Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2015 und ist bisher nicht in meinem Blog erschienen.

(Stuttgart/Bonn, 07.06.2015) Christen können nach Überzeugung des Theologen und Religionssoziologen Professor Thomas Schirrmacher (Bonn) nur dort effektiv vor Verfolgung geschützt werden, wo Minderheiten generell Freiheit haben. Der Einsatz für verfolgte Christen setze daher immer auch den Einsatz für allgemeine Religionsfreiheit voraus, sagte der Präsident des Internationalen Rates der „International Society for Human Rights“ am Donnerstag in Stuttgart beim Deutschen Evangelischen Kirchentag.

Der Stuttgarter Medienpfarrer Christoph Schweizer interviewt im Kirchentags-Gastgeberzelt „Stuttgarter Gasthaus“ der Ev. Kirche in Württemberg auf dem Schlossplatz Thomas Schirrmacher zur Lage der Religionsfreiheit

Der Stuttgarter Medienpfarrer Christoph Schweizer interviewt im Kirchentags-Gastgeberzelt „Stuttgarter Gasthaus“ der Ev. Kirche in Württemberg auf dem Schlossplatz Thomas Schirrmacher zur Lage der Religionsfreiheit

Schirrmacher, der unter anderem Vorsitzender der Theologischen Kommission der evangelikalen weltweiten Evangelischen Allianz ist, appellierte an die Verantwortung jedes einzelnen Menschen: „Es sind Menschen hier und heute, die entscheiden, ob sie in Frieden leben.“ Man dürfe das Argument nicht gelten lassen, dass es quasi unabänderliche historische Entwicklungen seien, die dazu führten, dass Menschen unterschiedlicher Religion oder Konfession sich bekriegen.

Es gebe Beispiele, wo eine Gesellschaft sich entschließe, dass Religionen und Konfessionen übergreifend friedlich zusammen leben. Solche Beispiele müssten gefördert und öffentlich gemacht werden, betonte Schirrmacher. Er nannte als aktuelles Vorbild Albanien, wo sich 1990 die verschiedenen Religionsgemeinschaften zum Frieden verpflichtet hatten. „Und dies mitten in einem Umfeld, in dem weiter die Religionskarte in Konflikten gespielt wird“, betonte Schirrmacher.

Christen lebten mehrheitlich „auf der Sonnenseite der Religionsfreiheit“, nämlich in demokratischen Ländern, sagte der Theologe. Das sei kein Zufall, weil das Christentum den Auftrag einschließt, ein friedliches Zusammenleben zu gestalten. Das sei aber auch kein Grund, überheblich zu sein, weil es auch in christlichen Ländern immer wieder die Verfolgung von anders Glaubenden gegeben habe, sogar unter den Konfessionen.

(Quelle: www.epd.de)

Gespräch mit dem Ratsvorsitzenden der EKD Heinrich Bedford-Strohm

Gespräch mit dem Ratsvorsitzenden der EKD Heinrich Bedford-Strohm

Anlässlich des Kirchentagsempfangs des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU führte Schirrmacher Gespräche zum Thema Religionsfreiheit mit dem Präsidenten des Kirchentages Andreas Barner, dem Ratsvorsitzenden der EKD Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem gastgebenden Bischof Frank Otfried July, den Bundesministern Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière und dem Generalsekretär der CDU Peter Tauber. Wie er der Evangelischen Verantwortung (Berlin) mitteilte, sei er hoch erfreut, dass das Interesse, konkret etwas für leidende Mitchristen zu tun, innerhalb der EKD und innerhalb der CDU stark zunehme.

Von Hoffnung und von richtigem Zorn

„Nicht jammern“

Die Kirchen sollten sich aus Sicht des württembergischen Landesbischofs Frank Otfried July durch vermeintlich schlechte Umfragewerte und steigende Austrittszahlen nicht runterziehen lassen. Die Kirche sei immer noch die größte Institution, die Menschen unterschiedlicher Milieus vereinen kann, sagt der evangelische Theologe beim Kirchentag in Stuttgart. In der württembergischen Landeskirche gebe es rund 150.000 Ehrenamtliche „Warum sollen wir jammern“ angesichts solcher Zahlen.

Freiheit als Voraussetzung

Christen können nach Überzeugung des Theologen und Religionssoziologen Thomas Schirrmacher nur dort effektiv vor Verfolgung geschützt werden, wo Minderheiten generell Freiheit haben. Der Einsatz für verfolgte Christen setze daher immer auch den Einsatz für allgemeine Religionsfreiheit voraus, so der Präsident des Internationalen Rates der „International Society for Human Rights“.

Zorn über Todesstrafe

Dass die USA die Todesstrafe noch nicht abgeschafft hat, darüber ist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, „ziemlich zornig“. Ihm sei schleierhaft, wie ein christlich geprägtes Land über Menschen die Todesstrafe verhängen könne.

(Quelle: Schwäbisches Tagblatt)

Links:

 

Mit dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière

Mit dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière

Mit dem württembergischen Landesbischof Frank Otfried July

Mit dem württembergischen Landesbischof Frank Otfried July

 

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