Ersetzt sich über andere lustig zu machen wissenschaftliche und theologische Argumente?

Ein Kommentar zu einer Passage aus dem Worthaus-Vortrag „Der Prozess vor Pilatus (Mk 15,1–15)“ von Prof. Dr. Siegfried Zimmer

Ich gebe zu, dass ich die Vorträge von Professor Siegfried Zimmer nicht unvoreingenommen höre, seitdem ich erlebt habe, dass er mich bei einer Podiumsdiskussion in Bad Blankenburg im Tagungszentrum der Deutschen Evangelischen Allianz belehrt hat, als Evangelikaler und „Bibeltreuer“ hätte ich keine Ahnung von Wissenschaft und wissenschaftlichen Begriffen und würde mich dem modernen Denken verweigern und mich mit spöttischen Bemerkungen über meine vermeintliche Ängstlichkeit bedachte. Als jemand, der nicht nur in der Theologie auf allen Ebenen die unterschiedlichsten Formen wissenschaftlichen (und unwissenschaftlichen) Arbeitens ausgekostet hat, sondern neben der Theologie auch eine säkulare wissenschaftliche Laufbahn hat, vom Studium bis hin zu zwei Jahrzehnten als Religionssoziologe und Kulturanthropologe an staatlichen Universitäten in Rumänien, war ich völlig perplex angesichts dieser Vorwürfe.

Doch dann habe ich beim Hören seiner Vorträge aus vielen Jahren festgestellt, dass er bei mir nur das gemacht hat, was er in fast allen Vorträgen ähnlich macht und nur nicht gemerkt hat, dass sein Standardschema auf mich angewandt etwas lustig wirkte.

Ich habe einmal einen fast beliebigen Abschnitt aus einem seiner Vorträge gewählt, den ich am Ende meines Kommentars komplett von der Aufnahme abgetippt wiedergebe, um den meines Erachtens kritikwürdigen Stil der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden aufzuzeigen. Wobei es fast besser ist, das Original zu hören. Denn die Vorträge haben diesbezüglich einen erstaunlich einheitlichen Stil, und was ich hier am konkreten Beispiel sage, gilt für fast alle Vorträge ebenso:

1. Zimmer argumentiert meist sehr emotional, nicht mit belegten Argumenten oder Forschungsergebnissen.

Er bezieht sich auf die Emotionen von ‚Laien‘ unter seinen Gegnern (in unserem Abschnitt mehrfach sehr heftig) oder appelliert an die Vermutungen und Emotionen der Zuhörer, hier etwa, ob sie sich vorstellen können, dass Jesus dies oder das gewollt und gefühlt habe, und das, obwohl er gerade die Evangelientexte, die allein darüber Auskunft geben könnten, als recht unzuverlässig hinstellt. Wie aber will der Zuhörer ohne Textgrundlage 2000 Jahre nach Jesus wissen, wie dieser sich fühlte?

2. Zimmer stellt seine Sicht immer als die reine Sicht der Wissenschaft dar, für die Gegenposition zitiert er aber nie Wissenschaftler, die sie vertreten, sondern lässt verängstigte ‚Laien‘ auftreten,

die ihm tatsächlich oder vermeintlich dies und das vorgeworfen haben. Diese werden belustigend und völlig überzogen dargestellt, das Gelächter des Publikums folgt immer hörbar. So gewinnt man jede Diskussion.

Professor Zimmer sollte sich an Seinesgleichen messen oder wenigstens an ‚gebildeten Laien‘, nicht aber an Extrembeispielen von ‚Laien‘, die dann noch karikiert werden. So aber ist die Diskussion der wissenschaftlichen Theologie unwürdig.

Er sollte auch aufhören, sich über die Sorgen andersdenkender Christen lustig zu machen. Einmal davon abgesehen, dass Jesus nicht so über andere gesprochen hat.

3. Zimmer stellt Andersdenkende pauschal als ungebildete, unwissende und fromme Angsthasen dar.

In unserem kurzen Abschnitt tut er dies gleich dreimal – und das entspricht der typischen Häufung in seinen Vorträgen: „Christen, die gleich den Flattrich kriegen“, „dann fällt ja die ganze Welt zusammen“, „Da muss ich fast kotzen“, „dieses Titelgeklapper … dann werden die Leute ganz unruhig“.

