Auszug aus „Das göttliche Volkstum“ und der „Glaube an Deutschlands Größe und heilige Sendung“: Hans Naumann als Volkskundler und Germanist im Nationalsozialismus. [2 Bände, 1992]. zus. 620 S. Neuauflage in einem Band. 2000. ISBN 978-3-932829-16-1.

Hans Naumann (18861951) war in zwei berühmte Fälle der Bonner Universitätsgeschichte im Dritten Reich verwickelt, der Entlassung von Karl Barth und der Aberkennung der Ehrendoktorwürde für Thomas Mann. Zu beiden Vorgängen liegen ausführliche Darstellungen aus den Akten vor (Prolingheuer 1984; Hübinger 1974), deren Ergebnisse hier kurz dargestellt und ergänzt werden sollen.

Im Jahr 1936 strich der Direktor des Germanistischen Seminars und Dekan Karl Justus Obenauer (vgl. zur Person Oellers 1983: 241ff) Thomas Mann aus der Liste der Ehrendoktoren[2]. Paul Egon Hübinger hat dieser Affäre eine umfassende Darstellung gewidmet (Hübinger 1974). Der Fall Thomas Mann prägte für viele im Ausland das Bild über Hitlerdeutschland. H. G. Atkins schrieb etwa 1941 in einer Londoner Zeitschrift über Thomas Mann: „He is probably the writer whom the Nazis most dislike …“ (Atkins 1941: 61)

Dazu zitiert er Beispiele aus sechs germanistischen Standardwerken aus den Jahren 1934 bis 1937 (ebd. 63–65). Dies steht für ihn in völligem Gegensatz zur Zeit vor der Machtergreifung:

„Before 1933 he was generally regarded, at home as well as abroad, as being the greatest living German novelist, and (with Gerhard Hauptmann) one of the two most representative German writers.“ (ebd.)

Thomas Mann war noch am 28.11.1929 nach dem Erhalt des Nobelpreises anlässlich eines Besuches in Bonn gefeiert worden (Bonner Mitteilungen Nr. 4 (Februar 1930): 25). Er selbst gab unter dem Nationalsozialismus eigentlich keinen Anlass zu solch einem Schritt, bis er das Land verließ.[2]

Thomas Mann zählte seit seinem Besuch am 18.-19.2.1921 bei Naumann in Jena (Naumann M1921; Mann 1979: 485)[3] zu den Freunden Naumanns, hatte Naumanns ‚Deutsche Dichtung der Gegenwart‘ 1924 sehr positiv beurteilt,[4] wurde von Naumann und Ernst Bertram gleichermaßen verehrt (Hübinger 1974: 101+326–327), kam auf Naumanns Einladung zu einer Lesung an die Universität Frankfurt[5] (Akte Gespräch Schwarz), hielt brieflichen Kontakt zu Naumann[6] und nahm in der 6. Auflage von Naumanns Die deutsche Dichtung der Gegenwart breiten Raum ein (Naumann B1933b: 93+179+188–199+10–212). Zwar wurden andernorts bei der Bücherverbrennungsaktion sonst auch Werke von Thomas Mann verbrannt (Drews/Kantorowicz 1947: 6; dagegen aber Hübinger 1974: 269–270; Anm. 538), aber es ist zweifelhaft, ob dies auch in Bonn der Fall war, auch wenn bis heute wie angegeben ungeklärt ist, welche Bücher dort verbrannt wurden (Strätz 1968: 365). Naumann hat es jedenfalls später abgestritten und Hübinger kommt zu demselben Schluss (Hübinger 1974: 269–270; Anm. 538).

Hübinger beginnt seine Untersuchung mit der Berufung Obenauers nach Bonn.

