Der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) hat nachträglich auch persönlich Ibrahim Azar, dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land  (ELKJHL) mit Sitz in der Erlöserkirche in Jerusalem, zu seinem neuen Amt gratuliert und ihm Gottes Segen und Weisheit für seine schwierige Vermittleraufgabe gewünscht. Ursprünglich war das Treffen bei einem früheren Aufenthalt von Schirrmacher geplant gewesen. Die beiden Bischöfe vereinbarten, sich regelmäßig zu treffen und einander auf dem Laufenden zu halten, insbesondere auch, was den christlich-jüdischen und den christlich-islamischen Dialog der WEA betrifft.

Bischof Ibrahim Azar (rechts) und Thomas Schirrmacher in der Erlöserkirche © BQ/Warnecke

Bischof Ibrahim Azar (rechts) und Thomas Schirrmacher in der Erlöserkirche © BQ/Warnecke

Schirrmacher besuchte am selben Tag auch das Armenische Patriarchat, die anglikanische Christuskirche und das israelische Innenministerium.

Ibrahim Azar wurde 1961 im Libanon geboren. Er besuchte bis 1979 die lutherische Schule des Jerusalemsvereins im Berliner Missionswerk in Bethlehem. Er studierte Evangelische Theologie an der Universität München, wo er 1987 seinen Abschluss machte. 1988 wurde er zum Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land ordiniert. Er war Pastor der Gemeinde an der Erlöserkirche in Jerusalem. Im Januar 2017 wählte ihn die Synode als Nachfolger von Munib Younan zum Bischof. Seine Amtseinführung fand am 12. Januar 2018 in der Erlöserkirche in Jerusalem statt. Er ist verheiratet mit Nahla Elias Azar. Das Paar hat drei Töchter.

Sein Vorgänger, Bischof Dr. Munib A. Younan, mit dem sich Schirrmacher häufiger getroffen hatte, leitete die Kirche 1998–2017 und war zudem Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), dessen Mitglied die ELKJHL ist.

Die Grabeskirche vom Turm der Erlöserkirche aus © BQ/Warnecke

Die Grabeskirche vom Turm der Erlöserkirche aus © BQ/Warnecke

Die Erlöserkirche (englisch Church of the Redeemer) steht nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt. Sie wurde in den Jahren 1893–1898 auf Veranlassung Kaiser Wilhelms II. erbaut, der am 31.10.1892 bei der Einweihung anwesend war. Sie ist auf  dem Grundriss der Kreuzfahrerkirche S. Maria Latina errichtet, unmittelbar südlich der Grabeskirche. An der Nordseite der Erlöserkirche verläuft das letzte Stück der Via Dolorosa, die an der benachbarten Grabeskirche endet.

Die ELKJHL wurde 1947 als eine deutsche Missionskirche gegründet. 1959 wurde sie autonom und 1974 Mitglied im Lutherischen Weltbund. Sie hat insgesamt sechs Gemeinden in Jerusalem, in Ramallah, im Bezirk Bethlehem und in Amman (Jordanien). Außerdem unterhält sie vier Schulen und vier Bildungsprogramme mit Schülern und Studierenden christlicher und muslimischer Herkunft.

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