4. Lange bevor eine solche Sprache in den Kommentarspalten der Internetmedien Alltag wurde, benutzte Zimmer eine große Bandbreite spöttischer Formulierungen gegenüber Andersdenkende.

Man schreibe einmal alle solche Ausdrücke in einem einzigen Vortrag mit oder streiche sie mit Textmarker in einer abgetippten Fassung an. Das geht wirklich nicht, ein Mindestmaß an Respekt gegenüber Andersdenkenden sollte man haben. Und man sollte seine Zuhörer nicht zum Auslachen Anderer verleiten oder wenn das Gelächter zu deutlich wird, dagegen einschreiten.

Wenn ich die Ausdrücke einmal einfach auf mich beziehe, muss ich zu dem vorliegenden Vortragsauszug sagen: Ich bekomme nicht den Flattrich, für mich fällt die Welt nicht zusammen, mich interessiert auch kein Titelgeklapper, ich bin einfach nur nach Studieren und Abwägen der verschiedenen Sichtweisen und Argumente auf dem Markt wohlbegründet anderer Meinung als Professor Zimmer.

5. Zimmer tut so, als wäre seine jeweilige Sicht die eine, wahre Sicht der Wissenschaft und alle Andersdenkenden teilten sie nicht, weil sie unwissend seien und mit der Wissenschaft auf Kriegsfuß stünden. Er wird damit der Vielfalt der Positionen auch im Bereich der nicht-bibeltreuen Theologie nicht gerecht, denn zumeist ist seine Position auch im nicht-bibeltreuen nur eine Position unter vielen.

So zu tun, als gäbe es in der neutestamentlichen Wissenschaft zu fast jedem Thema nur die eine wissenschaftliche Position und ihr gegenüber eben die eine, dieser widersprechende fromme Position, ist selbst unwissenschaftlich, denn die Wissenschaft hört auf alle Facetten der Diskussion.

Zimmer tut so, als wenn alle, die seine Position ablehnen, dies nur täten, weil sie sich nicht mit der Materie beschäftigt hätten und sich der wissenschaftlichen Diskussion verweigerten. Es gibt aber genügend Fachkollegen, deren greifbare wissenschaftliche Forschung die von Zimmer um ein Vielfaches übersteigt, die aber trotzdem Positionen vertreten, die Zimmer als dumm abtut.

6. Zudem sind Zimmers Positionen zumeist die Standardpositionen aus den Jahrzehnten seiner Studienzeit und anfänglichen Dozentenzeit, nicht aber der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion.

Es finden sich keine Belege, dass er sich vor einem Vortrag bemüht, den tatsächlich aktuellen Stand der Forschung zum Thema zu erarbeiten und zwar zu keinem der beiden vermeintlichen Lager. Die moderne evangelikale Forschung zu Hermeneutik, Exegese und neutestamentlicher Wissenschaft in der angelsächsischen Welt oder etwa in Asien, scheinen ihm völlig unbekannt zu sein. Plakativ stellt er lieber Lager und Positionen von einst einander gegenüber, und das – man entschuldige den Ausdruck – mit deutschem Tunnelblick.

Im vorliegenden Fall des Themas des Vortragsauszuges unten – die Frage, ob Jesus sich für den Menschensohn und Messias hielt – will er zwar so tun, als wäre seine Position die wissenschaftliche Standardposition, von der nur ‚bibeltreue‘ Vertreter abweichen, tatsächlich aber vertreten längst wieder viele Mainstreamtheologen und Neutestamentler an Universitäten, dass Jesus sich selbst für den Menschensohn oder Messias gehalten hat.

Die Aussage des Petrus: „Du bist der Messias (= Christus), der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,16, kürzer in Mk 8,29; Lk 9,20), die Jesus für eine direkte Offenbarung Gottes, des Vaters hielt (Mt 16,17), wird auch von vielen nicht-bibeltreuen Exegeten für vorösterlich und nicht für spätere Gemeindebildung gehalten, von Oskar Cullmann bis zu Peter Stuhlmacher und Papst Benedikt in seinem Jesus-Buch.

