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	<title>Thomas Schirrmacher</title>
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	<description>Ein Blog zu Theologie, Ethik &#38; Religionssoziologie</description>
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		<title>Meine Rede in Bethlehem in Anwesenheit des palästinensischen Ministerpräsidenten</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 23:35:58 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_Adress.jpg" class="liimagelink"><img class="alignnone size-medium wp-image-2815" title="During_Adress" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_Adress-300x199.jpg" alt="" width="189" height="125" /></a> <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_address_2.jpg" class="liimagelink"><img class="alignnone size-medium wp-image-2816" title="During_address_2" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_address_2-300x225.jpg" alt="" width="180" height="135" /></a> <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_address_3.jpg" class="liimagelink"><img class="alignnone size-medium wp-image-2817" title="During_address_3" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/During_address_3-300x199.jpg" alt="" width="189" height="125" /></a></p>
<p lang="de-DE">Aus Anlass des Rücktritts des palästinenschen Ministerpräsidenten Dr. Salam Fayyad am 13.5.2013, den ich sehr bedauere, erlaube ich mir nach der Meldung vom März 2012 im letzten Blog hier meine dabei gehaltene Rede einzustellen: <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/Schirrmacher_Speech_Fayyad.pdf" title="PDF-Download" target="_blank" class="lipdf">PDF-Download</a></p>
<p lang="de-DE">Im nächsten Blog folgt ein damals gegebenes Interview zur Lage im Heiligen Land.</p>
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		<title>Mein Treffen mit dem zurückgetretenen palästinenischen Ministerpräsidenten</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 19:35:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aus Anlass des Rücktritts des palästinenschen Ministerpräsidenten Dr. Salam Fayyad am 13.5.2013, den ich sehr bedauere, erlaube ich mir die folgende Meldung vom März 2002 einzustellen, die von meiner Begegnung mit Dr Fayyad berichtet. Im nächsten Blog folgt dann meine dabei gehaltene Rede, im übernächsten Blog ein damals gegebenes Interview zur Lage im Heiligen Land. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus Anlass des Rücktritts des palästinenschen Ministerpräsidenten Dr. Salam Fayyad am 13.5.2013, den ich sehr bedauere, erlaube ich mir die folgende Meldung vom März 2002 einzustellen, die von meiner Begegnung mit Dr Fayyad berichtet. Im nächsten Blog folgt dann meine dabei gehaltene Rede, im übernächsten Blog ein damals gegebenes Interview zur Lage im Heiligen Land.</p>
<h3>Weltweite Evangelische Allianz fördert Friedensgespräche im Heiligen Land</h3>
<div id="attachment_2818" class="wp-caption alignright" style="width: 231px"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/PremierMinister.jpg" class="liimagelink"><img class="size-medium wp-image-2818" title="PremierMinister" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/05/PremierMinister-221x300.jpg" alt="Im Gespräch mit Premierminister Salam Fayyad" width="221" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Im Gespräch mit Premierminister Salam Fayyad</p></div>
<p>(Bonner Querschnitte 201, Nr. 7/2012, Bonn, 25.03.2012) Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz hat in seinem Grußwort an den anwesenden Ministerpräsidenten der Palästinensischen Autonomiegebiete, Dr. Salam Fayyad, und zur Eröffnung der Konferenz ‚Christ at the Checkpoint‘ Evangelikale aufgefordert, die Gräben im Heiligen Land nicht zu vergrößern, sondern zu beweisen, dass Evangelikale über alle Grenzen hinweg Versöhnung und Frieden schaffen können. „Wenn wir das nicht unter uns können, die wir alles Grundlegende gemeinsam haben“, so Schirrmacher, „wie soll es dann die zersplitterte Christenheit vor Ort schaffen und wie soll es dann erst Frieden geben, wenn Muslime, Juden, Christen und Atheisten gemeinsam nach einer politischen Lösung suchen?“ Wenn Jesu Gebot, seine Feinde zu lieben, noch nicht einmal innerhalb der Evangelikalen und der Christen umgesetzt werde, könne es seine segensreiche Wirkung wohl kaum unter Menschen entfalten, die wirkliche oder gar bewaffnet Feinde seien.</p>
<p>Dass auf der Konferenz messianische Juden und palästinensische Christen sowie Christen unterschiedlichster eschatologischer Positionen ins Gespräch kämen, könne vorübergehend die Auseinandersetzung sogar verstärken, so Schirrmacher, wie oft, wenn man seine Positionen im direkten Gespräch auf den Tisch legte. Es sei aber der einzige Weg, sich nicht nur pragmatisch näher zu kommen, sondern auch uralte Positionen zu revidieren.</p>
<p>Im Rahmen der Konferenz kam es auch zu einem Strategietreffen von Schirrmacher mit dem Vorstand des Zusammenschlusses aller evangelikalen Gemeinden in den Palästinensischen Autonomiegebieten unter Leitung von Dr. Munir Salim Kakish, Vorsitzender des Council of Local Evangelical Churches on the Holy Land und Pastor in Ramallah.</p>
<p>Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat an der Stadtmauer Jerusalems einen Botschafter für das Heilige Land („WEA Ambassador to the Holy Land“), Harm Tees, stationiert. Bei der Konferenz waren neben Tees auch noch der Direktor der Friedensinitiative der WEA („Director of WEA Peace and Reconciliation Initiative“), Steve Tollestrup aus Neuseeland, vertreten. Außerdem hielt der Vorsitzende des Internationalen Rates der WEA, der Koreaner Dr. Sang-Book David Kim, einen Vortrag.</p>
<p>Schirrmacher hatte zuvor zusammen mit seiner Ehefrau, der Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher, und der Leitung des Martin Bucer Seminars mit Genehmigung der islamischen Waqf-Behörde und des Mufti von Jerusalem den Tempelberg und seine Moscheen besucht. Diese Genehmigung wird gegenwärtig nur noch sehr selten erteilt.</p>
<p>Im Rahmen einer archäologischen Studienreise des Martin Bucer Seminars traf das Ehepaar auch mit führenden Archäologen wie dem Direktor des ‚Schrein des Buches‘, Prof. Dr. Adolf Rotman, dem Entdecker der David-Inschrift und Direktor der Archäologischen Abteilung des Hebrew Union College, Prof. Dr. David Ilan, und dem Leiter des ‚Temple Mount Sifting Project‘, Prof. Dr. Gabriel Barkay, zusammen. Die Genannten führten auch Dozenten und Studenten des Martin Bucer Seminars in die neuesten Funde ihrer Ausgrabungen ein. Zusammen mit dem Leiter der Sylter Bibelausstellung, Alexander Schick, der die Reise organisiert hatte, wurden der Israelischen Bibelgesellschaft in Jerusalem für deren Ausstellung hochwertige Faksimiles übergeben.</p>
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		<title>Meine akademischen Titel</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 10:49:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich im Laufe meines abwechslungsreichen Lebens meine akademische Titel in aller Welt erworben oder verliehen bekommen habe, und da derzeit lange zurückliegende Promotionen plötzlich durchleuchtet und kritisiert werden, dachte ich, es sei gut, bei meinen ausländischen Titeln einmal selbstkritisch die Anerkennungsfrage zu stellen. Hier das Ergebnis. 1982: lic. theol. (Schweiz) 1982: lic. theol. (Pfarrer) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich im Laufe meines abwechslungsreichen Lebens meine akademische Titel in aller Welt erworben oder verliehen bekommen habe, und da derzeit lange zurückliegende Promotionen plötzlich durchleuchtet und kritisiert werden, dachte ich, es sei gut, bei meinen ausländischen Titeln einmal selbstkritisch die Anerkennungsfrage zu stellen. Hier das Ergebnis.</p>
<h3>1982: lic. theol. (Schweiz)</h3>
<p>1982: lic. theol. (Pfarrer) an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel [STH] (Schweiz) mit einer Arbeit mit dem Titel „Das Mißverständnis des Emil Brunner: Emil Brunners Bibliologie als Grund für das Scheitern seiner Ekklesiologie” (96 S., Druckversion: 54 S.).</p>
