Ich habe mehrfach die Überreste des Warschauer Ghettos und des jüdischen Lebens in Warschau vor 1939 aufgesucht und zeige hier einige Fotos aus meiner großen Sammlung.

Im Ghetto waren Ende 1939 die Juden aus Warschau, die meisten Juden aus Polen und viele Bahntransporte mit Juden aus Deutschland eingepfercht, zusammen 1,3 Mio. Menschen. 500.000 wurden bis 1943 in das Konzentrationslager Treblinka der SS wie Vieh abtransportiert und dort ermordet. 1943 kam es zum größten jüdischen Aufstand gegen die Nazis, nach dessen Niderschlagung die Nazis die Große Synagoge und das jüdische Viertel völlig zerstörten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde von den Kommunisten das moderne Warschau darüber errichtet, auf dem Gelände der Synagoge stehen heute Hochhäuser.  Zwei der bekanntesten erhaltenen kleinen Fragmente des Ghettos gehörten zum sogenannten „kleinen Ghetto“ und befinden sich in den Innenhöfen von Gebäuden in der Ulica Sienna 55 und der Ulica Złota 62 (Ulica ist das polnische Wort für „Straße“).

Daneben stelle ich noch die Überbleibsel der Straßenbahn durch das Ghetto in der Ulica Getta, sowie die Nożyk-Synagoge von Warschau, die ebenfalls Teil des kleinen Ghettos war und als Depot halb zerstört überlebte. Ursprünglich 1898–1902 erbaut, wurde sie 1977–1983 wieder aufgebaut und restauriert.

Das sehenswerte 2013 bzw. 2014 eröffnete POLIN Museum der Geschichte der polnischen Juden (Polnisch: POLIN Muzeum Historii Żydów Polskich) – teilweise mit Spenden der Bundesrepublik Deutschland erbaut – stellt eine ausgezeichnete Dokumentation dar und wird 2023 durch ein eigenes, im Aufbau befindliches Ghetto-Museum ergänzt.

 

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