Das Institut für Theologie und Gemeindebau (ITG) eröffnete am Samstag, den 17. Oktober 2009, sein neues Studienzentrum in Linz. In einem Festakt im Volkshaus Linz-Pichling wurde gleichzeitig Timm Smutny in sein Amt als gesamtösterreichischer Institutsleiter eingesetzt.

Timm Smutny, ITG-Institutsleiter für Gesamtösterreich

Timm Smutny, ITG-Institutsleiter für Gesamtösterreich

Der gebürtige Deutsche Smutny war die vergangenen 11 Jahre in Niederösterreich in der Gemeindeaufbau- und Seminararbeit tätig, bevor er zu ITG wechselte. In seiner Vorstellung des ITG ging Smutny auf dessen Wurzeln ein: Vor 25 Jahren wurde die Bibelschule Ampflwang ins Leben gerufen, die später nach Wallsee umzog. Da die Schüler für den Internatsbetrieb ausblieben, konnte die Schule im Jahr 1999 nicht mehr weitergeführt werden. Das Anliegen blieb aber: Österreich braucht ausgebildete Mitarbeiter und Gemeindeleiter. 2004 startete das „Evangelikale Bildungswerk in Österreich“ (EBÖ) als Rechtsnachfolger mit der Abendbibelschule „Glaube begründet leben“. 2005 wurde das ITG mit einem Studienzentrum in Innsbruck eröffnet.

Das Studium am ITG ist so konzipiert, dass es parallel zu Beruf und Gemeinde absolviert werden kann. Neben viel Selbststudium gibt es monatliche Blockseminare. Die persönliche Begleitung der Studenten und die sofortige Umsetzung des Gelernten in der Gemeindepraxis sind unverzichtbare Bestandteile der Ausbildung. Smutny skizzierte dabei 3 Schwerpunkte: innigere Gemeinschaft des Studenten mit Gott, gründliche theologische Arbeit auf akademischem Niveau und Prägung der Persönlichkeit durch Gemeinschaft mit anderen Studenten und Dozenten.

Das ITG ist österreichischer Partner des Martin Bucer Seminars (MBS) mit Sitz in Bonn. Das alternative Theologiestudium führt zum Bachelor oder Master der Theologie.

Thomas Schirrmacher, Rektor des Martin Bucer Seminars

Thomas Schirrmacher, Rektor des Martin Bucer Seminars

Der Rektor des MBS, Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher, hielt den Festvortrag zum Thema: „Würde Jesus heute Theologen ausbilden?“ Im Neuen Testament und in der Kirchengeschichte finden wir Theologen, auf die Jesus sicher verzichten konnte, so Schirrmacher. Diese würde Jesus heute auch nicht ausbilden. Auf der anderen Seite hat Jesus aber ausgebildet, und er will auch, dass weiter ausgebildet wird. Theologie sei nichts anderes als christliche Lehre, die wiederum an andere weitervermittelt würde. Der „Mehrwert“ der Ausbildung Jesu seien das missionarische Element, die Charakter- und Persönlichkeitsbildung, die Einbeziehung von Gaben, das sich Ausrichten auf Menschen und sich in ihre Abhängigkeit Begeben und das sofortige Üben des Erlernten. Jesus habe Jünger ausgebildet, die hier und jetzt konkrete Antworten geben können. Wichtig sei das Wissen des Theologen, dass er in Abhängigkeit von Gott lebt und nur der Heilige Geist ihn zu seinem Dienst befähigen kann. Schirrmacher zitierte Calvin: „Der Einzige, der uns berechtigt, Theologie zu betreiben, ist der Heilige Geist. Er kann uns unsere Eitelkeit aufzeigen.“ Ohne diese Abhängigkeit vom Heiligen Geist würden Theologen gefährlich, so Schirrmacher.

Dem Festakt schloss sich ein Empfang im Evangelikalen Missionszentrum an. Pastor Walter Bösch, Vorstandsmitglied der Freien Christengemeinden / Pfingstgemeinden (Wien), Pastor Wolfgang Bremicker, Vorstandsmitglied des Bundes Evangelikaler Gemeinden (Wien), Carsten Friedrich, Leiter des MBS-Studienzentrums in Chemnitz (D.), und Christoph Grötzinger, Generalsekretär der Österreichischen Evangelischen Allianz (Bürmoos) überbrachten Grußworte. Grötzinger drückte seine Freude über das neue Studienzentrum aus. Es brauche in jeder Hinsicht theologisch geschulte, im Glauben gereifte, im Dienst bewährte, kurz: mündige Christen. Nur wer wisse, wo er theologisch stehe, könne mit einem Schritt auch über den eigenen Gemeindekreis hinaustreten. Für die Allianzen im Land brauche es Christen mit Überzeugungen. Dabei sei wichtig, dass die Überzeugungen auf Nebenschauplätzen nicht verabsolutiert werden. Bei aller guten Theologie müssten Christen sich eine Lernfähigkeit erhalten, die dem Andersdenkenden zuhören könne, so Grötzinger.

Dr. Gerold Lehner, Superintendent der Evangelischen Kirche A.B. in Oberösterreich, konnte aus Krankheitsgründen nicht anwesend sein. Er sandte eine Grußbotschaft, die verlesen wurde.

Das ITG ist ein Arbeitszweig des Evangelikalen Bildungswerks in Österreich (EBÖ) mit Sitz in Innsbruck. Als Obmann fungiert Daniel Lieberherr, Geschäftsführer ist Peter Mayer. Zum Team gehören weiters Max Eugster und Drs. Frank Hinkelmann. Das EBÖ ist auch Partner der Österreichischen Evangelischen Allianz.

 

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