<p><em>Das Mißverständnis des Emil Brunner: Emils Brunner&#8217;s Bibliologie als Ursache für das Scheitern seiner Ekklesiologie. Theologische Untersuchungen zu Weltmission und Gemeindebau. Arbeitsgemeinschaft für Weltmission und Gemeindebau: Lörrach, 1982; auszugweise wiedergegeben als „Das Mißverständnis der Kirche und das Mißverständnis des Emil Brunner“. Bibel und Gemeinde 89 (1989) 3: 279-311; etwa zur Hälfte überarbeitet in „Beiträge zur Kirchen- und Theologiegeschichte“ (2001) und zur Hälfte in „Ethik“, Bd. 2. (ab 2. Aufl. in Bd. 3, ab. 4. Aufl. in Bd. 5); lieferbar <a href="http://www.genialebuecher.de/beitrage-zur-kirchen-und-theologiegeschichte.html und unter http://www.vkwonline.de/die-ethik.html" title="Link zu genialebuecher.de" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.<br />
</em></p>
<p>Staatlich akkreditierter Titel, da die STH Basel seinerzeit das Recht zur Pfarrerausbildung vom Kanton Basel verliehen bekommen hatte. (Seit ‚Bologna‘ ist das in Basel jetzt anders geregelt, den derzeitigen Stand der STH Basel kenne ich nicht.) Mein Baseler Abschluss lic. theol. wurde sowohl von der Universität Bonn (Philosophische Fakultät) als auch von der staatlich anerkannten Theologische Hogeschool van de Gereformeerde Kerken in Kampen als einem Magisterabschluss gleichwertig anerkannt.</p>
<h3>1984: Drs. theol. (Niederlande)</h3>
<p>1984: Drs. theol. (Fächer: Missionswissenschaft, Ökumenische Theologie, Systematische Theologie) an der Theologische Hogeschool van de Gereformeerde Kerken in Kampen (Niederlande)</p>
<p>Staatlich akkreditierter Titel, an einer staatlich anerkannten Hochschule im niederländischen Hochschulsystem. In den Niederlanden erwirbt man mit einer kleineren Arbeit und den mündlichen Doktoralprüfungen bereits den Titel „Doktorandus“, mit dem man sich sogar schon auf Professuren bewerben kann. Für die Promotion fehlen dann nur noch die Promotionsschrift und die öffentliche Verteidigung derselben. (In Deutschland finden die mündlichen Prüfungen dagegen erst nach Einreichen der Promotionsschrift statt. Ich persönlich finde das niederländische Verfahren viel sinnvoller. Erst wird das breite Wissen gelernt und abgefragt, dann das spezielle Thema behandelt.)</p>
<h3>1985 Dr. theol. (Niederlande)</h3>
<p>1985 Dr. theol. (Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie) an der Johannes-Calvin-Stiftung der Theologische Hogeschool van de Gereformeerde Kerken in Kampen (Niederlande) mit einer Dissertation unter dem Titel „Theodor Christlieb und seine Missionstheologie“ (420 S., Druckversion: 300 S.)</p>
<p><em>Theodor Christlieb und seine Missionstheologie. Wuppertal: Telos/EGfD, 1985; lieferbar <a href="http://www.vkwonline.de/theodor-christlieb-und-seine-missionstheologie.html" title="Link zu vkwonline.de" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.</em></p>
<p>Staatlich akkreditierter Titel, an einer staatlich anerkannten Hochschule im niederländischen Hochschulsystem. Der niederländische Titel wurde – wie es damals noch Vorschrift war – vom Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) nostrifiziert, zunächst als „Dr. theol. (NL)“, später dann ohne Länderzusatz, aber nur in der Originalform, was etwas kurios war, da die niederländische Form des Titels sowieso mit der deutschen übereinstimmt. Das Kultusministerium von NRW wollte mir aber untersagen, den Doktortitel als Teil meines Namens zu führen, das Einwohnermeldeamt Erftstadt und dann Bonn bestand aber darauf, genau dieses zu tun, weswegen der „Dr.“ Teil meines Namens im Personalausweis usw. wurde. (Seit „Bologna“ ist die Rechtslage sowieso anders.)</p>
<h3>1990: Ph. D. in Kulturanthropologie (USA)</h3>
<p>1982 bis 1990: Studium der Vergleichenden Religionswissenschaft, Ethnologie, Volkskunde und Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (vollständiges Magisterstudium mit Hauptfach und zwei Nebenfächern, aber ohne Magisterabschluss oder Promotionsabschluss, siehe dann aber unten zu 2007)</p>
<p>1987 to 1990: Postgraduiertenfernstudium in Kulturanthropologie an der Pacific Western University [heute: California Miramar University], Los Angeles (CA, USA)</p>
<p>1990: Ph. D. in Kulturanthropologie an der Pacific Western University [heute: California Miramar University], Los Angeles (CA, USA) mit einer Dissertation „Hans Naumann als Volkskundler unter dem Nationalsozialismus“ (620 S., Druckversion: 620 S.)</p>
<p><em>„Das göttliche Volkstum“ und der „Glaube an Deutschlands Größe und heilige Sendung“: Hans Naumann als Volkskundler und Germanist im Nationalsozialismus. [2 Bände, 1992]. zus. 620 S. Neuauflage in einem Band. 2000. ISBN 978-3-932829-16-1; lieferbar <a href="http://www.vkwonline.de/der-gottliche-volkstumsbegriff-und-der-glaube-an-deutschlands-grosse-und-heilige-sendung.html" title="Link zu vkwonline.de" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.<br />
</em></p>
<p>Die Pacific Western University in Los Angeles hatte ich damals nach einem kompletten Studium an der Universität Bonn gewählt (Kulturanthropologie umfasst in den USA Ethnologie, Volkskunde, Soziologie), weil sie mit Prof. Dr. James A. Hayes [BA, DePauw University; MA University of Chicago; Dr. phil. Universität Freiburg] über einen Kenner meines Dissertationsthemas verfügte, da er in Freiburg in Germanistik über Thomas Mann promoviert und sich mit Naumann beschäftigt hatte. Dies ist auch der Grund, warum ich die Arbeit in deutscher Sprache einreichen konnte. Naumann bewunderte Thomas Mann sehr und war mit ihm befreundet, Naumanns Nachfolger als Rektor der Universität Bonn – Naumann musste wahrscheinlich wegen der Karl-Barth-Affäre gehen [s. S. 197–201 meiner Arbeit] – aberkannte aber Mann die Ehrendoktorwürde, was Naumann für falsch hielt [S. 201–208].</p>
<p>Die Pacific Western University (California), Los Angeles, wurde 2005 zusammen mit ihrem Anerkennungsstatus in Kalifornien an die California Miramar University verkauft, die jetzt ihren Sitz in San Diego hat und die akademischen Unterlagen der PWU (also auch meine) in ihrem Archiv hat (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/California_Miramar_University). Sie ist beim Distance Education and Training Council (http://www.detc.org/) akkreditiert, aber nur noch für die Wirtschaftsfächer, nicht mehr für die Geistes- und Sozialwissenschaften, wobei Wirtschaft immer der Schwerpunkt der Pacific Western University war.</p>
<p>(Es gab länger eine namensgleiche umstrittene Schule auf Hawai [„Pacific Western University (Hawai)“], die 2006 nach einem vom Bundesstaat Hawai angestrengten Prozess geschlossen wurde. Mit dieser Schule hatte ich nie etwas zu tun.)</p>
<h3>1996: Th. D. – theologischer Ehrendoktor in Ethik (USA)</h3>
<p>1996: Th. D. – Ehrendoktor in Ethik am Whitefield Theological Seminary, Lakeland (FL, USA) für das Werk „Ethik“ (veröffentlicht, 2500 S.)</p>
<p>Soweit ich das übersehen kann, habe ich davon auszugehen, dass der Titel dieser kirchlichen (presbyterianischen) Hochschule nicht akkreditiert ist, auch wenn mir die Kopie einer staatlichen Betriebserlaubnis seitens des Staates Florida vorliegt, was ich aber nicht nachverfolgen kann, da sich die Rechtslage für Hochschulanerkennungen in Florida seitdem grundlegend verändert hat. Deswegen führe ich den Titel in Deutschland nicht. Die Leistung, für die der Titel vergeben wurde, ist allerdings umfangreich genug. :-) Außerdem scheint es mir eine Nostrifizierung einer Ehrenpromotion in Deutschland nicht zu geben.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Ethik. 2 Bände. Hänssler: Neuhausen, 19941; 3 Bände VTR: Nürnberg &amp; RVB: Hamburg, 20012; 8 Bände: 20023. 2009.4; 2011.5 148.00 €. ISBN 978-3-933372-55-0; lieferbar <a href="http://www.vkwonline.de/die-ethik.html" title="Link zu vkwonline.de" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.</em></p>
<h3>1997: D.D. – theologischer Ehrendoktor (USA)</h3>
