Der Vorstand von missiotop (Evangelisches Forum für Mission, Kultur und Religion) der Evangelischen Allianz in Deutschland nimmt den 65. Geburtstag von Detlef Blöcher zum Anlass für ein ganz persönliches Dankeschön in „Evangelische Missiologie“, Heft 2/2018, S. 113–114:

Lieber Detlef,

Foto: Dr. Detlef Blöcher © privat

Dr. Detlef Blöcher © privat

als Klaus W. Müller nach einem ganzen Vierteljahrhundert als Vorsitzender des afem (heute missiotop) zum 65. Geburtstag aufhören wollte – auch wenn er uns als Ehrenvorsitzender erhalten blieb –, sah es so aus, als wenn sich kein Nachfolger finden würde. Daraufhin hast du mich zwar nicht als Einziger, aber am intensivsten persönlich ins Gebet genommen, dass die AEM eine unabhängige Diskussionsplattform wie den afem (missiotop) braucht, wo man vordenken kann, theologisch streiten kann, und auch einmal etwas erforscht, dessen Nutzen auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Du hast mich an meine Verantwortung erinnert, das weiterhin zu ermöglichen. Das zeigt, wie ernst du uns immer genommen hast und die enge Verzahnung von AEM und afem gewollt war und genutzt wurde – zum Besten des gemeinsamen und von Jesus Christus geschenkten Zieles.

Du hattest immer ein offenes Ohr für den afem (missiotop). Der Gedanke, dass Mission nicht mehr forscht, nachdenkt und sich auf neue Situationen einstellt, war dir ein Graus, und das nicht, weil du ein lockeres Verhältnis zur Bibel oder zu den Grundwahrheiten des christlichen Glauben hattest, sondern gerade weil dir das Neue Testament ein Vorbild darin war, dass Mission immer in Bewegung ist und dass nicht wir es sind, die unsere Geschichte schreiben wollen, sondern Gott es ist, der uns in immer neuen Situationen offene Türen schafft.

Nun folgst du selbst Klaus W. Müller nach. Nach 32 Jahren im Einsatz für die Mission, darunter 18 Jahren als Leiter der Deutschen Missionsgemeinschaft, davor 10 Jahre als Personalleiter, und parallel 14 Jahre als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen gibst du deine Ämter zum 65. Geburtstag ab.

Schaue ich auf deine Veröffentlichungen in unserer Zeitschrift „Evangelische Missiologie“, so drehen sich alle Artikel um vielfältige internationale Untersuchungen zur persönlichen Lage der Missionare. Warum kehren Missionare zurück? Warum brennen Sie aus? Welche Art von Betreuung, Mentoring, Seelsorge bauchen sie und durch wen? Du hast hier das, was dich bei der DMG und AEM bewegt hat, wie ein Naturwissenschaftler mit harten Fakten untermauert und deutlich gemacht, dass die professionelle Betreuung der Mitarbeiter im Ausland eine zentrale Notwendigkeit der Mission und integrale Aufgabe jeder Missionsgesellschaft ist und keine Frage von Feuerwehreinsätzen hier und da, wo es brennt – und wenn es meist zu spät ist. Diese Botschaft hast du auch international in die vielen Partnerorganisationen der DMG und in die Weltweite Evangelische Allianz hineingetragen.

Logo missiotopDu übergibst dein Amt in der DMG an zwei Nachfolger und den Vorsitz der AEM an deinen langjährigen Vize und unser langjähriges Vorstandsmitglied Dieter Trefz, dem Leiter der Kontaktmission. Ich hoffe, das ist – ich sage das mit einem Schmunzeln – kein Hinweis darauf, dass du für Drei gearbeitet hast.

Wir bedauern sehr, auf dich in Zukunft verzichten zu müssen! Zumal wir dadurch zugleich mit Dieter Trefz eine Säule unserer Vorstandsarbeit verlieren, auch wenn durch ihn ein weiteres gutes Zusammenwirken von AEM und missiotop garantiert ist.

Darf ich, wo ich einmal in Fahrt gekommen bin, noch drei Dinge loben – ich weiß schon jetzt, dass du längst die Stirn runzelst und einen Brief über deine Fehler vorbereitest :=)

  1. Mit deiner ruhigen, sachlichen Art hast du es geschafft, viele emotional befrachtete Fragen in unseren Reihen vom Streit weg zu einer fruchtbaren Lösung hin zu führen. Das ist Vorbild für uns, aber ebenso für die DMG mit ihren 350 Missionaren, die in 80 Ländern tätig sind. Dein Nachfolger, das weiß ich aus Erfahrung, wird diese Linie fortführen.
  2. Du als Physiker und deine Frau als promovierte Pharmazeutin waren scheinbar Quereinsteiger in Theologie und Mission. Doch hat das Sinn gemacht und Frucht gebracht, wie schon die guten alten Pharisäer – viel gescholten und doch oft später Jesus nachgefolgt – wussten, dass eigentlich niemand Theologie betreiben sollte, der keinen anständigen Beruf erlernt hat. Dass deine Frau und du die Realität des Missionarsalltags so stark im Fokus hattet, hatte sicher damit zu tun.
  3. Du warst dir für nichts zu fein, du warst kein „Fürst“ der Missionslandschaft. Als 2015 die vielen Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hast du die AEM nicht nur auf diese Spur gesetzt, sondern persönlich angepackt und warst selbst in einem Flüchtlingsaufnahmelager aktiv. Damit hast du gezeigt, dass Mission nie nur Theorie ist, sondern immer auch Leben, und ein „Missionsleiter“ im Herzen immer ein Missionar bleibt.

Dein Thomas namens des ganzen Vorstandes von missiotop

 

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