Schirrmacher: „Gäbe es das Professorenforum nicht bereits, man müsste es heute erfinden!“

(Bonn, 02.05.2017) Im Anschluss an einen Meet-the-Prof-Tag in Nürnberg lud das Professorenforum zu einer Feier des 20-jährigen Jubiläums des Professorenforums ein. Die Festrede hielt der Soziologieprofessor und Vorsitzende der theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz im Rang eines stellvertretenden Generalsekretärs, Thomas Schirrmacher.

Schirrmacher bei seinem Jubiläumsvortrag © BQ/Warnecke

In seiner Festrede „Höllensturz und Hoffnung“ betonte Schirrmacher, dass der christliche Glaube Wissenschaftler zugleich befähige, schonungslos die Tatsachen zu benennen, die zum Untergang der Menschheit führen können, als auch Hoffnung zu geben, da der Mensch in seiner Verantwortung vor Gott immer neu anfangen könne. Schirrmacher beendete seine Rede mit den Worten: „20 Jahre Professorenforum bedeutet 20 Jahre Vernetzung engagierter Professoren, 20 Jahre Darstellung christlicher Positionen in Hochschulen, 20 Jahre Chancen für Studenten und Nachwuchswisssenschaftler, Tutoren zu finden. Gäbe es das Professorenforum nicht bereits, man müsste es heute erfinden!“

Zusammen mit elf Professoren gründete Hans-Joachim Hahn im Oktober 1996 das Netzwerk „Professorenforum“. Sie wollten eine Plattform schaffen, auf der – bei gemeinsamer Suche nach der Wahrheit – auch gegensätzliche Meinungen mit Respekt und Toleranz behandelt werden. Die Professoren gehörten zu unterschiedlichen Fachrichtungen wie Biologie, Pädagogik, Philosophie, Wirtschaft und Medizin. Gemeinsam teilten sie den Eindruck, das herrschende Wissenschaftsverständnis mit seiner naturalistischen Ausrichtung enge die Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit zu sehr ein. Dabei leitete sie ihr christliches Weltverständnis, dass die Welt auf einer sinnvollen Ordnung beruht, die wir dem Schöpfer verdanken.

Das Professorenforum hat viele Symposien ausgerichtet, die zumeist auch als Buch erschienen, sowie gemeinsame Buchprojekte durchgeführt. Am bekanntesten wurde „Höllensturz und Hoffnung: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht und wie sie sich erneuern kann“ (Olzog), gemeinsam von zehn Professoren ohne Namensnennung im Einzelnen verfasst. Daneben wurden an der Universität Regensburg die „Regensburger Gespräche“ zwischen christlichen und humanistischen Wissenschaftlern ausgerichtet und Verbindungen zu ähnlichen Initiativen von Christen aller Konfessionen in anderen Ländern gesucht, etwa mit der georgisch-orthodoxen Kirchen das „Georgisch-deutsche Forum“, für das Hahn und Schirrmacher jüngst Georgien bereisten, wo sie Gastvorlesungen hielten und den Patriarchen und den Ministerpräsidenten des Landes trafen.


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