Was bedeutet eigentlich der Begriff evangelikal? Wo liegen seine Ursprünge? Wann und wie wurde die Bezeichnung evangelikal in den deutschsprachigen Bereich eingeführt?

BuchcoverDas neue Buch von Frank Hinkelmann stellt die Entstehungsgeschichte der Evangelikalen Bewegung in historischer und theologischer Perspektive vor und schildert in den weiteren Kapiteln jeweils die unterschiedliche Entwicklung in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Erstmals legt der Autor auch eine Analyse der öffentlichen Rezeption der Evangelikalen Bewegung vor, wobei der Schwerpunkt auf führende Tages- und Wochenzeitungen sowie politische Magazine aus allen drei Ländern gelegt wird. Ein abschließendes Kapitel bietet eine Definition des Begriffs evangelikal in theologischer Perspektive.

Das Buch wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizer Evangelischen Allianz veröffentlicht.

Statement von Thomas Bucher

„In der Schweiz wird das Wort ‚evangelikal‘ tunlichst vermieden. Wer will denn schon in die Fundamentalisten-Ecke gedrängt werden? In Deutschland wird es bewusst als Positionierung benützt und in Österreich ist der Begriff ‚evangelisch‘ geschützt, und da bleibt oft nur ‚evangelikal‘. Wie sich das alles entwickelt hat und was ‚evangelikal‘ eigentlich meint, das beschreibt Frank Hinkelmann in seinem neuen Buch ‚Evangelikal‘ fundiert und hilfreich.“

Thomas Bucher, Generalsekretär Europäische Evangelische Allianz

Der Autor

Frank Hinkelmann studierte evangelische Theologie in Gießen (D) und Apeldoorn (NL) und promovierte an der Freien Universität in Amsterdam (NL). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Missionsgeschichte, der Evangelikalen Bewegung, des Pietismus und der österreichischen Konfessionskunde. Hauptberuflich ist er leitender Mitarbeiter eines internationalen und überkonfessionellen Missionswerkes. 12 Jahre hatte er den Vorsitz der Österreichischen Evangelischen Allianz inne und ist derzeit sowohl Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz als auch Sekretär des Internationalen Rates der Weltweiten Evangelischen Allianz. Er ist Pfarrer im Ehrenamt in der Evangelischen Kirche und lebt mit seiner Familie in Niederösterreich.

Geleitwort von Thomas Schirrmacher

BuchcoverDie Zahl der Evangelikalen nimmt weltweit stark zu, gleichzeitig aber wird der Begriff in manchen Regionen der Welt immer vager verwendet. „Evangelikal“, „evangelical“ und ihre Entsprechungen in anderen wichtigen Sprachen der Welt bedeuten zudem oft von Land zu Land zumindest ein wenig etwas anderes. In manchen Ländern schwingt dabei ein ausgesprochen positiver Unterton mit (wie in Korea, wo man den Evangelikalen besonders die Rolle zuschreibt, die Demokratie gegen die Diktatur erkämpft zu haben), sodass sich manch einer als evangelikal bezeichnet, der es wohl eher nicht ist. In anderen Ländern schwingt dabei aber oft auch ein negativer Unterton mit (etwa in Deutschland, wo sich Evangelikale oft für alles verantworten sollen, was Evangelikale im weitesten Sinne in den USA tun). Daraus ergibt sich, dass sich in verschiedenen Ländern in der Statistik Unterschiede auftun, wie viele Christen sich selbst als evangelikal bezeichnen und wie viele von Forschern der Evangelikalen Bewegung zugerechnet werden können.

Dies ist Grund genug, einmal für die deutschsprachigen Länder historisch zu untersuchen, wie der Begriff aufkam und verwendet wurde – schon hier ergeben sich drei ganz verschiedene Anmarschwege. Wer wäre für die Forschung besser geeignet, als Dr. Frank Hinkelmann, der schon mehrere grundlegende wissenschaftliche Untersuchungen im Umfeld des Themas vorgelegt hat, und auch diesmal wieder in Archiven in den betroffenen drei Ländern viel Material eingesehen hat, das bisher noch nicht berücksichtigt wurde. Als Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz und Sekretär des Internationalen Rates der Weltweiten Evangelischen Allianz hat er zudem einen sehr guten Einblick in die Breite der evangelikalen Geschichte weltweit. Trotz seiner Zugehörigkeit zu den Evangelikalen gilt er aber allseits als unvoreingenommener Kirchengeschichtler, zum einen, weil er sich nicht scheut, der Evangelikalen Bewegung immer wieder Hausaufgaben mitzugeben, zum anderen, weil er als Konfessionskundler sehr fair und gut recherchiert schreibt, sodass beispielsweise die katholische Erzdiözese Wien einen Druckkostenzuschuss für seine „Konfessionskunde“ (Verlag Böhlau: Wien, 2016) gewährte, in der natürlich ausführlich auch diese Kirche selbst dargestellt wird. So ist es auch kein Wunder, dass sich die drei deutschsprachigen Allianzen, als sie das fertige Manuskript sahen, bereit erklärt haben, es zu fördern, um so eine Diskussion unter ihren eigenen Mitgliedern anzustoßen.

Dass der Autor aus dem historischen Material und der weltweiten Diskussion am Ende eine eigene theologische Definition von „evangelikal“ zur Diskussion stellt, widerspricht dem nicht, vielmehr dürfte jeder Leser erwarten, dass aus der recherchierten Geschichte auch etwas für uns heute Anwendbares folgt.

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher, DD
Stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz,?zuständig für Theologie, Theologische Ausbildung, Ökumene, Religionsdialog und Religionsfreiheit


Bibliografische Angaben:

  • Frank Hinkelmann. Evangelikal: in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ursprung, Bedeutung und Rezeption eines Begriffes. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2017. Pb. 168 S. 12.00 €. ISBN 978-3-86269-141-8.


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