Vortrag, gehalten am 20. April 2012 bei der Delegiertentagung des Mühlheimer Verbandes.

Thomas Schirrmacher nahm in seinem Referat mit hinein in die Geschichte der Menschenrechte und Religionsfreiheit, indem er über die Entstehung und Unterzeichnung eines weltweit beachteten Papiers referierte. Dieses Papier verabschiedete der ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog (Katholische Kirche) und die Weltweite Evangelische Allianz. Es enthält Empfehlungen für einen Verhaltenscodex mit dem Thema „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“.

Mit dem Papier will die Weltchristenheit erklären, dass der Vorwurf zwangsweiser Missionierung von Ungläubigen nichts mit dem christlichen Zeugnis zu tun hat. Bemerkenswert ist, dass hier evangelische und katholische „Großkirchen“ gemeinsam mit vielen kleinen Kirchen und Verbänden erklären, man wolle den Staat und die Politik nicht dazu benutzen, um jemanden zum Christen zu machen. Glaube sei ein persönliches Vertrauen auf Gott, das man nur freiwillig ergreifen kann. Selbst die katholische Kirche stimmte zu, man könne zwar Menschen taufen, aber das mache sie nicht automatisch zu Christen.

Die Erklärung markiert, so Schirrmacher, eine kulturgeschichtliche Entwicklung, den bewussten Ausdruck eines echten Umdenkens innerhalb der Christenheit und vor allem unter großen Kirchen, die traditionell in manchen Ländern eine große (auch politische) Macht besessen hatten.

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