Weltweite Evangelische Allianz erklärt ihre Solidarität mit dem bedrängten Patriarchen

Im Auftrag der Weltweiten Evangelischen Allianz hat der deutsche evangelikale Theologe und Religionssoziologe Prof. Thomas Schirrmacher das Oberhaupt der Orthodoxen Kirchen, den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., besucht. Das einstündige Gespräch fand im Arbeitszimmer des Patriarchen in statt.

Schirrmacher im Gespräch mit Patriarch Bartholomäus I. in dessen Arbeitszimmer © BQ

Schirrmacher im Gespräch mit Patriarch Bartholomäus I. in dessen Arbeitszimmer © BQ

Schirrmacher führte den ersten Teil des Gespräches als Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz. Er überbrachte Grüße des Generalsekretärs der Weltweiten Allianz, Geoff Tunnicliffe, und versicherte dem Patriarchen die Solidarität der weltweiten evangelikalen Gemeinschaft angesichts seiner bedrängenden Lage zu. Die Allianz setze sich seit über 150 Jahren für die alteingesessenen Kirchen der Türkei ein und sei dafür schon im 19. Jahrhundert beim türkischen Sultan vorstellig geworden. Dabei übergab er die von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und dem Arbeitskreis für Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz herausgegebene idea-Dokumentation „Märtyrer 2007“, die sich auch der Lage der orthodoxen und orientalischen Kirchen in der Türkei widmet.

Zentrales Thema war, den Patriarchen über den Stand der Arbeit an einem Ethik-Kodex für Mission zu informieren, an dem derzeit Vatikan, Weltkirchenrat und Weltweite Evangelische Allianz gemeinsam arbeiten.

Schirrmacher bei der Übergabe von „Märtyrer 2007“ an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. © BQ

Schirrmacher bei der Übergabe von „Märtyrer 2007“ an den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. © BQ

Schirrmacher informierte sich in diesem Zusammenhang auch über einen Angriff eines evangelikalen Autors auf den Patriarchen in der türkischen Presse und sagte zu, auf die Bereinigung dieses Vorfalls hin zu arbeiten.

Der Patriarch informierte Schirrmacher außerdem über seinen Antrittsbesuch bei dem neuen türkischen Präsidenten Abdullah Gül. Die Griechisch-Orthodoxen seien loyale Staatsbürger, die sich nicht in die Politik einmischen wollten, sondern lediglich die gleichen friedlichen Rechte wie alle anderen wünschten.

Der Patriarch dankte Schirrmacher auch, dass sich Regierung, Kirchen und Christen in Deutschland immer wieder für das Patriarchat einsetzten. So seien Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und die amtierende Bundeskanzlerin ebenfalls bei ihm gewesen und hätten ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht.

Die Delegation des Martin Bucer Seminars beim Ökumenischen Patriarchen von links nach rechts: Titus Vogt, Prodekan MBS; Behnan Konutgan, Präsident MBS Türkei; Patriarch Bartholomäus I.; Thomas Schirrmacher, Rektor MBS; Thomas Kinker, Dekan MBS © BQ

Die Delegation des Martin Bucer Seminars beim Ökumenischen Patriarchen von links nach rechts: Titus Vogt, Prodekan MBS; Behnan Konutgan, Präsident MBS Türkei; Patriarch Bartholomäus I.; Thomas Schirrmacher, Rektor MBS; Thomas Kinker, Dekan MBS © BQ

Den zweiten Teil des Gespräches führte Schirrmacher als Rektor des Martin Bucer Seminars zusammen mit dem Präsidenten des türkischen Zweiges dieser theologischen Ausbildungsstätte, Behnan Konutgan und den beiden Dekanen des Martin Bucer Seminars Thomas Kinker und Titus Vogt.

Dabei ging es auch um Fragen der theologischen Ausbildung, insbesondere auch darum, welche Hilfe Evangelikale geben können, damit das seit 1971 geschlossene Seminar der griechisch-orthodoxen Kirche in Istanbul wieder eröffnet werden kann. Der türkische Zweig des Martin Bucer Seminars in Ankara und Istanbul hatte sich erst kürzlich für Studenten anderer Konfessionen geöffnet.

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel ist das Oberhaupt aller orthodoxen Kirchen, die zusammen etwa 220 Millionen Anhänger weltweit haben. Er hat den Ehrenvorrang vor allen anderen orthodoxen Patriarchen inne, ist aber in seinem Wirken durch die türkische Regierung stark eingeengt, die ihn lediglich als Oberhaupt der ca. 3.000 griechisch-orthodoxen Christen in Istanbul sieht.

 

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