Wenn ich richtig rechne, haben die Wähler der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) dafür gesorgt, dass Niedersachsen jetzt von Rot-Grün regiert wird. Hätten die 0,2 % nämlich CDU gewählt, wäre David McAllister Ministerpräsident geblieben.

Im September könnte das nach dem Zusammenschluss von PBC und AUF (Arbeit, Umwelt, Familie) und mit den Stimmen anderer noch kleinerer Parteien ebenso bei der Bundestagswahl geschehen. Dann würden christliche Kleinparteien in etlichen Bereichen das Gegenteil dessen erreichen, was sie wollen, zum Beispiel bezüglich des Lebenspartnerschaftsgesetzes.

 

13 Kommentare

  1. Heidi Weh 22. Januar 2013 at 17:18

    Das ist aber bei allen anderen „Splitterparteien“ genau so. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich von einer rein christlichen Partei rein gar nichts halte. Sie ist m.E. auch nicht biblisch. Separatismus lehne ich ab.

     
  2. Helmut Schweiker 27. Januar 2013 at 16:27

    Sehr geehrter Herr Schirrmacher,
    im neuen pro-Kompakt 4/2013 werden Sie von Herrn Breckner auf der 1.Seite zutiert -sinngemäß: Hätten die PBC-Wähler in Niedersachsen schwarz-gelb gewählt, wäre die CDU/FDP an der Regierung geblieben und das Lebenspartnerschaftsgesetz hätte vermieden werden können.
    Ich selber bin AUF-Mitglied und bin entrüstet über Ihre Aussagen.
    Warum machen Sie die Kleinparteien schlecht, die ganz bewusst und vehement für die Werte der Bibel einstehen.
    Sie sind doch auch Christ und wenn die CDU Homoehen nicht strikt ablehnt oder wenn sie für Abtreibung ist oder wenn sie Israel nicht voll unterstützt, usw…. , dann ist es sehr schlecht von Ihnen, wenn Sie engagierten Christen, die das Wort Gottes ernst nehmen, als Sündenbock hinstellen für eine Politik, die widergöttlich ist.
    Sie sollten die Werte der Bibel auch bei solchen Themen unterstützen, damit die Verwässerung der Bibel nicht weiter um sich greift.
    Ich bin gespannt auf Ihre Antwort
    Mit freundlichem Gruß
    Helmut Schweiker

     
  3. thomas 28. Januar 2013 at 12:11

    Ich habe niemanden schlecht gemacht und schon gar nicht die Inhalte der Parteiprogramme bewertet, ich habe lediglich gesagt, dass die positive Absicht (die ich nach meinem Schlusssatz ja offensichtlich teile) durch das Wahlrecht in ihr Gegenteil verkehrt wird. Und wir sind nun einmal ethisch nicht nur für das verantwortlich, was wir wollen, sondern auch für das, was wir bewirken. Im übrigen bin ich schon so oft dafür kritisiert worden, dass ich die genannten Kleinparteien nicht wähle, dass ich nun darauf hinweise, dass meine geäußerte Sorge durch die Realität als berechtigt erwiesen wurde. Dass sie daraus machen, ich würde biblische Werte nicht unterstützen, stellt die Sache auf den Kopf. Zum einen setze ich mich für diese sehr prominent ein und ziehe viel Kritik dafür auf mich, zum anderen ist ja gerade mein Argument, dass das Wahlergebnis uns tatsächlich ja viel weiter von solchen Werten weg bringt.

     
  4. Roderich 29. Januar 2013 at 23:01

    Man könnte aber hinzufügen, dass SPD und Grüne ja auch mehrere Prozent verloren haben, weil die Linkspartei (3,1%) und die Piraten (2,1%) angetreten sind. (Wen die Piraten-Wähler sonst gewählt hätten, ist ja noch nicht ausgemacht, aber vermutlich etwas eher SPD und Grüne als CDU / FDP). Dagegen nehmen sich die 0,2% der AUF/PBC noch gering aus. Schade also, dass die CDU auf die spärlichen 0.2% angewiesen ist, während SPD/Grüne auf die 5,2% offenbar noch verzichten konnten… (vereinfacht gesagt).

    Am besten wäre es noch, wenn die CSU (aus Bayern) sich bundesweit engagiert als „konservativere“ christliche Partei, um damit konservativen Wählern ein „zu Hause“ zu geben, für eine Koalition zwischen CDU und CSU.
    Das könnnte der CDU/CSU die strukturelle Mehrheit verschaffen.
    Nur möchte die CSU ja nicht, dass sich die CDU auch in Bayern aufstellt, und damit die CSU dort die absolute Mehrheit verliert.