„Ob die Enttäuschung, die die Machthaber mit Naumann als Rektor erlebt hatten, den Anstoß dazu gegeben hat, gerade im Fach der Germanistik jetzt auf derart gewaltsame Weise einen als unbedingt zuverlässig geltenden Gefolgsmann Himmlers nach Bonn zu bringen, läßt sich nicht entscheiden. Ein Zusammenhang zwischen Naumanns Verhalten bei dem Vorgehen gegen Karl Barth und dem Entschluß des Ministeriums, Obenauer nach Bonn zu verpflanzen, legt sich nicht nur durch die Chronologie der Vorgänge, sondern auch dadurch nahe, daß derselbe Referent, Mattiat, im Ministerium die Angelegenheit der Germanistik und der Theologischen Fakultäten bearbeitete. Nachdem er nachweislich im Fall Barth tätig gewesen war, hat er auch die Erwartung ausgesprochen, daß Obenauer ein Auge auf Naumann halten werde.“ (Hübinger 1974: 219, das letzte unter Berufung auf eine Mitteilung von Obenauer selbst).

Paul Kahle beurteilte Obenauer sehr kurz und deutlich:

„Obenauer was much more a S.S. man than a scholar or a Professor …“ (Kahle 1945: 15)

Er beteiligte sich am Judenpogrom am 10.11.1938 und rühmte sich nach Kahle damit öffentlich (Kahle 1945: 10+15).

Karl Justus Obenauer hatte sich 1926 in Leipzig habilitiert. Er war ein

„feinsinniger, grüblerischer Wissenschaftler auf metaphysischem Grunde, anthroposophischer Goethe-Forscher in der Nachfolge und im Geiste Rudolf Steiners“ (Oellers 1983: 241).

Genauer gesagt war er Anhänger des ‚christlichen‘ Zweiges der Anthroposophie, der Christengemeinschaft (Hübinger 1974: 208). Später wurde er „SS- und SD-Mann“ (Oellers 1983: 241).

„Obenauer wurde zum Wintersemester 1935/36 in das, wie es in Berlin hieß, ‚heikle‘ Bonn abgeordnet; er wurde nicht von der hiesigen philosophischen Fakultät gewünscht.“ (ebd. 242)

Außerdem wurde er vom Rektor ohne Wahl oder Vorschlag zum Dekan ernannt (Hübinger 1974: 219–220+311). Obenauers Vorgehen gegen Thomas Mann war dabei sicher kein Zufall.

„So ist es also keineswegs schizophren, wenn Himmlers Mann in Bonn Ende 1936 Thomas Mann so tief verletzte, wie es nur immer in seiner des nach dem Führerprinzip handelnden Dekans Macht stand, denselben Thomas Mann, den er in einem der letzten Kapitel seines letzten, 1933 erschienen Buches ‚Die Problematik des ästhetischen Menschen in der deutschen Literatur‘ noch ausführlich gewürdigt hatte …“ (Oellers 1983: 243)

Prof. Bennet hat nun Hübinger mitgeteilt, dass Naumann ihm gegenüber

„– freilich erst nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft – geäußert hat, er habe lange, aber vergebens mit Obenauer darum gerungen, daß die Mitteilung an Thomas Mann unterbleiben möge. Der Dekan habe sich jedoch durch die Vorschriften unbedingt gebunden gefühlt.“ (Hübinger 1974:. 221, ähnlich 311)

Obenauer hat zwar das Gespräch bestätigt, nicht jedoch Naumanns Darstellung seines Inhalts (ebd. 211, Anm. 359, auch ebd. 638). Jedenfalls dürfte das Urteil von Oellers zutreffen:

„Obenauers Entschluß, Thomas Mann mitzuteilen, er sei ‚aus der Liste der Ehrendoktoren‘ gestrichen, wurde sehr einsam gefaßt; denn der einzige Kollege, mit dem er sich über den Fall beriet, konnte seine Absicht nicht gutheißen: Hans Naumann. In einem Interview mit der Kopenhagener Zeitung ‚Ekstrabladet‘ nannte er den Schritt ‚peinlich‘ und bezweifelte, daß er notwendig gewesen sei.“ (Oellers 1983: 243–244)