<p>1997: D.D. – theologischer Ehrendoktor, Cranmer Theological House, Shreveport (LA, USA), für Verdienste um die Entwicklung moderner Ausbildungsprogramme und um die ökumenische Einheit der Christen</p>
<p>Cranmer Theological House wurde 1994 in Shreveport, Louisiana, gegründet und war zur Zeit der Verleihung des Ehrendoktors akkreditiert. Später zog die Hochschule nach Houston in Texas um. Nachdem 2008 das Oberste Gericht von Texas entschied, dass die staatlichen Aufsichtsbehörden die theologischen Ausbildungsprogramme nicht überprüfen und genehmigen dürfe, entschied sich Cranmer Theological House (leider) dafür, die Bachelor und Magisterprogramme ohne Akkreditierung rein zur Vorbereitung für die Ordination in anglikanischen Kirchen zu betreiben.</p>
<p>Die Ehrenpromotion beinhaltete eine dreijährige Gastprofessur für Ethik und Missionswissenschaft 1996–1999.</p>
<h3>2006: D.D. – Ehrendoktor (Indien)</h3>
<p>2006: D.D. – Ehrendoktor, ACTS University, Bangalore (Indien), für 20 Jahre Verdienste um die Einbindung sozialer Programme in die Hochschulausbildung in Indien</p>
<p>Die ACTS Academy of Higher Learning und die dazugehörigen ACTS PU &amp; Degree College samt ihren Abschlüssen sind mit der staatlichen Universität von Bangalore verbunden: „The ACTS PU and Degree College is affiliated to and accredited by the Pre University board of Karnataka and the Bangalore University“ [<a href="http://www.actsgroup.org/apd.php" title="externer Link" target="_blank" class="liexternal">http://www.actsgroup.org/apd.php</a>].</p>
<h3>2007: Dr. phil. in Vergleichender Religionswissenschaft (Religionssoziologie)</h3>
<p>2007: Dr. phil. in Vergleichender Religionswissenschaft (Religionssoziologie) an der Universität Bonn mit einer Dissertation „Hitlers Kriegsreligion“ (1220 S., Druckversion: 2 Bde. Zus. 1220 S.)</p>
<p><em>dafür 2007 erhalten: Franz-Delitzsch-Förderpreis für die Abschnitte zum Judentum in der Dissertation über Hitlers Kriegsreligion</em></p>
<p><em>Hitlers Kriegsreligion: Die Verankerung der Weltanschauung Hitlers in seiner religiösen Begrifflichkeit und seinem Gottesbild. 2 Bde. VKW: Bonn, 2007. Pb. zus. 1220 S. 99.00 €. ISBN 978-3-938116-31-9; lieferbar <a href="http://www.vkwonline.de/hitlers-kriegsreligion.html" title="Link zu vkwonline.de" target="_blank" class="liexternal">hier</a>.</em></p>
<p>Titel einer staatlichen Hochschule. Zugrunde lag das oben genannte Studium 1983–1990 an der (staatlichen) Universität Bonn. Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Karl Hoheisel als Religionswissenschaftler und Prof. Dr. Manfred Funke als Politologe und Soziologe (und bedeutender Hitlerforscher) betreut. Dazu kamen als Vorsitzender des Prüfungsausschusses Prof. Dr. Manfred Hutter, Direktor des Religionswissenschaftlichen Seminars, und der Theologe und Ethiker Prof. Dr. Ulrich Eibach, besonders als Experte für die Rolle der Euthanasie in Hitlers Weltanschauung.</p>
<p>Mein Nachruf für Prof. Hoheisel siehe <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/archives/1733" title="interner Link" target="_self" class="liinternal">hier</a>.<br />
Mein Nachruf für Prof. Funke siehe <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/archives/1654" title="interner Link" target="_blank" class="liinternal">hier</a>.</p>
<h3>Professuren</h3>
<p>Ich habe zwar zahlreiche Professorenämter weltweit innegehabt, als Assistenzprofessor, außerordentlicher Professor, Gastprofessor, zuerst mit einer regulären Professur am anglikanischen Philadelphia Theological Seminary ab 1994, aber den Titel, den ich seit 2006 führe, habe ich von staatlichen Universitäten in Rumänien erhalten, zunächst 2006–2009 von der Staatlichen Universität in Oradea, dann ab 2009 von der staatlichen Universität des Westens in Timisoara, wo ich regelmäßig Religionssoziologie unterrichte, Bücher des Fachbereichs mit herausgebe, Curricula mit entwickele und für Kontakte zur Rumänisch-Orthodoxen Kirche und zum Rumänischen Parlament beauftragt bin.</p>
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		<title>Dankt die Welt den Evangelikalen auch mal?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 20:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sicher, der UN-Generalsekretär hat der Weltweiten Evangelischen Allianz für den Einsatz gegen Armut im Rahmen der Micha-Initiative gedankt, US-Präsident Barack Obama dankte kürzlich auch den Evangelikalen für ihren weltweiten Einsatz gegen Menschenhandel. Und sicher gilt, Christen setzen sich für die Schwachen nicht ein, um Lob zu bekommen, sondern aus Nächstenliebe. Trotzdem frage ich mich manchmal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher, der UN-Generalsekretär hat der Weltweiten Evangelischen Allianz für den Einsatz gegen Armut im Rahmen der Micha-Initiative gedankt, US-Präsident Barack Obama dankte kürzlich auch den Evangelikalen für ihren weltweiten Einsatz gegen Menschenhandel. Und sicher gilt, Christen setzen sich für die Schwachen nicht ein, um Lob zu bekommen, sondern aus Nächstenliebe.</p>
<p>Trotzdem frage ich mich manchmal, wie es kommt, dass in den deutschen Medien die Evangelikalen für allerlei Übel herhalten müssen, mit denen sie nichts oder kaum etwas zu tun haben oder wo sie ihr Fehlverhalten mit vielen anderen teilen, selten aber einmal angesprochen wird, was sie der Welt geben. Und dass es bei anderen oft genau umgekehrt ist, diese also pausenlos gelobt werden und man über ihre Schwächen großzügig hinweggeht.</p>
<p>Als kleines Beispiel erinnere ich mich daran, dass in meinem Ethnologiestudium die Wycliff-Bibelübersetzer (auf Englisch mit „e“, Wycliffe Bible Translators) und ihr Fachzweig „Summer Institutes of Linguistic“ für alle Übel des Kolonialismus haftbar gemacht wurden (siehe meinen Artikel vor 26 Jahren: „Mission und Kultur – Als Ethnologe Christ sein?”. Factum 11+12/1987: 8–10). Da habe ich doch mal etwas gewühlt, wofür die Welt eigentlich diesen Organisationen einmal danken müsste.</p>
<p>Die Verschriftlichung vieler Minderheitensprachen hat zahlreiche Kulturen vor Untergang und Absorption gerettet. Die Menschenrechte sind in vielen Minderheitenkulturen überhaupt erst bekannt geworden, weil SIL die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in fast alle Sprachen der Welt übersetzt und verbreitet hat, oft gar nicht zur Begeisterung der Machthaber. Für viele Minderheitenkulturen bedeutete die Erfassung, Fixierung und Verschriftlichung ihrer Sprache die Voraussetzung, die eigene Geschichte in der modernen Welt festzuhalten und das nötige Selbstbewusstsein zu erhalten, um ihre Existenz zu verteidigen und Hoffnung zu haben.</p>
<p>SIL erhielt 1993 den Beobachterstatus bei der UNESCO, 1997 beim Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC) und hat die UN in Fragen von Sprachen und Minderheiten oft beraten.<br />
Seit 2005 setzt Wycliff seine Expertise im Kampf gegen AIDS ein. Eine AIDS-Aufklärungsbroschüre wurde seitdem in 130 Minderheitensprachen übersetzt und wird von vielen Regierungen der Welt eingesetzt.</p>
<p>2004 begann Wycliff, Seminare für traumatisierte Menschen anzubieten – vor allem Opfer von Bürgerkriegen, Kriegen und Flüchtlingsbewegungen &#8211; und übersetzt das Seminar-Handbuch dazu in über 100 Sprachen, so dass es heute weltweit von Regierungen, NGO’s und Experten eingesetzt wird.</p>
<p>Die Internationale Organisation für Normung (ISO) in Genf erklärte 2007 die von SIL eingeführte und im „Ethnologue“ über Jahrzehnte erarbeitete und raffinierte 3-Buchstaben-Kodierung aller Sprachen der Welt zum internationalen Standard und damit auch die Einteilung der Sprachen, wie sie unter Mithilfe von Tausenden von Bibelübersetzern und Sprachwissenschaftlern erarbeitet wurde.</p>
<p>Viele Softwarelösungen und Schreibtechniken, die Wycliff entwickelt hat, haben den Weltmarkt bereichert. Wycliff war Pionier im elektronischen Erfassen ungeschriebener Sprachen und von Minderheitensprachen mit ungewöhnlichen Schriftsystemen, die für den Weltmarkt uninteressant waren. Die SIL-Technik zur Verarbeitung komplexer Schreibsysteme „Graphite“ wurde Bestandteil von Firefox und Open Office. Ohne Wycliff wären kleine Sprachen – und damit ihre Sprecher – heute im Internet viel schlechter dran.</p>