    Was Kleinparteien angeht: In den Niederlanden ist das alles einfacher, da gibt es keine 5% Klausel, da können ChristenUni und SGP zusammen einen oder zwei Sitze holen.
    Man muss eben abwägen: lohnt eine „Protestwahl“ (für AUF/PBC), die die CDU zum Nachdenken bringt und mehr Motivation „erzeugt“, auch die christliche Stammwählerschaft anzusprechen? Oder lohnt die Wahl von PBC/AUF, um so langfristig eine Partei aufzubauen, in der Hoffnung, dass diese irgendwann über 5% erhält, „wenn sich die Zeiten ändern“?
    Oder soll man sich in CDU/CSU engagieren?
    Das muss vermutlich jeder Christ für sich selbst entscheiden.

     
  5. thomas 1. Februar 2013 at 21:34

    Ich war noch nie ein Freund der hohen 5%-Hürde. DAs ändert nur nichts daran, dass sie prägendes Teil unseres politischen Systems sind und auf das Ganze gesehen, rechts- und linksradikale Parteien oft aus den Parlamenten gehalten haben – das war ja, was man angesichts unserer Geschichte wollte.

     
  6. Gerd Peter 4. Februar 2013 at 14:10

    Menschen rechnen gerne und können sich dabei auch das eine oder andere Mal ver-rechnen. Es kommt immer darauf an, wie zuverlässig mein Datenmaterial ist und wie ich damit umgehe. Die PBC heißt nicht umsonst Partei Bibeltreuer Christen und nicht etwa Partei christlicher Bibeltreuer. Das macht einen gewaltigen Unterschied! Christen sind nach ihrem Erlöser und Herrn Jesus Christus benannt. Und der hat sich während seiner Erdenzeit zu keiner Zeit mit religiösen Parteien arrangiert, sondern stets die Missstände angeprangert. Aus irdischer Perspektive gesehen hat ihn das das Leben gekostet. Aber dabei blieb es nicht, er ist ja bekanntermaßen aus dem Tod auferstanden. „Die Herren dieser Welt gehen“, wird dem früheren Bundespräsidenten Heinemann zugesprochen, „doch unser Herr kommt“. Letztlich wird er es sein, der die Schlussrechnung präsentiert, und die wird garantiert fehlerfrei sein. Bis dahin wollen wir frohgemut mit ihm sammeln und ihn vor den Menschen bekennen. Für den, der die Bibel als Wort Gottes ernst nimmt, ist es ist doch eine ganz einfache Rechnung: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

     
  7. thomas 4. Februar 2013 at 15:17

    Verstehen Sie Ihren Beitrag als Argument für die PBC oder als Argument, gar keiner (religiösen) Partei anzugehören?

     
  8. Gerd Peter 5. Februar 2013 at 12:45

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, argumentieren Sie für eine christliche Großpartei, so gottlos ihre Werte auch sein mögen. Ich setze mich für eine Partei ein, die Christus zum Vorbild hat.

     
  9. Ex-AUFler 21. Februar 2013 at 11:05

    Man kann immer so oder so rechnen.

    Fakt ist, dass durch die 5% Hürde die Wahrscheinlichkeit, dass kleinere Parteien in politische Verantwortung und parlamentarische Mitgestaltung eintreten können, erheblich erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht wird.

    Ich war lange und intensiv dabei, dem Prozeß in der AUF- Partei realpolitische Ausrichtung zu verleihen. Ein mühsamer und frustrierender Prozeß.

    Heraus kam in Wirklichkeit, dass man sich auf die Fusion mit der PBC gestürzt hat, ohne zunächst die eigene Partei AUFzubauen und ein Fundament unter der Menschen und somit Wählern zu bekommen.

    Teilweise weltfremde Thesen, die an der AUFgabe, wertefundiert und bürgernah zu arbeiten, vorbeigingen, wurden zum Primat. Das Ergebnis wird demnächst Bündnis-C heißen, ein Neuaufguß der seit Jahren bzw. Jahrzehnten de facto erfolglosen PBC mit assimilierter AUF-Partei.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Partei große Erfolge feiern kann, ist denkbar klein.