Der Neutestamentler Rainer Riesner, der sicher kein Anhänger der Unfehlbarkeit der Bibel oder gar der Chicago-Erklärung zur biblischen Irrtumslosigkeit ist, hat jüngst als Lebenswerk auf 512 Seiten zusammengefasst, was die theologische Wissenschaft zum „Messias Jesus“ (Brunnen, 2020, ISBN 978-3-7655-9410-6) zu diskutieren und zu sagen hat. Bei jedem Vers der Evangelien diskutiert er, ob er ursprünglich, bearbeitet, eingefügt usw. ist. Doch insgesamt lässt er keinen Zweifel daran, dass Jesu Wirken nicht ohne seinen Messiasanspruch zu verstehen ist. Zum Ausdruck Menschensohn, den er ausführlich diskutiert (S. 102–105, 266–269), schreibt Riesner:

„Aufgrund der Paradies- und Machterfahrung am Beginn seines Weges wandte Jesus von da an die Bezeichnung ‚Menschensohn‘ auf sich an. Schon die Tatsache, dass dieser Ausdruck außer bei der Vision des Stephanus (Apg 7,56) und in zwei Zitaten von Daniel 7,13 (Offb 1,13; 14,14) innerhalb des Neuen Testaments ausschließlich im Mund von Jesus vorkommt, belegt seine Echtheit.“ (S. 102)

Das klingt doch ganz anders als bei Zimmer.

Oder wählen wir das Handwörterbuch RGG, auch nicht gerade als Hort der Frommen bekannt. Dort heißt es:

„Der Ausdruck ‚M.‘ … ist die am häufigsten benutzte Selbstbez. Jesu in den Evv. An insg. 82 Stellen. Sie verteilen sich mit 69 auf die synopt. Evv. … und 13 im Joh. Von Parallelen abgesehen gibt es 38 verschiedene synopt. M.-Logien. Dazu kommt, daß 24 synopt. M.-Logien Parallelen haben, in denen der Ausdruck fehlt, aber häufig durch ein ‚Ich‘ ersetzt wird. Außer Joh 12,34 (und Luk 24,7) kommt ‚M.‘ in den Evv. nur im Munde Jesu vor.“ (Mogens Müller. „Menschensohn im Neuen Testament“. Sp. 1098-1100 in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl., Bd. 5. Mohr Siebeck: Tübingen 2002, hier Sp. 1098-1099)

7. Siegfried Zimmer springt in seiner Argumentation ständig zwischen verschiedenen Themen hin und her, statt bei den Argumenten pro und contra zum Thema zu bleiben, und vermischt gerne die Diskussion über den Befund der Evangelien mit modernen Fragestellungen und Forderungen.

Ich möchte das an drei Beispielen (A, B, C) im Auszug aus dem Vortrag deutlich machen:

Beispiel A: Zimmer:

„Jesus war vielleicht selber der Überzeugung, dass er selber gar nicht der Menschensohn ist, dass das ein späterer christlicher Eintrag war, dass er aber über das Kommen und was da geschieht verblüffend Bescheid weiß. Was man mindestens sagen kann: Jesus wusste sich mit dem Menschensohn sehr fest verbunden. Das auf jeden Fall.“

Kommentar: Wie will Zimmer aufgrund der Quellenlage absolut eindeutig (so eindeutig, dass er deswegen Andersdenkende verurteilen kann) feststellen, ob Jesus sich für den Menschensohn hielt oder sich ihm nur „sehr fest verbunden“ fühlte, was immer das heißen mag? Und wenn sich Jesus dem Menschensohn sehr fest verbunden fühlte, wen hielt er dann für den Menschensohn, dem er sich verbunden fühlte? Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Jesus einen anderen für den wahren Messias oder Menschensohn hielt! Und falls Jesus nicht wusste, wer der Menschensohn ist, wie konnte er sich dann dem Menschensohn verbunden fühlen?

