Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) schließt sich der Evangelischen Allianz des Vereinigten Königreichs Großbritanniens an und betrauert das Ableben von Pastor Dr. Joel Edwards. Sie würdigt einen Mann, der für das Reich Gottes gelebt hat und ein Vermächtnis hinterlässt, welches das Leben unzähliger Menschen in Großbritannien und in der Welt beeinflusst hat.

Dr. Joel Edwards © privat

Dr. Joel Edwards © privat

Bischof Dr. Thomas Schirrmacher, Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), kommentierte:

„Joel war das Mitgefühl in Person. Jahrzehntelang war er das Gewissen der WEA und sorgte dafür, dass wir die Armen, die Unterdrückten, die Ausgegrenzten und die Verfolgten nicht vergessen. Sein Rat war bei vielen Diensten innerhalb der WEA gefragt, oft inoffiziell aufgrund der Breite seines Netzwerks, seiner Netzwerker-Kenntnisse und seines internationalen Fachwissens, aber oft auch in offizieller Funktion als leitender Berater unserer Einrichtungen, wie dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit. Aber darüber hinaus habe ich einen persönlichen Freund verloren, der mich oft dazu inspiriert hat, über den Tellerrand hinauszuschauen.“

Nachstehend folgt die Würdigung durch die EAUK:

Wir danken Gott für das Leben und die Arbeit von Joel Edwards und für seinen 20-jährigen treuen Dienst in der Evangelischen Allianz des Vereinigten Königreiches und der Afrikanischen und Karibischen Evangelischen Allianz.

Joel Edwards hinterlässt ein inspirierendes Vermächtnis der Einheit in Vielfalt, des sozialen Engagements und des christuszentrierten Dienstes. Er vereinte alle evangelikalen Gruppen und vertrat seinen evangelikalen Glauben und seine Werte selbstbewusst in der Öffentlichkeit, als Generaldirektor der Evangelischen Allianz und in anderen prominenten öffentlichen Führungspositionen, Initiativen für soziales Engagement und Medienauftritten.

„Joel war eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit und ein hervorragender Kommunikator“, sagt Gavin Calver, Geschäftsführer der Evangelischen Allianz. „Er hat der Evangelischen Allianz über viele Jahre hinweg wunderbar gedient. Den Höhepunkt dieses Dienstes bildete die Zeit, in der er dem Werk als Generaldirektor vorstand. Ich kenne Joel seit meiner Kindheit und bin ihm unendlich dankbar für seine Freundschaft, Weisheit und Unterstützung. In meiner Zeit als Geschäftsführer war er eine der wenigen wichtigen Stimmen der Ermutigung und Herausforderung, die mir unermesslich geholfen haben. Wir werden ihn alle sehr vermissen und sein Beitrag zur Evangelischen Allianz wird nie vergessen werden.“

Eine Führungsperson, die sich nach Einheit sehnt

Nachdem er ein Jahrzehnt lang als Bewährungshelfer und dann als Pastor im Osten Londons gearbeitet hatte, wurde Joel Generalsekretär der Afrikanischen und Karibischen Evangelischen Allianz (ACEA), wo er sich dafür einsetzte, die verändernde Kraft Christi in den Gemeinden zu zeigen, überwiegend schwarze Kirchen zusammenzubringen und Brücken zwischen der Organisation und den britischen Kirchen zu bauen.

1997 wurde er als erster schwarzer Pfingstler Generaldirektor der Evangelischen Allianz, verantwortlich für die Leitung der verschiedenen Teams und die Zusammenarbeit mit den nationalen Evangelischen Allianzen in Nordirland, Wales und Schottland, sowie mit der ACEA.

In dieser Funktion förderte und vertiefte er die Vielfalt der Evangelischen Allianz und verschaffte den Evangelikalen Glaubwürdigkeit und Aufmerksamkeit in der Ökumene und in säkularen Kreisen. Mit einer Sehnsucht nach Einheit in Christus versuchte er, die Kluft zwischen den rechten und linken Wählergruppen des Evangelikalismus zu schließen.

„Die Vision, an der ich und die Evangelische Allianz gemeinsam gearbeitet haben, ist klar: Unsere Zukunft als Evangelikale ist es, im Zentrum der geistlichen und sozialen Transformation unserer Gesellschaft zu stehen“, sagte er gegen Ende seiner Tätigkeit bei der Evangelischen Allianz.

