstverachtung oder fehlendes Selbstbewusstsein –, sondern schlicht und einfach die Bereitschaft zum Martyrium für den Glauben: „Wenn jemand mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Jesus zur Selbstverleugnung aufruft und dabei auffordert, das Kreuz auf sich zu nehmen, meint er keine psychologische Größe – etwa Selbstverachtung oder fehlendes Selbstbewusstsein –, sondern schlicht und einfach die Bereitschaft zum Martyrium für den Glauben: „Wenn jemand mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wenn jemand sein Leben erretten will, wird er es verlieren. Wenn aber jemand sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es finden“ (Mt 16,24–25). Denn dieser Abschnitt stammt aus der ersten großen Martyriumsrede Jesu in Mt 10,16–42. Die Begriffe ‚Kreuz‘ und ‚Verfolgung‘ sind fast identisch geworden! [S. dazu ausführlicher These 8 in Thomas Schirrmacher. Christenverfolgung geht uns alle an: Auf dem Weg zu einer Theologie des Martyriums. Idea-Dokumentation 15/99. Idea: Wetzlar, 2001, 2. Aufl.]</p>
<p>Selbstverleugnung bedeutet, das Vertrauen in Gott prinzipiell und ausnahmslos an die erste Stelle zu setzen und deswegen bereit zu sein, dafür zu sterben. Selbstverleugnung bedeutet aber nicht automatisch, jeden anderen Menschen an die erste Stelle zu setzen. Denn aus der Unterordnung unter Gott ergibt sich erst der richtige Umgang mit anderen Menschen.</p>
<p>Sein Leben für andere zu geben ist in dieser Welt die höchste Form der Liebe. Jesus lehrt dies eindeutig: „Dies ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe. Denn niemand hat eine größere Liebe als wenn er sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,12–13). Deswegen wird die Liebe der Christen immer wieder an dem größten Liebesopfer Jesu, am Kreuz, ausgerichtet: „Wandelt in Liebe, wie auch Christus euch geliebt und sich selbst für uns als Gabe und Opfer gegeben hat“ (Eph 5,2). Deswegen soll auch der Ehemann gegebenenfalls bereit sein, sein Leben für seine Frau zu lassen, eine Absage an alle Vorstellungen des ‚Hauptseins‘ des Mannes, die darin vor allem die Kommandogewalt des Mannes sehen wollen: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie dahingegeben hat“ (Eph 5,25).</p>
<p>Dazu möchte ich an folgenden Abschnitt aus meiner Ethik erinnern (auf neue Rechtschreibung umgestellt):</p>
<h1>Gott zerstört die Persönlichkeit nicht</h1>
<p>(Aus Ethik. ab 2. Aufl. Bd. 1, Lektion 12, Abschnitt 6.)</p>
<p>Gott arbeitet nicht mit Zwang. Zwang und Besessenheit sind die Kennzeichen des Teufels. Der Teufel fragt uns nicht, unterstützt uns nicht, hilft uns nicht, sondern verführt und zwingt uns und bringt uns zur Sünde, ehe wir zum Nachdenken gelangt sind. Gott dagegen schenkt uns alles, möchte aber dennoch die echte Persönlichkeit, die selbstbeherrscht, nüchtern und ruhig sich für den Weg Gottes entscheidet und ihn dann in Gottes Kraft geht.</p>
<p>Nur der Teufel regiert Menschen, indem er sie ihrer Persönlichkeit beraubt, wie die in den Evangelien erwähnten Besessenen im Extremfall zeigen, die bisweilen wie Tiere lebten und durch die Vertreibung der Dämonen wieder eigenständig handelnde Personen wurden. Dies wird in der Heilung des besessenen Geraseners (Mt 8,28–34;Mk 5,1–20; Lk 8,26–39) am deutlichsten. Hier war ein Mensch durch die Dämonen völlig seiner Persönlichkeit beraubt. Er kleidete sich nicht, lebte in Höhlen, sprach mit niemandem und griff jeden an (Mk 5,: „er hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen. Und niemand konnte ihn mehr binden, auch nicht mit Ketten; denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen und hatte die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn bändigen. Und er war