Die Evangelische Allianz Darmstadt plant eine Aktionswoche zum Thema Menschenhandel mit dem Theologen Thomas Schirrmacher als Hauptreferenten. Passend zu der Veranstaltung strahlt das Erste eine Sendung zum Thema Menschenhandel aus.

Die Evangelische Allianz Darmstadt lädt in der kommenden Woche zu einer besonderen Gebetswoche ein. Zum Thema „Menschenhandel“ sind verschiedene Aktionen geplant. Den Auftakt bildet eine Art „Sklavenmarkt“, ein Flashmob mit anschließender Demonstration, mit abschließender Kundgebung auf dem Luisenplatz. Bei der Kundgebung soll auch die Hamburger Pastorin Gaby Wentland sprechen. Sie ist Gründerin der Organisation „Mission Freedom“, die sich in Hamburg für die Opfer von Menschenhändlern einsetzt.

Mediale Flankierung erhält die Evangelische Allianz wenige Tage vor der Gebetswoche durch das Erste, das am 16. Januar den Film „Operation Zucker“ ausstrahlt. Dieser erzählt die Geschichte von Kindern aus rumänischen Familien, die in Berliner Clubs zur Prostitution gezwungen werden. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) spricht Schauspielerin Nadja Uhl, die die Kommissarin in „Operation Zucker“ spielt, über ihre Empfindungen, als sie mit dem Thema konfrontiert wurde: „Ich als normale deutsche Bürgerin war plötzlich damit konfrontiert, dass mir Menschen erzählten, es gibt in Berlin, direkt bei mir um die Ecke, einen großen Markt aufgrund der Armut in Osteuropa.“ Laut FAS erzählt sie weiter: „Ich bin ein Jahr lang geflohen. Da reagiere ich wie jeder andere: Lasst mich in Ruhe, das verkrafte ich nicht, ich bin Schauspielerin, keine Politikerin.“ Dann habe das Thema sie nicht mehr losgelassen. Mittlerweile fordere sie alle Menschen dazu auf, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Solche Reaktionen erhofft sich auch der Hauptredner, Thomas Schirrmacher, von der Darmstädter Aktion: „Nur wenn die gesellschaftliche Empörung hochkocht, wird die Politik aktiver werden.“ Schirrmacher ist Menschenrechtsbeauftragter der Weltweiten Evangelischen Allianz und als Soziologe und Buchautor ein gefragter Redner zum Thema Menschenrechte.

Über 200 Interessierte in Köln

Am Dienstagabend war der Menschenrechtsexperte bereits in der Universität Köln zu hören. „Über die Einladung der Universität Köln zusammen mit der Konrad Adenauer Stiftung und der Fachschaft Evangelische Theologie habe ich mich besonders gefreut“, betonte Schirrmacher, „denn dass staatliche Hochschulen Menschenrechte als akademisches, wissenschaftliches Thema sehen, ist bislang noch sehr selten.“ Für den Evangelikalen deutet dies auf ein weiter wachsendes Interesse an dem Thema hin.

Als zentrale Facette des Menschenhandels ging Schirrmacher auf die Zwangsprostitution ein: „Fast alle Länder der Erde haben harte Gesetze und Strafen gegen Vergewaltigung, Folter und Entführung.“ Schirrmacher fuhr fort: „Zwangsprostitution umfasst alle drei Verbrechen gleichzeitig, wird aber viel nachlässiger behandelt, kaum ermittelt und gelinde bestraft.“ Der Soziologe vertrat die Ansicht, dass es keinen ertragreicheren Wirtschaftszweig als den Menschenhandel gebe. Er zeichne sich durch „geringe Startkosten, unglaublich hohe Profite, starke und ständig wachsende Nachfrage und sehr geringes Risiko“ aus.

Etwa 30 Millionen Menschen seien weltweit versklavt. Weitere 215 Millionen Kinder würden zur Arbeit gezwungen. „Den unmittelbaren Gewinn, nicht den Umsatz, schätzen Experten jährlich auf 153 Milliarden Dollar“, erklärte Schirrmacher. (pro)

Quelle: pro Christliches Medienmagazin

 

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