Diese Meldung stammt ursprünglich aus dem Jahr 2016 und ist bisher nicht in meinem Blog erschienen.

(Bonn, 05.08.2016) Im Rahmen der in Oxford tagenden ‚Religious Liberty Partnership‘, einem Netzwerk globaler NGOs, die sich für Religionsfreiheit einsetzen, haben führende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen diskutiert, wieso Fragen der Verletzung der Religionsfreiheit von der wissenschaftlichen Forschung so stiefmütterlich behandelt werden.

Von links: Prof. Douglas Bandow, Prof. Roger Trigg, Prof. Nazila Ghanea, Prof. Thomas Schirrmacher

Der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit bemängelte, dass selbst da, wo die Thematik wissenschaftlich bearbeitet würde, meist nur die Theorie diskutiert würde, selten aber die reale Lage vor Ort Gegenstand der Untersuchung sei. Dies gelte nicht nur für Jura, Soziologie oder Religionswissenschaft, sondern selbst für die christliche Theologie, die in Dogmatik, Kirchengeschichte oder Praktischer Theologie das Thema zumeist stiefmütterlich behandele.

Schirrmacher diskutierte mit folgenden Wissenschaftlern:

  • Prof. Dr. Douglas Bandow, Senior Fellow am Cato Institute, einem libertären Think-Tank mit Sitz in Washington, D.C., der während der Reagan-Administration als Special Assistant des US-Präsidenten arbeitete und zu militärischem Nicht-Interventionismus und über das Verhältnis von Religion und Politik forscht.
  • Prof. Dr. Roger Trigg, Senior Fellow am Ian Ramsey Centre des St. Cross College der Universität Oxford sowie Associate Scholar im Rahmen des Projekts Religionsfreiheit am Berkley Center der Georgetown University, Washington, D.C.; von 2008 bis 2010 Präsident der European Society for Philosophy of Religion, der zum Verhältnis von Religion und Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit forscht.
  • Prof. Dr. Nazila Ghanea, britische Dozentin für International Human Rights Law an der Universität Oxford, die als Beraterin in Menschenrechtsfragen für mehrere Regierungen sowie die UN, UNESCO, OSZE und EU arbeitet und zu Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Frauenrechten, Minderheitenrechte und Menschenrechte im Nahen und Mittleren Osten forscht.

Bei der Diskussion waren auch führende britische Vertreterinnen der Thematik in Regierung und Parlament anwesend, namentlich The Baroness Elizabeth Rose Berridge, seit 2011 im House of Lords und für das Netzwerk von 67 britischen Abgeordneten pro Religionsfreiheit verantwortlich, und die Diplomatin Sue Breeze, die zuletzt stellvertretende Botschafterin in Venezuela war und jetzt im „Foreign and Commonwealth Office“ in London Leiterin eines Teams ist, das die Aufgabe hat, auf allen Ebenen der britischen Exekutive Religionsfreiheit zu schützen und zu fördern, dies zugleich im Verbund mit anderen Gleichheitsrechten.

Unter den Teilnehmern waren auch der Koptische Generalbischof von Großbritannien, Anba Angealos, und der Ko-Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Prof. Dr. Christof Sauer.

 

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