Herzliche Einladung zum Vortrag zum Thema Menschenhandel in der Staatskanzlei in Magdeburg (Download der Einladung). Zuvor wird die SPD-Fraktion des Landtages das Thema mit mir diskutieren (siehe hier).

 

3 Kommentare

  1. Roderich 28. November 2012 at 09:49

    Das klingt sehr interessant. (Inhaltlich geht es vermutlich primär um Menschenhandel im Zusammenhang mit Prostitution).
    Es wäre auch mal von Interesse, ob und welche konkreten Handlungsvorschläge oder Gesetzesvorhaben von einer Landtagsregierung angedacht wurden bzw. welche Maßnahmen überhaupt auf Länderebene umgesetzt werden können.
    Unabhängig davon ist so eine Veranstaltung aber sehr wichtig, um auch das Bewußtsein in der Bevölkerung und bei Medienvertretern dafür zu schaffen. Schön, dass die SPD im Osten offenbar auch für christlich geprägte Antworten ein offenes Ohr hat. Nun, das meiste bei dieser Thematik dürfte ohnehin religiös neutral bzw. allgemeingültig sein, auch wenn einem der christliche Glaube noch mal eine besondere Motivation geben kann für den Einsatz in dieser Thematik.

    Auf einer Webseite las ich folgende Statistik von 2004:

    Auf der Konferenz ‚Menschenhandel und Prostitution‘, die in Berlin veranstaltet wurde, veröffentlichte Polizeipsychologe Adolf Gallwitz eine neue Statistik, wonach jeden Tag bis zu eine Million Männer in Deutschland Prostituierte aufsuchen. … Rund 18 Prozent der geschlechtsreifen Männer Deutschlands besuchen regelmäßig Prostituierte. … Etwa 150.000 bis 200.000 Frauen sind auf der anderen Seite als Vollzeitprostituierte tätig. Das organisierte Verbrechen macht mit Sexdienstleistungen in Europa sechs bis elf Milliarden Euro Umsatz.

    Es wäre mal interessant, ob diese Zahlen eher noch steigen.
    Das ist jedenfalls eine sehr hohe Zahl! 18% aller Männer. Wenn diese 18% der deutschen geschlechtsreifen Männer WÜßTEN, dass sie da oft mit einer durch illegalen Menschenhandel nach Deutschland gebrachten Frau schlafen, und dass diese Frauen hier ein erbärmliches Leben führen, würden einige das – vielleicht – nicht mehr tun.

    (Bei 80 Millionen Einwohnern, etwa 40 Millionen Männer, davon vielleicht 30 Millionen geschlechtsreif, d.h. ca 5,4 Millionen Männer besuchen regelmäßig Prostituierte, d.h. die müssten jeweils alle 5-6 Tage diesen „Besuch“ abstatten, da ja jeden Tag 1 Millionen dies tun ! Kann das wirklich so eine hohe Zahl sein?).

    Da würde eine „Erweckung“ in der Bevölkerung bzw. eine Besinnung auf christliche Prinzipien helfen, seitens der Bevölkerung. (Es fehlt das Bewußtsein, dass Sexualität eben nicht das Wichtigste ist im Leben. Dazu müßte man aber ein Ziel im Leben haben, was „noch“ höher ist, und dazu kann der lebendige Glaube helfen. Es gibt eben viel mehr Frieden im Leben, wenn man sich ganz Gott weiht und für Ihn lebt, anstatt sich z.B. dem ungehemmten Ausleben der Sexualität zu widmen – das schafft ganz sicher keine innere Befriedigung, sondern hinterläßt eine Leere).

    Und seitens der Politik müßte man sehen, wie dies wirksamer bekämpft werden kann. Viele der Prostituierten sind ja durch illegalen Menschenhandel hierhergeschleppt worden.

    Vielleicht spielen da auch noch weitere Faktoren eine Rolle:
    – Korruption. (Bordellbesitzer bezahlen an die örtlichen Politiker, um weiter „betreiben“ zu können)
    – Manche Politiker (dann wahrscheinlich auch um die 18% der männlichen Politiker) sehen keinen Grund, etwas zu verbieten, dessen Dienstleistungen sie selber ab und zu „nicht ganz ungerne“ in Anspruch nehmen.
    – Allgemeiner Wandel der Moral; kulturelle „Liberalisierung“, die sich auch auf Gesetze auswirkt.

    Seltsam erscheint zunächst, dass die freie Verfügbarkeit von Pornographie im Internet die Prostitution offenbar nicht senkt, sondern sogar noch „anheizt“. Das läßt Rückschlüsse auf die Natur des Menschen im Hinblick auf Sexualität zu. Offenbar ist die schrankenlose Liberalisierung eben NICHT der Weg, die Menschen „endlich“ von ungesunder Verklemmung zu befreien und sie zu zufriedeneren Menschen zu machen, sondern es handelt sich bei der Sexualität wirklich um ein „Tier“, das in gewissem Maße im Zaum gehalten werden muss, um Zivilisation überhaupt zu ermöglichen. In der Ehe hat sie allerdings ihren Platz.

    (Auch gibt es ja sogenannte „Seitensprungportale“ im Internet, die einzelne verkuppeln bzw. zu einem promisken Lebensstil anregen.
    Wenn das nicht zur bezahlten Prostitution zählt, wäre die wirkliche Zahl „gelebter Promiskuität“ ja noch viel höher.)

    Fazit: es ist erstaunlich, dass Medien und Politik dieses Thema des Menschenhandels nicht mehr thematisieren. Irgendwie haben die Verantwortlichen dort eine gewisse „Beiß-Hemmung“. Man möchte nicht gerne als Heuchler oder als bigott oder prüde bezeichnet werden, aber es geht doch hier um die Menschen. Es geht um die zahllosen Frauen, die im Menschenhandel unter extrem menschen-unwürdigen Bedingungen nach Deutschland verschleppt werden und hier ein Leben in Sklaverei und Erniedrigung führen, nur damit Leute in Deutschland ihren Sexualtrieb ungehindert ausleben können.

     
  2. Olivier Descloux 30. November 2012 at 12:25

    Gibt es vielleicht eine Aufnahme der Diskussion und/oder des Vortrages?

     
  3. thomas 30. November 2012 at 12:50

    Leider nicht. Ein Teil war intern, der andere Teil wurde mW nicht aufgenommen, aber ich werde einmal nachfragen.

     

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