„Und er [Jesus] rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister und gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel, wohl aber Schuhe, und nicht zwei Hemden anzuziehen. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus gehen werdet, da bleibt, bis ihr von dort weiterzieht. Und wo man euch nicht aufnimmt und nicht hört, da geht hinaus und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie.“ (Markus 6,7–11, ähnlich Lukas 10,1–5)

Der Mensch ist bei aller Individualität, die ihn von jedem anderen Menschen unterscheidet, und bei aller individuellen Gewissensfreiheit, Verantwortlichkeit und Gottesbeziehung, weswegen Jesus ja auch jedem Einzelnen empfiehlt, sich in der persönlichen Glaubensbeziehung zu Gott zuerst „ins Kämmerlein“ zurückzuziehen (Mt 6,6), zugleich auf Gemeinschaft angelegt, weswegen Isolationshaft eine Foltermethode ist. Ehe und Familie haben hier ebenso ihre Grundlage, wie das gemeinsame gesellschaftliche und politische Zusammenleben.

Was ein Sprichwort im Alten Testament allgemein so ausdrückt, „Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei“ (Pred 4,12), gilt gerade für die organisierte Missionsarbeit, das Weitergeben der christlichen Botschaft, die nach dem Gebot Jesu „zwei und zwei“ geschehen soll. Gemeinsam kann man seine Fehler überhaupt und in der Mission eher erkennen und aufarbeiten oder schon vorab vermeiden. Gemeinsam kann man das Auf und Ab der Erlebnisse und Gefühle ausgleichen. In der Diskussion findet man den besten Weg eher. Zwei Eltern diskutieren mehr darüber, was das Beste für ihre Kinder ist. Alleinerziehende brauchen unbedingt gute Gesprächspartner für den Umgang mit ihren Kindern. Das Gespräch, ja das dem anderen Widersprechen, um Falsches zu korrigieren und bessere Lösungen zu finden, ist für Menschen unverzichtbar.

Das gilt auch für ‚Chefs‘ der Mission. Paulus hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Mission schwer fiel, wenn er alleine war. Wunderschön ist das Beispiel in Ephesus, wo Paulus erst richtig loslegte, als seine Mitarbeiter eintrafen: „Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien eintrafen, wurde Paulus hinsichtlich des Wortes gedrängt und bezeugte den Juden, daß Jesus der Christus sei.“ (Apg 18,5; Unrev. Elberfelder Übersetzung).

 

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