allezeit, Tag und Nacht, in den Grabhöhlen und auf den Bergen, schrie und schlug sich mit Steinen“; Lk 8,27+29: „der hatte böse Geister; er trug seit langer Zeit keine Kleider mehr und blieb in keinem Hause, sondern in den Grabhöhlen &#8230; Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn der hatte ihn lange Zeit geplagt; und er wurde mit Ketten und Fesseln gebunden und gefangen gehalten, doch er zerriss seine Fesseln und wurde von dem bösen Geist in die Wüste getrieben“). Jesu Befreiungswort bewirkte, dass seine Persönlichkeit wieder zum Vorschein kam, so dass er wieder normal aß, sich anzog und ganz vernünftig mit anderen redete, wie die Außenstehenden erschrocken feststellen (Mt 5,15: „&#8230; und kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, wie er dasaß, bekleidet und vernünftig, den, der die Legion unreiner Geister gehabt hatte; und sie fürchteten sich“; Lk 8,35: „Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und vernünftig, und sie erschraken“).</p>
<p>Zerstört Gott unsere Persönlichkeit? Schaltet er alle gleich? Irgend etwas kann da ja nicht stimmen! Es ist doch gerade Gott, der uns als unverwechselbare Persönlichkeiten geschaffen hat und der die ungeheure Vielfalt liebt. Gott arbeitet nicht mit Zwang. Je mehr uns Gott von unserer Sünde und aus Abhängigkeiten befreit, umso deutlicher kommt unsere unverwechselbare Persönlichkeit zum Ausdruck. Zwang und Besessenheit sind die Kennzeichen des Teufels. Der Teufel fragt uns nicht, unterstützt uns nicht, hilft uns nicht, sondern verführt und zwingt uns und bringt uns zur Sünde, ehe wir zum Nachdenken gelangt sind. Gott dagegen schenkt uns alles, möchte aber dennoch die echte Persönlichkeit, die selbstbeherrscht, nüchtern und ruhig sich für den Weg Gottes entscheidet und ihn dann in Gottes Kraft geht. Nur der Teufel regiert Menschen, indem er sie ihrer Persönlichkeit beraubt.</p>
<p>Das hat auch für die Entstehung der Bibel und das richtige Inspirationsverständnis große Bedeutung. Gott lässt sein Wort nicht durch Zwang schreiben, wie dies bei vielen mechanisch inspirierten Offenbarungen in den Religionen bis hinein in den Bereich christlicher Sekten der Fall ist. Wenn Gottes Geist an und durch Menschen wirkt, macht er sie zu echten Persönlichkeiten. Überall, wo die Inspiration einer heiligen Schrift damit begründet wird, dass die menschlichen Verfasser völlig unbeteiligt waren, also unter Zwang schrieben, besessen waren, in Ekstase unzurechnungsfähig waren, wie dies in vielen Religionen und Bewegungen der Fall ist, liegt nach der Bibel teuflische Inspiration vor. Selbst die Propheten, die in Verzückung unglaubliche Bilder sahen, können sich im Alten und Neuen Testament ganz vernünftig mit den die Visionen auslegenden Engeln unterhalten (z. B. in der Offenbarung des Johannes oder in Daniel und Hesekiel). Ja, Paulus hält es in 1Kor 14,32 für selbstverständlich, dass Propheten sich und die Offenbarung unter Kontrolle haben: „Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan“. Deswegen können sie ihre Prophezeiung auch jederzeit unterbrechen oder für sich behalten (1Kor 14,30–32).</p>
<p>Die Bibel ist nicht von Marionetten mechanisch geschrieben worden, sondern im Gegenteil von echten Persönlichkeiten, deren Unverwechselbarkeit gerade in ihren Schriften zum Ausdruck kommt. Göttliche Inspiration schließt die menschliche Persönlichkeit nicht aus, sondern führt sie zu ihrer vollen Entfaltung. Deswegen gibt es kein religiöses Buch, das seine eigene rein menschliche Entstehungsgeschichte derartig ausbreitet und für wesentlich hält wie die Bibel. Die menschliche Seite ist kein Beweis gegen die göttliche Inspiration der Bibel, wie dies in anderen Religionen der Fall ist, wo die Göttlichkeit der Schrift dadurch bewiesen wird, dass kein Mensch daran beteiligt war oder die beteiligten Menschen zu so etwas unfähig waren.</p>
