Ein neues Lernprogramm verbessert den Wissensstand zum Thema Religionsfreiheit

Die Weltweite Evangelische Allianz und ihr Internationales Institut für Religionsfreiheit (IIRF) gratulieren dem Nordischen Ökumenischen Netzwerk für Internationale Religions- und Weltanschauungsfreiheit (NORFORB) zur Erstellung der Bildungsplattform für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (The FORB Learning Platform). Diese wurde der Öffentlichkeit am 6. März 2018 auf einer hochrangig besetzten Nebenveranstaltung zur „Wirkung der Medien auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit“ im UN Menschenrechtsrat in Genf vorgestellt.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde (von links): Danielle Turkov Wilson (Think Film Impact Production), Dilnoza Satarova (ODHIR), Jan Figel (EU special envoy on FORB), Ann Shin (MEMB director), Katherine Cash (NORFORB), Juliana Sfeir (SAT-7 Academy), Ahmed Shaheed (UN special rapporteur on FORB) und Dr. Dwayne Menezes (Think Film Impact Production) © FORB

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde (von links): Danielle Turkov Wilson (Think Film Impact Production), Dilnoza Satarova (ODHIR), Jan Figel (EU special envoy on FORB), Ann Shin (MEMB director), Katherine Cash (NORFORB), Juliana Sfeir (SAT-7 Academy), Ahmed Shaheed (UN special rapporteur on FORB) und Dr. Dwayne Menezes (Think Film Impact Production) © FORB

„Am 22. September 2016 organisierte der damalige UN Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, gemeinsam mit dem Weltkirchenrat und dem Finnischen Ökumenischen Rat ein Seminar und eine öffentliche Veranstaltung zu ‚Religion und Religionsfreiheit in der internationalen Diplomatie‘ bei den Vereinten Nationen in Genf“, erinnert sich Prof. Dr. Christof Sauer, der damals einer der Diskussionsleiter war.

„Es wurde der Informationsbedarf in jenen Kreisen hinsichtlich Religion und Religionsfreiheit betont und zur Erstellung von geeignetem Schulungsmaterial aufgerufen. Eine der Referentinnen, Katherine Cash vom Schwedischen Missionsrat, versprach, dem Aufruf Folge zu leisten. Das IIRF ermutigte und unterstützte sie. Das hervorragende Bildungsprogramm, das jetzt vorgestellt wurde, ist die Frucht ihrer Lehrkompetenz und ihrer sorgfältigen Arbeit.“

„Die Weltweite Evangelische Allianz war eine der ersten, welche die Produktion der Filme als Hauptpartner unterstützen“, fügte Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher, der Vize-Generalsekretär der WEA für intra- und interreligiöse Beziehungen, hinzu. Die Logos der WEA und des IIRF stehen, neben verschiedenen weiteren Partnern, auf der Webseite der FORB-Bildungsplattform. Die WEA unterstützte die Produktion und die Einführung zudem finanziell.

Die Redner während der Diskussionsrunde © FORB

Die Redner während der Diskussionsrunde © FORB

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Plattform ist eine Reihe kurzer Schulungsvideos mit dem Titel „Einführungs-Lernpaket“. Sie stehen bislang auf Englisch, Arabisch, Russisch, Französisch, Spanisch und Schwedisch zur Verfügung. Zunächst gibt es acht Videos. Die meisten sind zwischen 5 und 9 Minuten lang, nur ein Video ist, mit fast zwanzig Minuten, länger. Ein weiteres Video ist für Ende 2018 angekündigt. Die Themen sind:

  1. Eine Einführung in die Religions- und Weltanschauungsfreiheit;
  2. Das Recht, seine Religion bzw. seine Weltanschauung zu haben oder zu wechseln;
  3. Das Recht, seine Religion bzw. seine Weltanschauung öffentlich auszuüben (zu praktizieren);
  4. Schutz vor Zwang;
  5. Schutz vor Diskriminierung;
  6. Rechte für Eltern und Kinder;
  7. Gewissensschutz;
  8. Einschränkungen von Religions- und Weltanschauungsfreiheit;
  9. (angekündigt) Religions- und Weltanschauungsfreiheit in aller Welt.

Zusätzlich zu der Sammlung von Einführungsvideos wird eine zweite Gruppe kurzer Videos über „Zugang zur Rechtsmitteln“ geboten. In dieser Reihe gibt es bis jetzt nur vier Videos, und zwar nur auf Englisch. Weitere Schulungsvideos sind angekündigt.

Zur Unterstützung der Videos bietet die Plattform zahlreiche Bildungsressourcen, darunter Dokumente in 13 Sprachen, praktische Lehrtipps für Lehrer, theologische und ethische Reflexionen aus den meisten größeren Religionen, Material für Journalisten, Länderinformationen aus aller Welt und einen Bereich mit dem Titel „zur Vertiefung“, in welchem Links zu den größeren internationalen Menschenrechtserklärungen und -abkommen enthalten sind. Der Bereich „zur Vertiefung“ enthält auch einen Teil der im Auftrag der Weltweiten Evangelischen Allianz veröffentlichten wachsenden Veröffentlichungsreihen des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit. Die philosophische Grundlage für diese Bildungsplattform findet sich in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen; in ihren rechtlichen Ausführungen hingegen lehnt sich die Plattform eng an die Grundsätze des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte an, der in 169 Ländern rechtskräftig ist.

Während der Vorführung des Filmes „My Enemy, My Brother“ © FORB

Während der Vorführung des Filmes „My Enemy, My Brother“ © FORB

In seinem Briefwechsel mit Katherine Cash, die NORFORB bei der UN Einführung vertrat, schrieb Prof. Dr. Thomas K. Johnson:

„Ich möchte Ihnen zur Einführung der FORB-Bildungsplattform gratulieren! Dies ist ein riesiger Schritt nach vorn.“

In späteren Kommentaren sagte Dr. Johnson, der die Weltweite Evangelische Allianz als Botschafter für Religionsfreiheit beim Vatikan vertritt:

„Ich bin einer von Vielen, die schon lange die Notwendigkeit für einen solchen Schritt gesehen haben. Ich bin sehr froh, dass die WEA sich in partnerschaftlicher Zusammenarbeit für seine Verwirklichung eingesetzt hat. Ich wäre enttäuscht, wenn diese Materialien nur innerhalb der verschiedenen Zweige des Christentums breite Anwendung fänden. Zumindest auf dem Papier haben die meisten Regierungen der Welt in den letzten 70 Jahren einmal oder mehrfach diesen Grundsätzen zugestimmt. Doch viel zu wenige Bürger jedes Landes kennen die moralischen und gesetzlichen Grundsätze, die von ihren Regierungen bestätigt wurden. Und dieser Informationsmangel erstreckt sich weltweit sogar auf Richter, Diplomaten und Parlamentarier. Diese Tendenzen sind durch viele Umfrageinstitute deutlich bestätigt worden. Jetzt haben wir ein zusätzliches und wertvolles Programm, um diesem Mangel abzuhelfen.“

 

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