Sachverständiger des EAK der CDU/CSU zum dritten Mal in Solingen

(Bonn, 21.02.2017) „Der deutsche Staat muss gleichermaßen Religionsfreiheit für freiheitsliebende Muslime garantieren, wie er die Religionsfreiheit bekämpfende Muslime (Islamisten) mit seinem Gewaltmonopol in die Schranken weisen muss.“ Diese Forderung stellte der Direktor des Internationalen Institutes für Religionsfreiheit und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte bei einem Informationsabend auf, die der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU des Bergischen Kreises und die Seniorenunion Solingen gemeinsam in der zentralen Lutherkirche in Solingen veranstalteten.

(von links) Thomas Schirrmacher und Hansjörg Schweikhart © BQ / Martin Warnecke

Schirrmacher sprach zum dritten Mal im Abstand von 2 Jahren im Rahmen derselben Veranstaltung zum selben Thema. Wie der Gastgeber und Moderator Hansjörg Schweik­hart betonte, könnten sich so interessierte Bürger langfristig über die Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Religionsfreiheit sei nie „für lau“ zu bekommen, sagte der Religionssoziologe, der an der Universität des Westens in Rumänien lehrt und auch Sachverständiger des Bundesarbeitskreises des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU ist. Man müsse Muslime ebenso vor denen schützen, die ihre Religionsfreiheit in Frage stellten, wie man Muslime – oder orientalische Christen und Konvertiten vom Islam zum Christentum – vor solchen Muslimen schützen müsse, die man gemeinhin Islamisten nennt, deren Ziel die Abschaffung der Religionsfreiheit sei oder die Gewalt rechtfertigten oder einsetzten. Religionsfreiheit müsse wie jedes andere Menschenrecht nicht nur ermöglicht werden, sondern ausdrücklich auch mit dem staatlichen Gewaltmonopol gegen diejenigen verteidigt werden, die Menschenrechtsverletzungen rechtfertigten, propagierten oder ausübten.

Thomas Schirrmacher während seines Vortrags © BQ / Martin Warnecke

Thema des Abends war „Christenverfolgung im Nahen Osten als Spiegel der Lage der Religionsfreiheit weltweit.“ Schirrmacher, der auch Vorsitzender des Beirates des Zentralrates Orientalischer Christen (ZOCD) ist, erinnerte an den Völkermord an Christen im Nahen und Mittleren Osten, der in immer neuen Schüben seit über einhundert Jahren im Gange sei. Wer die Lage in Syrien und Irak nur als neues und kurzfristiges Problem sehe, sei geschichtsvergessen. Für die orientalischen Christen sei der Nahe Osten spätestens seit dem Massenmord an mehr als einer Million Christen 1915 nie wirklich zur Ruhe gekommen, weshalb der Genozid der Gegenwart nur ein neues Aufwallen einer langen und bösen Tradition sei.

 

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