Unter dem Titel „Klimagerechtigkeit fördern durch glaubensbasierte Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien“ richtet die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) eine offizielle Nebenveranstaltung bei der vierten Umweltversammlung der Vereinten Nationen (United Nations Environment Assembly, UNEA-4) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) aus. Die UNEA ist das weltweit höchste Entscheidungsgremium für Umweltfragen. Sie findet vom 11. bis zum 15. März 2019 in Nairobi (Kenia) statt.

Das Team des World Evangelical Alliance Sustainability Center (WEASC) © WEASC

Das Team des World Evangelical Alliance Sustainability Center (WEASC) © WEASC

Matthias Böhning, Direktor des WEA Sustainability Centers, der einer der Diskussionsteilnehmer der Nebenveranstaltung sein wird, betont:

„Wir tragen alle gemeinsam die Verantwortung, den vielfältigen und drängenden Umweltproblemen zu begegnen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Als christliche Organisation haben wir eine besondere Verantwortung, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, die am schutzbedürftigsten sind angesichts der Probleme, die durch den Klimawandel verursacht werden. Dies erfordert die enge Zusammenarbeit von Akteuren aus allen Bereichen der Gesellschaft, sowohl religiös als auch säkular.“

Jitokeze biointensive landwirtschaftliche Ausbildung © Jitokeze Wamama Wafrika

Jitokeze biointensive landwirtschaftliche Ausbildung © Jitokeze Wamama Wafrika

Gemeinsam mit dem Interfaith Center for Sustainable Development (ICSD) aus Jerusalem (Israel) und der kenianischen Organisation Jitokeze Wamama Wafrika aus Kapenguria (Kenia) wird die WEA aufzeigen, wie Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien mit religiösen Akteuren im ländlichen Afrika dazu führen können, vulnerable Gruppen zu stärken und Klimagerechtigkeit voranzubringen. Der ICSD, der durch seinen Direktor, Rabbiner Yonatan Neril, vertreten wird, hat bereits viele nachhaltige Energieprojekte mit religiösen Akteuren in ländlichen afrikanischen Regionen umgesetzt. Philipine Kidulah, Direktorin von Jitokeze Wamama Wafrika, arbeitet in einer ländlichen Gegend in Kenia. Sie wird darüber sprechen, wie gefährdete Frauen und ihre Haushalte dazu befähigt werden können, widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu werden.

Gigawatt Projekt Ruanda © Gigawatt Global

Mit einer spezifischen (glaubensbasierten) Akteursstruktur können Projekte im Bereich erneuerbarer Energien in ländlichen Gebieten als Innovation für nachhaltigen Verbrauch und Energieerzeugung dienen. Der Ansatz befähigt schutzbedürftige Gruppen, proaktive Akteure des Wandels bei Klimaschutzbemühungen zu werden. Dies führt die Diskussion über die Stärkung benachteiligter Gruppen über den üblichen Aspekt der Anpassung hinaus. Gestärkte ländliche Gemeinden sind in der Lage, ein solides Management natürlicher Ressourcen umzusetzen. Bei der Nebenveranstaltung wird dies anhand des praktischen Fallbeispiels verdeutlicht. Es wird ein Programm zur Stärkung von Landwirten im ländlichen Kenia vorgestellt, das sich über die Anpassung hinaus zum Aufbau innovativer nachhaltiger Geschäftsmodelle entwickelt.

Gigawatt Projekt Ruanda © Gigawatt Global

Gigawatt Projekt Ruanda © Gigawatt Global

Seit Ende 2017 bindet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen mit der Faith for Earth Initiative glaubensbasierte und religiöse Organisationen intensiver in die Entwicklung globaler Lösungen für Umweltfragen ein. So wird dem Ziel der Initiative Rechnung getragen, glaubensbasierte Akteure im Umweltbereich zu stärken und mit ihnen als Partner auf allen Ebenen zusammenzuarbeiten, um gemeinsam die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs) zu erreichen. Derzeit erarbeitet das Sekretariat des Umweltprogramms der Vereinten Nationen einen Aktionsplan für die besonderen Aktivitäten im Rahmen der Faith for Earth Initiative bei der vierten UNEA.

Außenansicht der Bonner WEA-Repräsentanz © WEA

Außenansicht der Bonner WEA-Repräsentanz © WEA

Im Jahr 2018 wurde das WEA Sustainability Center (WEASC) am UN-Standort Bonn eingerichtet. Das Zentrum befasst sich mit Nachhaltigkeitsfragen aus christlicher Perspektive und befähigt Christinnen und Christen, Verantwortung auf allen Ebenen der Nachhaltigkeitsarbeit zu übernehmen. Übergreifendes Ziel ist es, Kirchen und Gemeinden auf der ganzen Welt in die Lage zu versetzen, den Schutz der Schöpfung täglich zu verfolgen und so eine starke, legitime und einheitliche Stimme im globalen Diskurs über Nachhaltigkeit zu werden. Die WEA arbeitet mit der Creation Care Task Force seit 2012 intensiv an Umweltthemen. Sie ist Mitglied im Lausanne/WEA Creation Care Network, einem globalen Netzwerk bestehend aus Einzelpersonen und Kirchen auf der ganzen Welt, das gemeinsam Maßnahmen zum Schutz der Schöpfung ergreift.

Der Direktor des World Evangelical Alliance Sustainability Center (WEASC), Matthias Boehning © Leonard von Bibra

Der Direktor des World Evangelical Alliance Sustainability Center (WEASC), Matthias Boehning © Leonard von Bibra

Die WEA bietet als Netzwerk von Kirchen in 129 Ländern und über 100 internationalen Nichtregierungsorganisationen eine weltweite Identität, Stimme und Plattform für über 600 Millionen evangelikale Christen. In ihren Bemühungen für umfassende Fortschritte in der Lösung globaler Nachhaltigkeitsfragen arbeitet sie bereits seit Jahren mit verschiedenen UN-Gremien zusammen.

Für weitere Informationen zu der Veranstaltung senden Sie bitte eine E-Mail an info@wea-sc.org.

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