1. Beispiel Niedersachsen

Niedersachen wollte in seinem Gesetzesentwurf für ein neues Mediengesetz in dem zukünftig größer geplanten Gremium der Landesmedienanstalt den Vertreter des Deutschen Familienverbandes (DFV) durch einen Vertreter des Lesben- und Schwulenverbandes ersetzen. Ab sofort wären 1,1 Millionen Familien dort nicht mehr vertreten gewesen. Erst in der Ausschusssitzung des Landtags wurden die vielen Proteste aufgegriffen und ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände Niedersachsen (AGF), zu dem auch der DFV gehört, in das Gremium aufgenommen.

Aber was geht in Regierenden und Parteien vor, die so etwas planen? Obwohl man als Begründung von Toleranz, Vielfalt und Gleichberechtigung spricht, ist das Ergebnis: Man schafft Toleranz, Vielfalt und Gleichberechtigung ab. Man straft die ganz große Mehrheit ab und ersetzt sie durch eine kleine Minderheit. Der größte Teil der Deutschen lebt in einer Familie. Warum nur hassen alle die Familie so, dass sie nicht mehr mit am Tisch der Großen sitzen darf? Warum kann man nicht der Minderheit die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, ohne die Mehrheit anzutasten.

Fazit: Hat früher die Mehrheit die Minderheit diskriminiert, wird jetzt die Mehrheit im Namen der Minderheit diskriminiert, ja die Existenz der Mehrheit wird schon mal gerne geleugnet.

2. Beispiel Baden-Württemberg

Im Gesetzesentwurf des Landes Baden-Württemberg zum Bildungsplan und darin zum Umgang mit Sexualität in der Schule heißt es zu den Kompetenzen, die die Schüler erwerben sollen:

„Schülerinnen und Schüler kennen Formen des Zusammenlebens wie gleichgeschlechtliche Partnerschaft oder Regenbogenfamilie als gleichberechtigte Möglichkeiten des Lebens in der Gemeinschaft“.

Nur indirekt kommt hier noch vor, dass es auch andere Formen der Familie gibt. Sie werden weder erwähnt noch thematisiert, und ein Leben in ihnen gehört offensichtlich nicht mehr zu den Kompetenzen des Lebens. Oder anders gesagt: Obwohl das Wort ‚gleichberechtigt‘ vorkommt, geht es gerade nicht um eine Gleichberechtigung oder um eine Wahl, sondern um die Einführung des Einen auf Kosten des Anderen.

Auch hier: Hat früher die Mehrheit die Minderheit diskriminiert, wird jetzt die Mehrheit im Namen der Minderheit diskriminiert, ja ihre Existenz fast schon geleugnet.

 

Ein Kommentar

  1. Michael Zabawa 4. April 2016 at 03:51

    also mit Fortschritt hat das ja wenig zu tun. Das Fortschrittlichste, was wir haben sind die Werte der Aufklärung, mit Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Hier ist die Gleichheit, was Toleranz von verschiedenen Lebensstilen (also auch den „traditionellen“) angeht, völlig aus den Fugen geraten. Es geht nur noch um „Gleichere“. Wird Zeit für eine Besinnung und eine Ende des Missbrauchs dieser Werte. Für eine unverfälschte Interpretation setzt sich übrigens folgende Initiative ein: https://www.openpetition.eu/petition/online/werte-der-aufklaerung-als-europaeische-leitkultur. In dieser Initiative wird das unumwunden angesprochen, dann man solle „beim Einsatz für Gleichberechtigung ohne „Gleichere“, also pauschal Bevorzugte auskommen“.

     

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