<p>Ein schönes Beispiel dafür findet sich am Ende des 2. Petrusbriefes. Dort schreibt Petrus: „Achtet die Langmut unseres Herrn als Errettung, wie auch unser geliebter Bruder Paulus in der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, wie auch in allen seinen Briefen, wenn er von solchen Dingen spricht. In ihnen ist etliches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Unbefestigten wie auch die anderen Schriften zu ihrem eigenen Verderben verdrehen“ (2Petr 3,15–16). Die menschliche Seite der Bibel, hier die Besonderheit des petrinischen und des paulinischen Stils, tut ihrer göttlichen Seite keinen Abbruch. Selbst Petrus hat Mühe, die Paulusbriefe zu verstehen. Und dennoch ist es für Petrus keine Frage, dass Paulus im Namen Gottes spricht und dass man die Paulusbriefe nur zu seinem eigenen Verderben verdrehen kann.</p>
<p>Die Stellungnahme von Petrus ist also ein wichtiger Text zum Verständnis der Inspiration der Bibel. Die Bibel spiegelt die Unterschiedlichkeit der Charaktere ihrer Verfasser voll und ganz wider. Petrus schreibt in kurzen, knappen Sätzen, gibt einprägsame Warnungen, wechselt das Thema häufig und scheint keiner Gesamtgliederung seiner Briefe zu folgen. Paulus schreibt dagegen meist im Rahmen von langwierigen Gliederungen, benutzt oft lange, verschachtelte Sätze, die bisweilen sogar unfertig stehen bleiben, weil sie zu lang wurden. Er begründet eins aus dem anderen. Petrus ist ‚leichte‘ Lektüre, Paulus nicht. Dies kann sogar Petrus selbst über Paulus feststellen, denn Petrus selbst hatte Mühe, Paulus zu verstehen.</p>
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		<title>Luther als mittelalterliche Schnitzfigur?</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 14:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Luther]]></category>

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Da schlag doch mal einer lang: Martin Luther ganz rechts im Bild als geschnitzter Apostel auf einer mittelalterlichen Kanzel neben den Kirchenvätern Aurelius Augustinus und Gregor dem Großen!? Waren da prophetische Holzschnitzer am Werk? Und was Luther dazu wohl denken würde? Auf einer Stufe mit Augustinus? Oder gar mit den vier Evangelisten und Paulus? Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/03/Luther-als-Schnitzfigur.jpg" ><img class="size-large wp-image-1516 aligncenter" title="Luther als Schnitzfigur" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/03/Luther-als-Schnitzfigur-1024x768.jpg" alt="" width="588" height="443" /></a></p>
<p>Da schlag doch mal einer lang: Martin Luther ganz rechts im Bild als geschnitzter Apostel auf einer mittelalterlichen Kanzel neben den Kirchenvätern Aurelius Augustinus und Gregor dem Großen!? Waren da prophetische Holzschnitzer am Werk? Und was Luther dazu wohl denken würde? Auf einer Stufe mit Augustinus? Oder gar mit den vier Evangelisten und Paulus? Und dann neben dem Begründer des Anspruchs des mittelalterlichen Papsttums?</p>
<p>Tja, was man auf Reisen so alles findet! Eine etwas mühsame Recherche ergab des Rätsels Lösung: Die inschriftlich für 1466 belegte wunderschöne Kanzel des Naumburger Doms hat nur noch drei originale Relieffelder mit Darstellungen 1. des 12jährigen Jesus im Tempel, 2. von Gregor und 3. von Augustinus, doch die meisten Schnitzfiguren als Säulen daneben fehlen schon lange. In den 1930er Jahren wurde die Kanzel in der Halleschen Denkmalpflege-Werkstatt restauriert und ergänzt, und siehe da, die lutherischen Schnitzer oder ihre Auftraggeber schmuggelten Martin Luther in eine Reihe mit Aposteln und Kirchenvätern.</p>