Betz hat den Text des Interviews ins Deutsche übersetzt und den Interviewer ausfindig gemacht (Betz 1970a: 132). Er spricht deswegen abschließend von „diesem klar und völlig singulär bezeugten Mut in der Bonner Thomas-Mann-Affäre“ (ebd.). So sah es auch Thomas Mann selbst. In seinem Tagebuch schreibt er:

„Nach Tische Zeitungen. In der Nation. Zeitung bemerkenswerter Bericht über ein Interview des Bonner Professors Naumann in Kopenhagen, worin er erklärt, meine akademische Ausbürgerung sei ohne Befragung der Professoren durch den Rektor erfolgt; sie sei nicht notwendig gewesen und werde von der Reichsregierung (Rust) mißbilligt. Nicht übel.“ (Mann 1980: 41).

Schaut man sich den Artikel jedoch etwas genauer an, der in der wiederholt verbotenen (Hübinger 1974: 272 und ebd. 272, Anm. 543) Kopenhagener Zeitung Ekstrabladet erschien (dänischer Text ebd. 573–574; deutsche Übersetzung ebd. 574–576; andere Übersetzung in Akte PA Naumann Düs.: Abschrift, 2 S.), wird man die Sache etwas differenzierter als Oellers und Betz sehen müssen:

„Der ‚undeutsche‘ Thomas Mann
Der Fall Thomas Mann ist eine Tragödie, sagt Prof. Naumann. Niemand wird leugnen, daß er prachtvolle Sachen in einem meisterlichen Deutsch geschrieben hat, und ich meinerseits kann nur bedauern, daß er nach dem Umsturz nicht in Deutschland geblieben ist.
Niemand würde ihm ein Haar gekrümmt haben – genauso wenig wie Gerhardt Hauptmann, der ja der offizielle Dichter und Sänger der Republik gewesen ist. Aber eben weil Thomas Mann es vorzog, sich außerhalb Deutschlands niederzulassen, bekam er eine schiefe Einstellung zur gesamten Entwicklung im Lande – und jetzt hat es also damit geendet, daß die Regierung ihm seine deutschen Bürgerrechte entzog. Man muß bedauern, daß es Thomas Mann derart gegangen ist, aber man kann vielleicht eine Erklärung dafür finden, wenn man von den deutschen Theorien über Blut und Rasse ausgeht … (sic) Alle Welt weiß, daß Thomas Manns Mutter eine Kreolin war, die sein Vater in Südamerika getroffen hatte, und wenn hinzukommt, daß er selbst mit einer Jüdin verheiratet war, dann ist es nicht so merkwürdig, daß etwas Internationales und Ungermanisches in seine ganze Einstellung gekommen ist … Seine Kinder, Klaus und Erika Mann, haben das Gleiche in noch ausgeprägterem Maße, sie sind überhaupt keine Deutschen …“ (Hübinger 1974: 575, Hervorhebung ThSch).

Nachdem er – fälschlich (ebd. 273–274; es war Obenauer, ebd. 220) – den Rektor beschuldigt hat, fährt Naumann fort:

„Es war nach meiner Meinung peinlich, daß es dazu kommen mußte – und es hat sich auch später leider gezeigt, daß es gar nicht notwendig gewesen wäre! Der deutsche Kultusminister Rust hat auf Rückfrage geantwortet, daß er den Schritt bedauere … und daß er nicht nach dem Wunsch der Regierung gewesen sei“ (ebd. 575).

Ausgerechnet dieses mutige Wort Naumanns ist eines der wenigen Male, dass Naumann sich überhaupt auf die Judenfrage bezieht und das m. W. einzige Mal, dass er die rassische Fragen nicht nur anspricht, sondern auch zur Grundlage seiner Wertung macht! Inwieweit Naumann allerdings tatsächlich an rassische Einflüsse bei Thomas Mann glaubte, ist schwer auszumachen. 1922 hatte er diese jedenfalls gerade abgelehnt, in dem er sich über Adolf Bartels Ansicht lustig machte, dass Thomas und Heinrich Mann dem Judentum nahe gekommen sein sollen, weil sie von einer portugiesischen Mutter abstammen (Naumann R1922d: 569–570).