<p>Und das war nur mal ein schneller Durchgang. Würde jemand darüber seine Dissertation schreiben, käme sicher noch viel mehr zum Vorschein.</p>
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		<title>Wenn ein Konservativer Rösler als „solche“ rassistisch beleidigt hätte &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 11:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Grünen-Politiker Christopher Kerkovius (69) aus der Nähe von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), der dort einst für den Landtag kandidierte, hat auf Facebook die Frage gestellt, warum die NSU nicht wenigstens den Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler ausgeschaltet hätte, wohl wegen seiner vietnamesischen Herkunft. In seiner typisch rassistichen Sprache spricht er nur von „solche“. Erstaunlicherweise bleibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Grünen-Politiker Christopher Kerkovius (69) aus der Nähe von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), der dort einst für den Landtag kandidierte, hat auf Facebook die Frage gestellt, warum die NSU nicht wenigstens den Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler ausgeschaltet hätte, wohl wegen seiner vietnamesischen Herkunft. In seiner typisch rassistichen Sprache spricht er nur von „solche“.</p>
<p>Erstaunlicherweise bleibt es in den Medien verhältnismäßig ruhig, die Grünen kommen nicht ins Kreuzfeuer, zumal Kerkovius aufgrund von Protesten inzwischen aus seiner Partei ausgetreten ist. Bündnis90/Die Grünen verhält sich erstaunlich still – was hätten sie alles in Bewegung gesetzt, wenn es ein Politiker einer anderen Partei gewesen wäre. Hätte sich ein Konservativer eine solche Ungeheuerlichkeit geleistet, wäre die Sache ganz anders hochgekocht und an der dazugehörigen Partei kleben geblieben.</p>
<p>Die „linken“ Medien sehen eben Rassismus nur „rechts“, linker Rassismus – man denke an Oskar Lafontaines Ausrutscher gegenüber Osteuropäern [s. mein Buch „Rassismus“, S. 96-97] – muss irgendwie eine Täuschung sein und hat vermeintlich nie etwas mit dem politischen Lager der Rassisten zu tun.</p>
<p>Der inzwischen gelöschte Eintrag hat wohl so ausgesehen – Kerkovius hat das auch nicht bestritten:</p>
<blockquote><p>„Rösler meint, eine 4 € Lohnuntergrenze reicht für die Menschen &#8230; Wenn DAS kein Fake ist, dann gehört er …, dann gehört er …, dann gehört er …!!! Ich darf´s leider nicht aussprechen oder schreiben. Ich habe den Eindruck, dann müsste man selbst Westerwelle heilig sprechen. &#8230; Schade, dass die NSU-Gruppe sich nicht solche vorgenommen hat, denn das wäre nicht so schlimm.“</p></blockquote>
<p>Selbst wenn man sich vorstellt, dass jemand im ersten Ärger etwas sehr Emotionales bei Facebook schreibt. Was im Ärger raus kommt, ist doch bei uns allen vorher irgendwie schon da. Jedenfalls fällt es mir schwer zu glauben, dass jemand, der anschließend behauptet, er sei kein Rassist und habe sich für Asylanten eingesetzt (ja und – ist Rösler etwa Asylant?), aus heiterem Himmel solchen Unsinn denkt.</p>
<p>Ich jedenfalls bin noch nie auf die Idee gekommen, das die Positionen der Berliner Politiker etwas mit ihrer Herkunft zu tun habe. Özdemir ist doch nicht weniger oder mehr „Grün“ als seine „deutsche“ Amtskollegin. Rösler ist nicht mehr oder weniger „Gelb“ als seine deutschen FDP-Minister-Kollegen und Kolleginnen. Was muss in einem vorgehen, um Röslers Position zum Mindeslohn mit seinen vietnamesischen Wurzeln in Verbindung zu bringen? Könnte man dann nicht ebenso alle Männer hassen, da Rösler ein Mann ist, alle Katholiken, weil Rösler katholisch ist, alle Wessis, da Rösler ein Wessi ist?</p>
<p>Dass Kerkovius seinen Wutanfall zudem noch einer SPD-Ente verdankt, Rösler sei der Meinung, 4 Euro reichen als Stundenlohn, macht die Sache noch dubioser. Ein Politiker, der so leicht wütend wird, dass er keine Zeit hat, nachzufragen, ob sein Hassobjekt wirklich gesagt hat, was er angeblich gesagt haben soll?</p>
<p>Dass Kerkovius genau zum Zeitpunkt des Beginns der NSU-Prozesse zu „Beates Helfer“ wurde (so im Web genannt) und ja nicht nur Rösler beleidigt, sondern rassistisches Morden grundsätzlich zu rechtfertigen scheint, zeigt, dass ‚Rechtsextremismus’ eben auch links zu finden ist, wenn man auf dem linken Auge nicht blind geworden ist.</p>
<blockquote><p>„Es tut mir unendlich leid, dass (&#8230;) ich so aus der Fassung geraten bin. Ich finde es selbst völlig inakzeptabel und schäme mich dafür und bitte alle, die ich damit verletzt habe, um Verzeihung!“</p></blockquote>
<p>Nach Beschwerden löschte Kerkovius seinen Eintrag, seine Entschuldigungen – keine davon bei Rösler! – klingen aber so dumb wie der gelöschte Text. Er sei eben „ungeheuer verbittert über den ethisch und sozial verkommenen Zustand unserer globalen Gesellschaft“. Und das rechtfertigt sein Verständnis für die NSU? Was zudem weiter heißt, die Deutschen nichtdeutscher Herkunft in unserem Land sind Schuld an der Lage unserer Landes? Wenn wir einen Bundeswirtschaftsminister mit Ariernachweis hätten, ginge es uns sicher besser?</p>
<p>Und wenn das ganze keinen rassistischen Hintergrund hatte und er mit „solche“ Menschen gemeint hat, die den Mindestlohn zu niedrig ansetzen? Einem Konservativen hätte man das eh nicht geglaubt. Aber Kerkovius hätte dann doch wenigstens selbst erklären können, wen er mit „solche“ denn dann gemeint hat.</p>
<p>Merke: Rassismus ist zum Kotzen, gleich ob er von links oder rechts, von oben oder unten, von hinten oder vorne kommt. Und alle Rassisten sollten gleich behandelt werden und keinen Bonus bekommen, wenn sie dem richtigen politischen Lager angehören. Und alle, die sich so missverständlich ausdrücken und dass auch nicht umformulieren, sollten auch gleich behandelt werden.</p>
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		<title>Frauenquote und Menschenhandel,</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 07:35:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[oder: Die Gleichberechtigung der gut Situierten Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (gemeinsam mit sie unterstützenden Parteifreunden) kann Forderungen und Programme mit ungeheurer Beharrlichkeit und Sturheit so lange vorantreiben, bis ihre Partei ermüdet zumindest zum Teil nachgibt. So jüngst mit der Frauenquote für Aktiengesellschaften geschehen. Im Falle der Frauenquote geschieht das im Namen der Gleichberechtigung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>oder: Die Gleichberechtigung der gut Situierten</h3>
<p>Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (gemeinsam mit sie unterstützenden Parteifreunden) kann Forderungen und Programme mit ungeheurer Beharrlichkeit und Sturheit so lange vorantreiben, bis ihre Partei ermüdet zumindest zum Teil nachgibt. So jüngst mit der Frauenquote für Aktiengesellschaften geschehen.</p>
<p>Im Falle der Frauenquote geschieht das im Namen der Gleichberechtigung. Ich habe aber das Empfinden, dass hier gut situierte Frauen vor allem an die Gleichberechtigung von gut situierten Frauen denken. Ich wünschte mir, dass die Bundesarbeitsministerin ebenso beharrlich, forsch und fordernd gegen Menschenhandel in Deutschland und der EU vorgehen würde, von der – vor allem in der Zwangsprostitution – überwiegend Frauen betroffen sind. Hier kann man Frauen helfen, deren erzwungene Arbeit überhaupt nicht bezahlt wird. Hier kann man Gleichberechtigung herbeiführen, wo sie massiv verletzt und die Würde von Frauen mit Füßen getreten wird.</p>
<p>Dass das nicht nur an die Adresse der Arbeitsministerin, sondern auch an die Adresse der Frauenquotenpläne der derzeitigen Oppositionsparteien zu sagen ist, ist klar. Aber diese Parteien stellen derzeit nun mal nicht die Arbeitsministerin. Und das Bundesarbeitsministerium hat eine Schlüsselstellung, das Justizministerium und andere Behörden zu notwendigen rechtlichen, ausstattungsmäßigen und ideellen Verbesserungen in Bezug auf Menschenhandel zu drängen.</p>