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		<title>Finanzamt bestätigt Gemeinnützigkeit von Hilfe Weltweit e. V.</title>
		<link>http://www.thomasschirrmacher.info/blog/finanzamt-bestatigt-gemeinnutzigkeit-von-hilfe-weltweit-e-v/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 13:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Journalist Stefan Loipfinger hat auf seiner privaten Webseite CharityWatch meine Person als Vorsitzender des Vereins Hilfe Weltweit e. V. (Köln) übel angegriffen und mir „zweifelhaftes Verhalten“ und Verstoß gegen die Moral vorgeworfen. Er beschwert sich, wir hätten ihm keine Unterlagen zugesandt. Warum auch? Er hat keinerlei offizielle Funktion und keinerlei Ausbildung und Expertise, Jahresabschlüsse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist Stefan Loipfinger hat auf seiner privaten Webseite CharityWatch meine Person als Vorsitzender des Vereins Hilfe Weltweit e. V. (Köln) übel angegriffen und mir „zweifelhaftes Verhalten“ und Verstoß gegen die Moral vorgeworfen. Er beschwert sich, wir hätten ihm keine Unterlagen zugesandt. Warum auch? Er hat keinerlei offizielle Funktion und keinerlei Ausbildung und Expertise, Jahresabschlüsse oder Hilfswerke zu bewerten.<br />
Außerdem macht er uns die Kooperation mit unserer Fundraising-Agentur zum Vorwurf, sowie die Bebilderung unserer Mailings.</p>
<p>Um dem Vorwurf der bedrängenden Bilder zu begegnen, stellen wir ab sofort unsere Mailings ins Internet, siehe <a href="http://www.hilfe-weltweit.org" target="_blank" class="liexternal">www.hilfe-weltweit.org</a>. Hier kann sich jeder selbst überzeugen, dass der Vorwurf nicht berechtigt ist.</p>
<p>Unser Fundraising-Partner, die SAZ Dialog AG Europe mit Sitz in St. Gallen (Schweiz), ist eine europaweit tätige, alteingesessene Firma, die für viele große und bekannte gemeinnützige Organisationen arbeitet.</p>
<p>Ansonsten stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Finanzen eines gemeinnützigen Werkes vom Finanzamt zu Genüge überprüft werden, das das Finanzamt bei Betriebsprüfungen wirklich alle Unterlagen vorliegen hat. Dazu kommt unsere renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Jahresabschluss erstellt und natürlich auch an Recht und Gesetz gebunden ist und kein Interesse daran hat, windigen Organisationen zu helfen. Ein Finanzamt spricht im Regelfall für 18 Monate im voraus die vorläufige Gemeinnützigkeit („unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“) aus und überprüft dann jeweils für 3 Jahre rückwärts die Bücher, um daraufhin entweder die endgültige Gemeinnützigkeit auszusprechen („ohne den Vorbehalt der Nachprüfung“) oder aber diese zu versagen.</p>
<p><strong>Das Finanzamt Köln-Süd hat uns 2009 für die ersten drei Vereins-Jahre gründlich geprüft und uns für die Gründungsphase 2005–2007 abschließend die Gemeinnützigkeit bescheinigt, das heißt endgültige Freistellungsbescheide erteilt, siehe <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/03/1-Hww-endgueltige-Freistellungsbescheide-2005-bis-2007.pdf" target="_blank" class="lipdf">hier</a>. Der Freistellungsbescheid für 2008 findet sich <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2010/03/2-HWW-Freistellungsbescheid-2008.pdf" target="_blank" class="lipdf">hier</a>.</strong></p>
<p>Die Behauptung von Loipfinger, wir seien erst seit 2008 gemeinnützig, ist also nicht wahr, wir sind es seit Gründung. Auch was Loipfinger sonst unter „vermutlich“ und „könnte“ vermerkt, entspricht nicht den Tatsachen – wohl gemerkt, Unterlagen hat er ja nie gesehen.</p>
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