Paul Egon Hübinger schreibt dennoch treffend – auch wenn er den Eindruck erweckt, als habe sich Naumann immer so geäußert und auch wenn er auch Unmögliches verlangt:

„Es wäre der Mühe wert, dieses seltsame Gemisch von Bewunderung für den Dichter, Irrtum im Sachlichen, krasser Verkennung der Wirklichkeit, antisemitischem Rassenwahn und Germanomanie bei gleichzeitiger Distanzierung von Obenauers Akt in ein Gesamtbild der komplexen Persönlichkeit Naumanns interpretierend einzubauen.“ (Hübinger 1974: 273).

Über den Aufenthalt in Schweden selbst liegt uns die Genehmigung des Ministers auf Wunsch der dänischen Regierung vor (Akte PA Naumann Bn. Fak.: Minister an Kurator vom 28.2.1937). Die Berliner Börsen-Zeitung berichtet am 13.3.1937 („Jüngste …“ 1937), dass Naumann „dieser Tage“ (unter Bezug auf „Kopenhagen, den 12. März“) „drei Gastvorlesungen an der Kopenhagener Universität hält“. Vor der „Gesellschaft der Freunde deutscher Literatur“ sprach er zusätzlich über „ausgewählte jüngste deutsche Dichtung“. Naumann sprach vor zahlreichem Publikum, so der Bericht,

„über Inhalt und Bedeutung der Schöpfungen junger deutscher Dichter wie Hans Carossa, Joseph Winkler, Thalhof, Linke und den Stefan-George-Schüler Ernst Bertram. Die Würdigung der Zusammenhänge zwischen dieser deutschen und der ältesten nordischen Dichtung wurde von dem dänischen Publikum als besonders aufschlußreich begrüßt.“ (alles ebd.).

Der Kopenhagener Artikel löste im Ausland einige Reaktionen aus. Hübinger bespricht zunächst einen Artikel aus der Pariser Tageszeitung vom 20.3.1937 (Text Hübinger 1974: 576–577, Urteil 274). Dort heißt es nach einer Darstellung des Inhaltes des Kopenhagener Artikels:

„Nachträglich versucht man nun den Eindruck zu erwecken, als seien nationalsozialistische Regierungskreise mit der Maßnahme der Universität Bonn gegen Thomas Mann nicht einverstanden. Als Propagandisten benutzt man einen Bonner Professor, den Literaturhistoriker Hans Naumann“ (ebd. 576).

Ein zweiter Artikel, der sich in den Akten findet (ebd. 577–578), ist nicht mehr auszumachen (ebd. 577+275, Anm. 549). Auch er erzählt die Kopenhagener Meldung nach und urteilt dann:

„… die Schande bleibt bestehen, und daran mögen auch die vom Dritten Reich ins Ausland geschickten Kulturmissionare mit ihren rassischen Erklärungen und Entschuldigungsversuchen nicht das mindeste zu ändern.“ (ebd. 578).

Der Gedanke, dass Naumann hier als ‚Propagandist‘ oder ‚Kulturmissionar‘ von ‚nationalsozialistischen Regierungskreisen‘ genutzt wurde, ist natürlich abwegig, wenn man die Schwierigkeiten sieht, die Naumann bekam.

Jedenfalls beschäftigte das Problem Thomas Mann die ganze Universität. Die Briefe von Thomas Mann an den Rektor der Universität Bonn, die unter dem Titel „Briefwechsel mit Bonn“ am 1.1.1937 erschienen und illegal verbreitet wurden, sollen etwa „den meisten Studenten der Universität Bonn bekannt geworden sein“ (Bitterli 1964: 87).

Es ist viel gerätselt worden, ob Naumann das Kopenhagener Interview geschadet hat. Für Oellers scheint die Frage wieder (ohne Quellenangabe) klar zu sein:

„Die Mißbilligung der Behandlung Thomas Manns brachte Naumann wieder in gewisse Schwierigkeiten sowohl in Bonn wie in Berlin, aus denen er sich freilich – Einzelheiten sind nicht bekannt – geschickt herauswand, da er alsbald wieder persona grata war, bestraft nur mit einer Rüge wegen ‚unklarer Rede‘.“ (Oellers 1983: 246).

