Syrisch-orthodoxer Erzbischof Aydin dankt dem Herausgeber

Der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Julius Hanna Aydin, dankte Thomas Schirrmacher, dem Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, in einem mehrstündigen Gespräch für seinen Einsatz für Angehörige seiner Kirche und für seinen Einsatz zugunsten der Einwanderung von orientalischen Christen, die aus dem Irak geflohen seien, nach Deutschland.

Erzbischof Aydin und Prof. Thomas Schirrmacher – im Hintergrund das Kloster Warburg © BQ

Erzbischof Aydin und Prof. Thomas Schirrmacher – im Hintergrund das Kloster Warburg © BQ

Zuvor hatte Schirrmacher ihm das erste Exemplar der neuen Dokumentation ‚Die Aufnahme verfolgter Christen aus dem Irak‘ übergeben, die die Einwanderung der Christen aus dem Irak im Spiegel der Tagespresse zum Thema hat. Die Anhänger der syrisch-orthodoxen Kirche stellen die größte Gruppe unter den derzeit nach Deutschland einwandernden Irakern dar. Die Dokumentation enthält Beiträge aus Magazinen und Zeitungen wie Spiegel, FAZ, Welt und Zeit, sowie Presseerklärungen der EKD, von CDU und SPD und vieler anderer. Das Buch macht – so Schirrmacher bei der Übergabe des Buches – Christen Mut, sich in Gemeinschaft mit Andersdenkenden in der ‚großen‘ Politik und weltweit für Menschenrechte einzusetzen. Es ließen sich auch heute – wie im Falle der Irakflüchtlinge – Ziele wenigstens zum Teil verwirklichen, die anfänglich jeder für unrealisierbar gehalten habe.

Erzbischof Aydin, selbst in der Türkei aufgewachsen, bekräftigte seine Bereitschaft, bei der Eingliederung der Iraker in Deutschland zu helfen. Seine Kirche habe große Erfahrung in solchen Fragen und die Integration syrisch-orthodoxer Christen aus den verschiedensten islamischen Ländern, die in den letzten Jahrzehnten als Asylanten ins Land gekommen seien, sei bisher überwiegend gut gelungen. Deutschland brauche junge, ausgebildete, arbeitswillige Familien. Für den Irak seien die Einwanderer ein großer Verlust, aber eine Heimkehr in die besetzten oder gar zerstörten Dörfer im Irak sei illusorisch.

Vortrag im Kloster Warburg

Cover Die Aufnahme verfolgter Christen aus dem Irak in DeutschlandIn einem Vortrag im Kloster Warburg, dem Sitz des Erzbistums, gedachte Schirrmacher der großflächigen Vertreibung der alten christlichen Kirchen aus ihren angestammten Heimatländern in der islamischen Welt seit dem 1. Weltkrieg. In vielen Ländern wie dem Irak und der Türkei drohe eine 1500 bis 2000-jährige Geschichte unwiderruflich zu Ende zu gehen. So sei das Kloster Mor Gabriel der syrisch-orthodoxen Kirche 397 n. Chr. erbaut worden. Habe man sich an das Verbot, es als Priesterseminar zu nutzen, schon fast gewöhnt, stehe jetzt aufgrund von vermeintlichen Ansprüchen der muslimischen Nachbarn die Existenz des Klosters selbst auf dem Spiel.

Wenn die orientalischen Kirchen aufgrund er fortwährenden Diskriminierung auswanderten oder gar vertrieben würden, so Schirrmacher, blieben oft nur evangelikale und westkirchliche Gruppen zurück, die sich aus Konvertiten vom Islam zum Christentum zusammensetzten. So sei die Zahl der Evangelikalen (3.500) in der Türkei bereits in etwa so groß wie die Zahl der Griechisch-Orthodoxen Christen (3.500), obwohl deren Patriarch, der zudem 320 Mio. orthodoxen Christen vorstehe, doch seinen Sitz in Istanbul habe. Noch vor 50 Jahren habe es in der Türkei fast keine einheimischen Evangelikalen gegeben, dafür aber noch etwa 100.000 griechisch-orthodoxe Christen. Über diese Entwicklung könnte sich kein Evangelikaler freuen.

 

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