Joel lag es am Herzen, die Gesellschaft zu verändern und Christus im 21. Jahrhundert glaubwürdig darzustellen, was er 2008 in seinem Manifest für Evangelikale in der englischsprachigen Welt, An Agenda for Change‘, zum Ausdruck brachte.

Während seiner 11-jährigen Tätigkeit in dieser Funktion wurde ihm 2007 die Ehrendoktorwürde der Universität St. Andrews verliehen, er erhielt den Titel eines Ehrenkanonikus an der St. Paul’s Kathedrale und wurde zum Beauftragten für die Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission ernannt.

Christus in der Öffentlichkeit glaubwürdig darstellen

Joel förderte das Evangelium in der Öffentlichkeit und präsentierte Christus in den Medien und im Parlament. Er stärkte die Stimme der Evangelikalen in diesen Bereichen und leitete Initiativen für soziales Engagement und evangelikale Mission. In seinen regelmäßigen Rundfunkauftritten war er ein überzeugender Redner.

Joel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, und die Church Times bezeichnete ihn einmal als „den wahrscheinlich einflussreichsten schwarzen Christen des Landes“. Außerdem erhielt er 2003 eine Anerkennungsmedaille für seine Verdienste um Jamaika.

Nach der Evangelischen Allianz

Nach seinem 11 Jahre währenden treuen Dienst als Generaldirektor der Evangelischen Allianz vertrat Joel den Glauben weiterhin in der Öffentlichkeit als Mitglied des Internationalen Religiösen Beirats von Tony Blairs Faith Foundation.

Er wurde internationaler Direktor von Micah Challenge [Micha Initiative], wo er sich mit Fragen der weltweiten Armut befasste und insbesondere auf die Millenniums-Entwicklungsziele hinarbeitete. Er war maßgeblich an der Gründung von Micah Challenge International beteiligt, einer Bewegung, die Regierungen dazu auffordert, sich für Gerechtigkeit für die Armen einzusetzen. Er war auch als strategischer Berater für Christian Solidarity Worldwide tätig.

Joel wurde vom Erzbischof von Canterbury mit dem Langton Award for Community Service ausgezeichnet, „für seinen einzigartigen Beitrag, evangelikale Christen im Vereinigten Königreich im Kampf gegen globale Ungerechtigkeit zu vereinen“.

Ein Freund, Kollege und Mentor

„Joel war einer der Menschen, die ich um Rat gefragt habe, als ich erfuhr, dass ich die Stelle als Direktor der One People Commission der Evangelischen Allianz bekommen hatte“, sagt Pfarrer Israel Oluwole Olofinjana. „Ich wusste, dass er einen väterlichen Rat für mich haben würde, da er schon vor mir in diesem Bereich tätig war. Sein Rat kam zur rechten Zeit, war ermutigend, erfrischend und prophetisch.“

Steve Clifford, Joels Nachfolger als Generaldirektor der Evangelischen Allianz (2009–2019), sagt:

„Als mein Freund Joel und ich Mitte der 1970er Jahre für die London Bible School Fußball spielten, war er ein ziemlich guter Fußballer. Ich ahnte nicht, wie oft sich unsere Wege in den folgenden Jahrzehnten kreuzen würden und dass ich schließlich in seine Fußstapfen treten und die Rolle des Generaldirektors der Evangelischen Allianz übernehmen würde.“

„In den letzten 40 Jahren wurde Joel zu einem sehr angesehenen Repräsentanten der evangelischen Allianz und ihrer Kirchen in Großbritannien. Er hat so oft in unserem Namen gesprochen, sei es bei Thought for the Day, The Today Programme, als Beauftragter der Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission oder in jüngster Zeit als internationaler Direktor von Micah Challenge. Ich bin Gott für das Leben und den Dienst von Joel dankbar; er hat der Kirche weltweit, nicht nur unseren Kirchen, in den letzten 40 Jahren in großer Treue gedient.“

Wir preisen Gott für das christuszentrierte Leben und Vermächtnis von Joel Edwards und beten für seine Freunde und Familie in dieser schweren Zeit.

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