Hübinger hat sich jedoch gerade mit dieser Frage auseinandergesetzt (Hübinger 1974: 275–277). Direkt anschließende Verfolgung kann er nicht ausmachen. Was aus einer Anfrage vom 23.3.1937 geworden ist, in der Naumann zu den genannten ausländischen Reaktionen Stellung beziehen soll (Akte PA Naumann Düs.: Rektor an Naumann vom 23.3.1937), ist nicht auszumachen.

Dennoch kommt Hübinger zu dem Schluss:

„Jedoch ist nicht daran zu zweifeln, daß Naumann Unannehmlichkeiten gehabt hat. Im Mai 1937 wandte sich nämlich die Geheime Staatspolizei wegen ‚deutschfeindlicher Haltung‘ Naumanns an das Reichswissenschaftsministerium. Um dieselbe Zeit kam aus ganz anderem Zusammenhang weiteres belastendes Material gegen Naumann hinzu. Beide Betreffe wurden am 17. August 1937 vom Ministerium durch eine ‚Mißbilligung über unklare Rede‘ – so heißt es in der leider nur Stichworte bietenden kargen Quelle – erledigt.“ (Hübinger 1974: 277; zur Quelle ebd. 276–277, Anm. 554+555).[7]

Die genauen Orte der erwähnten Akten finden sich in der Dissertation.

  • Akte Gespräch Schwarz = Bertha Schwarz, Gesprächsnotizen vom 21.10.1990.
  • Atkins, H. G. “Thomas Mann and the Nazis”. The Contemporary Review 159(1941): 61–66.
  • Betz, Werner. „Rudolf Meissner“. Bonner Gelehrte: Germanistik. Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in Bonn. Bonn: Bouvier Verlag, 1970b. S. 109–112.
  • Bitterli, Urs. Thomas Manns politische Schriften zum Nationalsozialismus 1918-1939. Zürich/Aarau: Dissertation, 1964.
  • Bürgin, Hans; Mayer, Hans-Otto. Die Briefe Thomas Manns: Regesten und Register: Band I Die Briefe von 1889-1933. S. Fischer: Frankfurt, 1976.
  • Drews, Richard; Kantorowicz, Alfred. Verboten und verbrannt: Deutsche Literatur 12 Jahre unterdrückt. Berlin und München: H. Ullstein und H. Kindler, 1947.
  • Hübinger, Paul Egon, Das Historische Seminar der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Bonn, L. Röhrscheid, 1963.
  • Jüngste = „Jüngste deutsche Dichtung“. Berliner Börsen-Zeitung 13.3.1937 (Nr. 121): 3.
  • Kahle, Paul. Bonn University in Pre-Nazi and Nazi Times (1923–1939). Experiences of a German Professor. London: Privately Printed, 1945.
  • Kurzke, Hermann. „Dichtung und Politik im Werk Thomas Manns 1914–1955, Teil II“. Literatur in Wissenschaft und Unterricht 16(1983): 225–243.
  • Mann, Thomas. Tagebücher 1918–1921. Hrsg. von Peter de Mendelsohn. S. Fischer: Frankfurt, 1979.
  • Mann, Thomas. Tagebücher 1937–1939. Hrsg. von Peter de Mendelsohn. S. Fischer: Frankfurt, 1980.
  • Naumann M1921 = (Bericht über die Lesung Thomas Manns in Jena am 18.2.1921). Jenaische Zeitung vom 22.2.1921: S. 2 des 2. Blattes.
  • Naumann R1922d = Hans Naumann. „Adolf Bartels: Die deutsche Dichtung der Gegenwart …“. Deutscher Pfeiler: Neue Folge des ‚Unsichtbaren Tempels‘ (Gotha) 6/NF1(1921/1922) Heft 11 (Febr 1922): 569–570.
  • Naumann B1933b = Hans Naumann. Die deutsche Dichtung der Gegenwart: 1885-1933. Epochen der deutschen Literatur VI. hrsg. Julius Zeitler. 6. neubearb. Aufl. Stuttgart: J. B. Metzlersche, 1933.
  • Oellers, Norbert, „Dichtung und Volkstum: Der Fall der Literaturwissenschaft“, 232-254 in: Allemann, Beda (Hrsg.). Literatur und Germanistik nach der „Machtübernahme“: Colloquium zur 50. Wiederkehr des 20. Januar 1933. Bonn: Bouvier Verlag Herbert Grundmann, 1983.
  • Prolingheuer, Hans. Der Fall Karl Barth 1934-1935. Chronographie einer Vertreibung. 2. Aufl. Neukirchen: Neukirchener Verlag, 1984.
  • Strätz, Hans-Wolfgang. „Die Studentische ‚Aktion wider den undeutschen Geist‘ im Frühjahr 1933“. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 16(1968): 347–372.