<p>Nur wenn wir an die schwächsten Frauen zuerst denken, die unterdrückt werden, und ihre Würde wieder her stellen, haben wir auch die moralische Berechtigung, die Gleichberechtigung der oberen Etagen auszubauen.</p>
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		<title>Papst Franziskus zum Zweiten</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 13:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach meiner Teilnahme an der Einführung des Papstes und meinem kurzen Gespräch mit dem Papst am Tag darauf (das live im italienischen Fernsehen und auf deutsch bei Phoenix zu sehen war) wurde ich in Rom von zahlreichen Medien interviewt. Ich gab auch exklusive Statements für die Medien ab, auf die zum Beispiel folgende deutsche Medien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach meiner Teilnahme an der Einführung des Papstes und meinem kurzen Gespräch mit dem Papst am Tag darauf (das live im italienischen Fernsehen und auf deutsch bei Phoenix zu sehen war) wurde ich in Rom von zahlreichen Medien interviewt. Ich gab auch exklusive Statements für die Medien ab, auf die zum Beispiel folgende deutsche Medien zurückgriffen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.antrimparish.com/2013/03/interfaith-leaders-see-hope-in-pope-francis/" target="_blank" class="liexternal">Antrim Prish – Interfaith Leaders see hope in Pope Francis</a></li>
<li><a href="http://www.explizit.net/Kirchen/Privilegien-rueckt-er-zu-Leibe-und-die-Herzen-beruehrt-er" target="_blank" class="liexternal">explizit.net – Privilegien rückt er zu Leibe und die Herzen berührt er</a></li>
<li><a href="http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/evangelikale-beim-papst-rom-tritt-unter-franziskus-demuetiger-auf.html" title="Link zu idea" target="_blank" class="liexternal">idea – Evangelikale beim Papst: „Rom“ tritt unter Franziskus demütiger auf</a></li>
<li>proKompakt: <a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/04/ProKompakt_2013_12_Auszug.pdf" title="PDF Download (intern)" target="_blank" class="lipdf">PDF-Download</a></li>
</ul>
<p>Nun wurde ich gebeten, die damals exklusiven Statements zugänglich zu machen. Hier sind meine Statements vom 21.3.2013:</p>
<blockquote><p>Der Papst hat seine momentan natürlich noch vorwiegend symbolischen Änderungen fortgesetzt, auch und gerade im Verhältnis zu anderen Kirchen. Dass er kurzerhand im Inaugurationsgottesdienst die Vertreter anderer „Kirchen“ begrüßte, bricht mit einem jahrhundertelangen Sprachgebrauch, auch wenn davon allein die Sicht von „Dominus Jesus“ nicht aufgehoben ist. Bei der Audienz der nichtkatholischen Kirchen verzichtete er auf den rotgoldenen Thron, der im Nebenraum stand und ebenso darauf, den Stuhl dann wenigstens auf ein Plateau mit zwei Stufen zu stellen. Den ökumenischen Patriarchen nannte er seinen „Bruder“. Sein Bekenntnis zur ökumenischen Zusammenarbeit und zur Notwendigkeit fortgesetzter Gespräche über theologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede wurde deutlicher denn je formuliert und kam spürbar von Herzen.</p>
<div id="attachment_2769" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/04/PapstFranziskus.jpg" class="liimagelink"><img class="size-thumbnail wp-image-2769" title="PapstFranziskus" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/04/PapstFranziskus-150x150.jpg" alt="© L’Osservatore Romano" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© L’Osservatore Romano</p></div>
<p>Wie man bei der Liveübertragung sehen kann, war die Begrüßung des Generalsekretärs der Weltweiten Evangelischen Allianz Geoff Tunnicliffe ebenso herzlich, wie die meiner Person, und der Papst wusste genau Bescheid, mit wem er sprach. Die Evangelikalen irgendwie als eine Sorte Christen zu sehen, die man anders behandeln müsse als andere, war dem Papst völlig fremd.</p>
<p>In meinem kurzen Gespräch empfahl ich dem Papst, das Thema Christenverfolgung verstärkt aufzugreifen und im Vatikan institutionell zu verankern, was auf Sympathie stieß, zumal der Papst sich als Erzbischof bereits mehrfach hinter evangelikale Aktionen zugunsten inhaftierter Christen gestellt hatte. Hier erhoffe ich mir echte Fortschritte.</p>
<p>Als Weltweite Evangelische Allianz haben wir neben dem Papst eine Vielzahl von Gesprächen geführt. So habe ich mit den zur Papsteinsetzung angereisten deutschen Politikern ebenso gesprochen, wie mit anwesenden deutschen Kardinälen und Bischöfen, aber auch mit 11 anderen Kardinälen und Dutzenden Mitarbeitern der Päpstlichen Räte. Aber daneben gab es auch inoffizielle und offizielle Gespräche mit vielen Gästen nicht nur der evangelischen Kirchen, sondern auch der orthodoxen, darunter der Ökumenische Patriarch aus Konstantinopel, weiteren Patriarchen, Erzbischöfen und Generalsekretären. Wer nur die Deutsche Situation kennt, wo die Freikirchen und die Evangelische Allianz neben den beiden Großkirchen kaum in Erscheinung tritt oder ernst genommen wird, kann sich kaum vorstellen, dass die Weltweite Evangelische Allianz in Rom und Genf ganz natürlich als Vertretung von 600 Millionen Christen wahr- und ernst genommen wird. Dass ist nicht die Folge irgendeiner theologischen Veränderung der Evangelikalen, die auch niemand von uns erwartet, sondern ganz einfach die Folge unser Existenz und Größe.</p>
<p>Im Vatikan herrscht Aufbruchsstimmung, wie uns die vielen Gespräche gezeigt haben. Natürlich wird der Papst manchen Worten und symbolischen Akten auch Taten folgen lassen müssen, aber man traut ihm zu, die von Benedikt XVI. geforderte „Entweltlichung“ in Gang zu setzen, die Probleme der Kurie energisch anzupacken und jeder Art von Doppelmoral, etwa im Umgang mit sexuellem Missbrauch, den Kampf anzusagen.</p></blockquote>
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		<title>Interviewantworten im ZDF</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 02:14:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ZDF hat hier drei Auszüge aus meinen Interview in der Dokumentation „Gefährlicher Glaube: 2000 Jahre Christenverfolgung“ (Karfreitag, 29.3.2013, 19:30) wiedergegeben – ich versuche, die Abschrift des Rests zu bekommen. Unter derselben Webadresse findet sich auch die Doku in voller Länge. ZDF: „Professor Dr. Thomas Schirrmacher ist Religionssoziologe und macht sich für Religionsfreiheit stark. Seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ZDF hat <a href="http://www.zdf.de/Dokumentation/Gefährlicher-Glaube-27251828.html" title="Link zum ZDF" target="_blank" class="liexternal">hier</a> drei Auszüge aus meinen Interview in der Dokumentation „Gefährlicher Glaube: 2000 Jahre Christenverfolgung“ (Karfreitag, 29.3.2013, 19:30) wiedergegeben – ich versuche, die Abschrift des Rests zu bekommen. Unter derselben Webadresse findet sich auch die Doku in voller Länge.</p>
<p>ZDF:</p>
<blockquote><p>„Professor Dr. Thomas Schirrmacher ist Religionssoziologe und macht sich für Religionsfreiheit stark. Seine Einschätzungen zum Thema:</p>
<p>‚Es ist ein Phänomen in der Weltgeschichte, dass verfolgte Minderheiten, wenn sie dann selber zur Macht gekommen sind, das was sie vorher erlitten haben, wieder anderen tun. Und ob eine religiöse Gruppe wirklich für Religionsfreiheit ist, das kann man eigentlich immer erst sagen, wenn sie in einem Land die Mehrheit stellt, und man dann die Frage stellt, wie geht ihr eigentlich mit anderen um.‘</p>
<p>Märtyrer auch im Christentum:<br />
‚Das Märtyrertum als etwas Besonderes anzusehen ist, das ist gerade in den Kirchen im Nahen und Mittleren Osten, den alten historischen Kirchen noch sehr, sehr präsent. Historisch, indem die Märtyrer oft als Heilige verehrt werden, aber auch gegenwärtig. Das heißt, auch Menschen, die heute als Christen sterben, werden immer noch als Märtyrer bezeichnet und gelten eben als etwas ganz, ganz Besonderes.‘</p>
<p>Libanon gutes Beispiel für Zusammenleben der Religionen:<br />
