In Thailand werden Polizeistationen von Islamisten überfallen, in Mali die Regierung vorübergehend von ihnen gestürzt, der Jemen ist dank Islamisten unregierbar. In Syrien werden japanische Geiseln getötet und ein jordanischer Pilot bei lebendigem Leib verbrannt. Boko Haram kämpft nicht nur in Nigeria, sondern beschäftigt inzwischen auch fast alle Nachbarländer. Niger, Tschad, Kamerun und Benin wollen gemeinsam Boko Haram bekämpfen. Jordanien, Türkei und der Libanon haben bereits Flüchtlinge in Millionenhöhe aufgenommen und versuchen verzweifelt zu verhindern, dass IS ihre Länder angreift und sie in den Konflikt mit hineingezogen werden. Die Türkei wandert Richtung Islamismus und unterstützt Islamisten in Syrien, eine Diktatur wie Usbekistan und eine Demokratie wie Albanien versuchen recht erfolgreich, den Einfluss der Islamisten aus dem Land zu halten. Bürger von fast 100 Ländern der Erde kämpfen als islamistische Terroristen in Syrien, Irak oder an anderen Krisenherden wie Mali, Jemen oder Afghanistan. In Gegenzug bekämpfen 60 Staaten der Erde direkt oder indirekt IS(IS) in Syrien/Irak. Juden in zahlreichen Ländern fragen sich wegen islamistischen Terrors, ob sie nach Israel auswandern sollten, besonders jüngst in Frankreich und Dänemark nach den Anschlägen in Paris und Kopenhagen.

Ich könnte beliebig weiter machen. Kaum ein Land der Erde, auf jeden Fall kein Kontinent, bleibt vom islamistischen Terror verschont. (Am wenigsten sind noch Australien und Lateinamerika betroffen, aber außen vor sind sie auch nicht.)

Die Islamisten, so uneins sie auch untereinander sein mögen, führen einen Krieg gegen die ganze Welt, kurz einen ‚Weltkrieg‘. Oder anders gesagt, der ‚Weltkrieg‘ der Islamisten betrifft mehr Staaten der Erde als jeder Weltkrieg zuvor. Nur die Zahl der Opfer ist bisher niedriger als die Zahl der Opfer des 2. und auch des 1. Weltkrieges.

Das bedeutet zweierlei:

1. Das Problem der islamistischen Gewalt ist nicht zu lösen, wenn jedes Land der Erde das Problem nur national in den eigenen Grenzen lösen will. Wir brauchen eine länderübergreifende Strategie aller Staaten – wobei natürlich die Staaten ein besonderes Problem darstellen, die selbst heimlich oder offen islamistisch ausgerichtet sind oder den Islamismus fördern. Alle Staaten, die ein Islamismus-Problem haben, müssen in dieser Frage ihre Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten hinten anstellen.

2. Das Problem der islamistischen Gewalt ist nicht zu lösen, wenn man für jedes Land, das durch den Islamismus unregierbar geworden ist, wie Jemen, Afghanistan, Libyen, Irak oder Syrien, alleine eine nationale Lösung sucht, was ähnlich auch für vom Islamismus mitbestimmten Staaten wie Iran, Saudi Arabien oder Pakistan gilt.

Die Welt braucht eine gemeinsame globale Strategie gegen die globale Bedrohung durch die größte terroristische Bedrohung und Bewegung, die die Welt je gesehen hat, den islamistischen Terrorismus.

 

Ein Kommentar

  1. Ingo D. 19. März 2015 at 09:47

    Terrorismus (nicht nur der islamistische, wenngleich dieser die Mehrheit stellt) hat also die Gemeinsamkeit, gegen den „Rest der Welt“ Krieg zu führen. Das Dilemma besteht nun darin, dass eine „gemeinsame globale Strategie“ vom „Rest der Welt“ (welche für Terroristen bereits als Faktum – wenngleich als Verschwörungstheorie – besteht), Terroristen in ihrem Selbstverständnis bestätigt einen „gerechten Kampf“ und „heiligen Krieg“ als Freiheitskämpfer zu kämpfen.

    Das Dilemma eskaliert zusätzlich, wenn die (gemeinsame globale strategische) Antwort auf terroristische Gewalt“, nur(!) in noch mehr Gegengewalt mündet. Dann werden die Opferzahlen explodieren.

    Eine künftige gemeinsame globale Strategie welche in der Lage ist terroristische Gewalt einzudämmen und zugleich Konflikte nachhaltig zu deeskalieren hat ohne (verbale, wirtschaftliche und militärische) Abrüstung (ausgehend vom „Rest der Welt“) und ohne gemeinsame Marshallpläne für den Wiederaufbau bereits jetzt zerstörter Nationen keine Zukunft, ausgenommen die einer „verbrannten Erde“.

     

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