Der Botschafter für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz und Direktor des International Instituts für Religionsfreiheit, Thomas Schirrmacher, hat eine positive Bilanz des Papstbesuches in Albanien gezogen. Er nahm auf Einladung des Präsidenten des Landes, Bujar Nishani, am Empfang für den Papst teil und führte während seines Aufenthaltes Gespräche mit allen wichtigen christlichen und muslimischen Führern.

Insbesondere begrüße Schirrmacher, dass der Papst beim Empfang mit deutlichen Worten jede Art der Gewalt im Namen Gottes eine Absage erteilte und mit seinem Besuch unterstrich, dass Christen Muslimen dankbar seien, wenn sie auch dort Freiheit und Frieden garantierten, wo sie die Mehrheit eines Landes bilden.

Thomas Schirrmacher überreicht Albaniens Präsident Bujar Nishani Bücher zum Thema Religionsfreiheit (© Präsidentenpalast Albaniens)

Thomas Schirrmacher überreicht Albaniens Präsident Bujar Nishani Bücher zum Thema Religionsfreiheit (© Präsidentenpalast Albaniens)

Der Präsident des Landes hatte Schirrmacher bereits einige Tage vorher zu einem Vorbereitungsgespräch des Papstbesuches eingeladen. Bei dem Gespräch unterstrich er, dass Albanien das Musterbeispiel eines Landes mit einer muslimischen Mehrheit sei, das Christen volle Religionsfreiheit gewähre. Beide stimmten darin überein, dass europäische Politiker Länder, die auf Menschenrechte und Demokratie setzen, angesichts der weltweiten Entwicklung viel intensiver unterstützen müssten. Dass sich dies auszahle, beweise auch Albaniens neuer Status als EU-Beitrittskandidat. Der Präsident vereinbarte mit dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit ein Projekt, in dem die Lage der Religionsfreiheit im Land untersucht wird. Schirrmacher wurde bei seinem Treffen vom Generalsekretär der Evangelischen Allianz Albaniens, Akil Pano, begleitet.

Schirrmacher traf sich unter anderen mit dem Großmufti von Albanien, Skënder Bruçaj, mit dem weltweiten Oberhaupt des islamischen mystischen Sufiorden der Bektaschi, Haxhi Baba Edmond Brahimaj, mit den sieben katholischen Bischöfen des Landes, mit dem Vorstand der Albanischen Evangelischen Allianz sowie mit Erzbischof Anastasios Yannoulatos, Oberhaupt der Autokephalen orthodoxen Kirche, der größten christlichen Konfession in Albanien. Mit dem umfangreichen Besuchsprogramm wolle er deutlich machen, so Schirrmacher, dass Evangelikale nicht abseits stehen, wenn Religionen miteinander dafür sorgen, dass Frieden und Freiheit ein Land bestimmen und die Regierung darin unterstützen. „Wir können ja nicht immer nur Andere kritisieren, wenn Dinge falsch laufen, sondern müssen auch diejenigen unterstützen und loben, die es richtig machen“, so Schirrmacher wörtlich.

Thomas Schirrmacher im Gespräch mit Erzbischof Anastasios Yannoulatos, dem Oberhaupt der Autokephalen orthodoxen Kirche Albaniens

Thomas Schirrmacher im Gespräch mit Erzbischof Anastasios Yannoulatos, dem Oberhaupt der Autokephalen orthodoxen Kirche Albaniens

Mit dem Erzbischof von Albanien verbindet Schirrmacher eine langjährige Freundschaft. Das Verhältnis der Orthodoxen Kirche zur Albanischen Evangelischen Allianz gilt als sehr gut. Die Mitglieder der Gemeinden der Evangelischen Allianz bestehen fast ausschließlich aus früheren Muslimen, die erst seit der erneuten Unabhängigkeit des Landes 1990 Christen geworden sind. Der Erzbischof war viele Jahre Vorsitzender des Missionsausschusses des Weltkirchenrates und gilt als bedeutender Missionswissenschaftler. Für ihn schließt die Religionsfreiheit in Albanien immer auch das Recht ein, seine Religion wechseln zu dürfen, auch vom Islam zum Christentum, und er ist dafür seit 1990 immer wieder öffentlich eingetreten.

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