    Wer nicht von einer Basis unter den Bürgern getragen und als wählbare Alternative angesehen wird,
    dem wird die politische Mitwirkung verwehrt bleiben. Das gilt für jede – vor allem kleine – Partei.

    Wer christliche Werte vertreten und vermitteln möchte, der muß sich unters Volk begeben und dort Vertrauen gewinnen. Die Gründung einer Bundespartei nützt überhaupt nichts, wenn man keine Basis hat. Es kommt dabei nur Zielverfehlung heraus, wie man an den Wahlresultaten erkennen kann. Dann wählen viele Menschen lieber CDU und sei es auch mit erheblichen Bauchschmerzen, denn die ist wenigstens solide aufgestellt und politisch handlungsfähig.

    Die AUF-Partei hätte (bei solider Arbeit) durchaus das Potential gehabt, bei klarer realpolitischer Ausrichtung eine große Zustimmung in der Bevölkerung zu erreichen.

    Das ist nun vorbei, statt unters Volk zu gehen und mehr und mehr Landes- und Kreisverbände zu gründen, warf man sich auf Bundes- und z.T. Landesebene der PBC an den Hals, um mit dieser zu fusionieren. Es war gar die Rede von Liebesheirat und dergleichen.

    Verpasste Chancen, verpasster AUFtrag, vergebliche Mühe.

     
  10. GreteP 15. März 2013 at 16:59

    Nach diesem Bericht
    http://www.idea.de/detail/politik/detail/niedersachsen-hat-die-pbc-den-cdu-wahlsieg-verhindert.html
    wundere ich mich nur über alle (!) Kommentar – als ob wir sonst keine Probleme hätten in diesem Land.

     
  11. Susanne Koslowski 15. September 2013 at 22:33

    Sehr geehrter Herr Dr. Schirrmacher,

    ich bin Mitglied der Christengemeinde Arche Alstertal. Wir haben über o.g. Thema (PBC bringt Grüne an die Macht) dieses Jahr auf dem CDU Empfang in der Handwerkskammer und in der Fischauktionshalle, auf dem Kirchentag, miteinander gesprochen.
    Ich möchte Sie bitten, diesen Artikel unbedingt wieder zu im Facebook zu posten, noch vor den Bundestagswahlen. Ich teile ihre Einschätzung und finde es schade um jede „verschenkte“ Stimme. Gut gemeint kann …. auch schiefgehen.
    Ich bedanke mich im voraus und verbleibe
    mit herzlichen Grüßen
    Susanne Koslowski

     
  12. Roderich 17. September 2013 at 23:02

    @Frau Koslowski,
    AUF und PBC treten ja gar nicht an. Insofern ist der Artikel im Moment nicht so relevant.

    (Allerdings tritt die AfD an, die ich sehr empfehlen kann – sorry, wenn ich hier Wahlwerbung mache :-)) Aber gerade aus christlicher Sicht finde ich die AfD sehr gut, und die kann gut und gerne über die 5% Hürde kommen, siehe http://www.wahl-radar2013.de/ )

    Die AfD könnte dann mit CDU und evtl. FDP koalieren, und sich für einen etwas euro-kritischeren Kurs einsetzen, bzw. dafür einsetzen, dass z.B. Griechenland aus der EU rausfliegt. Das wäre bitter von Nöten, gerade WENN man für Europa ist. (Allerdings bin ich auch aus christlicher Sicht eher für ein föderales Europa der Vaterländer, auf christlicher Basis wenn möglich).

    Politik kann aber keine Erweckung bzw. Erneuerung christlicher Werte in der Bevölkerung ersetzen.

    Mit freundlichen Grüßen.

     
  13. Roderich 17. September 2013 at 23:07

    Oh, Pardon, die PBC tritt doch an. Aber die AUF nicht.
    http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/presse/W13011_Wahlteilnahme_Parteien.html

    Wie dem auch sei, PBC würde ich persönlich nicht so sehr empfehlen, auch wenn der Einsatz lobenswert ist und die biblische Ausrichtung. Aber die Partei hat keinerlei Aussicht auf die 5%, und ich finde, die PBC ist auch ein wenig zu „unpolitisch“ in ihrem Programm. Vieles überzeugt mich auch nicht so sehr, da ist z.T. auch Zeitgeist drin.

    Die AfD ist dagegen in Kernfragen (Wirtschaft, Rechtstaat, Euro etc.) äußerst kompetent und mutig. Viele Christen sind in der AfD engagiert… Es sollten aber noch mehr werden.

     

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