‚Der Libanon ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass die Bevölkerung selber vor Ort wirklich daran interessiert ist, mit unterschiedlichsten Religionen – das Christentum ist hier ja sehr weit aufgefächert, auch den Islam gibt es in vielen Varianten – friedlich zusammenleben zu wollen und die Wirtschaft, das Bildungssystem gemeinsam aufbauen zu wollen.‘“</p></blockquote>
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		<title>Kain und Abel</title>
		<link>http://www.thomasschirrmacher.info/archives/136</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 08:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir geht es heute nicht um den Mord, nicht um den Totschlag, sondern ganz besonders um die Vorgeschichte, die hier in un­serm Text deutlich wird. Es wird berichtet, wo denn der Zorn des Kain herkam. Es geht um das Thema „Opfer“. I. Es geht um den Glauben Der Mensch hatte sich soeben von Gott abgewandt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir geht es heute nicht um den Mord, nicht um den Totschlag, sondern ganz besonders um die Vorgeschichte, die hier in un­serm Text deutlich wird. Es wird berichtet, wo denn der Zorn des Kain herkam. Es geht um das Thema „Opfer“.</p>
<p><strong>I. Es geht um den Glauben</strong></p>
<p>Der Mensch hatte sich soeben von Gott abgewandt, hatte sich entschieden, dass der Teufel die Wahrheit sagt und dementspre­chend Gott ein Lügner sein muss. Und von diesem Moment an stand und steht die Frage im Raum, wie der Mensch denn wieder in die Gemeinschaft mit Gott kommen kann. Und instinktiv wussten Abel und Kain, wussten die Menschen, dass das nicht so einfach geht. Vielmehr stoßen wir sofort nach 1Mose 3, dem Sündenfall, in 1Mose 4 auf die Opfer. Und wir wissen, dass von dort eine zwar lange, aber eine ganz direkte Linie zu dem Opfer geht, welches Jesus Christus am Kreuz gebracht hat. Die Schuld, die der Mensch auf sich gela­den hat, ist nur durch das Op­fer Jesu, durch das Blut Jesu wieder gutzumachen.<br />
Aber worüber hat sich Kain ei­gentlich geärgert? Kain war doch ein frommer Mann, oder? Er hat doch Opfer gebracht? Er hat mit Gott gesprochen? Das Opfer: Kain bringt ein Op­fer. Und dann haben wir den so scheinbar willkürlichen Gott, der bei Abel sagt: „Ich schaue auf dieses Opfer mit Wohlgefallen“,<br />
und das Opfer von Kain sah Er überhaupt nicht. Nun, wir ver­stehen: Natürlich wusste Gott, dass Kain ein Opfer gebracht hatte. Aber er hat es – wir wür­den heute sagen – ignoriert. O­der anders ausgedrückt. Das war für Ihn kein Opfer. Ja, aber wa­rum denn nicht? Nun ist es typisch für uns, dass wir das Problem gleich in einer Äußerlichkeit sehen. Wir sagen: „Der eine hat Tiere gebracht und der andere Getreide, das wird das Problem gewesen sein.“ Aber das kann nicht ganz stim­men. Denn wenn wir das weitere Alte Testament verfolgen, wis­sen wir, dass es durchaus Opfer gab, bei denen nicht Tiere betei­ligt waren, wo Getreide, Mehl oder Öl geopfert wurde.  Wer schon so seine Zweifel hat, ob es hier wirklich um Äußer­lichkeiten geht, der wird spätes­tens im Neuen Testament eines Besseren belehrt. Denn im Neu­en Testament werden Kain und Abel und ihre Geschichte er­staunlich häufig erwähnt. Da ist<br />
z. B. Hebr 11,4. In diesem Kapi­tel geht es um die großen Glau­benszeugen der Geschichte. Männer und Frauen, die nicht errettet worden sind, weil sie Großartiges geleistet hätten – obwohl manche von ihnen wirk­lich Großartiges erlebt und auch geleistet haben –, sondern es geht um etwas ganz anderes:<br />
Die gesamte Geschichte hin­durch, von der Schöpfung bis zur Wiederkunft Jesu, gibt es nur eines, was Menschen in die Beziehung zu Gott führt und<br />
was zählt: der Glaube. Durch Glauben hatte Abraham Gott gehorcht und die Heilsgeschich­te des Volkes Israel begonnen. Durch Glauben haben die Pro­pheten Verfolgung und Terror und Folter überlebt. Der Glau­ben und die Hoffnung darauf, dass Gott absolut glaubwürdig ist, das war das, was zählte und das war es auch, was bei Eva und dann auch bei Adam durch den Sündenfall zerstört worden war – der Glaube. Und deswe­gen heißt es in Hebr 11,4:<br />
„Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer als Kain, und durch diesen Glauben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben. Und die­ser Glaube redet auch heute noch, obwohl er längst tot ist.“<br />
Das ist für den Schreiber des Hebräerbriefes das Geheimnis. Nicht, dass Abel mehr Geld aus­gegeben hätte für sein Opfer oder Altar größer gewesen wäre oder er korrektere Vorschriften eingehalten hätte oder er viel­leicht zu einer richtigeren Uhr­zeit mit dem Opfer begonnen hätte oder ausgeschlafen und ganz auf Gott konzentriert ge­wesen wäre, und Kain nicht so ganz bei der Sache gewesen wäre. Der Unterschied war viel­mehr: Für Abel war das Opfer nur ein Ausdruck von etwas viel Wichtigerem, nämlich des Glaubens in ihm. Er vertraute Gott. Er liebte Gott. Er hatte eine Beziehung zu Gott. Wenn der Schreiber des Hebräerbriefes das hier so schreibt, will er schreibt, will er damit natürlich sagen, dass das bei Kain nicht der Fall war. Kain hatte alles schön, korrekt und richtig ge­macht. Wir hätten vielleicht gar nichts gemerkt. Sie wissen ja:<br />
„Ein Mensch sieht was vor Au­gen ist“ (1Sam 16,7). Und des­wegen lieben wir es so, uns zu überlegen, ob das Problem nicht in irgendwelchen Äußerlichkei­ten zu suchen wäre, ob vielleicht der Altar nicht ganz nach Osten ausgerichtet war, oder was auch sonst. Nein. „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist. Gott aber sieht das Herz an.“ Gott interes­sierten nicht diese Äußerlichkei­ten, sondern wie Kain wirklich zu Ihm stand, wie er dachte. Und Gott wusste, dass dieser Un­glaube, dieser Zorn, dieser Är­ger, dieser Neid, die hier wie ein Vulkan ausbrechen und schließ­lich im Mord des eigenen Bru­ders enden, schon längst in sei­nem Herzen waren, obwohl er ganz fromm tat. Das ist die Botschaft der Bibel – von vorn bis hinten: Gott inte­ressiert keine äußerliche Fröm­migkeit, sondern Er möchte eine Beziehung, eine Glaubens-, eine Vertrauens-, eine Liebesbezie­hung zu uns haben.</p>
<p><strong>II. Biblische Beispiele</strong></p>
<p>Ein paar biblische Beispiele mö­gen das illustrieren. Jesaja klagt über das ganze Volk Gottes:</p>
<p>„Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit entfernt von mir“ (Jes 29,13; vgl. Mk 7,6). Überlegen Sie mal. Das sagt Jesaja nicht über die Ägypter oder die Hethiter. Das sagt er über das Volk Israel, und die konnten sagen: „Wieso? Wir haben jeden Sabbat einen riesi­gen Tempelgottesdienst. 1.200 Leute im Chor. Und du behaup­test, der Chor ehrt Gott nur mit den Lippen?“ „Ja“, behauptet<br />
Jesaja, „nur mit den Lippen. Klingt alles wunderschön. Aber Gott sagt dazu: „Ich kann das Geplärr eurer Lieder nicht mehr hören.“ (vgl. Am 5,23). Ein anderes Beispiel: 2Tim 3,5. Da werden Menschen beschrie­ben, die einen „Schein der Frömmigkeit haben, aber deren Kraft verleugnen sie.“ Gibt es so etwas? Millionenfach. Auch heute. Unser ganzes Land ist von Menschen geprägt, die ei­nen Schein der Frömmigkeit haben und die Kraft Gottes in ihrem Leben nicht erfahren. Sie kennen die Kraft der Vergebung, die Kraft der Veränderung, die Kraft, das Evangelium weiter­zugeben, die Kraft des Heiligen Geistes, die in unserem Leben möglich macht, was kein Mensch bei sich selbst schaffen kann, einfach nicht. Ja, sie wol­len noch nicht einmal eine Ah­nung davon haben: „&#8230; die einen Schein der Frömmigkeit oder: einen Schein der Gottseligkeit haben, aber die Kraft verleug­nen sie.“ In Röm 1,16 heißt es: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt.“ Da ist diese ganze Sprengkraft drin. Für wen? Für den, der glaubt! Und was ist das Evangelium dann? Nicht eine schön aufgebaute Theorie, nicht eine Kraft des positiven Den­kens, keine Philosophie, die mich intellektuell befriedigt. Das Evangelium ist deshalb un­schlagbar, weil es die Kraft Got­tes zur Errettung ist, nicht nur irgendeine Richtigkeit, etwas, womit man den Sonntagvormit­tag schön gestalten kann. Am Beginn der Geschichte bei Kain und Abel steht die Bot­schaft der Bibel, dass Gott nicht an Äußerlichkeiten interessiert ist, sondern an uns selbst. Es ist wunderschön, gemeinsam Lie­<br />
