Der Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (International Society for Human Rights, ISHR), Thomas Schirrmacher, hat die Gedenkstätte „Babyn Jar“ für den Massenmord durch die Deutsche Wehrmacht an Juden und Roma in Kiew besucht. Begleitet wurde er vom Direktor der Einrichtung, Boris Ivanovich Glazunov, und dem Gründer der Sektion der IGFM in der Ukraine, Prof. Dr. Andrej Suchorkow.

Thomas Schirrmacher mit dem Gründungsvorsitzenden der ukrainischen Sektion der ISHR, Andrej Suchorkow, vor dem Denkmal für die ermordeten Roma in „Babyn Jar“ © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher mit dem Gründungsvorsitzenden der ukrainischen Sektion der ISHR, Andrej Suchorkow, vor dem Denkmal für die ermordeten Roma in „Babyn Jar“ © BQ/Warnecke

Babyn Jar ist eine 2,5 km lange Schlucht auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die früher außerhalb der Stadtgrenzen lag, heute aber mitten in der Stadt liegt. Diese Schlucht war 1941 der Schauplatz des größten einzelnen Massakers an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg, das unter Beteiligung der Deutschen Wehrmacht durchgeführt wurde. Sicherheitspolizei, SD, ukrainische Kollaborateure und die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau erschossen am 29. und 30. September 1941 33.771 Juden. Bis Ende 1943 wurden dann dort weitere 100.000 bis 150.000 Menschen ermordet, neben Juden sowjetische Kriegsgefangene, Kommunisten, ukrainische Nationalisten und Roma (‚Zigeuner‘).

Thomas Schirrmacher mit Vorstandsmitgliedern der Sektion Ukraine der ISHR bei großer Kälte vor dem Denkmal für die ermordeten Juden in „Babyn Jar“ © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher mit Vorstandsmitgliedern der Sektion Ukraine der ISHR bei großer Kälte vor dem Denkmal für die ermordeten Juden in „Babyn Jar“ © BQ/Warnecke

Erst 2007 wurde der größere Teil des Geländes für weitere Bebauungen gesperrt und zur Gedenkstätte ernannt. 2010 erhob der Präsident der Ukraine die Gedenkstätte in den Rang eines nationalen Monuments. Seitdem heißt sie „National Historical and Memorial Reserve Babyn Yar“. Seit 2008 ist Boris Ivanovich Glazunov Direktor der Gedenkstätte. Er ist seit 1993 zweiter Vorsitzender der Sektion Ukraine der ISHR.Er ist seit 1993 zweiter Vorsitzender der Sektion Ukraine der ISHR. Unter Glazunov erhielt jede Opfergruppe ein eigenes Monument und eine eigene Dokumentation auf dem Gelände. Daneben gibt es am Eingang der Schlucht ein älteres sehr großes Denkmal.

Thomas Schirrmacher mit Vorstandsmitgliedern der Sektion Ukraine der ISHR bei großer Kälte vor dem Denkmal „Babyn Jar“ (2. v. l. der Gründungsvorsitzende, Andrej Suchorkow, ganz rechts der derzeitige Vorsitzende, Anton Alexejew) © BQ/Warnecke

Thomas Schirrmacher mit Vorstandsmitgliedern der Sektion Ukraine der ISHR bei großer Kälte vor dem Denkmal „Babyn Jar“ (2. v. l. der Gründungsvorsitzende, Andrej Suchorkow, ganz rechts der derzeitige Vorsitzende, Anton Alexejew) © BQ/Warnecke

Schirrmacher besichtigte zusammen mit der Leitung der Gedenkstätte und dem Vorstand der Sektion Ukraine der ISHR das gesamte weitläufige Gelände und kniete am Erinnerungsort für die Juden und für die Roma. Daneben besichtigte er auch ein verfallenes Gebäude, das der Staat der Gedenkstätte geschenkt hat, um dort ein Museum einzurichten. Derzeit fehlen aber die nötigen Spendenzusagen für die Erstellung der Ausstellung und den laufenden Betrieb.

Die ISHR in der Ukraine wurde direkt nach der Unabhängigkeit der Ukraine von dem Chemieprofessor Dr. Andrej Suchorkow gegründet, der an der Begehung teilnahm. Suchorkow arbeitete aber schon vorher viele Jahre mit der IGFM in Deutschland zusammen. Suchorkow war lange Vorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender. Vorsitzender ist heute der Anwalt Anton Alexejew.

 

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