Zudem bleibt bei Zimmer offen, wieso Jesus im Prozess wegen der Ansprüche in Bezug auf ihn selbst verurteilt wurde. Als er etwa unter Eid gefragt wurde: „Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?“ und „Bist du der König der Juden“?, hat er das einfach bejaht. Die hier genannten drei Zuschreibungen machen deutlich, dass es um den gesamten Komplex der alttestamentlichen Ankündigungen über den zukünftigen Heilsbringer ging, die Jesus in sich in Erfüllung gehen sah.

In den Evangelien wird – wie wir oben gesehen haben – der Begriff Menschensohn von Jesus selbst benutzt und auf sich selbst bezogen, so häufig, dass in manchen Evangelien in Paralleltexten stattdessen einfach nur „Ich“ steht. Stephanus beschreibt in Apg 7,56 damit Jesus. Ansonsten erscheint der Begriff nur noch in Hebr 2,6 (vgl. Ps 8,5) und als Zitat aus dem Buch Daniel in Offb 1,13, 14,14. Bei Paulus und anderen neutestamentlichen Autoren fehlt er völlig. Das heißt, auch ohne die ‚bibeltreue‘ Vorgabe, dass die Evangelien historisch zuverlässig berichten, spricht sehr viel dafür, dass Menschensohn gerade keine Bezeichnung für Jesus ist, den die Kirche später in die Jesusworte und -überlieferungen hineingetragen hat, sondern vor Jesu Tod eine zentrale Rolle spielte und einer der offiziellen Gründe seiner Verurteilung durch den Hohen Rat war, und später so von der Kirche nicht weiter in der Bekenntnissprache verwendet wurde.

Beispiel B: Zimmer:

„Jesus hat schon einen messianischen Anspruch gehabt, aber wie viele messianische Ansprüche gab es?“

Kommentar: Jetzt hat Jesus plötzlich einen „messianischen Anspruch“ gehabt, warum sollte dazu nicht auch der Ausdruck ‚Menschensohn’ gehören? Aber dass auch andere Personen messianische Ansprüche erhoben, ist doch ein ganz anderes Thema, das mit der Frage, ob Jesus diesen Anspruch erhoben hat und ob er ihn zu Recht erhoben hat, nichts zu tun hat. Es fehlt jeder Beleg, dass Jesus selbst konkurrierende Messias-Ansprüche anerkannte und sich für einen unter mehreren Messiassen hielt.

Beispiel C: Zimmer:

„Meint ihr, dass Jesus alle Details, alles klar war? Er ist schon ein normaler Mensch, bitte! … Meint ihr, dass Jesus dann jedes Detail – Endzeitfahrplan? Nein, ich glaube erst einmal, dass für Jesus Titel sowieso gar nicht das Wichtigste sind. Er hat überhaupt nie mit Titeln groß gearbeitet.“

Kommentar: Jetzt wird die Frage, ob sich Jesus für den Messias hielt, mit zwei modernen Problemen vermischt, der Existenz von überzogenen Endzeitfahrplänen und der Titelsucht. Mal angenommen, Jesus wusste nicht „jedes Detail“ und ihm waren Titel nicht wichtig, weswegen sollte er sich dann nicht trotzdem für den gehalten haben, der die alttestamentlichen Prophetien erfüllt, von denen die meisten ja gar nicht den Titel „Messias“ enthalten? Im Übrigen hat Zimmer im Satz zuvor gesagt, Jesus habe einen messianischen Anspruch gehabt. Kann man den denn haben, wenn man Titel wie „Messias“ aus Prinzip ablehnt?

Zudem halten viele Exegeten den Terminus „Menschensohn“ in der Form, wie Jesus ihn geprägt hat (doppelter bestimmter Artikel, also „der Sohn des Menschen“), nicht für einen Titel, weil er vor und nach Jesus nicht nachgewiesen ist.

Zudem sei gefragt: Als Jesus unter Eid gefragt wurde: „Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?“ und „Bist du der König der Juden?“, warum hat er da nicht geantwortet: „Ich mache mir nichts aus Titeln?“

Noch einmal, das trägt meines Erachtens eine moderne Problematik und heutige ethische Forderung 2000 Jahre rückwärts in eine völlig andere Welt und Kultur.