der zu singen, in denen wir Gott loben und preisen. Und trotz­dem: Wenn unser Herz nicht dabei ist, wird die schönste Mu­sik zum Geplärr.<br />
III. Heutige Beispiele<br />
Wir haben keine Opfer mehr wie Kain und Abel. Aber wir haben ähnliche Dinge in neu­testamentlicher Zeit: z. B. das Abendmahl. Was gibt es nicht alles für Streitigkeiten um das Abendmahl. Und ich bin ja gar nicht dagegen, über die richtige Form und das richtige Verständ­nis des Abendmahls nachzuden­ken. Aber ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass wir in der Kirchengeschichte als Christen uns immer tausendmal mehr darüber gestritten haben, wie das Abendmahl äußerlich ablaufen soll, als wie wir eigentlich zu diesem Jesus stehen, den wir da im Abendmahl feiern. Wir wis­sen doch, dass stockungläubige Leute, die nicht glauben, dass es Gott gibt, sich trotzdem streiten können, wie das Abendmahl ablaufen soll. Da wird das ganze doch absurd. Wofür ein Abend­mahl, wenn da gar keine Bezie­hung zu diesem Jesus ist? Wofür daran erinnern, dass er für meine Sünde gestorben ist, wenn das für mein Leben überhaupt keine Rolle spielt? Wofür feiern, dass Jesus durch sein Blut auch die Gemeinde geschaffen hat, die Versöhnung von Christen unter­einander, wenn ich gleichzeitig da stehe und denke: „Was bin ich froh, wenn der in einem hal­ben Jahr endlich wegzieht, dann habe ich endlich wieder Ruhe in der Gemeinde“, anstatt sich mit seinem Bruder vorher zu ver­söhnen, wie es Jesus gesagt hatte (Mt 5,23-24). Unser Land ist zutiefst geprägt von einer Frömmigkeit, die immer noch erstaunlich weit<br />
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verbreitet ist. Man sollte ja meinen, bei den vielen Men­schen, die nicht mehr an Gott glauben, hätten diese äußerli­chen Formen des Christentums längst ausgespielt. Aber für ein ordentliches Konzert ist eine Kirche immer noch der schöns­te Raum. Und wenn Spenden­aufrufe gemacht werden, heißt es selbst in säkularen Spenden­aufrufen: „Der Herr segne Sie für Ihre Gabe.“ Das wollen wir doch auch irgendwie. Wenn irgend etwas Schreckliches ge­schieht, soll doch bitte auch noch ein Pfarrer da sein, der noch ein paar Worte sagt. Und „Das Wort zum Sonntag“, das bitteschön möglichst nichts sagt und nichts von mir verlangt, gibt mir immerhin das Gefühl, ich hätte dem Religiösen doch noch ein bisschen Raum gege­ben. Wir lieben das irgendwie alle. Aber, Gott sagt im Zwei­felsfalle nicht: „Ist mir ja im­mer noch lieber, hier finden überall christliche Gottesdiens­te statt, anstatt dass die Mo­scheen voll sind“. Gott schaut gar nicht hin! Wie bei Kain. Er hat das Opfer ignoriert. Er hat nicht gesagt: „Ist ja immer noch besser, als wenn er kein Opfer bringt.“ Sondern Gott denkt: „Wenn du’s nicht meinst, dann ist es besser, du zeigst es auch nicht. Wenn du nicht glaubst, dass du dein Le­ben mir zu verdanken hast, dann tu bitte auch in der Öf­fentlichkeit nicht so. Dann steh bitte dazu.“</p>
<p>Ich finde, einer der erschreckendsten Bibeltexte ist Röm 2,24: „Denn euretwegen wird Gottes Name gelästert unter den Heiden, wie geschrieben steht.“ Allzu oft gilt dieser Vers auch der Christenheit. Meine Frau und ich haben viel mit Muslimen zu tun. Das Kernproblem im Gespräch ist, ihnen erst einmal<br />
mal dieses Problem zu erklären, dass sie weltweit ein Christen­tum sehen, wo irgendwelche äußerlichen Formen praktiziert werden, innen aber nichts drin ist. Ich erinnere mich an eine Tunesierin, mit der wir im Ge­spräch waren, die direkt gegen­über einer Kirche wohnte. Sie stellte die Frage, warum die Leute eigentlich alle so raus­kommen, wie sie reingegangen sind. „Warum gehen die da ei­gentlich hin?“ Sie hatte das Empfinden – da waren auch Nachbarn dabei –, dass das auf ihr Leben überhaupt keinen Ein­fluss hätte, und sie hätte noch nie erlebt, dass da einer fröhlich herausgekommen wäre. Wir wissen, dass da der Finger in eine Wunde gelegt wird, die unser Land zutiefst bestimmt, dass diese Frage berechtigt ist. Warum gehen Menschen da ei­gentlich noch hin? Weil die gan­ze Geschichte hindurch Men­schen davon geprägt und be­stimmt sind, so zu tun, als hätten sie doch mit Gott noch irgend etwas zu tun.  Ich glaube, dass wir hier in 1Mose 4 ein Prinzip finden, was sich ebenfalls durch die ganze Kirchengeschichte hindurch­zieht: Die falsche Kirche ver­folgt die wahre Kirche. Die Menschen, die die Frömmigkeit nur vorspielen, sind oft die schlimmsten Feinde derer, die es ernst meinen. Die schlimmsten Feinde in der Geschichte der Gemeinde Jesu sind nicht immer die Marxisten und Atheisten und Philosophen gewesen. Ich will nicht sagen, dass es auch manch­mal schwer sein kann, unter deren Herrschaft zu leben. Aber wenn Sie in die Bibel schauen, ist das anders. Gehen Sie doch bis in die Offenbarung hinein. Wer verfolgt denn da eigentlich die wahre Gemeinde? Die Hure Babylon. Und sie steht für etwas<br />
für etwas sehr Religiöses, für eine Kirche oder eine Gruppe, die vorgibt, den wahren Glauben zu verteidigen, die aber letztlich die wahre Gemeinde im Namen der Religion bekämpft. Das wird hier schon bei Kain deutlich. In der Kirchenge­schichte wurde immer gesagt, dass Abel der erste Märtyrer war. Wir übersehen oft, dass das nicht nur ein privater Bruder­krieg war. Er war der erste Mär­tyrer. Denn wofür ist er gestor­ben? Dafür, dass Kain merkte, dass da etwas in der Beziehung zwischen Abel und Gott war, was ihm fehlte. Und seine Reak­tion war nicht: „Abel, wie kann ich auch so eine Beziehung zu Gott haben?“, sondern Neid, Wut, Hass – und am Ende Mord.<br />
IV. Persönliche Herausforde­rung<br />
Worum es mir heute geht, ist, dass jeder für sich persönlich diese Frage ganz neu beantwor­tet gerade angesichts der Tatsa­che, wie gefährlich es ist, einen Schein der Frömmigkeit zu ha­ben. Es geht darum, dass Gott durch Sein Licht bei uns aufde­cken kann, wo in unserem Leben Bereiche sind, wo wir nur äußer­lich fromm sind. Das ist letzt­endlich etwas, was nur jeder für sich persönlich mit seinem Herrn, mit seinem Vater im Himmel, mit seinem Erretter Jesus Christus abmachen kann. Aber das soll die Frage für uns heute sein: Ist für uns das, was wir äußerlich tun, nicht nur ein Traum? Wir singen hier laut unsere Lieder. Wir falten die Hände oder erheben die Arme oder was wir für Dinge tun. Das ist ja alles gottgewollt, aber ich möchte, dass wir uns heute die Frage stellen: Ist das wirklich Ausdruck unseres innersten Seins? Wenn wir die Hände er­ heben, ist das wirklich der Ausdruck einer Beziehung zwischen mir und Gott oder vor allen Dingen erst mal einer Beziehung zu den anderen, die jetzt gerade zuschauen, so dass ich verhindern möchte, dass mich jemand auf irgend etwas anspricht. Es wäre viel besser, wenn ich in Problemen stecke, das auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen und mir gerade zu wünschen, dass jemand mit mir darüber spricht und ich in die Seelsorge gehe. „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen und von ganzem Verstand und von deinem ganzen Sein – und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Unser Glaube muss natürlich sichtbar zum Ausdruck kommen. Es gibt kein unsichtbares Christsein, von dem überhaupt niemand etwas merkt. Aber die Reihenfolge muss richtig sein. Und die Reihenfolge ist, dass das innerste „Ich liebe dich, Herr, von ganzem Herzen“ nach außen geht, und nicht umgekehrt. „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist eine Kraft Gottes zur Errettung für jeden, der glaubt.