[1] Die eigentliche Aberkennung erfolgte bereits am 19.12.1936 durch Anzeige im Reichsanzeiger (Hübinger 1974: 232).

[2] Es ist erstaunlich, wie wenig Politisches sich in den Schriften Manns aus der Zeit des Nationalsozialismus findet (so Kurzke 1983: 225-241; Bitterli 1964). Bitterli fasst im Schlusswort seiner Untersuchung Thomas Manns Schriften zum Nationalsozialismus seine Ergebnisse so zusammen: „Zunächst mag die Tatsache ins Auge springen, dass Thomas Mann eigentlich recht selten über Herkunft, Theorie und Herrschaftssystem des Nationalsozialismus nachgedacht und sich vielmehr damit begnügt hat, diese Bewegung vornehmlich von ihren Erscheinungsformen her zu beurteilen. Die neoimperialistischen, pangermanischen und antisemitischen Postulate der Parteidoktrin fanden beim Dichter kaum Beachtung; ihn beunruhigten weit mehr gewisse Äußerlichkeiten: das anmaßende Auftreten der Nationalsozialisten, ihre skrupellose Art …“ (Bitterli 1964: 101) Und etwas weiter: „Diesem Bild des Dichters vom Nationalsozialismus entsprach es durchaus, wenn Manns Gegnerschaft, insbesondere in den frühen Jahren, mehr auf einem spontanen Unbehagen, als auf sachlich begründbarem Widerspruch basierte.“ (ebd.) Zum Verhältnis von Thomas Mann zum Nationalsozialismus vgl. auch die bei Kurzke 1983: 242-243 genannte Literatur.

[3] Thomas Mann schildert seinen Besuch bei Eugen Diederichs und dann privat bei Naumann, den er anlässlich eines Vortrags in Jena, den wohl Naumann organisierte, abstattete, in seinen Tagebüchern (Mann 1979: 485). Naumann M1921 stellt Naumanns eigenen Zeitungsbericht über Manns Besuch dar.

[4] Thomas Mann bewundert dort die „geistige Freiheit und Offenheit, mit der die Erscheinungen … aufgenommen und angesprochen sind.“ Der Text stammt aus einem Verlagsprospekt (Bürgin/Mayer 1976: 382–383, Nr. 24/115).

[5] Naumann war zu dieser Zeit Dekan der Philosophischen Fakultät (s. Kap. IV, Abschnitt 1.a), nach Bertha Schwarz (Akte Gespräch Schwarz) möglicherweise auch stellvertretender Rektor der Universität.

[6] Akte Briefe Naumann Priv.: Thomas Mann an Hans Naumann vom 23.12.1923 (Postkarte), 9.11.1924 (Brief), 9.12.1926 (Brief), 7.6.1925 (gedruckter Dank für Gratulationen zum 50. Geburtstag).

[7] Thomas Mann war 1946 durch „Prof. Levisons Vermittlung“ (Akte Protokolle Bn. Fak.: Protokoll vom 6.11.1946, Punkt 3.) bereit, sich den Ehrendoktor wieder ausstellen zu lassen (ebd.).

 

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