Im Übrigen geht es bei der Frage, ob Jesus sich für den Menschensohn, den Messias, den König der Juden oder den leidenden Gottesknecht usw. hielt, nicht um einen vorgegebenen Amtstitel, denn für dieselbe Sache finden sich im Alten Testament viele Titel, Bezeichnungen und Beschreibungen, sondern um den Inhalt des Namens Immanuel: Gott ist unter uns. Und genau das beanspruchte Jesus, dass wer ihn sieht, den Vater sieht (vgl. Joh 14,9). Jesus benutze dabei den doppelten Artikel „der Sohn des Menschen“, der genau in dieser Form weder vorher noch hinterher verwendet wurde. Der Schluss, dass es sich um die ganz spezifische, von ihm selbst formulierte, alltägliche und am häufigsten verwendete Selbstbezeichnung Jesu handelte, kann sich auch dann nahelegen, wenn man nicht ‚bibeltreu‘ argumentiert, ja selbst, wenn man das christliche Bekenntnis zu Jesus Christus nicht teilt oder der Auffassung ist, Jesus habe sich geirrt.

Der Vortragsauszug

(Hervorhebungen stammen von mir)

Gehört bitte nicht zu den Christen, die gleich den Flatterich kriegen, wenn ich sage: Jesus war vielleicht selber der Überzeugung, dass er selber gar nicht der Menschensohn ist, dass das ein späterer christlicher Eintrag war, dass er aber über das Kommen und was da geschieht verblüffend Bescheid weiß. Was man mindestens sagen kann: Jesus wusste sich mit dem Menschensohn sehr fest verbunden. Das auf jeden Fall.

Aber ob er sich selber als Menschensohn gesehen hat, lassen wir mal offen. Es kam dann jemand zu mir: ‚Herr Zimmer, aber wenn man das offen lässt, oh – dann fällt ja die ganze Welt zusammen.‘ – Nein, so hat er es auch nicht gesagt. Ich möchte den lieben Bruder jetzt nicht karikieren. Es ist ja auch verständlich, dass er sagt: ‚Was, Jesus – das war er vielleicht gar nicht!?‘ Ich gehe mal davon aus, dass Jesus kein Hellseher war. Er hat kein Orakelwissen gehabt. Meint ihr, dass Jesus alle Details, alles klar war? Er ist schon ein normaler Mensch, bitte! Jesus hat schon einen messianischen Anspruch gehabt, aber wie viele messianische Ansprüche gab es? Meint ihr, dass Jesus dann jedes Detail – Endzeitfahrplan? Nein, ich glaube erst einmal, dass für Jesus Titel sowieso gar nicht das Wichtigste sind. Er hat überhaupt nie mit Titeln groß gearbeitet.

Wenn dann so, sagen wir mal eine fromme Kinderzeitschrift – hab’ ich mal gelesen – Jesus, war Mitarbeiterheft für Tausende Sonntagsschulmitarbeiter. Und da hat die Frau einen Artikel über Jesus geschrieben – den habe ich mal zufällig gelesen. Da schreibt die Frau so einen kleinen Steckbrief ‚Wer war Jesus?‘: ‚Jesus war der Gottessohn und der Retter der Welt. Er kam, um zu sterben, und er hat viele Wunder getan und konnte übers Wasser laufen.‘ Das schreibt eine Frau für Tausende von Mitarbeitern in der Sonntagsschule. Da muss ich fast kotzen. Ich kann’s nicht anders sagen. Also alles gleich Titel, er war der Sohn Gottes (was stellt sich ein 7-jähriger unter Sohn Gottes vor?), Retter der Welt, also alles nur Titel, ein Titelgeklapper. Ich habe dann dem Vorstand von diesem Verlag geschrieben: Sie könnten doch mit gleicher Buchstabenzahl – also es ist nicht viel mehr – Sie könnten doch sagen: ‚Jesus war aufmerksam für die Armen, er schätzte die Frauen höher als es damals üblich war, und er liebte die Kinder. Das ist doch Millionen Mal mehr als dieses Titelgeklapper. Und wenn die Titel dann nicht kommen, dann werden die Leute ganz unruhig.‘

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