Christinnen und Christen seien aufgerufen, gemeinsam die Herausforderungen des Friedens, der Einheit und der teuren Nachfolge auf sich zu nehmen; so lautet die Botschaft des Global Christian Forum (GCF), das am 27. April in Bogotá (Kolumbien) seinen Abschluss fand.

Thomas Schirrmacher während seiner Rede (mit den Delegierten) © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher während seiner Rede (mit den Delegierten) © BQ/Warnecke

Die dritte globale Versammlung des Forums fand vom 23. bis 27. April in der kolumbianischen Hauptstadt statt. Unter dem Motto „Bleibt fest in der brüderlichen Liebe“ (Hebr 13,1) kamen Gläubige aus einer großen Bandbreite von christlichen Traditionen zusammen: 251 Kirchenleitende aus nahezu jeder christlichen Strömung und aus 55 Ländern.

Vor dem Hintergrund wachsender Spaltung in der Welt wurde die Versammlung selbst zu einer Botschaft des Zuhörens und des respektvollen Miteinanders über alte Feindschaften und historische Trennlinien hinweg.

In Anerkennung der Kirchen des Gastlandes heißt es in der Abschlussbotschaft, die Teilnehmenden

„haben Zeugen des Friedens angehört und sich von ihnen inspirieren lassen. Wir beten dafür, dass der Friedensprozess in Kolumbien fortgeführt wird und denen Hoffnung und Versöhnung bringt, die unter der Situation leiden und es schwer haben.“

Thomas Schirrmacher mit Delegierten aus Afrika und dem designierten Sekretär des Global Christian Forum, Casely Essamuah, sowie dessen Ehefrau © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher mit Delegierten aus Afrika und dem designierten Sekretär des Global Christian Forum, Casely Essamuah, sowie dessen Ehefrau © BQ/Warnecke

Unter den Teilnehmenden der globalen Versammlung waren auch Delegationen der katholischen Kirche (Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen), der Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen, des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der Weltweiten Evangelischen Allianz und zahlreicher anderer weltweiter christlicher Gemeinschaften und internationaler christlicher Organisationen.

Pastor Dr. Larry Miller, der Geschäftsführer des GCF, sagte, die Teilnehmenden hätten das Forum wiederholt als unverzichtbares Instrument zur Förderung der christlichen Einheit und zum Austausch über die gemeinsamen Herausforderungen der heutigen Zeit bezeichnet.

„Das GCF als ein Ort, an dem sich Kirchen und Kirchenleitende, die sich oft genug gegenseitig fremd sind, in ‚geschwisterlicher Liebe‘ begegnen können, ist eine Antwort auf das gemeinsame Sehnen nach Heilung im verwundeten Leib Christi.“

Lorena Rios, die Religionsfreiheitsbeauftragte der Regierung Kolumbiens, Edgar Castano, Präsident der Evangelischen Allianz von Kolumbien (Confederación Evangélica de Colombia), und Thomas Schirrmacher © BQ/Warnecke

Lorena Rios, die Religionsfreiheitsbeauftragte der Regierung Kolumbiens, Edgar Castano, Präsident der Evangelischen Allianz von Kolumbien (Confederación Evangélica de Colombia), und Thomas Schirrmacher © BQ/Warnecke

Zum Abschluss der globalen Versammlung gaben Vertreter konfessioneller Organisationen Erklärungen zur Rolle und zum Wert des GCF in der weiten Welt globaler christlicher Beziehungen ab.

Bischof Brian Farrell, Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, sagte:

„Dies ist die dritte Versammlung dieser Art. Sie war ein Moment enorm verbesserter Beziehungen zwischen allen Teilnehmenden, was eine neue Ära der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen widerspiegelt.

Ich denke, das Global Christian Forum hat bewiesen, dass es doch einen Weg in die Zukunft gibt, in der wir unsere Unterschiede nicht als Ausrede benutzen, um uns voneinander abzukapseln und die Zusammenarbeit zu verweigern. Wir müssen sie stattdessen als einen reichen Beitrag zur gesamten christlichen Mission in der Welt betrachten“, so Farrell.

Pastor Dr. David Wells, stellvertretender Vorsitzende der Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen, sagte:

„Da die Weltgemeinschaft der Pfingstkirchen nach wie vor das Privileg hat, am Tisch des Global Christian Forum zu sitzen, entwickeln sich immer stärkere Bande des Respekts und der Liebe zu Christen aus anderen Gemeinschaften.

Die Versammlung in Bogotá bestätigt erneut unsere Verpflichtung, uns mit vollem Engagement am Forum zu beteiligen und gleichzeitig die harte Arbeit anzuerkennen, die noch vor uns liegt.“

Der stellvertretende ÖRK-Generalsekretär Pater Dr. Ioan Sauca sagte:

„Durch das Gebet und den gegenseitigen Austausch hat der Heilige Geist uns auf dieser globalen Versammlung zu größerer geschwisterlicher Liebe und zur Erfahrung einer realen, wenn auch unvollkommenen Gemeinschaft in Christus geführt, trotz unserer weiterbestehenden kirchlichen Spaltung und Entfremdung. Das bedeutet, dass das Global Christian Forum seinen ursprünglichen Zweck erfüllt.

Aber das GCF hat seine Mission erst dann wirklich erfüllt, wenn wir diese Versammlung in dem festen Willen verlassen, unsere jeweiligen Kirchen dazu anzuhalten, sich gemeinsam für mehr geschwisterliche Liebe, gegenseitige Unterstützung und Engagement für Versöhnung und einen gerechten Frieden einzusetzen – hier in Kolumbien, in Lateinamerika und bis an die Enden der Welt.

Nur auf diese Weise werden unsere Kirchen in der Lage sein, sich mit dem zu befassen, was uns noch von der Verwirklichung der einen Kirche abhält, die die Herrschaft von Gerechtigkeit und Frieden vorwegnimmt.“

Thomas Schirrmacher während seiner Rede © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher während seiner Rede © BQ/Warnecke

Der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Dr. Thomas Schirrmacher,meinte:

„Bogotá war das Global Christian Forum in Bestform! In Kleingruppen die persönlichen Glaubenserfahrungen hochrangiger Christen aus allen Konfessionen zu hören – ein typisches Element des GCF – hat mich bewegt und mir die Augen geöffnet.

Gleichzeitig haben die Präsentationen im Plenum von den wichtigsten christlichen Strömungen über die Zukunft der ökumenischen Beziehungen gezeigt, wie sehr sich unsere Beziehungen verbessert haben. Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, an dem wir so motiviert wie nie zuvor sind, unsere Unterschiede zu überwinden, ohne jedoch dabei unsere Identität und biblischen Überzeugungen preiszugeben.

Wenn es das GCF nicht gäbe, müssten wir es heute erfinden!“

Außerdem habe Bogotá gezeigt, dass es die richtige Entscheidung der Weltweiten Evangelischen Allianz gewesen sei, sich letztes Jahr, nach der Analyse der 20-jährigen Geschichte des GCF, auf die Zukunft des GCF einzulassen, so Schirrmacher.

Hier und hier ist die Rede von Bischof Efraim Tendero nachzulesen. Weitere Reden können hier eingesehen werden. Einen persönlichen Bericht von Wes Granberg-Michaelson gibt es hier.

 

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