“ Das ist die Frage, die ich mir und euch und uns allen stellen möchte. Ist uns das bewusst, dass das, was am Ende zählt, unsichtbar ist, für keinen anderen von uns sichtbar ist, aber für Gott alles ausmacht, dass diese persönliche und innige Beziehung zu unserm Schöpfer, zu unserm Erlöser etwas ist, das wir mit noch so vielen Äußerlichkeiten nicht ersetzen oder kaschieren können? Wenn ich diese Beziehung habe und der Altar ist tatsächlich nicht ganz nach Osten ausgerichtet gewesen oder ich hatte ein paar Gramm zu wenig geopfert, beurteilt uns unser gnädiger Gott nicht danach, sondern stellt die Beziehung zu Ihm über unsere Fehler, die wir schnell mal machen, wenn es um äußerliche Dinge geht. Es geht um die Kraft Gottes, die in der Beziehung zwischen Seinem Sohn Jesus Christus und uns liegt und nichts anderes. „Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, und durch diesen Glauben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht war.“ Und dazu möchte ich uns heute alle aufrufen, das ganz neu mit Gott persönlich festzumachen: „Das Allerwichtigste in meinem Leben, Vater im Himmel, ist meine Beziehung zu Dir, dass ich Dir restlos vertraue und dann wird sich schon alles andere regeln.“ Und ich bin Gott so dankbar, dass das die richtige Reihenfolge ist. Denn das bedeutet auch, dass am Ende immer Gott das beurteilt und nicht die Menschen um uns herum, denen wir es vielleicht nicht gut genug gemacht haben, sondern der liebende und absolut gerechte Vater im Himmel. „Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain, und durch diesen Glauben erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht war. Ich wünsche uns allen, dass am Ende unseres Lebens das auch mal über uns gesagt werden kann, dass wir das, was wir gelebt und getan haben, durch Glauben geschah, und deswegen von Gott das Zeugnis bekommen hat, dass es das Richtige und das Wichtigste in unserem Leben war.</p>
<p>Amen.</p>
<p>Predigt in der Arche, Hamburg im April 2000<br />
Dr. Thomas Schirrmacher</p>
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		<title>ZDF zeigt Karfreitag Dokumentation zur Christenverfolgung im Nahen Osten</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 01:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schirrmacher</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Bonner Querschnitte, 25.03.2013) An Karfreitag 2013 (29.03.2013) zeigt das ZDF zur besten Sendezeit um 19:30 Uhr (sowie in der folgenden Nacht um 04:30 Uhr) eine 45-minütige Dokumentation zur Christenverfolgung mit Schwerpunkt auf die Lage in den nahöstlichen Ländern Syrien und Ägypten. Autorin und Regisseurin der Dokumentation ist Andrea Oster, die dazu mehrere nahöstliche Länder mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Bonner Querschnitte, 25.03.2013) An Karfreitag 2013 (29.03.2013) zeigt das ZDF zur besten Sendezeit um 19:30 Uhr (sowie in der folgenden Nacht um 04:30 Uhr) eine 45-minütige Dokumentation zur Christenverfolgung mit Schwerpunkt auf die Lage in den nahöstlichen Ländern Syrien und Ägypten. Autorin und Regisseurin der Dokumentation ist Andrea Oster, die dazu mehrere nahöstliche Länder mit Filmteams bereist hat.</p>
<div id="attachment_2733" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/03/zdfDoku.jpg" class="liimagelink"><img class="size-medium wp-image-2733" title="zdfDoku" src="http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2013/03/zdfDoku-300x287.jpg" alt="Bei den Filmaufnahmen im Libanon (© IIRF)" width="300" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Bei den Filmaufnahmen im Libanon (© IIRF)</p></div>
<p>Die Dokumentation setzt passend zu Karfreitag mit der Frage ein, ob nicht mit der Kreuzigung Jesu selbst dem Christentum die Verfolgung vorgegeben wurde und zeichnet die Geschichte der Verfolgung nahöstlicher Kirchen nach, bevor zur Gegenwart christliche Flüchtlinge und Kirchenführer und Experten befragt werden.</p>
<p>Zu den Experten gehören der Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit der UN, Prof. Heiner Bielefeldt, der Neutestamentler Prof. Thomas Söding und der Religionssoziologe Prof. Thomas Schirrmacher. Schirrmacher, der das Filmteam zeitweise begleitete, zeigte sich beeindruckt von dem differenzierten Fachwissen und dem Einfühlungsvermögen etwa gegenüber traumatisierten Flüchtlingen. „Das wird eine wirklich gediegene und dem Sendetermin an Karfreitag angemessene Dokumentation, die zum Vorbild für andere Fernsehbeiträge werden könnte. Schirrmacher gehört auch dem Beirat des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland (ZOCD) an, der viele der Interviewkontakte vermittelte.</p>
<blockquote>
<h3>Gefährlicher Glaube – 2000 Jahre Christenverfolgung</h3>
<p>Im Jahre 30 unserer Zeitrechnung wird auf dem Richtplatz von Jerusalem ein Mann gefoltert und ans Kreuz genagelt. Es ist die qualvollste Todesart für einen Verurteilten. Die Anklage lautet auf Volksverhetzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.</p>
<p>Seine Anhänger sahen in ihm einen Propheten, ja sogar den von den Juden lang erwarteten Messias und Erlöser. Sie waren überzeugt, dass er Frieden und Heil in die Welt bringen würde. Was mit einem Dutzend Jüngern begann, wurde nach dem Tod des Jesus von Nazareth zu einer Bewegung, die den gesamten Mittelmeerraum erfasste. Durch nichts ließ sie sich aufhalten. Aus den ersten drei Jahrhunderten sind uns Geschichten überliefert von Menschen, die für ihren Glauben an Christus freiwillig in den Tod gingen.</p>
<p>Die Christenverfolgungen der römischen Herrscher waren an Grausamkeit kaum zu überbieten, so erzählen es die Chronisten von damals. Christen wurden bei lebendigem Leibe im Zirkus verbrannt, in Tierfelle eingenäht, den Löwen zum Fraß vorgeworfen oder, wie Jesus, ans Kreuz genagelt.</p>
<p>Heute ist das Christentum mit 2,2 Milliarden Menschen die mitgliederstärkste Religion der Welt, nahezu jeder dritte Erdenbürger ist Christ. Noch vor wenigen Jahren galten Christenverfolgungen, zumindest in der westlichen Welt, als Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, bestenfalls als Vorlage für Romane oder Spielfilme. Doch das hat sich in der jüngsten Vergangenheit dramatisch verändert. Immer häufiger sieht man in den Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten brennende Kirchen, misshandelte und flüchtende Menschen. Die meisten von ihnen sind Christen.</p>
<p>Vertreter der christlichen Kirchen, Menschenrechtsorganisationen, aber auch Politiker verwenden zunehmend das Wort „Christenverfolgung“ und warnen vor der zunehmenden Fundamentalisierung und Radikalisierung insbesondere in den islamischen Staaten. Die Opfer berichten von Diskriminierungen und Misshandlungen sowie unterlassener Hilfeleistung durch die jeweiligen Staatsorgane.</p>
<p>Die Dokumentation geht der Frage nach, was Christenverfolgung ist. Hat sie ihre Wurzeln bereits in der Bereitschaft Jesu, für seine Überzeugung zu sterben, und darin, dass er dies auch von seinen Anhängern erwartet? Warum verfolgen Menschen einander um des Glaubens Willen? Gibt es Parallelen zur heutigen Situation in der Geschichte? Wie ist das Christentum selber in den vergangenen fast 2000 Jahren mit Gewalt, Andersglaubenden und Andersdenkenden umgegangen? Was passiert, wenn Politik, Staat und Religion eine Verbindung eingehen?</p>
<p>Das Filmteam besuchte im Nahen Osten Orte, in denen Jahrtausende alte christliche Glaubenstraditionen verankert sind und bis heute gelebt werden. Es kommen Menschen zu Wort, die Gewalt am eigenen Leibe erfahren haben. Flüchtlinge, die aus Angst vor der aktuellen Situation ihre Heimat verlassen haben.</p>
<p>Bei der Einordnung der historischen und aktuellen Geschehnisse unterstützen versierte Wissenschaftler das Filmteam, darunter der Erlanger Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt, seit 2010 UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit, der Bonner Religionssoziologe Thomas Schirrmacher sowie der Bibelexeget Thomas Söding aus Bochum.</p>
<p><em>Film von Andrea Oster</em></p>
<p><strong>(Quelle und weitere Informationen: <a href="http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/3c6207e5-5373-4524-870d-7e7c80b6e84f/20138828" title="Link zum ZDF" target="_blank" class="liexternal">ZDF</a>)</strong><em><br />
</em></p></blockquote>
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